Thomas24
13.08.2021, 19:20
Vorweg zunächst: vielen Dank für deinen Beitrag und deine Mühe!
Krasse Aussage! Nur weil hier niemand verhungert oder im Arbeitslager arbeiten muss ist der Rest doch nicht egal. Jemand, der 8 Stunden am Tag kanll ahrte Jobs macht wie Putzfrau in der Klinik etc. sollte davon gut leben können. Gute, faire, würdige Arbeitsbedinungen auch für Geringqualifizierte sind mir nicht egal, im Gegenteil.
Das respektiere ich doch. Ich habe -selbst als fortgeschrittener WBA Assistent- über Jahre deutlich über 40% meines Bruttoeinkommens an Vater Staat abgegeben dürfen, damit diese Menschen in "Würde" leben und arbeiten können. Wenn man die mediale Berichterstattung über die "immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich" betrachtet (gerne untermalt durch einen Bericht von Herrn Butterwege und eine mit trauriger Musik untermalte Doku über eine tapfere Alleinerziehende, der gerade die Waschmaschine kaputt gegangen ist co), scheint das ja hervorragend funktioniert zu haben. Der Anteil "soziales" im Bundesetat ist über Jahrzehnte um das X Fache gewachsen, aber irgendwie scheinen wir keine materiellen Erfolge in der Armutsbekämpfung hinzubekommen (zumindeste wenn man dem ÖR und Twitter glauben darf). In Realität geht es bereits dem Grundsicherungsempfänger in einem trostlosen Plattenbau besser, als es der Großteil der Menschen jemals zu träumen wagen würde, aber pssst.
Mal im Ernst: ich habe nur eine begrenzte Menge an Zeit und Energie zur Verfügung, die ich verteilen kann. Die allokiere ich eben auf Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Freunde, Familie, Bekannte, oder einfach nur Menschen, mit denen ich Werte und Überzeugungen teile, sogar anonyme Kollegen in einem Internetforum, die mich per PM um Hilfe bitten.
Für alle anderen? Zero fucks given. Alles nämlich schon ausgegeben:-nix. Und wenn man die Menge an Menschen betrachtet, die im Internet und coram publico "Amazon ist ein schlimmer Ausbeuterladen, der seine Mitarbeiter zu menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt!" (inhaltlich falsch) und dann beobachtet, was eben diese Menschen tun (nämlich bei Amazon bestellen), dann muss ich sagen: so Ernst scheint es den meisten Menschen mit den Solidaritätsbekundungen zu den vorgeblich Armen und Entrechteten dieses Landes nicht zu sein. Noch nicht mal die vorgeblich am Los dieser Menschen interessierten Parteien (SPD, Linke und co), haben in Wirklichkeit alles andere vor, als an ihrer eigenen Abschaffung zu arbeiten- anders kann man sich ihr agieren nicht erklären.
Zeit und Energie sind kostbar, weil endlich. Diese muss ich an jene Menschen verteilen, die mir wichtig sind.
Ich kann -im Gegensatz zu Mitleidsbekundungen aus gewissen Kreisen- nicht vorgeben, dass ich mich für das Los von ALLEN Menschen kümmere. Das endet nur im berühmten, aber hohlen: Thougts and Prayers. Katastrophe in Haiti? Thoughts and Prayers? Drogentote in den USA? Ebenso. Kostet nichts und dient eigentlich als Signal, sich im Netz als moralisch integrer Mensch zu präsentieren. In Wirklichkeit ist es eine inhaltslose Geste und moralische Bankrotterklärung.
Wenn du dich also über das Maß deiner staatsbürgerlichen Pflichten (= zahlen!) hinaus noch verpflichtet fühlst, dich um das Wohlergehen der Klinikputzfrau und des Müllmanns zu sorgen: bitteschön. Ich würde an deiner Stelle die Energie vielleicht woanders investieren, z.B. in den Tierschutz, der dir ja am Herzen liegt. Aber bittedanke tu, was dich glücklich macht.
So funktionieren Menschen leider nicht. Wenn es keine regeln gäbe und jeder nur nach sich schauen würde würden die Asozialen gewinnen. Wir brauchen Regeln, Vorschriften und Verbote. Auch jemand wie du, Thomas. Oder gerade jemand wie du? Ich verlange nichts von meinen Mitmenschen, außer dass Sie sich ein paar Gedanken über den kategorischen Imperativ machen. Für alles darüber hinaus bin ich nicht zuständig. Insbesondere bin ich nicht im "das darfst du aber nicht tun" Camp. Was andere Menschen legal tun ist einfach nicht mein Bier. Leben und leben lassen :-oopss.
Das ist ein Glaubenssatz, den ich lange nicht gehört habe. Selbst in dem kapitalistischstem land der erde gibt es Regularien, die drignend nötig sind. Der Markt muss reguliert werden, sonst gewinnt am Ende der größte Hai. Und es ist unwahrscheinlich, dass du das bist.
Ok, hier reden wir offensichtlich aneinander vorbei. Meine Aussage ist nur: Der Markt regelt alles. Bedeutet: der Markt ist der beste Verteilungsmechanismus von knappen Gütern. Es gibt auch andere Verteilungsmechanismen, die funktionieren nur eben nicht so gut, wie es ein Markt tun würde.
Wenn du dich getriggert fühlst, Thomas, kommen schon echt wundersame Sätze von dir. Du bist Mitinhaber einer großen operativen Praxis, hast ein Händchen für Finanzen und, da bin ich mir sicher, schwimmst im Geld. Das gönne ich dir, weil du sicherlich gute Arbeit machst und viel leistest. Dass man dann aber den Eindruck bekommt, dir sind gewisse Mitmenschen, ein faires Miteinander und die Umwelt/das Klima ziemlich egal finde ich schade.
Nope, ich bin nur sehr selektiv in der Zuteilung meiner Aufmerksamkeit. Und was die Klimathematik angeht: da ist mir das Delta zwischen der Datenlage, den physikalischen Möglichkeiten, der Verfügbarkeit von Ressourcen etc. einerseits- und dem offiziell über alle möglichen medialen Kanäle verbreiteten Narrativ andererseits, einfach zu groß. Es gibt einfach zu viele, "Moment mal, diese Puzzleteile passen in der verbreiteten Story hinten und vorne nicht zusammen".
Meine Einstellung zu diesen Dingen hat sich gewandelt, seit ich mit eigener Praxis einen gewissen Wohlstand erreicht habe. Früher fand ich Friedrich Merz und seine Ansichten gut, mittlerweile tut er mir leid. Irgendwann merkt man eben, dass ab einem gewissen Einkommensniveu mehr Geld nicht mehr nötig ist. Die Gier lässt nach. Menschen, die obwohl sie mehr als alles haben weiter gierig sind, sind mir suspekt.
We agree to disagree.
Das Problem seine politischen Ansichten an ein Gefühl der moralischen Überlegenheit zu koppeln, ist, dass man abweichende Meinungen und Weltbilder nicht einfach als das akzeptieren kann, was Sie sind: einfach eine andere Auffassung von den Wirkzusammenhängen in der Welt- sondern, dass abweichende Meinungen direkt ein moralisches Werturteil implizieren. Wer anderer Auffassung ist "böse", mindestens aber "schlecht" oder in diesem Fall: gierig.
Wenn man Gier definiert als: ungezügeltes Verlangen nach Besitz, kann ich nur sagen: nicht schuldig im Sinne der Anklage, euer Ehren. Ich sehe die Welt nur nicht auf dieselbe Art, wie Du. Ich bin voller Zweifel über die Motive und die Zurechnungsfähigkeit politischer Akteure. Ich sehe, dass eine Ideologie getriebene Agenda ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt werden soll, obwohl die reale Gefahr besteht, dass das die hieraus resultierenden Konsequenzen die Grundfesten unseres Landes erschüttern kann. Ich sehe- früher mit Fassungslosigkeit- mittlerweile mit zunehmender Resignation, dass sich führende Funktionseliten -obwohl Sie wissen, dass der propagierte "Green New Deal" nur ein Kaiser ohne Kleider ist, nicht mehr bereit erklären, offensiv und in der Öffentlichkeit lautstark dagegen Positionen zu beziehen, wohl aus Angst vor dem linken Zeitgeist und den beruflichen und privaten Konsequenzen. Das passt zu einer Jugend, deren Berufswunsch oft "Berufsbeamtentum" lautet- Play it safe.
Wenn wir den Kurs nicht radikal umändern in eine Gesellschaft, in der Werte wie Freiheit, Wettbewerb, Innovation und Wagemut mehr Stellenwert eingeräumt bekommen, sehe ich schwarz für Deutschland und sehr schwarz für Europa.
Und was Herrn Merz angeht? Dieses Land steuert unsicheren Zeiten entgegen, und wenn es soweit ist- wen hätte ich da gerne in meiner Ecke? Einen Friedrich Merz, der bei Blackrock gearbeitet hat, oder eine Anna Lena Baerbock, die Kobalt nicht von Kobolden zu unterscheiden weiß und ansonsten nur in einer behüteten Bubble zwischen Uni und Berufspolitik gelebt hat? Ich wüsste da, auf wen ich wetten würde.
Krasse Aussage! Nur weil hier niemand verhungert oder im Arbeitslager arbeiten muss ist der Rest doch nicht egal. Jemand, der 8 Stunden am Tag kanll ahrte Jobs macht wie Putzfrau in der Klinik etc. sollte davon gut leben können. Gute, faire, würdige Arbeitsbedinungen auch für Geringqualifizierte sind mir nicht egal, im Gegenteil.
Das respektiere ich doch. Ich habe -selbst als fortgeschrittener WBA Assistent- über Jahre deutlich über 40% meines Bruttoeinkommens an Vater Staat abgegeben dürfen, damit diese Menschen in "Würde" leben und arbeiten können. Wenn man die mediale Berichterstattung über die "immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich" betrachtet (gerne untermalt durch einen Bericht von Herrn Butterwege und eine mit trauriger Musik untermalte Doku über eine tapfere Alleinerziehende, der gerade die Waschmaschine kaputt gegangen ist co), scheint das ja hervorragend funktioniert zu haben. Der Anteil "soziales" im Bundesetat ist über Jahrzehnte um das X Fache gewachsen, aber irgendwie scheinen wir keine materiellen Erfolge in der Armutsbekämpfung hinzubekommen (zumindeste wenn man dem ÖR und Twitter glauben darf). In Realität geht es bereits dem Grundsicherungsempfänger in einem trostlosen Plattenbau besser, als es der Großteil der Menschen jemals zu träumen wagen würde, aber pssst.
Mal im Ernst: ich habe nur eine begrenzte Menge an Zeit und Energie zur Verfügung, die ich verteilen kann. Die allokiere ich eben auf Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Freunde, Familie, Bekannte, oder einfach nur Menschen, mit denen ich Werte und Überzeugungen teile, sogar anonyme Kollegen in einem Internetforum, die mich per PM um Hilfe bitten.
Für alle anderen? Zero fucks given. Alles nämlich schon ausgegeben:-nix. Und wenn man die Menge an Menschen betrachtet, die im Internet und coram publico "Amazon ist ein schlimmer Ausbeuterladen, der seine Mitarbeiter zu menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt!" (inhaltlich falsch) und dann beobachtet, was eben diese Menschen tun (nämlich bei Amazon bestellen), dann muss ich sagen: so Ernst scheint es den meisten Menschen mit den Solidaritätsbekundungen zu den vorgeblich Armen und Entrechteten dieses Landes nicht zu sein. Noch nicht mal die vorgeblich am Los dieser Menschen interessierten Parteien (SPD, Linke und co), haben in Wirklichkeit alles andere vor, als an ihrer eigenen Abschaffung zu arbeiten- anders kann man sich ihr agieren nicht erklären.
Zeit und Energie sind kostbar, weil endlich. Diese muss ich an jene Menschen verteilen, die mir wichtig sind.
Ich kann -im Gegensatz zu Mitleidsbekundungen aus gewissen Kreisen- nicht vorgeben, dass ich mich für das Los von ALLEN Menschen kümmere. Das endet nur im berühmten, aber hohlen: Thougts and Prayers. Katastrophe in Haiti? Thoughts and Prayers? Drogentote in den USA? Ebenso. Kostet nichts und dient eigentlich als Signal, sich im Netz als moralisch integrer Mensch zu präsentieren. In Wirklichkeit ist es eine inhaltslose Geste und moralische Bankrotterklärung.
Wenn du dich also über das Maß deiner staatsbürgerlichen Pflichten (= zahlen!) hinaus noch verpflichtet fühlst, dich um das Wohlergehen der Klinikputzfrau und des Müllmanns zu sorgen: bitteschön. Ich würde an deiner Stelle die Energie vielleicht woanders investieren, z.B. in den Tierschutz, der dir ja am Herzen liegt. Aber bittedanke tu, was dich glücklich macht.
So funktionieren Menschen leider nicht. Wenn es keine regeln gäbe und jeder nur nach sich schauen würde würden die Asozialen gewinnen. Wir brauchen Regeln, Vorschriften und Verbote. Auch jemand wie du, Thomas. Oder gerade jemand wie du? Ich verlange nichts von meinen Mitmenschen, außer dass Sie sich ein paar Gedanken über den kategorischen Imperativ machen. Für alles darüber hinaus bin ich nicht zuständig. Insbesondere bin ich nicht im "das darfst du aber nicht tun" Camp. Was andere Menschen legal tun ist einfach nicht mein Bier. Leben und leben lassen :-oopss.
Das ist ein Glaubenssatz, den ich lange nicht gehört habe. Selbst in dem kapitalistischstem land der erde gibt es Regularien, die drignend nötig sind. Der Markt muss reguliert werden, sonst gewinnt am Ende der größte Hai. Und es ist unwahrscheinlich, dass du das bist.
Ok, hier reden wir offensichtlich aneinander vorbei. Meine Aussage ist nur: Der Markt regelt alles. Bedeutet: der Markt ist der beste Verteilungsmechanismus von knappen Gütern. Es gibt auch andere Verteilungsmechanismen, die funktionieren nur eben nicht so gut, wie es ein Markt tun würde.
Wenn du dich getriggert fühlst, Thomas, kommen schon echt wundersame Sätze von dir. Du bist Mitinhaber einer großen operativen Praxis, hast ein Händchen für Finanzen und, da bin ich mir sicher, schwimmst im Geld. Das gönne ich dir, weil du sicherlich gute Arbeit machst und viel leistest. Dass man dann aber den Eindruck bekommt, dir sind gewisse Mitmenschen, ein faires Miteinander und die Umwelt/das Klima ziemlich egal finde ich schade.
Nope, ich bin nur sehr selektiv in der Zuteilung meiner Aufmerksamkeit. Und was die Klimathematik angeht: da ist mir das Delta zwischen der Datenlage, den physikalischen Möglichkeiten, der Verfügbarkeit von Ressourcen etc. einerseits- und dem offiziell über alle möglichen medialen Kanäle verbreiteten Narrativ andererseits, einfach zu groß. Es gibt einfach zu viele, "Moment mal, diese Puzzleteile passen in der verbreiteten Story hinten und vorne nicht zusammen".
Meine Einstellung zu diesen Dingen hat sich gewandelt, seit ich mit eigener Praxis einen gewissen Wohlstand erreicht habe. Früher fand ich Friedrich Merz und seine Ansichten gut, mittlerweile tut er mir leid. Irgendwann merkt man eben, dass ab einem gewissen Einkommensniveu mehr Geld nicht mehr nötig ist. Die Gier lässt nach. Menschen, die obwohl sie mehr als alles haben weiter gierig sind, sind mir suspekt.
We agree to disagree.
Das Problem seine politischen Ansichten an ein Gefühl der moralischen Überlegenheit zu koppeln, ist, dass man abweichende Meinungen und Weltbilder nicht einfach als das akzeptieren kann, was Sie sind: einfach eine andere Auffassung von den Wirkzusammenhängen in der Welt- sondern, dass abweichende Meinungen direkt ein moralisches Werturteil implizieren. Wer anderer Auffassung ist "böse", mindestens aber "schlecht" oder in diesem Fall: gierig.
Wenn man Gier definiert als: ungezügeltes Verlangen nach Besitz, kann ich nur sagen: nicht schuldig im Sinne der Anklage, euer Ehren. Ich sehe die Welt nur nicht auf dieselbe Art, wie Du. Ich bin voller Zweifel über die Motive und die Zurechnungsfähigkeit politischer Akteure. Ich sehe, dass eine Ideologie getriebene Agenda ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt werden soll, obwohl die reale Gefahr besteht, dass das die hieraus resultierenden Konsequenzen die Grundfesten unseres Landes erschüttern kann. Ich sehe- früher mit Fassungslosigkeit- mittlerweile mit zunehmender Resignation, dass sich führende Funktionseliten -obwohl Sie wissen, dass der propagierte "Green New Deal" nur ein Kaiser ohne Kleider ist, nicht mehr bereit erklären, offensiv und in der Öffentlichkeit lautstark dagegen Positionen zu beziehen, wohl aus Angst vor dem linken Zeitgeist und den beruflichen und privaten Konsequenzen. Das passt zu einer Jugend, deren Berufswunsch oft "Berufsbeamtentum" lautet- Play it safe.
Wenn wir den Kurs nicht radikal umändern in eine Gesellschaft, in der Werte wie Freiheit, Wettbewerb, Innovation und Wagemut mehr Stellenwert eingeräumt bekommen, sehe ich schwarz für Deutschland und sehr schwarz für Europa.
Und was Herrn Merz angeht? Dieses Land steuert unsicheren Zeiten entgegen, und wenn es soweit ist- wen hätte ich da gerne in meiner Ecke? Einen Friedrich Merz, der bei Blackrock gearbeitet hat, oder eine Anna Lena Baerbock, die Kobalt nicht von Kobolden zu unterscheiden weiß und ansonsten nur in einer behüteten Bubble zwischen Uni und Berufspolitik gelebt hat? Ich wüsste da, auf wen ich wetten würde.