Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Wisst ihr wie sich das mit den "freien Wochenenden" genau verhält? Werden die Wochenenden die man mehr als die erlaubten zwei pro Monat arbeitet besonders vergütet? z.B. im Juli gibt es insgesamt 5 Wochenenden von denen ich an 3en arbeiten werde. Wie ist es mit Monaten an denen der Monatswechsel auf ein Wochenende fällt? z.B. der April/Mai 2022 (Samstag April, Sonntag Mai).
Regelung zu BD und freie Wochenenden ab 2023
Für welchen MOnat das Wochende gezählt wird, weiß ich leider auch nicht. Vielleicht, da es ab Freitag anfängt, dass man es dem Monat mit dem Freitag zurechnet?
McLaren422
05.05.2022, 20:00
Bin sehr zufrieden mit der Einigung und möchte mich beim Marburger Bund bedanken, aber selbstverständlich auch bei allen, die beim Warnstreik dabei waren!
Hier mal ne nette Abendlektüre:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tarif-einigung-aerzte-an-kommunalen-krankenhaeusern-bekommen-mehr-geld-a-b5a3bce7-8ccb-4d46-9bcb-8b450b4e87fd#kommentare
:D
Die Kommentare lesen! ^^
Choranaptyxis
05.05.2022, 20:03
Bin sehr zufrieden mit der Einigung und möchte mich beim Marburger Bund bedanken, aber selbstverständlich auch bei allen, die beim Warnstreik dabei waren!
Hier mal ne nette Abendlektüre:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tarif-einigung-aerzte-an-kommunalen-krankenhaeusern-bekommen-mehr-geld-a-b5a3bce7-8ccb-4d46-9bcb-8b450b4e87fd#kommentare
:D
Die Kommentare lesen! ^^
Laut freund Google liegt das Durchschnittsgehalt von Oberärzten Richtung 350.000 Euro...
Ich bediene Google wohl falsch....
McLaren422
05.05.2022, 20:05
hahahahahaha das dachte ich mir auch. :D :D In Dubai in der Schönheitschirurgie vllt :D
Autolyse
05.05.2022, 20:14
[truba][;2233143']Jurist in ner Großkanzlei mit Promotion (die dauert ja auch etwas) wird aber auch nicht jeder Hinz und Kunz.
Da muss man vermutlich schon ein Prädikatsexamen hinlegen und das sind sehr wenige. Autolyse weiß es sicherlich, ich weiß nur, es sind sehr wenige. Unser Gehalt erhält jeder, der es irgendwie durchs Studium schafft. Und auch hier ist der Wurm drin, es gibt keine Möglichkeit als engagierte/r Kollege/in mehr zu verdienen. Kann man versuchen aber oft das so klappt, weiß ich nicht.
Die anderen Vergleiche sind auf jeden Fall.... ernüchternd.
Ein Prädikat schaffen weniger als 10%. Im Magic Circle werden ein Doppelprädikat (noch seltener) oder wenigstens ein Prädikat und Promotion + LLM vorausgesetzt. Wenn man alles hat (=volle Kriegsbemalung), dann ist eher 160.000€ Einstiegsgehalt und mehr möglich, aber dann erwartet Dich auch ein Ziel von >2000 "billable hours" pro Jahr. Nimmt man unrealistische sechs Wochen Urlaub im Jahr an, dann würde man das mit 9 Stunden pro Tag erreichen bei einer Fünftagewoche. Man wird aber wenigstens 1/3 der Zeit für nicht mandatsrelevante Zeiten dazurechnen müssen, eher sogar mehr und schon bist Du bei 12 Stunden am Tag und regelmäßiger Wochenendarbeit. Die Anzahl der Leute, die da Bock drauf haben fällt über die letzten Jahre deutlich ab (weniger der öffentliche Dienst, mehr die Industrie, die zahlt auch gut und bietet regelmäßige Arbeitszeiten). Lange Rede, kurzer Sinn: Das ist kein tauglicher Vergleichsmaßstab.
Private Pyle
05.05.2022, 20:26
Man wird halt in der Klinik wirklich komplett verarscht. Es lässt sich nicht schönreden oder bessern oder sonst was. Es müssen nur ein Haufen mehr Ärzt:innen den Mut haben, das laut auszusprechen.
Ich bin nach 1 Jahr Klinik raus, arbeite patientenfern bei einem privaten Laborunternehmen (ambulanter Sektor).
Verdienen tue ich als Grundgehalt etwas mehr als das äquivalente VKA-Grundgehalt für 40h/Woche. Validation zu ungünstigen Zeiten (Covid, Rufbereitschaft etc.) wird deutlich besser bezahlt als jeder "Bereitschaftsdienst" den ich in der Klinik hatte und läuft mit Firmenlaptop und Diensthandy regelhaft im Homeoffice.
Ohnehin ist in Absprache Homeoffice durchaus möglich (natürlich nicht immer, aber wenn man wichtige Termine o.ä. hat ist es eigentlich nie ein Problem). Boni für Projektabschlüsse etc. sind zumindest nicht unüblich. Es gab mehrere Corona-Bonuszahlungen und Corona-Sonderurlaube für alle, inkl. Ärzt:innen.
Fachärztlich sind dann durchaus realistische Grundgehälter (ohne Zusatzzahlungen on top) von 120k+€ drin. (Das ist aber ja in der Niederlassung auch eher Regel als Ausnahme).
Ich geh bestimmt nicht noch mal zurück ins Leben als Galeerensklavin einer Klinik, wie es einem gedankt wird sieht man ja gerade wieder bei VKA und MB. Dann bin ich lieber Söldnerin in der "halb"-freien medizinischen Planwirtschaft mit besseren Bedingungen und mehr Geld...
Kann ich dir die Tage ne PN schicken? Hätte bezüglich ambulanter Labore ein paar Fragen :)
Bonnerin
05.05.2022, 21:18
Kann ich dir die Tage ne PN schicken? Hätte bezüglich ambulanter Labore ein paar Fragen :)
Kannst du gerne machen. Bin gerade etwas busy insgesamt, werde aber versuchen, zeitnah zu antworten!
Lange Rede, kurzer Sinn: Das ist kein tauglicher Vergleichsmaßstab.
Das ist deine Aussage weil du die Fakten kennst. Aber mit weniger Fakten und plakativem 160t€ Einstiegsgehalt für Vollzeit wenn man nur bissl Jura gemacht hat klingt das viel attraktiver und gehts uns doch gleich so viel schlechter...
Ich bin der, der am meisten verdient. Aber ich arbeite auch mit Abstand am meisten und bin der Einzige, der zu jeder Tages und Nachtzeit auch Dienste hat.
Ist bei mir genauso. Ich hab minimum 20% mehr als einer meiner Freunde der Abteilungsleiter in der Industrie ist. Alles anderen sind noch deutlich drunter...
Aber zum Thema Inflation und Reallohnverlust: Hat das von euch jemand sehen kommen? Schon ein bisschen unfair jetzt den MB für einen Reallohnverlust verantwortlich zu machen, obwohl die Forderungen vor Krieg und Inflation entstanden sind.
Die Forderung 5,5% wurden veröffentlicht im September 2021, die Inflation im September war im Nachhinein 4,1% zum Zeitpunkt als die Forderung aufgestellt wurde war die Inflationsrate August bekannt mit 3,9%.
Außerdem tut ihr hier im Thread so, als ob jeder andere Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung um 10% bekommt wegen der Inflation - scheint mir nicht so zu sein.
Und da bin ich wirklich mal gespannt was andere Gewerkschaften so erreichen in den nächsten Tarifabschlüssen.
Lasst uns doch einfach gemeinsam ein paar Tarifverhandlungen beobachten und schauen was andere Gewerkschaften besser machen. Aber jetzt nicht irgendwelche Popel-Tarifabschlüsse sondern sagen wir mal so Richtung 50000 Beschäftigte sollten es schon sein.
- ver.di - Telekom: 55t Beschäftigte, Forderung vom Februar 22 6% in 12 Monaten, Inflationsrate Januar 22 4,9%
- DBV - Genossenschaftsbanken: 135t Beschäftigte, Forderung vom März 22 6,1% pro Jahr, Inflationsrate Februar 22 5,1%
- ver.di - Sozial- und Erziehungsdienst: 330t Beschäftigte, Forderungen leider schwierig zu beurteilen da es vor allem auch um Höhergruppierung bestimmter Berufszweige geht...
- IGBCE - Chemie-Beschäftigte: 580t Beschäftigte, Forderung: keine konkrete Prozentzahl!, erster Tarifabschluss 1400€für 7 Monate als Einmalzahlung und dann Verhandlung wieder im Oktober
- IG Metall: 1800t Beschäftigte, Forderungen gibt es noch nicht
Ich finds schwierig zu beurteilen. Die IG Metall hat angekündigt viel zu fordern dies aber noch nicht gemacht, logisch, die Inflationsrate ist auch weiter gestiegen und wird noch steigen, blöd wenn man zuerst seine Forderungen aufstellt, IGDCE hat erstmal mit einer Einmalzahlung alles verschoben und die Forderungen an Telekom und Genossenschaftsbanken sind jetzt nicht sooo üppig. Aber wir werden sehen was passiert.
Endoplasmatisches Reticulum
06.05.2022, 08:37
Die Forderung 5,5% wurden veröffentlicht im September 2021, die Inflation im September war im Nachhinein 4,1% zum Zeitpunkt als die Forderung aufgestellt wurde war die Inflationsrate August bekannt mit 3,9%.
Mag ja sein, ist aber trotzdem unterster Pol. Wenn ich 4 % Gehaltsplus will, steige ich mit 8 bis 9 % in die Verhandlung ein, weil ich erwarte, etwa die Hälfte runtergehandelt zu werden. Nicht mit aktuellem Inflationsausgleich + 1,5 %, und das bei steigender Inflationsrate und erwartetem weiterem Anstieg nach 2 Jahren Wirtschaftstorpedierung.
(Und dann könnte ich als Gewerkschaft nach 2 Jahren Übermaximalleistung in der Corona-Pandemie ja ggf. auch auf die Idee kommen, das Gewicht der Situation zu nutzen, um vielleicht nicht nur einen einen Inflationsausgleich sondern ein faires Plus auszuhandeln. Nur eine Idee.)
vanilleeis
06.05.2022, 09:19
Wenn die Umsetzung tatsächlich so passiert wie die MB-Pressemitteilung erstmal suggeriert (die von der VKA wirkt ja auch in Teilen noch mal anders...), bin ich für mich persönlich zufrieden. Mir waren Verbesserungen der Arbeitsbelastung deutlich wichtiger als das Geld. Dabei setze ich aber voraus, dass es nicht wieder irgendein Schlupfloch für die GF gibt, mir als TZ-Kraft ungleich mehr Arbeit aufzudrücken, spricht, tatsächlich nur 2 Dienste, 1 Wochenende, alles andere nur nach Absprache mit mir und mit den entsprechenden 17,5 % Aufschlag. Ich erwarte aber auch, dass die Regelung bezüglich weiterer Urlaubstage ratierlich runtergerechnet wird.
Kritisch sehe ich die Vereinbarung, dass in den nächsten Jahren die Dienstregelungen nicht angefasst werden. Da der MB schon beim letzten TV der Meinung war, dass die Regelung für TZ-Kräfte ja völlig klar und ratierlich (danke MB für diesen wundervollen Begriff) zu rechnen ist, habe ich große Bedenken, dass das, was der MB mitteilt, tatsächlich so diskussionslos umgesetzt wird. Und dann ist es schon eine Falle, in der aus meiner Erfahrung vom MB mitgeteilt wird, "dann müssen Sie eben klagen".
Moorhünchen, bezüglich der Urlaubstage:
Im alten TV hat man ab 288 Nachtarbeitsstunden 2 Urlaubstage bekommen, d.h. bei 287 Stunden gab es keinen Tag. Dies wurde runtergebrochen in soweit, als dass man bei 144 Stunden bereits 1 Tag bekommt, den 2. ab 288.
Alle tarifangestellten Ärzte im Bereich VKA bekommen 1 zusätzlichen Urlaubstag. Zusätzlich gibt es einen weiteren Urlaubstag pro Halbjahr, wenn in diesem Halbjahr 30 BD-Dienste oder mehr abgeleistet wurden.
Endoplasmatisches Reticulum
06.05.2022, 10:00
Mir waren Verbesserungen der Arbeitsbelastung deutlich wichtiger als das Geld.
Prinzipiell sehe ich das genau so wie du. Aber es ist problematisch, wenn zu Gunsten von besseren Arbeitsbelastungen ein Reallohnverlust beschlossen wird, weil der über die Jahre dramatisch akkumuliert und in meiner Erwartung zu keinem späteren Zeitpunkt eine überproportionale Gehaltssteigerung zur Kompensation früherer Eingeständnisse realistisch ist.
Eine nicht erreichte Verbesserung von Arbeitsbedingungen ist bitter, aber erhält den Status quo und kann in nachfolgenden Tarifrunden erneut angegangen werden. Ein einmal eingestandener Reallohnverlust schleppt sich für sehr lange Zeit mit und verschlechtert ähnlich einem Zinseszinseffekt multiplikativ die Gehaltssteigerungen jeder nachfolgenden Tarifrunde. Deshalb finde ich es nur sinnvoll, zu Gunsten von besseren Arbeitsbedingungen beim Gehalt Abstriche zu machen, solange die Gehaltssteigerung immer noch mindestens der Inflationsrate entspricht.
vanilleeis
06.05.2022, 10:14
Ok, gerade kam die neue Pressemitteilung des MB raus, die einiges relativiert…. Danke MB :-(
Kackbratze
06.05.2022, 11:09
Wo denn?
vanilleeis
06.05.2022, 11:11
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/ergebnis-erzielt
vanilleeis
06.05.2022, 11:16
Zusammenfassung:
-Verschlechterung des alten Zustands durch 5. BD im Quartal
-minimale Aufschläge für weitere Dienste (10%) bleiben
-Regelungen sind mal wieder insgesamt mit viel Weichzeichner durch „Ausnahme bei Gefährdung der Patientensicherheit“. Kein Hinweis darauf, dass dieser absurde Passus konkretisierte wurde
-BD Regelung führt sich selbst ad absurdum dadurch, dass man einem zusätzlichen Urlaubstag gewunken wird, wenn man 5 Dienste pro Monat im Halbjahr macht.
SineNomine
06.05.2022, 11:54
-Regelungen sind mal wieder insgesamt mit viel Weichzeichner durch „Ausnahme bei Gefährdung der Patientensicherheit“. Kein Hinweis darauf, dass dieser absurde Passus konkretisierte wurde
Mit dem Passus ist der gesamte dadurch eingeschränkte Punkt wertlos. Letztendlich müsste es heißen "bei Gefährdung der Patientensicherheit, dann aber mit 100% Zuschlag". Dann überlegt man sich dreimal, ob mans auf Knopf näht. 10% ... vergiss es.
Ab Januar 2023 werden die Zuschläge für die nicht rechtzeitige Dienstplanung sowie für kurzfristiges Einspringen erhöht. Betrug die Anhebung der Bewertung der Bereitschaftsdienste bislang 10 Prozentpunkte, erhöht sie sich zukünftig auf 17,5 Prozentpunkte. Der Zuschlag zum Rufbereitschaftsentgelt wird von 10 auf 17,5 Prozent angehoben.
Was ist eigentlich als kurzfristiges Einspringen definiert?
Kackbratze
06.05.2022, 12:06
Dienstplan festgelegt, freigegeben....und dann kommt die Änderung.
Choranaptyxis
06.05.2022, 12:10
...
-Regelungen sind mal wieder insgesamt mit viel Weichzeichner durch „Ausnahme bei Gefährdung der Patientensicherheit“. Kein Hinweis darauf, dass dieser absurde Passus konkretisierte wurde ...
Der Passus ist halt immer ein Totschlagargument: schwammig, vielfachst anwendbar, speziell, wenn man Unterbesetzung als Normalzustand hat und in keinster Weise eingeschränkt
Nefazodon
06.05.2022, 12:26
Was mir bei der Sache ein wenig aufstößt:
Es wird immer argumentiert, dass der MB nicht mehr Lohn gefordert hat, als er es tat, weil die Inflationsrate zu Beginn der Verhandlungen noch nicht bekannt gewesen sei...
Tatsächlich ist es doch aber so, dass die Verhandlungen sich bis Mai ohne Ergebnis hingezogen haben und zwar bedingt durch die Blockadehaltung der VKA!
Ich finde, da hätte der MB zu gegebener Zeit auch nachfordern können mit dem Argument, dass die VKA es ja billiger hätte haben können, wenn sie schneller gewesen wäre...
Moorhühnchen
06.05.2022, 12:57
Moorhünchen, bezüglich der Urlaubstage:
Im alten TV hat man ab 288 Nachtarbeitsstunden 2 Urlaubstage bekommen, d.h. bei 287 Stunden gab es keinen Tag. Dies wurde runtergebrochen in soweit, als dass man bei 144 Stunden bereits 1 Tag bekommt, den 2. ab 288.
Alle tarifangestellten Ärzte im Bereich VKA bekommen 1 zusätzlichen Urlaubstag. Zusätzlich gibt es einen weiteren Urlaubstag pro Halbjahr, wenn in diesem Halbjahr 30 BD-Dienste oder mehr abgeleistet wurden.
Ich war mir jetzt mittlerweile derart unsicher, dass ich zum Äußersten gegangen bin und mal nachgelesen habe. Die AVR Diakonie hatten seit 2020 schon eine weitreichendere Regelung zu den Urlaubstagen!
Warum der MB da so hinterherhinkt, verstehe ich gar nicht. :-nix
Bin gespannt, wie der neue VKA-Tarif dann in die AVR ungesetzt wird.
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