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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Osteuropa vs Deutschland?



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habichnicht
27.11.2021, 07:54
Jetzt ist der Thread vier Seiten lang und ich hab immer noch nicht verstanden um was es geht... Ich schon.....

anignu
27.11.2021, 23:10
Ich schon.....
Dann klär uns mal auf.

habichnicht
28.11.2021, 06:45
Dann klär uns mal auf. Lieber nicht. Das könnte Ärger mit den Moderatoren geben. @Feuerblick, vielleicht magst Du etwas dazu sagen?

Whatisgoingon
29.11.2021, 19:27
Ein Beispiel:eine Kollegin, die Rheuma macht, fragt mich, was sie bei BZ von 500 machen muss. Es gibt in der Nacht keinen Diabetologen, an den sie sich wenden kann. Das meinte ich mit 'keinem Bild,.

Sait
30.11.2021, 10:22
Du kannst aber nicht wirklich erwarten, dass der 80jährige Patient mit Volksschulabschluss, der sein Leben lang malocht hat, aber sich nie mit Medizin beschäftigt hat, jetzt über alle seine Vorerkrankungen informiert ist, die eine ganze DINA4-Seite füllen. Noch dazu wenn dieser Patient jetzt vielleicht schwer krank ist (Schlaganfall, Demenz...etc). Das scheint mir ein bisschen viel verlangt.



Nun. Irgendwer muss es tun.

Der Patient ist dein Schutzbefohlener. Es ist deine Aufgabe ihn richtig zu behandeln. Dazu gehört auch das Erheben der Vorbefunde bzw. das Kennen der Krankheitsgeschichte....
Es gehört damit meiner Meinung nach in die ureigenste ärztliche Verantwortlichkeitssphäre.

Ich finde es traurig wenn Du das nicht so siehst...


Wenn es in Deutschland so wie in allen anderen Ländern, und ja sogar in Entwicklungsländern, eine Digitalisierung geben würde, hätte man

a) einen Überblick über alle Diagnosen des Patienten (bei jedem Patientenkontakt entweder ergänzt/ neue Diagnose wird hinzugefügt)

b) einen Überblick aller Medikamente (in jedem Land hat jeder Patient eine digitale Medizinkarte)

c) alle Labore inklusive Diagnostik wie z.B. Röntgen, MRI usw.

d) Befunde und Anamnesen, sowie vorherige Operationsberichte


Andererseits muss man halt wie blöd hin und her telefonieren, faxen usw.. Ich stimme dem schon zu, man muss das als Arzt schon tun, aber es ist die unnötigste Zeitverschwendung mit Hinblick auf ein effizientes Arbeiten.

hebdo
30.11.2021, 10:39
....


Andererseits muss man halt wie blöd hin und her telefonieren, faxen usw.. Ich stimme dem schon zu, man muss das als Arzt schon tun, aber es ist die unnötigste Zeitverschwendung mit Hinblick auf ein effizientes Arbeiten.

Grundproblem ist unter anderem die nicht flächendeckende Überstundenvergütung für Ärzte. Wenn ein Arzt 60h arbeitet aber immer nur 40h bezahlt bekommt, rechnet sich betriebswirtschaftlich keine Assistenz zur Entlastung - nichtmal eine ungelernte Stationshilfe zur Essenausgabe wird sich rechnen.

Wenn wirklich mal jede Überstunde aufgeschrieben und entsprechend vergütet wird, die maximale Wochenarbeitszeit eingehalten wird und bei Mehrbelastung eben auf Honorarkräfte zurückgegriffen wird, Betten gesperrt werden. Dann kann es sicht rechnen, eine Stationssekretärin einzustellen. Oder für einen ordentlichen Assistentenschlüssel zu sorgen.

davo
30.11.2021, 11:39
Wenn es in Deutschland so wie in allen anderen Ländern, und ja sogar in Entwicklungsländern, eine Digitalisierung geben würde, hätte man

a) einen Überblick über alle Diagnosen des Patienten (bei jedem Patientenkontakt entweder ergänzt/ neue Diagnose wird hinzugefügt)

b) einen Überblick aller Medikamente (in jedem Land hat jeder Patient eine digitale Medizinkarte)

c) alle Labore inklusive Diagnostik wie z.B. Röntgen, MRI usw.

d) Befunde und Anamnesen, sowie vorherige Operationsberichte


Andererseits muss man halt wie blöd hin und her telefonieren, faxen usw.. Ich stimme dem schon zu, man muss das als Arzt schon tun, aber es ist die unnötigste Zeitverschwendung mit Hinblick auf ein effizientes Arbeiten.

Da hast du völlig Recht. So könnte man sich auch sehr viele Mehrfachuntersuchungen sparen. (Was seitens der Versorger natürlich gar nicht unbedingt erwünscht ist.)


Grundproblem ist unter anderem die nicht flächendeckende Überstundenvergütung für Ärzte. Wenn ein Arzt 60h arbeitet aber immer nur 40h bezahlt bekommt, rechnet sich betriebswirtschaftlich keine Assistenz zur Entlastung (...).

Wenn wirklich mal jede Überstunde aufgeschrieben und entsprechend vergütet wird, die maximale Wochenarbeitszeit eingehalten wird und bei Mehrbelastung eben auf Honorarkräfte zurückgegriffen wird, Betten gesperrt werden. Dann kann es sicht rechnen, eine Stationssekretärin einzustellen. Oder für einen ordentlichen Assistentenschlüssel zu sorgen.

Da geb ich dir zu 100% Recht! Ob der, den ich immer nur für 40h bezahle, 50h, 55h oder 60h arbeitet, kann mir als Arbeitgeber völlig egal sein. Da gibts null Grund, irgendwas zu ändern.

Deshalb ist verpflichtende elektronische Zeiterfassung mit Kopplung an den KIS-Zugang IMHO ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Aber dagegen wird es ganz enormen Widerstand seitens der Krankenhäuser (oft auch seitens ihrer Eigentümer, also seitens der Städte und Landkreise!) und seitens der Boni-verwöhnten Chefärzte und Verwaltungsdirektoren geben.

In Osteuropa (breit gefasst als alle ehemaligen kommunistischen Diktaturen) als Arzt zu arbeiten, hat sicher sehr viele massive Nachteile, und Digitalisierung ist dort oft überhaupt nicht vorhanden, aber dass man sich dort als Arzt eher auf genuin ärztliche Tätigkeiten konzentrieren kann, scheint IMHO schon öfters der Fall zu sein.

Leucovorin
30.11.2021, 17:37
Deshalb ist verpflichtende elektronische Zeiterfassung mit Kopplung an den KIS-Zugang IMHO ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Aber dagegen wird es ganz enormen Widerstand seitens der Krankenhäuser (oft auch seitens ihrer Eigentümer, also seitens der Städte und Landkreise!) und seitens der Boni-verwöhnten Chefärzte und Verwaltungsdirektoren geben.

Soweit mir bekannt, gibt es dagegen Widerstand.

davo
30.11.2021, 18:10
Logisch. Auf althergebrachte Ungerechtigkeiten, von denen man massiv profitiert, zu verzichten, missfällt einem.

Deshalb wäre es umso wichtiger, dass sich diesbezüglich Einigkeit unter den Ärzten entwickelt. Dass, wenn keine Überstunden bezahlt werden, auch keine geleistet werden. Wenn es diesbezüglich ein einheitliches Vorgehen seitens der Ärzte gibt, wird auch die manipulationssichere elektronische Zeiterfassung sehr schnell umgesetzt werden.

Leucovorin
01.12.2021, 18:53
wäre wünschenswert

Zaiga
03.12.2021, 04:31
Logisch. Auf althergebrachte Ungerechtigkeiten, von denen man massiv profitiert, zu verzichten, missfällt einem.

Deshalb wäre es umso wichtiger, dass sich diesbezüglich Einigkeit unter den Ärzten entwickelt. Dass, wenn keine Überstunden bezahlt werden, auch keine geleistet werden. Wenn es diesbezüglich ein einheitliches Vorgehen seitens der Ärzte gibt, wird auch die manipulationssichere elektronische Zeiterfassung sehr schnell umgesetzt werden.

Wie genau passiert es praktisch, dass keine Überstunden bezahlt / abgefeiert werden?
(Vorausgesetzt diese werden aufgeschrieben)

Also wie kommt das Problem, überhaupt zustande.

hebdo
03.12.2021, 05:39
Vorgesetzte und Verwaltung lehnt einfach die Abgeltung ab. Fast immer ohne juristische bzw. mit juristisch falschen Begründungen. Als Betroffener muss man eben hartnäckig bleiben und im nächsten Schritt einen Anwalt einschalten. Wie gesagt, die Verwaltung verliert so gut wie alle juristische Auseinandersetzungen

Zaiga
03.12.2021, 14:20
Vorgesetzte und Verwaltung lehnt einfach die Abgeltung ab. Fast immer ohne juristische bzw. mit juristisch falschen Begründungen. Als Betroffener muss man eben hartnäckig bleiben und im nächsten Schritt einen Anwalt einschalten. Wie gesagt, die Verwaltung verliert so gut wie alle juristische Auseinandersetzungen

Ok das ist aber echt kriminell.
Dh. die Überstunden, werden nicht anerkannt?

Werden Sie in den meisten Fällen ausbezahlt oder abgefeiert? (Wenn anerkennt)

Aber wieso lassen es sich so viele mit sich machen?

Leucovorin
05.12.2021, 12:01
Ok das ist aber echt kriminell.
Dh. die Überstunden, werden nicht anerkannt?

Werden Sie in den meisten Fällen ausbezahlt oder abgefeiert? (Wenn anerkennt)

Aber wieso lassen es sich so viele mit sich machen?

Achja, das ist eine "alte" Diskussion. Früher war es halt nicht üblich Überstunden aufzuschreiben. Gerade wenn Anfänger mal bis 11 Uhr abends blieben wegen ihrer fehlenden Erfahrung hieß es: Ja das ist so am Anfang, ganz normal, später wird es besser. Man machte die Arbeit und hielt die Klappe. Dafür erhielt man seinen Facharzt-Titel und hatte die Chance auf eine Oberarztstelle.

Irgendwie hat sich das System an vielen Kliniken dann überholt, gerade weil das die viele Mitarbeiter nicht mehr in Kauf nehmen. Ich würde sagen, dass es an vielen Kliniken es nun üblich ist Überstunden zu bezahlen oder in Freizeit auszugleichen. Digitale Zeiterfassung (mit Transponder, App, Code...nicht im PC selbst aufschreiben) müsste der Standard werden.

Zaiga
06.12.2021, 22:11
Achja, das ist eine "alte" Diskussion. Früher war es halt nicht üblich Überstunden aufzuschreiben. Gerade wenn Anfänger mal bis 11 Uhr abends blieben wegen ihrer fehlenden Erfahrung hieß es: Ja das ist so am Anfang, ganz normal, später wird es besser. Man machte die Arbeit und hielt die Klappe. Dafür erhielt man seinen Facharzt-Titel und hatte die Chance auf eine Oberarztstelle.

Irgendwie hat sich das System an vielen Kliniken dann überholt, gerade weil das die viele Mitarbeiter nicht mehr in Kauf nehmen. Ich würde sagen, dass es an vielen Kliniken es nun üblich ist Überstunden zu bezahlen oder in Freizeit auszugleichen. Digitale Zeiterfassung (mit Transponder, App, Code...nicht im PC selbst aufschreiben) müsste der Standard werden.

Wer sich das aber gefallen lässt, ist aber auch schön dämlich...

Leucovorin
07.12.2021, 19:02
Das kann man so nicht sagen. Manche möchten eine Karriere in der Abteilung im Krankenhaus und dann ist angepasstes Verhalten förderlich. Wirst du schon merken wie das läuft und ist in anderen Wirtschaftszweigen mehr oder weniger genauso.