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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erste Oberarztstelle - Tipps Bewerbung



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Christoph_A
29.11.2022, 14:21
Wer sowas freiweillig macht, dem ist aber auch nicht mehr zu helfen. Als FA muß das Minimum eine FOA Stelle mit AT Vertrag sein, wenn man in der Klinik bleiben will. Wer sich als Multitool Stationsassistent ohne Leitungsfunktion verdingt, muß a) ein schlechtes Selbstbewusstsein haben, oder b) einen massiven Benefit für die Zukunft erwarten können. zum Beispiel halt noch 2 Jahre Assijob machen, aber dafür wirklich regelmäßig selbständig Herzkatheter machen.

Thomas24
29.11.2022, 16:33
Ich bin Oberarzt und mache einen zweiten Facharzt. Besser geht es nicht. Das Teaching von den OA Kollegen in Sachen Funktion war in den ersten Monaten herausragend.

Absolut, aber die Mit -OA Kollegen tun dies sicher nicht allein aus Spaß an der Freude und Kollegialität, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit, wollen Sie dich soweit (vor allem auch interventionell) fit bekommen, dass Du die Hintergrunddienste gestemmt bekommst, ohne dass ein anderer OA den "Hinter- Hintergrund" machen muss, wenn du den Hintergrunddienst besetzt.

Als ich noch an der Klinik war, haben wir das mit dem "jüngsten" OA Zuwachs auch so gehandhabt- schnell operativ/ interventionell die Skills soweit voranbringen (in meinem Fach war es vor dem FA ohnehin unüblich operativ ausgebildet zu werden), dass der/die neue OA zumindest die häufigsten Dinge geregelt bekommt. War für den betreffenden eine lernintensive und schöne Zeit - schließlich durfte Er oder Sie nicht nur endlich auch mal ans Op Mikroskop (nach 5 Jahren "do not even dare to think about that"). Jetzt musste Sie es sogar :-oopss

hebdo
29.11.2022, 19:58
Absolut, aber die Mit -OA Kollegen tun dies sicher nicht allein aus Spaß an der Freude und Kollegialität, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit, wollen Sie dich soweit (vor allem auch interventionell) fit bekommen, dass Du die Hintergrunddienste gestemmt bekommst, ohne dass ein anderer OA den "Hinter- Hintergrund" machen muss, wenn du den Hintergrunddienst besetzt.
….

Das ist definitiv so und ist auch mein Ziel. Ich sehe die Ausbildung als Kapital. Je mehr ich kann, desto mehr Verantwortung übernehme ich. Und das spiegelt sich im Gehalt wieder. Aktuell machen ich den internistischen Hintergrund und informiere den richtigen Kardiologen bei Katheterindikationen.

Ich kenne kardiologische Abteilungen an Unikliniken und Maximalversorger, bei denen man erst mit den Innere FA nach 5Jahren in die Funktion kommt und kurz vor dem Kardiologen die Interventionen beginnen.

freak1
29.11.2022, 20:29
Ist in anderen Fächern auch so. Kenne mehr als eine universitäre Neuroradiologie, bei denen du bis zum Schwerpunkt NR vllt mal diagnostisch angiographien darfst. Thrombektomieren lernst du nach dem Schwerpunkt und wenn du viel Glück hast irgendwann später dann mal Coiling, Fisteln, AVM...

blaabc
03.12.2022, 12:23
Wie realistisch ist denn ein AT-Vertrag bzw. Stufenvorweggewährung als junger FA uni Gastro? Betrifft mich nämlich demnächst.

Bussard
10.02.2023, 22:15
Da es ja eine ähnliche Diskussion zum Gehalt in der Praxis gibt, möchte ich hier mal aus Interesse fragen, wie denn die Gehaltsaussichten als Oberarzt an der Klinik insbesondere im Bereich der Gastroenterologie (oder auch andere Fächer) sind und was im Klinikbereich gute Argumente/Qualifikationen für eine übertarifliche Bezahlung sind? Insbesondere würde mich auch interessieren, ob es tendenziell Unterschiede zwischen Uni und kommunalem Haus gibt. Die Tarifverträge an sich nehmen sich ja nicht soo viel.

Mein Eindruck ist, eher tarifliche Bezahlung bei den Uniklinikoberärzten, ob mit Stufenvorweggewährung, weiß ich leider nicht, auch nicht, wie repräsentativ das ist, was ich so mitbekommen habe.

Bussard
12.02.2023, 13:18
Hi,
ja das stimmt bei der Uniklinik ist Tarifvertrag angesagt. Stufe I entspricht 101258.40€/Jahr . Und dazu kommen noch die bezahlten Dienste/Hintergrund/Überstunden.

Es gibt aber die Möglichkeit Benefits/Goodies rauszuhandeln gerade wenn Bewerbermangel/Personalnot ist, vorrausgesetzt du bist fleißig, nicht 1x Woche krank und hast Know-How z.B. Poolbeteiligung, Einstufung Stufe III (wären dann schon 115k). Der "große" Benefit ist, dass du an der Uniklinik deinen PD machen kannst, was in der Praxis oder Feld-Wald-Wiesen-KH eher unrealistisch ist.

Vielen Dank für deinen Beitrag. Ja, ist halt die Frage, ob der PD wirklich der "große" Benefit ist, wenn man mal vom "akademischen Prestige" absieht. Finanziell ist der Benefit eher fraglich, so mein Eindruck.

Choranaptyxis
12.02.2023, 13:24
Ich fand die PDs an der Uni immer lustig, teils durch die ganze Republik gereist um kostenlos zu lehren, damit die 2 Buchstaben vor dem Namen bleiben. Weil viele doch nochmal den Ort gewechselt haben, und die Fakultät kostenloses Vortragende natürlich nicht aus ihrer Pflicht entlässt.
Bei Pat. mag es sein, dass die da Prestige sehen.

Bussard
12.02.2023, 13:28
Bei Pat. mag es sein, dass die da Prestige sehen.

Ich denke, für Patienten muss es "Prof." sein. "PD" sagt den meisten nichts.

freak1
12.02.2023, 13:38
Weil viele doch nochmal den Ort gewechselt haben, und die Fakultät kostenloses Vortragende natürlich nicht aus ihrer Pflicht entlässt.

Man kann umhabilitieren...

Choranaptyxis
12.02.2023, 15:25
Man kann umhabilitieren...

Das wusste ich nicht, frage mich dann aber, warum viele zumindest bei uns durch die Weltgeschichte gurken um Vorlesungen zu halten/Prüfungen abzunehmen etc.

Bussard
12.02.2023, 17:04
Das solltest du langfristiger sehen. z.B. größere städtische Kliniken nehmen zur jetzigen Zeit sehr ungerne einen Chef ohne Habil. In den Stellenanzeigen steht "idealerweise habilitiert". In Feld-Wald-Wiesen Krankenhäusern ist das jetzt nicht nötig als Chef.

Ja, mir ist bewusst, dass an den größeren Kliniken die Habilitation in der Regel Voraussetzung für eine Chefarztstelle ist. Aber ich bin mir nicht sicher, ob jeder Habilitierte, der möchte, auch die Gelegenheit zu so einer Stelle bekommt, vor allem wenn dann noch Ortswünsche hinzukommen.


Das wusste ich nicht, frage mich dann aber, warum viele zumindest bei uns durch die Weltgeschichte gurken um Vorlesungen zu halten/Prüfungen abzunehmen etc.

Ich glaube, viele machen das ein Stück weit aus Leidenschaft, und nutzen zusätzlich den Aufenthalt an alter Wirkungsstätte, um Kontakte zu pflegen.

Endoplasmatisches Reticulum
12.02.2023, 17:27
Vielleicht will der PD ja auf eine Professur berufen werden. Sicher nicht verkehrt, so viele Fühler wie möglich so tief wie möglich in so vielen Hochschulen wie möglich stecken zu haben ... ist doch wie überall im Berufsleben. Wie viele Leute, die im Guten gegangen sind, kamen später auf höherer Stelle zurück. War dann natürlich immer rein zufällig die eigene alte Klinik ;)

Außerdem habe ich oft erlebt, dass Leute nach Jahren in die Heimat zurückgegangen sind. Auch da kann es sinnvoll sein, die Kontakte nicht abreißen zu lassen. Wenn ich Chefarzt werden will und für eine leitende Oberarztstelle 800 km entfernt ziehe und insgeheim eigentlich gar nicht weg will ...

anignu
14.02.2023, 01:09
Das wusste ich nicht, frage mich dann aber, warum viele zumindest bei uns durch die Weltgeschichte gurken um Vorlesungen zu halten/Prüfungen abzunehmen etc.
Weil man auch Kontakte halten will... warum auch immer.