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Nefazodon
13.06.2021, 12:03
Können wir bitte auf die Sachebene zurückkehren? Pinocchio Baerbock vs. Lusche Laschet- das ist doch ganz einerlei.

Das der Souverän, also wir, ein Problem mit der Qualität der verfügbaren politischen Spitzenpersonals hat, ist hinlänglich bekannt.*
IMHO haben wir im Bereich der professionellen Bundespolitik einen evidenten Mangel an menschlich integren, intelligenten, am Gemeinwohl interessierten Kandidaten mit solider Vita auch außerhalb der Berufspolitik. Jedoch besteht ein deutliches Überangebot an Zivilversagern jeglicher Art, Nepotisten (Morbus Luschet, äh, Laschet), Ego zerfressenen Narzissten (fast alle), Manipulatoren und Hohlbirnen jeglichen Schweregrads und jeder Geschmacksrichtung. Wahlweise mit und ohne ideologischer Verblendung erhältlich von in allen Farbschattierungen von Dunkelbraun bis dunkelrot, wobei mir die Hohlbirnen persönlich sogar fast noch lieber sind, als der Typus des intelligenten Manipulators á la Machiavelli.

Wir haben im Politikbetrieb nun mal keine Meritokratie, keine Bestenauslese, die professionelle Politik spielt nach eigenen Regeln und rekrutiert sich aus einem Personenkreis, der woanders nichts werden konnten, oder der nach Macht und Einfluss über andere Menschen schielt. Die Zeiten, in denen wir noch aus Menschen, deren politischer Überzeugung wir nicht teilen, deren menschliche und moralische Integrität, Intelligenz und Sachkompetenz man aber anerkennen konnte (siehe Kaliber Herbert Wehner oder Helmut Schmidt), sind meines Erachtens lange vorbei. Nehmen wir die Auswahl eben hin, so wie Sie ist.

*Beitrag kann Spuren von Enttäuschung enthalten.

Naja, aber man muss schon konstatieren, dass man gut netzwerken können muss, um es in die erste Riege einer Partei zu schaffen...also ganz unfähig sind Spitzenpoliker vermutlich doch nicht;-)
Ist halt ein eigener Selektionsprozess mit eigenen Gesetzen.

Aber Laschet zum Beispiel (nicht dass ich ein Fan von ihm wäre, beileibe nicht) hat den Machtkampf gegen Söder gewonnen. Das hätte ich ihm niemals zugetraut...und es zeigt dass er nicht ganz unfähig sein kann, auf machtpolitischer Ebene




Politiker, die tatsächlich eine sinnvolle Qualifikation haben, sind leider selten geworden.

Ein Musterbeispiel für einen tatsächlich hoch qualifizierten Politiker ist Christian Lindner.


@GelbeKlamotten: ist da etwa jemand FDP-Fan?;-)

Dazu möchte ich ergänzen, dass auch in den anderen Parteien fähiges Personal vorkommt.
Da Du schon Christian Lindner bei der FDP erwähnt hast erwähne ich mal Robert Habeck und Cem Özedemir bei den Grünen (obwohl eigentlich nicht meine Partei;-))

Robert Habeck hat meines Wissens Philosophie studiert und ist promoviert. Außerdem hat er Erfahrung in einem Regierungsamt, was Baerbock abgeht.
Einziges Manko für die Grünen: Er hat leider das falsche Geschlecht. (Böse Zungen mögen dies als Beleg ansehen, dass man sich als Mann, der etwas werden will, nicht bei den Grünen engagieren sollte:-nix)

GelbeKlamotten
13.06.2021, 13:45
Das Problem an den ganzen sozialistischen Umverteilungsideen ist halt auch, dass sie in keinster Weise selbstlimitierend sind. Wenn man die linksgrünen Sozialisten gewähren lässt, dann machen sie weiter bis nichts mehr von den Privatvermögen und genauso wenig Wirtschaftsleistung übrig ist.

Wenn man mir garantieren könnte, dass man dann die Finger von meinem hart erarbeiteten Vermögen lässt (sprich: Kapitalertragssteuern nicht erhöhen, keine Vermögenssteuer), dann wäre ich bereit auf sämtliche Rentenansprüche zu verzichten und trotzdem Rentenbeiträge in der aktuellen Höhe weiterzuzahlen.

Nur wäre es völlig hirnrissig sich auf sowas einzulassen, denn meine Beiträge wären binnen weniger Jahre anderweitig ausgegeben und verplant und man würde mich eben doch wieder weiter anzapfen, um weitere Finanzlöcher zu stopfen. Es würde keine 2 Legislaturperioden dauern bis neue Einteignungsideen aufkommen. Heute müssen Lockdowns finanziert werden, morgen die „Klimakrise“ und danach wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Daher noch mals mein Tipp: Gehirn einschalten an der Wahlurne. Die Wahl ist dafür da, die EIGENEN Interessen zu vertreten und kein Wettbewerb für vermeintlichen Altruismus und Selbstzerstörung. Auch dem Umweltschutz ist mehr geholfen, wenn man z.B. entsprechende Projekte durch Spenden unterstützt, anstatt einen Klimakommunismus herbeizuwählen, der wesentlich mehr zerstört als er erreicht. Wenn wir unser Land wirtschaftlich an die Wand fahren, können wir uns bald keinen Klimaschutz mehr leisten.

GelbeKlamotten
13.06.2021, 13:49
@GelbeKlamotten: ist da etwa jemand FDP-Fan?;-)
Ja, daraus mache ich auch kein Geheimnis. So ziemlich die einzige aus meiner Sicht derzeit wählbare Partei.



Robert Habeck hat meines Wissens Philosophie studiert und ist promoviert. Außerdem hat er Erfahrung in einem Regierungsamt, was Baerbock abgeht.


Ein Philosophiestudium qualifiziert meiner Meinung nach zu überhaupt nichts, außer zum pseudoschlau daherreden. Aber ist natürlich Ansichtssache.

Nefazodon
13.06.2021, 13:57
Ein Philosophiestudium qualifiziert meiner Meinung nach zu überhaupt nichts, außer zum pseudoschlau daherreden. Aber ist natürlich Ansichtssache.

Ja, ist Ansichtssache. Ich würde es zumindest gerne als Surrogatparameter für gewisse kognitive Fähigkeiten sehen.

GelbeKlamotten
13.06.2021, 14:03
Ja, ist Ansichtssache. Ich würde es zumindest gerne als Surrogatparameter für gewisse kognitive Fähigkeiten sehen.

Ich würde da eher Boris Palmer als Positivbeispiel bei den Grünen anführen. Aber den möchte man ja gerne loswerden, weil nicht angepasst genug.

Nefazodon
13.06.2021, 14:20
Unabhängig davon, wie man zu Boris Palmer und seinen politischen Äußerungen inhaltlich steht, muss man eben konstatieren, dass er in vielen Dingen nicht mehr die politische Linie seiner Partei vertritt. Euphemistisch kann man das dann "nicht angepasst genug" nennen, aber ich denke, die Wahrheit ist einfach, dass er nicht zum Mainstream seiner Partei passt.

Und eine Partei ist eben ein Verband zur Durchsetzung bestimmter politischer Interessen.

eny
13.06.2021, 14:25
Laschet mag nicht in Rekordzeit studiert haben, aber er behauptet wenigstens nicht, er hätte das zweite Staatsexamen, wenn es nicht so ist.
Die Klüngeleien mögen auch stimmen, aber sie entsprechen wenigstens den Tatsachen, was bei Baerbock nicht der Fall ist.

Und es stimmt schon, in der freien Wirtschaft wäre der Lebenslauf von Baerbock mindestens ein KO, wenn es noch geschützte Titel wären, würde er noch ein Strafverfahren nach sich ziehen.

GelbeKlamotten
13.06.2021, 16:08
Unabhängig davon, wie man zu Boris Palmer und seinen politischen Äußerungen inhaltlich steht, muss man eben konstatieren, dass er in vielen Dingen nicht mehr die politische Linie seiner Partei vertritt. Euphemistisch kann man das dann "nicht angepasst genug" nennen, aber ich denke, die Wahrheit ist einfach, dass er nicht zum Mainstream seiner Partei passt.

Und eine Partei ist eben ein Verband zur Durchsetzung bestimmter politischer Interessen.

Das kann sein. Aber zumindest hat er einen Lebenslauf, der bei einer Bewerbung in der freien Wirtschaft nicht sofort schon von der Praktikantin in der Personalabteilung aussortiert werden würde. Das ist ja inzwischen in der Politik eher die Ausnahme.

Thomas24
13.06.2021, 16:57
Das Problem an den ganzen sozialistischen Umverteilungsideen ist halt auch, dass sie in keinster Weise selbstlimitierend sind. Wenn man die linksgrünen Sozialisten gewähren lässt, dann machen sie weiter bis nichts mehr von den Privatvermögen und genauso wenig Wirtschaftsleistung übrig ist.

Wenn man mir garantieren könnte, dass man dann die Finger von meinem hart erarbeiteten Vermögen lässt (sprich: Kapitalertragssteuern nicht erhöhen, keine Vermögenssteuer), dann wäre ich bereit auf sämtliche Rentenansprüche zu verzichten und trotzdem Rentenbeiträge in der aktuellen Höhe weiterzuzahlen.

Nur wäre es völlig hirnrissig sich auf sowas einzulassen, denn meine Beiträge wären binnen weniger Jahre anderweitig ausgegeben und verplant und man würde mich eben doch wieder weiter anzapfen, um weitere Finanzlöcher zu stopfen. Es würde keine 2 Legislaturperioden dauern bis neue Einteignungsideen aufkommen. Heute müssen Lockdowns finanziert werden, morgen die „Klimakrise“ und danach wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Daher noch mals mein Tipp: Gehirn einschalten an der Wahlurne. Die Wahl ist dafür da, die EIGENEN Interessen zu vertreten und kein Wettbewerb für vermeintlichen Altruismus und Selbstzerstörung. Auch dem Umweltschutz ist mehr geholfen, wenn man z.B. entsprechende Projekte durch Spenden unterstützt, anstatt einen Klimakommunismus herbeizuwählen, der wesentlich mehr zerstört als er erreicht. Wenn wir unser Land wirtschaftlich an die Wand fahren, können wir uns bald keinen Klimaschutz mehr leisten.

Der virtuelle Parteitag der Grünen hat nochmal das Programm konkretisiert. Ab 100 K Brutto Jahreseinkommen Steuererhöhung auf 45%, ab 250 K auf 48% (die Erhöhung auf 53% wurde nochmal abgewendet). Das sind durchaus Einkommensgrößen, die ein Großteil der Forenteilnehmer im Berufsleben realistisch erreichen können wird.

Abschaffung der Abgeltungssteuer, Kapitalerträge unterliegen dann wieder der normalen progressiven Einkommenssteuer. Gut, das war ohnehin zu erwarten.

Wiedereinführung der Vermögenssteuer ab einem Vermögen von 2 Mio pro Person. 1% pro Jahr.
Da ist mir nicht klar, wieso alle Verfassungsrechtlichen Bedenken (diese Steuer wurde ja nicht ohne Grund nicht mehr erhoben usw.) und die schlechten Erfahrungen mit der Steuer (siehe Beispiel Frankreich) nicht ausreichend gewesen sind, um das Thema zu beerdigen. Aber in Deutschland muss man jeden Fehler ja mal selber gemacht haben. Wie "Vermögen" definiert ist, ist mir auch nicht klar. Kann durchaus sein, dass Betriebsvermögen zum persönlichen Vermögen dazu gerechnet wird... Mazel Tov.

Zu den anderen (allein physikalisch unmöglichen) Vorstellungen in Sachen Klimaschutz, Energiewende, und Elektrifizierung des Straßenverkehrs wurde ja hier schon genug gesagt. Macht aber nichts, man hat nochmal munter nachgelegt.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article231790297/Parteitag-So-wurde-das-Wahlprogramm-der-Gruenen-nachgeschaerft.html

GelbeKlamotten
13.06.2021, 17:10
Na wenn sie die Abschaffung der Abgeltungssteuer und gleichzeitig die Vermögenssteuer durchsetzen machen sie mir zumindest eine Entscheidung leicht: das Land verlassen. Alles andere wäre in dem Fall einfach nur noch dämlich. Aber macht ja nichts, wird sicherlich eine venezuelanische oder columbianische Ärztin ins Land kommen und mich ersetzen.

DrSkywalker
13.06.2021, 18:31
Mir persönlich ist es wichtiger, dass wir aufhören Millionen von Tieren zu quälen und die Natur zu erhalten als dass ich ein paar Prozent mehr Steuern zahlen muss. Die höchststeuersätze knacken wir locker, das bedeutet aber auch dass wir uns alles leisten können was wir wollen. Am Ende des Monats geht es nur darum ob man X oder Y k in den etf steckt. Und Thomas24, dir geht es doch eigentlich genauso oder noch besser finanziell,oder? Du hast wahnsinnige Kenntnisse bzgl investments etc, bist selbstständig und ich unterstelle dir, dass es dir an nichts mangelt. Wäre es so schlimm etwas mehr Steuern zu zahlen als Millionär?

Matzexc1
13.06.2021, 18:32
Na wenn sie die Abschaffung der Abgeltungssteuer und gleichzeitig die Vermögenssteuer durchsetzen machen sie mir zumindest eine Entscheidung leicht: das Land verlassen. Alles andere wäre in dem Fall einfach nur noch dämlich. Aber macht ja nichts, wird sicherlich eine venezuelanische oder columbianische Ärztin ins Land kommen und mich ersetzen.
*gefaelltmir*
Ich tippe ja eher auf syrische oder nordafrikanische Kollegen, Südamerikaner/innen herzuholen ist denen zu umständlich

Vergiss nicht das auch die Idee einer Steuer nach Staatsbürgerschaft im Raum schwebt, wobei ich glaube das Auswanderungsländer nur zu gerne helfen würden bei der Steuer zu tricksen.

GelbeKlamotten
13.06.2021, 18:47
*gefaelltmir*
Ich tippe ja eher auf syrische oder nordafrikanische Kollegen, Südamerikaner/innen herzuholen ist denen zu umständlich

Vergiss nicht das auch die Idee einer Steuer nach Staatsbürgerschaft im Raum schwebt, wobei ich glaube das Auswanderungsländer nur zu gerne helfen würden bei der Steuer zu tricksen.

Unsee Haus zieht irgendwie vor allem südamerikanische und russische Ärzte an, keine Ahnung wie das zustande kommt, aber ist fachrichtungsübergreifend auffällig.

Eine Steuer nach Staatsbürgerschaft wäre natürlich noch ärgerlicher. Wobei das wahrscheinlich rechtlich so schwierig wird, dass es zumindest innerhalb einer Legislaturperiode nicht umsetzbar sein wird.

Fr.Pelz
13.06.2021, 19:01
Mir persönlich ist es wichtiger, dass wir aufhören Millionen von Tieren zu quälen und die Natur zu erhalten als dass ich ein paar Prozent mehr Steuern zahlen muss. Die höchststeuersätze knacken wir locker, das bedeutet aber auch dass wir uns alles leisten können was wir wollen. Am Ende des Monats geht es nur darum ob man X oder Y k in den etf steckt. Und Thomas24, dir geht es doch eigentlich genauso oder noch besser finanziell,oder? Du hast wahnsinnige Kenntnisse bzgl investments etc, bist selbstständig und ich unterstelle dir, dass es dir an nichts mangelt. Wäre es so schlimm etwas mehr Steuern zu zahlen als Millionär?

Ich will auch niemandem etwas unterstellen, verstehe aber auch nicht, woher dieser Drang nach immer noch mehr Geld kommt. Aber die Diskussion hatten wir hier ja schon mal und irgendjemand sagte dann, mit viel Geld könne er sich in eine "arschlochfreie Zone" einkaufen. Ich weiß immer noch nicht, was damit gemeint ist, muss aber oft daran denken. Meine Kollegin betont mir gegenüber auch oft, wie gut es ist, dass sie jetzt ein Haus gekauft hat, denn sie könne ja sosehr schalten und walten, wie sie wolle.... um mir dann weiterzuerzählen, dass der soziale Druck der heititeiti- Nachbarn sie zu einem sterilen Garten zwingt...

Meiner Meinung nach gibts keine "arschlochfreien Zonen", denn meiner Erfahrung nach sind Leute mit viel Geld mindestens genauso oft Arschlöcher wie alle anderen auch. Und deren Freundschaft würde ich mir ebensowenig erkaufen wollen, wie andere. Im Gegenteil, dann hat man vielleicht viel Besitz, hat Wachpersonal, was drauf aufpasst und einem halt etwaige Arschlöcher vom Hals hält... und dann muss man befürchten, dass einen das Personal beklaut oder betrügt oä...

Matzexc1
13.06.2021, 19:07
Wiedereinführung der Vermögenssteuer ab einem Vermögen von 2 Mio pro Person. 1% pro Jahr.
Da ist mir nicht klar, wieso alle Verfassungsrechtlichen Bedenken (diese Steuer wurde ja nicht ohne Grund nicht mehr erhoben usw.) und die schlechten Erfahrungen mit der Steuer (siehe Beispiel Frankreich) nicht ausreichend gewesen sind, um das Thema zu beerdigen. Aber in Deutschland muss man jeden Fehler ja mal selber gemacht haben. Wie "Vermögen" definiert ist, ist mir auch nicht klar. Kann durchaus sein, dass Betriebsvermögen zum persönlichen Vermögen dazu gerechnet wird... Mazel Tov.


Demletzt ein interessantes Interview mit einer Bäuerin die durch ihre Felder über die grenze kommt und schon jetzt weiss, dass sie Teile davon verkaufen muss falls die Vermögenssteuer eingeführt wird. Ist natürlich richtig super durchdacht

Was schlechte Erfahrungen anderer Länder und den Umgang damit angeht:

Seit ein paar Jahren ist in D für Jägerinnen und Jäger das bleifreie Geschoss Vorschrift, die Alternative ist jetzt Kupfer. Problem ist das die Wucht und die Sicherheit das Wildtiere auch wirklich schnell sterben massiv dadurch reduziert wird.
In Norwegen hat man das vor Jahren bereits eingeführt und wieder abgeschafft nachdem es bei der Jagd mehrere tote Hunde und auch Jägerinnen und Jäger gab. Wildschweine und Elche sind halt eben keine Rehe.

Gefühlt ist es bei unseren Politikern Grundsatz alles mögliche mitzumachen (auch wenn andere damit gescheitert sind) und dann wenn es schiefgeht Gras darüber wachsen zu lassen

GelbeKlamotten
13.06.2021, 19:10
Mir persönlich ist es wichtiger, dass wir aufhören Millionen von Tieren zu quälen und die Natur zu erhalten als dass ich ein paar Prozent mehr Steuern zahlen muss. Die höchststeuersätze knacken wir locker, das bedeutet aber auch dass wir uns alles leisten können was wir wollen. Am Ende des Monats geht es nur darum ob man X oder Y k in den etf steckt. Und Thomas24, dir geht es doch eigentlich genauso oder noch besser finanziell,oder? Du hast wahnsinnige Kenntnisse bzgl investments etc, bist selbstständig und ich unterstelle dir, dass es dir an nichts mangelt. Wäre es so schlimm etwas mehr Steuern zu zahlen als Millionär?

Wie gesagt, es hört bei „ein paar Prozent mehr“ nicht auf. Es werden immer noch ein paar Prozent mehr und noch mal ein paar Prozent mehr. Und dann wird von dem schon versteuerten Geld noch mal ein bisschen was abgegriffen. So lange bis nichts mehr da ist, wenn du dich nicht wehrst.

Ob dadurch dann langfristig mehr Steuereinnahmen übrigbleiben, wenn man einen großen Teil der sehr produktiven Bürger aus dem Land vertreibt ist fraglich. Und auch bei denen die bleiben, senkt das die Anreize zu überdurchschnittlicher Produktivität erheblich.

Ob dadurch insgesamt weniger Tiere leiden? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aus meiner Sicht eher zweitrangig, aber da kann man natürlich verschiedener Meinung sein. Ich persönlich finde es wesentlich wichtiger, dass wir die Ressourcen haben, dass (alte) Menschen nicht in Armut leben müssen, wir eine vernünftige Gesundheitsversorgung aufrechterhalten und generell wirtschaftlich handlungsfähig bleiben. Mir ist das Wohl eines Menschen mehr wert als das Wohl von 1000 Kühen.

Thomas24
13.06.2021, 19:17
Mir persönlich ist es wichtiger, dass wir aufhören Millionen von Tieren zu quälen und die Natur zu erhalten als dass ich ein paar Prozent mehr Steuern zahlen muss. Die höchststeuersätze knacken wir locker, das bedeutet aber auch dass wir uns alles leisten können was wir wollen. Am Ende des Monats geht es nur darum ob man X oder Y k in den etf steckt. Und Thomas24, dir geht es doch eigentlich genauso oder noch besser finanziell,oder? Du hast wahnsinnige Kenntnisse bzgl investments etc, bist selbstständig und ich unterstelle dir, dass es dir an nichts mangelt. Wäre es so schlimm etwas mehr Steuern zu zahlen als Millionär?

Mir persönlich mangelt es an nichts. Stimmt. Ich zahle dann eben mehr Steuern (wobei der Zinseszinseffekt doch wehtut).
Aber ich bin nicht der Maßstab- das bisschen Patriotismus, das noch in mir steckt, macht sich mittlerweile ernsthafte Sorgen um den Zustand des Landes und den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den ich durch ideologisch motivierte politische Fehltritte für gefährdet sehe.

Die Politik: die De- Industrialisierung fortzusetzen, den Faktor Energie und Mobilität weiter zu verteuern, während zeitgleich der Ausbau von nicht- grundlastfähigen Energien forciert wird, all das mit Rohstoffen, die wir gar nicht in dem notwendigen Ausmaß besitzen, wird einigen Bürgern ernsthafte Probleme bereiten. Zusätzlich wird noch eine großzügige Einladung an die Bedürftigen der Welt ausgesprochen, doch bitte/Danke nach Deutschland zu kommen, während man die Sozialleistungen erhöhen möchte und eine neue Kindergrundsicherung schaffen will.

"One of the great mistakes is to judge policies and programs by their intentions rather than their results. We all know a famous road that is paved with good intentions. The people who go around talking about their soft heart . . . I admire them for the softness of their heart, but unfortunately it very often extends to their head as well. Because the fact is that the programs that are labeled as being for the poor, for the needy, almost always have effects exactly the opposite of those which their well-intentioned sponsors intend them to have. . . ." Milton Friedman

Fr.Pelz
13.06.2021, 19:29
Ob dadurch dann langfristig mehr Steuereinnahmen übrigbleiben, wenn man einen großen Teil der sehr produktiven Bürger aus dem Land vertreibt ist fraglich. Und auch bei denen die bleiben, senkt das die Anreize zu überdurchschnittlicher Produktivität erheblich.



Vielleicht darfst du dabei nicht zu sehr auf andere schließen. Die allermeisten Menschen sind eben NICHT der reine Homo ekonomicus, der rein monetär interessiert ist. Aktuell haben in der Corona-Krise sogar noch mehr Menschen gemerkt, dass sie zwar vielleicht gutbezahlt sind, aber eben Bullshit-Jobs machen, nicht systemrelevant sind, weil ihre Produkte/Produktion niemand wirklich braucht.

Und ob man so schnell auswandert, nur des Geldes wegen und Freunde und Familie deswegen hinter sich lässt, wage ich auch zu bezweifeln. Zumindest dürfte der Effekt nicht allzu groß sein.

Thomas24
13.06.2021, 19:30
Ich will auch niemandem etwas unterstellen, verstehe aber auch nicht, woher dieser Drang nach immer noch mehr Geld kommt. Aber die Diskussion hatten wir hier ja schon mal und irgendjemand sagte dann, mit viel Geld könne er sich in eine "arschlochfreie Zone" einkaufen. Ich weiß immer noch nicht, was damit gemeint ist, muss aber oft daran denken. Meine Kollegin betont mir gegenüber auch oft, wie gut es ist, dass sie jetzt ein Haus gekauft hat, denn sie könne ja sosehr schalten und walten, wie sie wolle.... um mir dann weiterzuerzählen, dass der soziale Druck der heititeiti- Nachbarn sie zu einem sterilen Garten zwingt...

Das hab ich mir schon gedacht, dass dir das Konzept der Arschlochfreien Zone nicht verständlich war. Für dich bedeutet der Wille zu mehr Geld bzw. finanzieller Unabhängigkeit anscheinend = mehr Konsum. Da liegt dann schon eine fundamentale Fehlannahme zugrunde.


Meiner Meinung nach gibts keine "arschlochfreien Zonen", denn meiner Erfahrung nach sind Leute mit viel Geld mindestens genauso oft Arschlöcher wie alle anderen auch. Und deren Freundschaft würde ich mir ebensowenig erkaufen wollen, wie andere. Im Gegenteil, dann hat man vielleicht viel Besitz, hat Wachpersonal, was drauf aufpasst und einem halt etwaige Arschlöcher vom Hals hält... und dann muss man befürchten, dass einen das Personal beklaut oder betrügt oä...

Finanzielle Freiheit, bedeutet die Freiheit: Nein sagen zu können. Sei es ein übergriffiger Arbeitgeber, ein übergriffiger Staat, oder sonst irgendjemand. Da ich davon ausgehen darf, dass du das auch wieder missverstehen willst, hier nochmal die ganz einfache Darstellung.
https://www.youtube.com/watch?v=xdfeXqHFmPI

Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass das beklagenswerte Niveau der finanziellen und politischen Bildung gewollt ist, um eine abhängige und möglichst folgsame Bevölkerungsmehrheit zu erhalten, die viel leichter zu (ver)führen ist, als eine Bevölkerung, die das selbständige Denken, fühlen und handeln nicht systematisch aberzogen bekommen hat und der man vorkauen darf, was richtig und falsch ist.

GelbeKlamotten
13.06.2021, 19:36
Vielleicht darfst du dabei nicht zu sehr auf andere schließen. Die allermeisten Menschen sind eben NICHT der reine Homo ekonomicus, der rein monetär interessiert ist. Aktuell haben in der Corona-Krise sogar noch mehr Menschen gemerkt, dass sie zwar vielleicht gutbezahlt sind, aber eben Bullshit-Jobs machen, nicht systemrelevant sind, weil ihre Produkte/Produktion niemand wirklich braucht.

Und ob man so schnell auswandert, nur des Geldes wegen und Freunde und Familie deswegen hinter sich lässt, wage ich auch zu bezweifeln. Zumindest dürfte der Effekt nicht allzu groß sein.

Rede mal mit ein paar wohlhabenden Unternehmern. Ich kenne einige und so gut wie ausnahmslos erwägen davon alle, die dazu irgendeine Möglichkeit hätten, im Falle einer rotgrünen Regierung und entsprechenden Steuerpolitik, das Land zu verlassen. Diejenigen, die für unsere Wirtschaft am wichtigsten sind, sind nunmal auch diejenigen, die große ökonomische Interessen haben.

Jobs, die deiner Meinung nach nicht „systemrelevant“ sind als Bullshit-Jobs abzutun ist völlig daneben.

Und wie Thomas schon sagte: den allermeisten wohlhabenden geht es weder um übertriebenen Konsum, noch um Diener oder sonst irgendwelche absurden Sachen. Vielen geht es einfach um finanzielle Sicherheit und berufliche und persönliche Selbstbestimmtheit.