Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A63/B18 - Schwäche rechter Arm
Laut derzeitigen Lösungen soll die Antwort C - das Glioblastom sein.
Ich finde aber eine Schwäche des rechten Armes mit spastischer Parese doch sehr untypisch für ein Glioblastom. Ich denke vorher würde andere Sachen als Symptome auftreten. (z.B. Epileptische Anfälle, Persönlichkeitsstörungen)
Viel besser hingegen passt es eigentlich zu einem zervikalen Bandscheibenvorfall.
Auch seine Berufsanamese als Malermeister passt dazu, da Überkopfarbeiten ein Risikofaktor für Bandscheibenprolapse sind
ne, das passt nicht. Bandscheibe würde keine spastische Parese machen, sondern ne schlaffe Parese, weil da das zweite Motoneuron kaputt geht
cokelight12
06.10.2021, 21:01
ne, das passt nicht. Bandscheibe würde keine spastische Parese machen, sondern ne schlaffe Parese, weil da das zweite Motoneuron kaputt geht
Da bin ich nicht ganz sicher. Klar wären solche Symptome auch bei einem Glioblastom denkbar, aber ehrlich gesagt, wäre das dann nicht genauso denkbar bei B) frontobasales Meningeom?
Abgesehen davon war der Mann Malermeister, was die Bandscheibe (als medialer Problaps) etwas wahrscheinlicher macht. Bei Amboss stehen sowohl ZNS-Tumore als auch spinale Läsionen als häufige Ursachen für spastische Paresen...
FireFighterFw
06.10.2021, 21:37
Nein, ein frontobasales Meningeom hat ja keinen Effekt auf die motorischen Zentren oder den weiteren Verlauf des ersten Motoneurons.
Achtung, mit einer spinalen Läsion ist im Allgemeinen kein Bandscheibenvorfall gemeint, sondern eine tatsächliche Schädigung des Rückenmarkes. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es in aller Regel "nur" zu einer Schädigung der Nervenwurzeln, in denen das zweite Motoneuron verläuft, woraus eine schaffe Parese resultiert.
Insofern ist das Glioblastom schon am wahrscheinlichsten...
cokelight12
06.10.2021, 21:53
Nein, ein frontobasales Meningeom hat ja keinen Effekt auf die motorischen Zentren oder den weiteren Verlauf des ersten Motoneurons.
Achtung, mit einer spinalen Läsion ist im Allgemeinen kein Bandscheibenvorfall gemeint, sondern eine tatsächliche Schädigung des Rückenmarkes. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es in aller Regel "nur" zu einer Schädigung der Nervenwurzeln, in denen das zweite Motoneuron verläuft, woraus eine schaffe Parese resultiert.
Insofern ist das Glioblastom schon am wahrscheinlichsten...
Ich sehe diese Punkte natürlich. Dennoch kann ich da nicht zu 100% zustimmen. Ich habe gerade mal geschaut, hier werden beispielsweise Spastiken bei Bandscheibenvorfällen beschrieben: http://www.neurochirurgie-baden.de/schwerpunkte/krankheitsbilder-wirbelsaeule/bandscheibenvorfall-der-halswirbelsaeule/
Okay, das ist jetzt sicher nicht die seriöseste Quelle, zeigt aber, dass sowas wohl schon vorkommen kann. Zudem ist für mich noch die "Vortestwahrscheinlichkeit" ausschlaggebend. Die Prävalenz des Glioblastoms beträgt laut dieser Quelle etwa 6/100.000/Jahr (https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/gliome-im-erwachsenenalter/@@guideline/html/index.html#ID0EEE).
Bei einem Malermeister würde ich annehmen, dass die Prävalenz eines Bandscheibenvorfalls, und sei es auch ein zervikaler, medialer Bandscheibenvorfall, höher ist, oder zumindest nicht wesentlich niedriger.
FireFighterFw
07.10.2021, 05:06
Richtig, es kann theoretisch in seltenen Fällen bei zervikalen Bandscheibenvorfällem zu einer zervikalen Myelopathie kommen. Diese würde allerdings dann in aller Regal nicht nur eine Extremität betreffen - und da meines Wissens die meisten zervikalen Bandscheibenvorfälle eher im Bereich C6/C7 und C7/Th1 vorkommen ist eine spasfisvje Parese des gesamten Armes noch unwahrscheinlicher - weil dann ja ein Großteil der Fasern des Plexus Brajchialis bereits ausgetreten ist, dementsprechend kann das erste Motoneuron nicht mehr geschädigt werden.
Ich stimme dir insofern zu, dass zwar ein Bandscheibenvorfall, insbesondere bei passender Anamnese, häufiger ist als ein Glioblastom. Ein Bandscheibenvorfall, der dann aber gleich mehrere Spezialfälle erfüllt (Auftreten auf Höhe von C3/4 oder höher, Auslösen einer rein einen Arm betreffenden zervikalen Myelopathie ohne Beeinträchtigung der Atmung) ist zwar auch möglich, aber sehr, sehr unwahrscheinlich. Dementsprechend wird schon das Glioblastom die gesuchte Antwort sein, schließlich fragt das IMPP ja stets, was am wahrscheinlichsten ist.
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