Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenzarzt Innere Medizin - habe die Schnauze voll!
Man MUSS sich schon selbst einbringen, aktiv lernen . Aktiv sich selbst drum kümmern auf Fortbildungskurse zu wollen, sich zu kümmern. Man MUSS sich selbst drum kümmern die eigenen Aufgaben (zB Station) so effizient und strukturiert zu gestalten, damit eben 1-2h am Arbeitstag da sind um zB mit einem erfahrenen Kollegen/OA Ultraschall, Punktionen uvm zu machen um zu lernen. Da muss man selbst AKTIV sich drum kümmern, kämpfen, sich selbst organisieren und ja das ist gerade am Anfang extrem anstrengend weil ein großes Maß an MOtivation und Eigenantrieb gefordert ist. Und natürlich ist es "chilliger" 30 min in der Kantine zu sitzen oder im Arztzimmer und Mittag zu machen... oder ob man eine Lücke im Tag nutzt sich zu einem erfahrenen Kollegen hinzustellen und dem beim TEE zuzugucken oder mit dem zusammen die erste Pleurapunktion zu machen... aber dann muss man halt sein Sandwich hinterher am PC neben der Kurvenvisite beiläufig reinessen.
Um ehrlich zu sein, habe ich auch oft Mittagspause auf der Station gemacht, einfach weil man da noch ziemlich viel schaffen konnte und rechtzeitig in den Feierabend kam. Die Kantine war auch mäßig von der Qualität.
Ich habe aber niemals einem Kollegen vorgeworfen, dass er in die Kantine geht und daher zu wenig lernt.
Ja klar muss man die Station vernünftig&effizient organisieren. Pleura- oder Aszitespunktion ist nun wirklich keine große Sache, sowas sollte man schnell erlernen nach Anleitung. Aber dafür muss man nicht sein Mittagessen in der Kantine ausfallen lassen.
Sehr komische Mentalität.
urinbeutel
18.06.2021, 13:00
das passiert, wenn man nur 1er abiturenten studieren lässt lol. streber!
system der selbstausbeute trägt sich durch selektion ganz von selbst.
Endoplasmatisches Reticulum
18.06.2021, 13:16
Dieser Beitrag zeigt vielleicht auch ganz gut, warum es in vielen Häusern so ist wie es ist. Wenn schon die Wahrnehmung einer kurzen Mittagspause - in nahezu jedem Job jeglicher Qualifikationen und Einkommensklassen völlig normal - als mangelnde Motivation/Eigeninitiative etc. wahrgenommen wird, weiß man, wie sehr sich viele von den Betreibern bzw. Aktionären der Branche widerstandslos prostituieren lassen. Frag mal bei der Pflege nach, was ihr diese Strategie in den letzten Jahrzehnten so gebracht hat
Noch übler als das mit der Pause finde ich die Ansicht, man müsse als Arzt in Weiterbildung die eigentliche Vollarbeit eines Tages auf 6 Stunden komprimieren lernen, um Weiterbildung erwarten zu können. Es scheint ja ein recht abschüssiger Gedanke zu sein, Assistenten fest in die Funktion oder den OP rotieren zu lassen, ohne dass sie gleichzeitig noch zig andere Krankenhausecken handeln müssen, sodass sie bei der nächstbesten Gelegenheit wieder rausgepfiffen werden.
Effiziente Arbeit lohnt sich in Systemen mit endlicher Arbeitsmenge pro Tag. Das ist im Krankenhaus doch eher selten so. Ich kenne vielmehr: Wenn man um 14 Uhr mit der Station durch ist, grüßen zum Dank Premiumaufgaben wie die Histologien der Kollegen weiter abzuarbeiten oder in der Notaufnahme zu helfen, drohende Überstunden von Kollegen mit weniger effizientem Zeitmanagement abzufangen. Und wenn man selbst in der Notaufnahme Leerlauf hat, warten auf Station noch 10 Briefe.
Noch übler als das mit der Pause finde ich die Ansicht, man müsse als Arzt in Weiterbildung die eigentliche Vollarbeit eines Tages auf 6 Stunden komprimieren lernen, um Weiterbildung erwarten zu können. Es scheint ja ein recht abschüssiger Gedanke zu sein, Assistenten fest in die Funktion oder den OP rotieren zu lassen, ohne dass sie gleichzeitig noch zig andere Krankenhausecken handeln müssen, sodass sie bei der nächstbesten Gelegenheit wieder rausgepfiffen werden.
Ja finde ich auch komisch, sehr unseriös.
Matzexc1
18.06.2021, 13:31
Noch übler als das mit der Pause finde ich die Ansicht, man müsse als Arzt in Weiterbildung die eigentliche Vollarbeit eines Tages auf 6 Stunden komprimieren lernen, um Weiterbildung erwarten zu können. Es scheint ja ein recht abschüssiger Gedanke zu sein, Assistenten fest in die Funktion oder den OP rotieren zu lassen, ohne dass sie gleichzeitig noch zig andere Krankenhausecken handeln müssen, sodass sie bei der nächstbesten Gelegenheit wieder rausgepfiffen werden.
Effiziente Arbeit lohnt sich in Systemen mit endlicher Arbeitsmenge pro Tag. Das ist im Krankenhaus doch eher selten so. Ich kenne vielmehr: Wenn man um 14 Uhr mit der Station durch ist, grüßen zum Dank Premiumaufgaben wie die Histologien der Kollegen weiter abzuarbeiten oder in der Notaufnahme zu helfen, drohende Überstunden von Kollegen mit weniger effizientem Zeitmanagement abzufangen. Und wenn man selbst in der Notaufnahme Leerlauf hat, warten auf Station noch 10 Briefe.
Und selbst wenn du dort bis fällt das gerne mal aus im Interesse des zügigen Abarbeitens des Alltagsgeschäftes oder die Personaldecke ist so dünn und verhindert das AiW zusammen mit erfahreneren Kollegen arbeiten können.
Den plötzlichen Tausch von personal kenne ich auch, es macht keinen Spass sich auf eine Sache vorzubereiten und am nächsten Tag ist man wieder woanders
Bei mir ist die beliebte Mehrarbiet: Das korrigieren von Fehlerprotokollen und das aufklären in der Ambulanz.
Aber daran sieht man doch, dass viele noch "klassisch" denken wie früher...um 2012 :-oopss
(Verweis auf den Treffpunkt für gestresste Ärzte und Fragensammlung Bewerbungsgespräch)
Nicht nur die Mittagspause auch wenn jemand pünktlich Feierabend macht wird das als Mangel an Erfahrung, geringe Lust und Demotiviertion zeigen.
Eine Kollegin meinte einmal ich sehe, dass du öfter pünktlich raus gehst, wenn du was lernen willst musst du aber länger bleiben.
Auch eine Oberärztin war die Meinung, dass Assistenzärzte länger bleiben müssen. Da sie in ihre Assi-Zeit öfter länger geblieben sei.
Matzexc1
18.06.2021, 13:42
Mich erinnert das alles ein bisschen an Familien wo der Sohn den gleichen Beruf wie der Vater ergreifen soll oder die Kinder nicht auf das Gymnasium dürfen.
Dahinter steht das berühmte: "Das haben wir immer schon so gemacht", auch eine Angst das die junge Generation es am Ende besser hat als man selbst. Das System erhält sich selbst, wenn man dann in einer Position ist wo man etwas ändern könnte interessiert es einen nicht mehr, weil man vom System profitiert.
Matzexc1
18.06.2021, 13:43
Nicht nur die Mittagspause auch wenn jemand pünktlich Feierabend macht wird das als Mangel an Erfahrung, geringe Lust und Demotiviertion zeigen.
Eine Kollegin meinte einmal ich sehe, dass du öfter pünktlich raus gehst, wenn du was lernen willst musst du aber länger bleiben.
Auch eine Oberärztin war die Meinung, dass Assistenzärzte länger bleiben müssen. Da sie in ihre Assi-Zeit öfter länger geblieben sei.
Länger bleiben um etwas zu lernen? Okay, aber wenn es dann wirklich was zu Lernen gibt und nicht nur die Reste des Alltags die jemand aufräumen soll.
Mr. Pink online
18.06.2021, 15:11
In dem Thread ging es ausdrücklich um die Innere Medizin. Interessant, dass hier vor allem "fachfremde" mit großen Argumenten aufrollen. Ist mir egal welcher chirurgische FA/OA hier welche OP-Technik besonders toll beherrscht. Im Klinikalltag der Inneren Medizin zählt später, dass man Funktionen beherrscht. In die meisten kommt man aber trotz Eigenengagements nicht rein. Das ist mehr eine Regel-, als ein Ausnahmezustand. Durch die künstliche Verknappung dieser Funktionsrotationen lassen sich WBA möglichst lange in Abhängigkeitsverhältnissen halten. "Nur noch diesen Monat ITS, dann darfst du in den Ultraschall/Ambulanz/Endo/Katheter/*ersetze durch beliebiges". Ich unterstelle hierbei ausdrücklich Kalkül. Das hat nichts mehr mit "man muss sich seine Weiterbildung verdienen" zu tun. Vielleicht ist der heranwachsende WBA zum FA auch kein direkter Konkurrent. Aber die wissen ganz genau, dass ein FA der bspw. gut endoskopieren kann, nicht mehr lange Dienste im KH macht, sondern in die Niederlassung verschwindet.
In dem Thread ging es ausdrücklich um die Innere Medizin. Interessant, dass hier vor allem "fachfremde" mit großen Argumenten aufrollen. Ist mir egal welcher chirurgische FA/OA hier welche OP-Technik besonders toll beherrscht. Im Klinikalltag der Inneren Medizin zählt später, dass man Funktionen beherrscht. In die meisten kommt man aber trotz Eigenengagements nicht rein. Das ist mehr eine Regel-, als ein Ausnahmezustand. Durch die künstliche Verknappung dieser Funktionsrotationen lassen sich WBA möglichst lange in Abhängigkeitsverhältnissen halten. "Nur noch diesen Monat ITS, dann darfst du in den Ultraschall/Ambulanz/Endo/Katheter/*ersetze durch beliebiges". Ich unterstelle hierbei ausdrücklich Kalkül. Das hat nichts mehr mit "man muss sich seine Weiterbildung verdienen" zu tun. Vielleicht ist der heranwachsende WBA zum FA auch kein direkter Konkurrent. Aber die wissen ganz genau, dass ein FA der bspw. gut endoskopieren kann, nicht mehr lange Dienste im KH macht, sondern in die Niederlassung verschwindet.
Naja die wichtigsten Apparate für Internisten sind Kugelschreiber und Telefon. Daraus folgen auch die Hauptaufgaben. Daneben erhöht oder reduziert man manchmal ein halbes Tablettchen.
Spaß beiseite, auch wenn ein Stückchen Wahrheit dabei ist. Das Problem sind vor allem in der Gastro und Kardio das sichere Beherrschen der Interventionen. ich weiß, dass es gleich einen Aufschrei geben wird, aber man kann die Abteilung wechseln .... ich habe schon zu oft geschrieben auf was man bei sich selbst und den Abteilungen achten sollte.
Mr. Pink online
18.06.2021, 16:33
Naja die wichtigsten Apparate für Internisten sind Kugelschreiber und Telefon. Daraus folgen auch die Hauptaufgaben. Daneben erhöht oder reduziert man manchmal ein halbes Tablettchen.
Das sind eben die von mir genannten Internisten die später mehrheitlich als Hausärzte in der Praxis landen werden. In der Klinik muss man einen Mehrwert bieten, der sich durch das Beherrschen spezifischer Funktionen auszeichnet. Sei es Kathetern, schallen, Endoskopieren, Biopsieren, Veröden... you name it. Ich werde bei aktueller Situation mit meinem baldigen FA Innere einen erneuten Wechsel anstreben um dann den nächsten FA zu machen (vorausgesetzt, ich werde dann in Funktionen eingesetzt). Inzwischen gibt es ja eigentlich auch schon längst den Fast-Track Kardiologen/Gastroenterologen/Onkologen etc. Wird von vielen Kliniken aber so nicht umgesetzt, obwohl es sinnvoll wäre, weil man die Assistenten dann tatsächlich ab einer gewissen Zeit auch in die Funktionen lassen müsste.
Wieviele Stellenwechsel hast du bis zum FA gebraucht Mr. Pink online
Ist das normal ständiges Wechsel in einem und den selben Fach und wie wird man das vor allem begründen wollen
cartablanca
18.06.2021, 19:00
das passiert, wenn man nur 1er abiturenten studieren lässt lol. streber!
system der selbstausbeute trägt sich durch selektion ganz von selbst.
Man muss halt bedenken, dass ein nicht geringer Anteil der Leute mit 1er Abitur sich vorzeitig wegen Familiengründung teilweise oder ganz aus der Klinik verabschiedet und dem bedauernswerten Rest die miserablen Arbeitsbedingungen hinterlässt.
Man muss halt bedenken, dass ein nicht geringer Anteil der Leute mit 1er Abitur sich vorzeitig wegen Familiengründung teilweise oder ganz aus der Klinik verabschiedet und dem bedauernswerten Rest die miserablen Arbeitsbedingungen hinterlässt.
Das stimmt. Aber ich sehe nicht den Zusammenhang.
Wenn es nicht soviel Nachschub aus dem Ausland gäbe, der mit Absicht durch Prüfungen seitens der ÄK gewinkt wird, wäre der Druck normale Arbeitsbedingungen zu liefern viel höher.
Der letztgenannte Punkt ist tatsächlich ein Problem - nicht nur in Bezug auf die Arbeitsbedingungen. Manche wollen auch nur ihre FA-Ausbildung in Deutschland machen und sobald sie mehr wert sind dann wieder auf einen gehobenen Posten in ihre Heimat zurückggehen. Oder kommen auch zu der Erkenntnis, dass man sich als Arzt in diesem Land sein Leben deutlich einfacher verdienen kann als mit einem Klinikjob auf Lebenszeit. Mit dem Lebensstandard wachsen die Ansprüche, das ist ein normales Phänomen. Und unabhängig von der Nationalität möchte auch jeder Mensch im Grunde ein gutes Leben haben.
Was der Erlernen von Interventionen angeht scheint übrigens eine kleine Klinik nicht die schlechteste Wahl zu sein. Die Hintergrunddienste inklusive Interventionen verteilen sich auf deutlich weniger OÄ, so dass der Vordergrund idealerweise Katheter schieben oder endoskopieren können sollte. Ein Bekannter hätte an einem Haus schon nach dem dritten Jahr Herzkatheter machen dürfen - Problem war nur, dass der dortige Chef formal keine WB-Ermächtigung hatte, so dass er dann doch woanders hin ist. Da durfte er dann immerhin viel endoskopieren - praktisch von Anfang an. War aber auch eine eher kleinere Klinik.
cartablanca
18.06.2021, 23:23
Das stimmt. Aber ich sehe nicht den Zusammenhang.
Wenn es nicht soviel Nachschub aus dem Ausland gäbe, der mit Absicht durch Prüfungen seitens der ÄK gewinkt wird, wäre der Druck normale Arbeitsbedingungen zu liefern viel höher.
Naja diese Sorte Mitarbeiter rebelliert nicht in dem Wissen, dass sie ohnehin demnächst wegen Schwangerschaft aussteigt.
ehem-user-02-08-2021-1033
19.06.2021, 08:37
Perspektivlos wird der Allgemeininternist werden, da er nur ein anders lackierter Hausarzt ist und bleibt. Die Fachinternistenzahl wird weiter steigen und durch die einzelnen Subspezialisierungen auch immer gut bezahlt bleiben, insbesondere in der Niederlassung. Wer das umfangreichere skillset hat, hat automatisch halt auch eine bessere Verhandlungsgrundlage da draußen.
Cave: es kommt auf die gesundheitspolitische Marschrichtung an. Sollte ein Transformationsprozess eintreten mit fachärztlicher Versorgung nur noch in wenigen großen MVZ, der Rest in der Klinik und Hausärzte als Gatekeeper vor der fachärztlichen Versorgung, dann stimmt die Prognose nicht.
Aber unter den jetzigen Rahmenbedingungen hast du natürlich Recht.
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