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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angehende Radiologin - Lerngruppe?



nutellafly95
11.12.2021, 16:43
Hallo zusammen,

mein Anliegen klingt etwas merkwürdig, aber ich hoffe es ist nachvollziehbarer, wenn ich die Sache kurz erläutere:
Ich bin seit Ende 2020 aus der Uni raus, und arbeite seit fast einem Jahr als Assistenzärztin in der KJP. Ich bin zu der Entscheidung gekommen, dass ich meinen FA nicht in der KJP machen möchte und sympathisiere mit der Radiologie. Nun ist es so, dass ich zwar im Studium alles bestanden habe und auch eine Famulatur in der Radiologie absolviert habe, aber ich im Studium eher „psychiatriefokussiert“ gelernt habe.:-wand. Nun möchte ich auf jeden Fall Anatomie wiederholen/lernen:-lesen und es schadet ja auch nicht sich klinische Inhalte mit einem „radiologischen Blick“ erneut anzusehen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es noch jemanden gibt, der nach der Approbation nochmals die Anatomie wiederholen möchte etc. , aber falls sich jemand findet, fände ich es super! :) Liebe Grüße

ehem-user-25-04-2022-1131
11.12.2021, 21:55
Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn sich der Radiologie von der radiologischen und nicht anatomischen Seite zu nähern. Du wirst merken, dass du lange nicht jede anatomischen struktur brauchst um ein guter Radiologe zu werden. Dein Speicher ist eben auch begrenzt - lerne die Dinge, die für einzelnen Diagnosen wichtig sind und du hast schon mehr als genug zu tun.
Die reine Anatomie an radiologischen Bildern zu lernen kann man zwar machen, ist aber meiner Meinung nach dröge und nicht sonderlich erfolgsversprechend... Und keine Bange ! Den Beruf lernt man ebenfalls indem man in ihm arbeitet.

Auf der anderen Seite finde ich es schade, dass du die P-Fächer verlässt. Die Motivation schien ja auch da gewesen zu sein. Was hat dich so umgestimmt? Radiologie ist ja eben völlig anders. (die Frage stellen ich explizit, da ich lange den umgekehrten weg gehen wollte )

freak1
12.12.2021, 00:02
Die häufigen und wichtigen anatomischen Strukturen hat man im Kopf, die seltenen Sachen schaut man nach (ich nutze dazu z.B. e-Anatomy von IMAIOS statt der klassischen Bücher); den Fitzelmuskel am Fuß der durch das Sarkom infiltriert wird den man sonst aber nie beim Namen nennt schaut jeder nach.

docdean
12.12.2021, 09:02
Von der Psychiatrie in die Radiologie ist ein eher ungewöhnlicher Sprung, wie kommts dazu? Wenn du uns deine Gründe, Erfahrungen und Wünsche nennst, können wir dir vielleicht beim Abwägen helfen.

Anyway, ich bin zwar schon eine Weile aus der Uni raus, aber ich glaub nicht, dass man Anatomie so gut in einer Gruppe lernen kann. Angucken, lernen, wiederholen, wiederholen, wiederholen. Der wichtige Teil passiert in deinem Kopf und nicht durch das Gespräch mit Anderen, das kann dir keiner abnehmen. Auf Youtube gibts sehr viele Lehrvideos zur strukturierten radiologischen Befundung - wie man vorgeht, wonach man gucken muss, was man wissen muss. Fang damit an (Röntgen Thorax, CT Kopf/Thorax/Abdomen) und guck dir dazu die passenden Anatomiezeichnungen an, um die Verbindung im Kopf zu bauen. Und dann überlege dir, ob du dir wirklich vorstellen kannst, diese Tätigkeit jeden Tag den ganzen Tag zu machen, ohne zwischendurch mit anderen Menschen zu sprechen.

morgoth
12.12.2021, 14:59
Ich denke auch, du solltest deine Entscheidung genauestens überdenken.
Aus deinen Zeilen liest man ja eher den Verlust der Psychiatriebegeisterung als irgendein Interesse für Radiologie heraus.
Mit dem Projekt, jetzt wie im 3. Vorklinischen Anatomie zu wiederholen, wirst du dir endgültig den Todesstoss verpassen.

Leucovorin
12.12.2021, 17:03
Radiologie ist letztendlich auch eine "Erfahrungssache". Je mehr Bilder du siehst und korrekt befundest, je erfahrener wirst du. Vieles kann man nachlesen und für vieles brauch man den Oberarzt mit seinem Wissens- und Erfahrungsvorsprung.

Trotzdem sieht man auch auch sehr lieblose Befunde. z.B. als "PET-positiver Herd an der Herzspitze" beschrieben und gemeint war aber ein PET Positiver Lymphknoten unterhalb des Zwechfells. Oder anstatt genau zu beschreiben, welche Lymphknoten progredient sind im Vergleich zum Vorbefund einfach nur schreiben, was man aktuell so grob sieht. Und das waren P-Patienten mit Bericht aus der Uni. Korrekt war das ja alles, nur wenig genau und lieblos. Und und man darf dann selber auf die Suche gehen nach den Befunden. Kostet ja auch nur 1000€+ so ein PET-CT...da kann man nicht soviel erwarten und oben wird der Befund durchgewinkt
:-party

freak1
12.12.2021, 17:18
Und das waren P-Patienten mit Bericht aus der Uni.

P-Patient heißt gerade an der Uni nichts. Ich lag auch als P-Patient stationär (7 Tage) und außer vielen P-Rechnungen hab ich nie eine Spur von den Wahlärzten gesehen.

Die Befunde werden an den Unis von den ganz normalen AssÄ/OÄ geschrieben und manchmal vielleicht noch vom CA supervidiert, aber auch das nicht immer und überall.

Ansonsten ist das natürlich so oder so ein Armutszeugnis für die entsprechende bildgebende Abteilung. Kann aber auch sein, dass das einfach die Nuklearmedizin war die es nicht besser konnte (die gucken ja bekanntlich eigentlich nur die PET-Daten an). :P

PET-positiver Herd an der Herzspitze ist für einen infradiaphragmalen LK übrigens nicht korrekt, je nach Primarius kann das den Unterschied zwischen N und M-Stadium machen...

Doppel8Film
16.12.2021, 23:22
Darf ich diesen Thread kurz in eigener Sache kapern und euch in dieser Frage um Hilfe bitten:
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106692-R%F6ntgen-Thorax-(Hilfe)

Es geht um die Interpretation eines Röntgenbilds der Lunge. :)

freak1
17.12.2021, 09:34
Das ist kein Forum für Zweitbefundungen oder Meinungen zu Fremdbildern. Zu dem Bild muss es einen schriftlichen Befund geben.