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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Universitäts-Kardiologie



glittery
12.02.2022, 11:18
Hallo allerseits!

Für mich hat sich vor einer Weile der nun doch dringliche Wunsch ergeben, mich an der Kardiologie zu versuchen. Arbeite aktuell in einer Uniklinik in der Inneren, nicht jedoch in der Kardio, habe mich dort aber aufgrund des Ausbildungskonzepts auch ausführlich umschauen können.

Meine Frage - die Frage aller Fragen - ist nun natürlich, in welchen Kardiologien in Deutschland ihr die Möglichkeit seht a) zu habilitieren und b) bereits als (natürlich erst erfahrener) Assistent im Bereich der interventionellen Kardiologie gefördert zu werden?

In meinem aktuellen Haus ist b) absolut unmöglich, ich kenne es aber aus nicht-universitären Kliniken durchaus. Kann natürlich sehr gut sein, dass der Unterschied genau darin begründet ist, jedoch weiß ich zu wenig über andere Unikliniken, um es komplett abzuschreiben, ohne wenigstens mal danach gefragt zu haben.

Dass es insgesamt ein schwieriger Spagat ist, dessen Gelingen man unter keinen Umständen erzwingen kann, ist mir natürlich klar.

Vielen Dank für eure Antworten

Rahmspinat
12.02.2022, 13:28
Ich habe in einer Universitätskardiologie im Südwesten gearbeitet und kann ja etwas zu meinen Erfahrungen mitteilen:

A) habilitieren geht in jedem Fall und wird auch sehr begrüßt. Wie in vielen anderen Uniabteilungen ist der Forschungsdrang der Assistenten nicht mehr so ausgeprägt, daher ist immer was möglich.

B) Bei uns war es eigentlich Usus dass die Altassistenten im Katheter rotieren. Richtig gut Katheter lernen war aber meist erst nach dem Facharzt drin. Je nach Personallage und/oder persönlicher Eignung hat sich die Katheterrotation aber durchaus auch nach hinten schieben können.

GP1001
12.02.2022, 19:02
ich berichte mal aus PJ und Famulaturerfahrung allerdings Anfang der 10er Jahre aus dem Westen. Große Uni-Kardiologie.
Der neue Chef hatte vieles umorganisiert, sogar ein externe Beraterfirma hinzugezogen, so dass man mit der Routinearbeit so um 17 Uhr fertig sein sollte, wenn alle Stellen besetzt sind. Unter dem alten Chef waren viele Assis tatsächlich mit der Routinearbeit noch bis spät abends beschäftigt. Forschung konnte man da auf jeden Fall machen, jedoch natürlich dann nach 17 Uhr. Wer sich engagiert bekam aber auch Aufenthalte im Ausland, Zeit für Kongresse, Zeit für Sonderaufgaben usw.
Viele Assis auch klar mit dem Ziel Hausarzt oder FA Innere ohne Uni-Ambitionen, die einfach nur den Laden am Laufen hielten.
Katheter bzw. EPU war OA-Domäne. Assis durften eher mal zuschauen, FÄ wurden rangeführt.

Ich dachte am Anfang des Studiums: Kardio, das mache ich. Die Realität auf der Station war ernüchternd: Täglich 5-10 Neuaufnahmen und Entlassungen, immer dieselben Diagnosen. Fließbandmedizin. Typisches Klientel 50++ und "ein paar" Kilo zu viel. Sehr viel Routinearbeit. Für mich persönlich zu monoton.

fovea
12.02.2022, 19:17
kann von meiner Heim Uni berichten, habe dort in der Kardio PJ gemacht. Mein bester Freund arbeitet da jetzt seit 2 Monaten als Assi und noch eine Kommilitonin.
Arbeitszeiten: mein Kumpel arbeitet von 7:30-18:00 Uhr momentan, anfangs 20 Uhr und hatte abends noch was für Paper und Diss zu Hause gemacht. Das wird er jetzt aber runterfahren, weil es ihm zu viel ist. An sich Forschen wird dort sehr gerne gesehen. Einer der Fachärzte macht dort jetzt einen clinical scientist. Ansonsten ist auf Station das klassische abarbeiten.
Kathetern geht wohl auch ein bisschen früher bzw. kann man angelernt werden, aber man muss sich hinten anstellen. Sonst gibt es Ärger mit den anderen Assistenten.
Also generell, wenn man es wirklich will bietet die Klinik einem alles.