Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MVZ - o. anderweitige Formen von Business ?
aus verschiedenen Gründen ist das wirklich die Realität. Es funktioniert. Mein MVZ hat aber 2 Jahre Lehrgeld bezahlt. Der Hausarztzweig schreibt noch keine schwarze Zahlen.
Problem ist aber, dass es da immer noch rechtliche Unsicherheiten gibt, wie Nachfolgen von Gründern gestaltet werden können und Investoren nur indirekt einbezogen werden können. Auf dem Markt konkurrieren dazu große Investoren, deren Interesse darin liegt die Gewinne nur über eine begrenzte Zeit abschöpfen und später weiterverkaufen wollen. Als Facharzt würde ich dafür niemals meinen Kopf für sowas hinhalten, um später nur als Angestellter ohne weitere Sicherheit weiterknechten zu dürfen. Zumal gerne Investoren versuche das Unternehmerische Risiko auf die Angestellten abzuwälzen. Dafür gibt es gerade bei den MVZ noch einige ungeklärte Fragen und in den nächsten 10 Jahren wird sich zeigen, was sich da noch alles ändert.
Konkrete Zahlen sind zum einen schwierig, weil es auf die Praxis und die Region ankommt. Es lohnt sich nicht zu Beginn kleine Praxen mit geringer Scheinzahl, etwa < 1500 Scheinen, zu übernehmen; kommt aber auf den Einzelfall an.
Im Endeffekt musst du dir einen Berater ins Boot holen. Erster Ansprechpartner ist der Niederlassungsberater der KV-Region. Auch gibt es „spezialisierte“ Steuerberater und Anwälte und zu guter letzt wollen Apobank und Ärztefinanz auch immer gerne mitmischen. Mit etwas Geschick bekommt man einen der letzt genannten Berater bei einem Termin zur BU-Versicherung zum plaudern.
Ach ja, die Apobank bietet auch immer wieder Seminare und Nachfolgertreffen für angehende Ärzte an, bei denen man erste Kontakte knüpfen kann. Ebenso Städte, Regionen und Praxisnetzwerke.
Mit etwas Geduld lässt man sich auch erstmal Anstellen und lernt das Geschäft von der Pike an…
Vielen Dank für deinen Einblick!
med_in_1
06.07.2021, 20:56
Vielen Dank für den interessanten Beitrag!
Hausärztliche Versorgung auf dem Land sehe ich auch als wenig gewinnbringend an. Facharzt Sitze außer Allgemein auf dem Land sind dann whr. schwerer? zu erhalten. Andererseits kann man diese vlt. auch einfach kaufen.
Hast du etwas aus den Bereichen außerhalb des Hausarztes gehört?
Gruß
Nunja... ich habe sehr lang überlegt, wie ich mich beruflich stelle. Zumindest nach meiner Lesart, zugegeben zwischen den Zeilen: Ist es nur noch eine "Zungenschlag", bis im Sachverständigen Gutachten für das Gesundheitswesen steht: der Facharztsektor an die Kliniken angegliedert... warum?
- Akutsprechstundenpflicht (z.B. mit Ausweis selbiger auf Praxisschild & Homepage) - fast genauso selten erlebt wie richtiges Entlassmanagement
- ohne jetzt die Neidkeule zu schwingen: Durch Budgetierungen und Pauschalen stehst du im FA Bereicht ohne entsprechende Zusatzqualifikationen gewinnmäßig auch eng da... Daneben gibts ja auch noch personalintensiven Leitlinien wie "Sedierung in der Gastroenterologie o.ä." -> sprich: ob diese mehr bringen?
- sicher gibt es, auch auf den Land FA Kollegen:Innen - welche gern ihren Sitz abgeben - weil vor der Rente, sich aus div. Gründen auch noch ein paar Jahre anstellen lassen - aber auch hier: die verlässiliche und kontinuierliche Nachbesetzung scheint mir ein Problem
- für beide Bereich: ob man als Angestellter so unternehmisch denkt und plant, wie, wenn man sein eigener Chef ist? Ehrlicherweise: so manches Mal hätte ich einen Krankenschein gebracht.. wenn ich denn eine Endgeldfortzahlung im Krankheitsfall hätte...
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