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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärtzliche Bescheinigung und HIV



ApprobationArg
01.02.2022, 04:14
Hello!

ich bin kurz vor mein Abschluss (ich komme aus Argentinien und habe hier studiert) und ich bin HIV positiv (und ich habe seit vielen Jahren eine nachweisbare Viruslast). ich habe viel über die deutsche Approbation und möchte nach mein Abschluss nach Deutschland
ziehen. Trotzdem mache ich mir sorgen um die erforderliche Ärtzliche Bescheinigung. Können Sie mir sagen, welchen Tests normalerweise vom Arbeitsarzt durchgeführt werden, damit er oder sie das ärztliche Attest unterschreibt?

ist hiv ein problem, um edite Approbation zu erhalten? (Soweit ich weiß, wäre der einzige Punkt, an dem es Einfluss hätte, das ärztliche Attest). Ich freue mich über jeden Kommentar (wenn du bereits die Approbation bekommen hast, würde ich gerne wissen, welche Tests du beim Arzt machen musstet, um das ärztliche Attest zu erhalten) :)

FirebirdUSA
01.02.2022, 10:21
Ich kann es nicht garantieren, gehe aber nicht davon aus dass das hier ein Problem ist. Ggf. wird aber ein Betriebsarzt bei nachweisbarer Viruslast die Tätigkeit als z.B. Chirurg nicht zu lassen. - aber alles ohne Garantie.

ApprobationArg
01.02.2022, 12:24
Hey! Ich möchte klarstellen, dass ich „nicht nachweisbare Viruslast“ sagen wollte * lol

ApprobationArg
02.02.2022, 14:04
Help(? Lol

hebdo
02.02.2022, 16:40
Ich kann dir leider keine 100% Antwort geben. Bei der gesundheitlichen Eignung geht es vor allem um psychiatrische und Suchterkrankungen.
Zitat ärztliche Bescheinigung Baden-Württemberg:

*Eine entsprechende Bestätigung darf ausgestellt werden, wenn eine auf einer Krankheit, Behinde- rung oder Sucht beruhende gesundheitliche Einschränkung nicht so ausgeprägt ist, dass sie die körperlichen und/oder geistigen Kräfte der/des Antragstellerin/Antragstellers in einer Weise schmä- lern, dass diese/r zu einer ordnungsgemäßen Ausübung des ärztlichen Berufs nicht befähigt ist

Vom österreichischen Gesundheitsministerium habe ich folgende Stelle:
HIV-Infektion:
Nach derzeitigem Stand des Wissens ist der uneingeschränkte Einsatz von HIV- positiven Mitarbeitern/-innen im Gesundheitswesen, einschließlich des chirurgischen Bereichs, möglich, vorausgesetzt es werden bestimmte Richtlinien eingehalten. Die uneingeschränkte Tätigkeit ist möglich, wenn der/die Berufsangehörige
 eine dauerhaft stabile Viruslast von <50 Kopien HIV RNA/ml aufweist,
 mindestens vierteljährliche Kontrollen der HI-Viruslast durchführen lässt,
 in regelmäßiger arbeitsmedizinischer Betreuung und in regelmäßiger Betreu-
ung von HIV-Spezialisten/-innen steht und
 verhaltenspräventive Maßnahmen konsequent beachtet (z.B. Tragen von zwei
Paar Handschuhen übereinander bei invasiven oder operativen Handlungen). Bei höherer Viruslast, die mehr als 14 Tage nachweisbar ist, dürfen allerdings keine verletzungsträchtigen Tätigkeiten mehr durchgeführt werden.

Letzteres entspricht meinem Gefühl und auch meiner fachlichen Einschätzung und trifft wahrscheinlich auch auf Deutschland zu. Ich denke du bekommst eine Approbation, die konkrete Tätigkeit wird dann mit dem Betriebsarzt der Klinik geregelt und auch entsprechend kontrolliert. Ich denke eine kontrollierte HIV-Infektion ist kein Hinderungsgrund für eine ärztliche Tätigkeit.

Ich wurde bei jedem Job auf Infektionserkrankungen HBV, HCV und HIV untersucht.

Markian
02.02.2022, 17:45
Ich wurde bei der Einstellung auch auf HBV, HCV, HIV untersucht. Approbation ist kein Problem. Du brauchst ja nur einen Arzt der dir diesen formalen Wisch unterschreibt. Bei uns werden Leute mit HBV/HCV oder HIV soweit ich weiß in der Chirurgie nicht eingestellt.

ApprobationArg
02.02.2022, 19:21
Ich kann dir leider keine 100% Antwort geben. Bei der gesundheitlichen Eignung geht es vor allem um psychiatrische und Suchterkrankungen.
Zitat ärztliche Bescheinigung Baden-Württemberg:

*Eine entsprechende Bestätigung darf ausgestellt werden, wenn eine auf einer Krankheit, Behinde- rung oder Sucht beruhende gesundheitliche Einschränkung nicht so ausgeprägt ist, dass sie die körperlichen und/oder geistigen Kräfte der/des Antragstellerin/Antragstellers in einer Weise schmä- lern, dass diese/r zu einer ordnungsgemäßen Ausübung des ärztlichen Berufs nicht befähigt ist

Vom österreichischen Gesundheitsministerium habe ich folgende Stelle:
HIV-Infektion:
Nach derzeitigem Stand des Wissens ist der uneingeschränkte Einsatz von HIV- positiven Mitarbeitern/-innen im Gesundheitswesen, einschließlich des chirurgischen Bereichs, möglich, vorausgesetzt es werden bestimmte Richtlinien eingehalten. Die uneingeschränkte Tätigkeit ist möglich, wenn der/die Berufsangehörige
 eine dauerhaft stabile Viruslast von <50 Kopien HIV RNA/ml aufweist,
 mindestens vierteljährliche Kontrollen der HI-Viruslast durchführen lässt,
 in regelmäßiger arbeitsmedizinischer Betreuung und in regelmäßiger Betreu-
ung von HIV-Spezialisten/-innen steht und
 verhaltenspräventive Maßnahmen konsequent beachtet (z.B. Tragen von zwei
Paar Handschuhen übereinander bei invasiven oder operativen Handlungen). Bei höherer Viruslast, die mehr als 14 Tage nachweisbar ist, dürfen allerdings keine verletzungsträchtigen Tätigkeiten mehr durchgeführt werden.

Letzteres entspricht meinem Gefühl und auch meiner fachlichen Einschätzung und trifft wahrscheinlich auch auf Deutschland zu. Ich denke du bekommst eine Approbation, die konkrete Tätigkeit wird dann mit dem Betriebsarzt der Klinik geregelt und auch entsprechend kontrolliert. Ich denke eine kontrollierte HIV-Infektion ist kein Hinderungsgrund für eine ärztliche Tätigkeit.

Ich wurde bei jedem Job auf Infektionserkrankungen HBV, HCV und HIV untersucht.

In welchem ​​Fachgebiet arbeitest du? Radiologie und Onkologie sind die Fachgebiete, die mir am besten gefallen also ich hoffe, das ist keine Regel/ein Hindernis für diese Jobs, oder?

ApprobationArg
02.02.2022, 19:24
Ich wurde bei der Einstellung auch auf HBV, HCV, HIV untersucht. Approbation ist kein Problem. Du brauchst ja nur einen Arzt der dir diesen formalen Wisch unterschreibt. Bei uns werden Leute mit HBV/HCV oder HIV soweit ich weiß in der Chirurgie nicht eingestellt.

In welcher Fachgebiete arbeitest du? Ich schätze, es ist ein chirurgischer Bereich, oder? Werden diese Untersuchungen für nicht-chirurgische Fachgebiete (Strahlentherapie, Hämatologie, Psychiatrie) von einem Arbeitgeber verlangt?

Bonnerin
02.02.2022, 19:49
In welcher Fachgebiete arbeitest du? Ich schätze, es ist ein chirurgischer Bereich, oder? Werden diese Untersuchungen für nicht-chirurgische Fachgebiete (Strahlentherapie, Hämatologie, Psychiatrie) von einem Arbeitgeber verlangt?

Diese Untersuchungen werden quasi in jedem Bereich des Krankenhauses und im Prinzip für alle Gruppen mit Patientenkontakt verlangt.
Im Regelfall ist es ja auch kein Problem, man wird nur eben öfters zur Kontrolle einbestellt werden (i.d.R. alle drei Monate).

hebdo
02.02.2022, 20:25
Getestet wird in jedem Bereich, weil es auch für einen selbst versicherungsrelevant sein kann. Ich arbeite in der Inneren Medizin. Dort ist man auch interventionell tätig: Biopsien, Knochenmarkstanzen, Katheteranlagen, Punktionen ….

Auch die Radiologie wird immer interventioneller.

HIV positiv ist für Onkologie oder Radiologie bei kontrollierter Erkrankung meiner Meinung nach kein Problem.

nie
03.02.2022, 05:08
Ich musste beim Betriebsarzt vor Einstellung keinen HIV-Test machen. Lediglich Impftiter wurden getestet. :-nix

Für das Gesundheitszeugnis zur Approbation sollte das gar keine Relevanz haben.

Feuerblick
03.02.2022, 05:41
Bei mir wurde HIV getestet. Obwohl kein Fach, in dem man ernsthaft mit größeren Wunden zu tun hätte. ;-)

Ich denke, für die Approbation dürfte es keine Relevanz haben. Für den Job selbst dann unter Umständen (auch je nach Philosophie des Hauses) schon.

ApprobationArg
03.02.2022, 14:29
Ich musste beim Betriebsarzt vor Einstellung keinen HIV-Test machen. Lediglich Impftiter wurden getestet. :-nix

Für das Gesundheitszeugnis zur Approbation sollte das gar keine Relevanz haben.

Danke fur deine Antwort! In welchem Fachgebiet arbeitest du?

nie
03.02.2022, 16:08
Arbeite in der Inneren.

ApprobationArg
03.02.2022, 16:52
Toll. Es wäre großartig, wenn ein HIV-positiver Arzt kommentieren würde, um zu wissen, wie das Thema in der Praxis behandelt wird, aber vielleicht ist es wohl zu viel verlangt hahah. Trotzdem freue ich mich, dass ihr Ihre Erfahrungen mit dem Thema kommentiert.

vlsime
04.02.2022, 11:02
Hallo!


Hello!
ich bin kurz vor mein Abschluss (ich komme aus Argentinien und habe hier studiert) und ich bin HIV positiv (und ich habe seit vielen Jahren eine nachweisbare Viruslast). ich habe viel über die deutsche Approbation und möchte nach mein Abschluss nach Deutschland ziehen. Trotzdem mache ich mir sorgen um die erforderliche Ärtzliche Bescheinigung. Können Sie mir sagen, welchen Tests normalerweise vom Arbeitsarzt durchgeführt werden, damit er oder sie das ärztliche Attest unterschreibt?

Ich weiß nicht, ob es für Menschen aus anderen Ländern, die in Deutschland approbiert werden wollen, Sonderregeln gibt; aber - zumindest bei Studienabsolventen aus Deutschland - muß man zwei Dinge unterscheiden:

1. Zur Beantragung der Approbation bei der zuständigen Behörde benötigt man ein ärztliches Attest, die jeder Arzt ausfüllen kann; hier sind keine besonderen Untersuchungen vorgesehen; es geht um gesundheitliche Einschränkungen, die jemanden für den ärztlichen Beruf grundsätzlich ungeeignet machen können. Hier spielt also eine HIV-Infektion keine Rolle, da es ja nicht um eine konkrete ärztliche Tätigkeit geht.

2. Wenn man sich dann - mit erhaltener Approbation - um eine konkrete Stelle in einem bestimmten Fachgebiet bewirbt, kann der Arbeitgeber im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Eingangsuntersuchung bestimmte Untersuchungen fordern und natürlich auch Einschränkungen machen. In operativen Fächern werden, wie hier schon mehrfach erwähnt, HIV-positive Bewerber oft abgelehnt; ich könnte mir aber vorstellen, daß es durchaus auch in anderen Fachgebieten "irrationale" Ängste geben könnte. Letztlich gibt es hierfür aber keine (oder nur sehr wenige) allgemeine gesetzliche Vorgaben, stattdessen kann jede Klinik, jede Abteilung, jeder Chefarzt selber Entscheiden, wie mit HIV-positiven Bewerbern umgegangen wird.

Grüße!

ApprobationArg
04.02.2022, 13:00
Hallo!



Ich weiß nicht, ob es für Menschen aus anderen Ländern, die in Deutschland approbiert werden wollen, Sonderregeln gibt; aber - zumindest bei Studienabsolventen aus Deutschland - muß man zwei Dinge unterscheiden:

1. Zur Beantragung der Approbation bei der zuständigen Behörde benötigt man ein ärztliches Attest, die jeder Arzt ausfüllen kann; hier sind keine besonderen Untersuchungen vorgesehen; es geht um gesundheitliche Einschränkungen, die jemanden für den ärztlichen Beruf grundsätzlich ungeeignet machen können. Hier spielt also eine HIV-Infektion keine Rolle, da es ja nicht um eine konkrete ärztliche Tätigkeit geht.

2. Wenn man sich dann - mit erhaltener Approbation - um eine konkrete Stelle in einem bestimmten Fachgebiet bewirbt, kann der Arbeitgeber im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Eingangsuntersuchung bestimmte Untersuchungen fordern und natürlich auch Einschränkungen machen. In operativen Fächern werden, wie hier schon mehrfach erwähnt, HIV-positive Bewerber oft abgelehnt; ich könnte mir aber vorstellen, daß es durchaus auch in anderen Fachgebieten "irrationale" Ängste geben könnte. Letztlich gibt es hierfür aber keine (oder nur sehr wenige) allgemeine gesetzliche Vorgaben, stattdessen kann jede Klinik, jede Abteilung, jeder Chefarzt selber Entscheiden, wie mit HIV-positiven Bewerbern umgegangen wird.

Grüße!

danke für deine antwort vlsime! Basierend auf allem, was ich gelesen habe, glaube ich nicht, dass HIV kein Problem für die Approbation ist. Ich brauche eine ärtzliche bescheinigung, aber HIV scheint dafür kein Problem zu sein. In Bezug auf HIV und nicht-chirurgische Fachgebiete denke ich, dass es etwas schwierig sein wird zu wissen, wie mit dem Thema in der Praxis umgegangen wird, es sei denn, es kommt ein Arzt, der seine eigenen Erfahrungen mitteilt (oder vielleicht ein Betriebsarzt, der Erfahrung mit diesen Situationen hat). . Auf jeden Fall ist es eine etwas irrationale Befürchtung, die ich habe, da diese nicht-chirurgischen Fachgebiete (Radio, Onko) keine ansteckungsgefährlichen Tätigkeiten ausüben (zusätzlich dazu, dass ich eine nicht nachweisbare Viruslast habe). Ich freue mich über weitere Informationen oder Erfahrungen, die ihr teilen möchtet!

davo
04.02.2022, 14:24
Du hast jetzt schon etliche Antworten bekommen.

Noch mehr Antworten werden dir nicht helfen - denn es wird im Endeffekt immer eine Einzelfallentscheidung sein, die je nach Haus, Fach, Betriebsarzt, usw. anders sein kann und wird.

Bewirb dich halt einfach, dann wirst du sehen, wie es im konkreten Fall ist. Irgendwo wirst du bestimmt eine Stelle finden.

FirebirdUSA
04.02.2022, 22:41
Du musst dem Arzt der dir die Bescheinigung ausstellt ja nichts von der Infektion erzählen... auch die Schwerpunktpraxis an der du sicherlich angebunden bist wird dir vermutlich die Bescheinigung ausstellen....

Es besteht eine hohe Chance, dass der Betriebsarzt dich bei Einstellung testet, aber für den gilt auch Schweigepflicht. Er kann aber natürlich ein Verbot bestimmter Tätigkeiten aussprechen und damit ist es indirekt klar. Wäre meine Vermutung