Mr. Fox
06.11.2021, 14:13
Ich bin momentan auf der Suche nach einer experimentellen Doktorarbeit, und habe zwei Projekte in Aussicht – beide 12 Monate Vollzeit, beide im selben Feld (Neurobiologie).
Das eine wurde offiziell ausgeschrieben, Ablauf und Methodik sind schon geplant, das Lab hat neben Biologen immer mehrere Medizinstudierende, und man würde auf day-to-day Basis von einem PhDler betreut. Die Methoden sind relativ fortgeschritten, ein Zoomgespräch mit der PI war positiv – alle Medizinstudierenden hätten bei ihr bisher wie geplant abgeschlossen, und relativ gut publiziert. Es gibt noch einige andere Bewerber, ich habe ein paar Paper zum Lesen bekommen und in ein paar Tagen würde ich den PhDler treffen, um mal zu gucken, ob’s passt - er entscheidet dann mit der PI, wer genommen wird. Andere PhDler im Lab sprechen auch von einer sehr guten Betreuung generell.
Beim zweiten Institut habe ich auf eigene Initiative angefragt und wurde vom Institutsleiter auf ein Gespräch eingeladen, das wirklich nett war. War im Grunde gar kein Bewerbungsgespräch, sondern Überlegungen, was es denn so für Projekte gäbe, und worauf ich Lust hätte. Das Institut und der Professor selbst machen ziemlich hochkarätige Forschung (viele high-impact Publikationen), ich wäre in dem ganzen Laden aber der einzige Medizinstudent. Er hat im letzten Jahr einen Medizinstudenten betreut, davor zehn Jahre gar keine – von dem einen war er aber total begeistert, das Projekt resultierte wohl auch in zwei guten Publikationen. Ich wurde dann an eine junge Fachärztin/Wissenschaftlerin weitergereicht, mit der ich an einem potenziellen Projekt arbeiten könnte. Das Gespräch war auch sehr nett, wobei sie schon explizit hohe Ansprüche hat, man im Labor sehr schnell auf eigenen Füßen stehen solle, und meinte, sie würde niemandem in den Hintern treten - es sei nicht ihre Verantwortung, ob man am Ende seinen Titel bekommt oder nicht. Sie wäre meine direkte Betreuerin, es gäbe aber auch eine MTA, die ansprechbar sei. Die Methodik ist auch ziemlich interessant und ähnlich anspruchsvoll wie beim ersten Projekt.
Ich hadere jetzt ein wenig mit der Wahl – die erste Gruppe erfüllt die ganzen Kriterien, die für eine erfolgreiche Doktorarbeit immer zu beachten sein sollen. Realistischer Zeitrahmen – check. Etablierte Methoden, wichtige Anträge gestellt, wichtige Kurse (Tierkurs) schnell verfügbar – check. Erfahrung mit der Betreuung Medizinstudierender, viele erfolgreiche Promotionen – check. Immer Ansprechpartner vorhanden – check. Man kann andere Doktoranden fragen, wie's so läuft - check. Das Thema interessiert mich auch.
Das zweite Projekt begeistert mich rein thematisch noch mehr, der Prof hat einen positiveren und offeneren Eindruck gemacht (die PI vom ersten Projekt war auch nett, aber doch reservierter), ich hätte gewisse Freiheiten die genaue Schwerpunktsetzung mitzugestalten (es ist ja noch kein genau definiertes Projekt), die Ansprüche und der Zeitrahmen des Profs schienen für eine Promotion eigentlich auch sehr realistisch. Gleichzeitig bin ich da aber als Mediziner allein auf weiter Flur, ich kann keine Erfahrungen anderer Doktoranden einholen, die Fußstapfen des letzten Doktoranden scheinen sehr groß zu sein, und ich habe das Gefühl, mich besonders meiner direkten Betreuerin gegenüber erstmal ziemlich beweisen zu müssen. Sie hat sich zwar zur Betreuung bereit erklärt, aber die Idee kam vom Prof, und wie enthusiastisch sie selbst in der Hinsicht ist, weiß ich nicht.
Daher meine Frage: Wart ihr schonmal in einer ähnlichen Situation, und wie habt ihr euch entschieden? Denkt ihr es macht Sinn sich auf eine Promotion in einer AG einzulassen, die so gut wie nie Mediziner betreut? Oder ist die sichere Bank mit einer AG mit mehreren Doktoranden die bessere Wahl?
Das eine wurde offiziell ausgeschrieben, Ablauf und Methodik sind schon geplant, das Lab hat neben Biologen immer mehrere Medizinstudierende, und man würde auf day-to-day Basis von einem PhDler betreut. Die Methoden sind relativ fortgeschritten, ein Zoomgespräch mit der PI war positiv – alle Medizinstudierenden hätten bei ihr bisher wie geplant abgeschlossen, und relativ gut publiziert. Es gibt noch einige andere Bewerber, ich habe ein paar Paper zum Lesen bekommen und in ein paar Tagen würde ich den PhDler treffen, um mal zu gucken, ob’s passt - er entscheidet dann mit der PI, wer genommen wird. Andere PhDler im Lab sprechen auch von einer sehr guten Betreuung generell.
Beim zweiten Institut habe ich auf eigene Initiative angefragt und wurde vom Institutsleiter auf ein Gespräch eingeladen, das wirklich nett war. War im Grunde gar kein Bewerbungsgespräch, sondern Überlegungen, was es denn so für Projekte gäbe, und worauf ich Lust hätte. Das Institut und der Professor selbst machen ziemlich hochkarätige Forschung (viele high-impact Publikationen), ich wäre in dem ganzen Laden aber der einzige Medizinstudent. Er hat im letzten Jahr einen Medizinstudenten betreut, davor zehn Jahre gar keine – von dem einen war er aber total begeistert, das Projekt resultierte wohl auch in zwei guten Publikationen. Ich wurde dann an eine junge Fachärztin/Wissenschaftlerin weitergereicht, mit der ich an einem potenziellen Projekt arbeiten könnte. Das Gespräch war auch sehr nett, wobei sie schon explizit hohe Ansprüche hat, man im Labor sehr schnell auf eigenen Füßen stehen solle, und meinte, sie würde niemandem in den Hintern treten - es sei nicht ihre Verantwortung, ob man am Ende seinen Titel bekommt oder nicht. Sie wäre meine direkte Betreuerin, es gäbe aber auch eine MTA, die ansprechbar sei. Die Methodik ist auch ziemlich interessant und ähnlich anspruchsvoll wie beim ersten Projekt.
Ich hadere jetzt ein wenig mit der Wahl – die erste Gruppe erfüllt die ganzen Kriterien, die für eine erfolgreiche Doktorarbeit immer zu beachten sein sollen. Realistischer Zeitrahmen – check. Etablierte Methoden, wichtige Anträge gestellt, wichtige Kurse (Tierkurs) schnell verfügbar – check. Erfahrung mit der Betreuung Medizinstudierender, viele erfolgreiche Promotionen – check. Immer Ansprechpartner vorhanden – check. Man kann andere Doktoranden fragen, wie's so läuft - check. Das Thema interessiert mich auch.
Das zweite Projekt begeistert mich rein thematisch noch mehr, der Prof hat einen positiveren und offeneren Eindruck gemacht (die PI vom ersten Projekt war auch nett, aber doch reservierter), ich hätte gewisse Freiheiten die genaue Schwerpunktsetzung mitzugestalten (es ist ja noch kein genau definiertes Projekt), die Ansprüche und der Zeitrahmen des Profs schienen für eine Promotion eigentlich auch sehr realistisch. Gleichzeitig bin ich da aber als Mediziner allein auf weiter Flur, ich kann keine Erfahrungen anderer Doktoranden einholen, die Fußstapfen des letzten Doktoranden scheinen sehr groß zu sein, und ich habe das Gefühl, mich besonders meiner direkten Betreuerin gegenüber erstmal ziemlich beweisen zu müssen. Sie hat sich zwar zur Betreuung bereit erklärt, aber die Idee kam vom Prof, und wie enthusiastisch sie selbst in der Hinsicht ist, weiß ich nicht.
Daher meine Frage: Wart ihr schonmal in einer ähnlichen Situation, und wie habt ihr euch entschieden? Denkt ihr es macht Sinn sich auf eine Promotion in einer AG einzulassen, die so gut wie nie Mediziner betreut? Oder ist die sichere Bank mit einer AG mit mehreren Doktoranden die bessere Wahl?