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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstieg in die Derma als Ausländer



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Mr. Pink online
03.05.2021, 08:30
Hallo zusammen! Ich habe mein Studium in Griechenland abgeschlossen und interessiere mich für die Dermatologie in DE.

Jetzt mal was konstruktives:
Hol dir entweder das "https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Krankenhaeuser/Publikationen/Downloads-Krankenhaeuser/krankenhausverzeichnis-leseprobe-3500100.html" oder etwas gleichwertiges. Suche nach Dermatologie. Notier dir alle Adressen und bewerbe dich überall in Deutschland.
So würde ich es als "Deutscher" machen, denn die Chancen sind für keinen rosig. Da du in Sprache und Schrift den Deutschen scheinbar nicht hintenanstehst, sehe ich da kein Problem. Wichtiger ist, dass du männlich bist! Das ist in der Derma definitiv ein Vorteil (mir egal ob jetzt die nächste Diskussion hier losgeht).

Falls es nach deinen ca. 100 Derma Bewerbungen nicht klappt, fang mit Innere an, das ist immer gerne gesehen für spätere Bewerbungen. In einem Jahr kannst du die gleichen Adressen noch mal anschreiben.
Direkt in einer Derma-Praxis anzufangen ist die andere Möglichkeit, ich stehe solchen Vorhaben kritisch gegenüber, aber auch das wurde hier im Forum schon breit diskutiert.

Viel Erfolg.

Reisender
04.05.2021, 11:59
Man kann die Chancen auf eine Derma-Stelle an einer Uniklinik extrem erhöhen, wenn man Forschungsinteresse zeigt. Da es genug Bewerber gibt, suchen sich die Chefs meistens eher Leute aus, die bereit sind, sowohl Klinik, als auch Forschung zu machen. So sind einige Kollegen in meiner Umgebung mit einem ausländischen Abschluss an eine Stelle gekommen. An der Uniklinik wird halt meist erwartet, dass man Forschungsgelder einwirbt. Solange Geld kommt, ist die Nationalität oder der Abschluss vollkommen egal. In manchen Fällen sind sogar die Sprachkenntnisse nicht so relevant, wie man sich das immer so vorstellt.
Ich glaube übrigens auch, dass man die Chancen mit einer Orientierung Richtung Osten, Nordosten wieder deutlich erhöhen kann, wobei es im Südwesten sicherlich die eine oder andere Klinik gibt, an der man ebenfalls etwas leichter an eine Stelle kommen kann.

Melina93
04.05.2021, 12:26
Derma ist extrem kompetitiv, aber ich sehe wirklich keinen Grund warum du mit normal gutem Deutsch benachteiligt sein solltest. Klar, wenn du gefühlt nur B1 Niveaus sprechen würdest, wäre es schwierig. Aber so lange man alles versteht und du dich adäquat äussern kannst, ist es doch total egal. In der Derma gibt es sehr viele "Ausländer". Sehe da kein Hindernis.

Viele machen vorher Chirurgie oder Innere. Wäre ansonsten halt ne Option. Ansonsten breit bewerben wie bereits mehrmals erwähnt wurde.

urinbeutel
04.05.2021, 15:53
Sagt mal lohnt sich der Facharzt eigentlich, dass man die ganzen Mühen auf sich nimmt?

Mr. Pink online
04.05.2021, 16:20
Diese Frage könnte man zu jeder Fachrichtung stellen....

urinbeutel
04.05.2021, 16:54
Naja Dermatologie hat einen hohen Andrang an Leuten, die erhoffen eine Beautypraxis zu übernehmen, die nur Privatpatienten botoxt und lasert. Frage mich nur wie realistisch so etwas ist. Habe das Gefühl, dass die meisten frischen Facharztkollegen angestellt in einer Praxis sind.

Mr. Pink online
04.05.2021, 17:34
Das kannst du alles auch als Hausarzt machen, dafür musst du kein Dermatologe sein.

anignu
04.05.2021, 22:31
Es geht ja nicht nur um Laser und Botox im engeren Sinn. Bei Derma sind ja auch Besenreiser und Nävi dabei die sich auch so gut als IGEL abrechnen lassen. Denn wo würdet ihr euch ein Muttermal rausmachen lassen? Beim niedergelassenen Popo-Chirurg (Facharzt für Allgemein- oder Viszeralchirurgie der halt vor allem Hämorrhoiden etc. macht)? Für den ist das auch eine Kleinigkeit, der bringt das locker hin und wahrscheinlich nicht so viel schlechter. Aber das macht halt keiner. Und ich kenn auch genug ältere Hausärzte die chirurgisch auch was können. Wäre auch kein Problem, da gehen die Leute für sowas auch meist nicht hin.

Dogs4Life
04.05.2021, 22:58
Und ich glaube, das ist der Pluspunkt, den Derma mit sich bringt. Das Klientel wird wegen allen Haut-assoziierten Dingen zu einem kommen. Die ganzen Interventionen können jedoch alle von anderen Fachärzten abgedeckt werden, wenn nicht sogar viel besser.

Vielleicht wird das in Zukunft auch zum Problem für die Derma werden, da sie nicht wirklich etwas eigenes hat, das nur sie kann. Auch in Hinblick auf typische IGEL Leistungen wie Botox, Filler, etc. sieht man ja immer mehr, wie etliche Ärzte (zum Teil gerade mit dem Examen fertig) ohne Facharzt schon Privatpraxen haben, wo sie diese Dinge anbieten, da es keine große Expertise erfordert.

Mr. Pink online
05.05.2021, 07:01
"Beauty-Praxis" kann sich jeder auf sein Schild schreiben, wenn er möchte. Ich kenne im übrigen viele Patienten, die sich beim Chirurgen die Naevi wegschneiden lassen, weil der Dermatologe das gar nicht mehr anbietet. Vermutlich zu "invasiv".

urinbeutel
05.05.2021, 19:36
Als Dermatologe, der selbst von nem Dermatologen operiert worden ist und die "chirurgische Weiterbildung" kennt, kann ich jedem nur raten das Weite zu suchen. Ich hab ne große Narbe nach Dehiszenz wegen falscher Nahttechnik. Laser konnten vor Kurzem sogar noch nicht ärztliche Personen anbieten. Im Endeffekt verdient man einfach dadurch, dass jeder was an der Haut hat und man sich selbst der beste Zuweiser ist. Eine gut laufende Dermatologiepraxis bringt viel Geld. Aber ich frage mich nur, wie der Markt für junge Kollegen aussieht.

Ich glaub ich bin einfach nur zynisch durch den stationären, universitären Betrieb, wo die Leute alle nach oben streben, um dann am Ende mit dem PD in einer Privatpraxis Hyperhidrose und Akne behandeln. Teils komisch Leute in diesem Fach.