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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiterbildungsinhalte in der Facharzt-Weiterbildung: unrealistische Anforderungen?



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mbs
08.08.2023, 21:01
Was die Anmeldung zur FA-Prüfung angeht gibt es wohl auch Individualregelungen; wenn man begründen kann, warum ein bestimmter Inhalt fehlt, dann wird das offenbar auch teilweise akzeptiert. Beispielsweise in Berlin, wenn jemand einige Jahre in der unmittelbaren Patientenversorgung gearbeitet hat, nur eben nicht die formal noch vorgeschriebene Zeit in der Inneren Medizin (Berlin ist das einzige Bundesland, wo die Neuerung noch nicht durchgesetzt wurde). Oder wenn jemand rein konservativ orthopädisch tätig sein will, und ihm gewisse Operationen fehlen.
Wenn der Chef dahinter steht und halbwegs Einfluss hat scheint das durchaus zu gehen. Klar ist es ein Risiko sich darauf zu verlassen, aber chancenlos ist es nicht.

21.08.2023, 22:43
Anästhesie

Dragonheart
22.08.2023, 05:33
Anästhesie

Du hast da im Vorbei gehen ein Wort verloren, möchte das vielleicht von einem vollständigen Satz abgeholt werden?

h3nni
11.12.2023, 13:01
Hi.

Wie dokumentiert ihr denn eure Zahlen? Früher hatten Anästhesisten mal ein Büchlein mit Pat-Aufkleber und Prozeduren, das ist mit Datenschutz wahrscheinlich schwer? PatientenID und Prozedur? Und wenn ihr euch OP-Berichte oder Befunde aufhebt: zuhause oder im Arztzimmrr/Spind?

Wie würdet ihr vorgehen bei zu wenig dokumentierten Befunden? Habt 300 U2s gemacht, Chef schreibt aber nur 100 auf?

anignu
11.12.2023, 16:00
Ich hab meine Zahlen immer ganz sauber dokumentiert. Alles mit Datum der Durchführung, welche Untersuchung/Eingriff und Name + Geburtsdatum. Die OP-Berichte und Befunde waren/sind dabei in Ordnern in der Arbeit. In der Arbeit darf und kann ich so viel dokumentieren wie ich will, da gibt es kein Problem mit Datenschutz. Alles bleibt in der Arbeit.

Und alles was ich gemacht hab hab ich den Chef vorgelegt und 1:1 unterschreiben lassen. Ein Chef meinte mal dass er nicht glaubt dass ich so viel von etwas gemacht habe, da hab ich ihm die vollständige Dokumentation vorgelegt, damit war das Thema erledigt. Wenn man dauernd immer das Gleiche machen muss können die Zahlen halt auch mal extrem hoch werden...

Wenn du nicht nachweisen kannst dass du was gemacht hast ist es wahrscheinlich schwierig. Nicht mal eine Tabelle mit Datum und Anzahl an Untersuchungen damit man es in etwa später nachvollziehen kann? Ohne irgendeine Form der Doku wird es bei einem Chef der einem das nicht glaubt halt schwierig.

mbs
13.12.2023, 00:55
Irgendwie passt die Tatsache, dass man immer weniger "Fachkräfte" findet absolut nicht zu den immer größer werdenden Forderungen der Ärztekammern. Vielleicht ist es aber auch der letzte verzweifelte Versuch, zumindest vorübergehend Leute für Jobs zu finden, die sonst kaum mehr jemand machen würde.

Anders ist es nicht zu erklären, warum aus dem für viele Fachgebiete geforderten stationären Jahr in der Inneren Medizin in der neuen WBO auf einmal ein Jahr stationäre Akutversorgung in der Inneren Medizin wurde. Ein Bekannter hat in einer Rehaklinik gemacht und kann sich das für Allgemeinmedizin nicht mehr anrechnen lassen, weil das ja nicht als stationäre Akutversorgung zählt. Und dann wird gejammert, dass es in manchen Regionen keine Hausärzte mehr gibt.

Feuerblick
13.12.2023, 07:06
Naja, bevor man etwas tut, sollte man die Weiterbildungsordnung lesen. Wenn da zum Zeitpunkt des Stellenantritts in der Reha schon stand „Akutversorgung“, dann musste man davon ausgehen, dass Reha nicht anerkannt wird. Stand es da nicht drin, dann gilt ja die alte WBO noch und es kann angerechnet werden. :-nix
Etwas tun, ohne sich über konkrete Folgen und Möglichkeiten zu informieren ist wenig geschickt und jammern dann irgendwie auch nicht sinnig.

freak1
13.12.2023, 18:44
Anders ist es nicht zu erklären, warum aus dem für viele Fachgebiete geforderten stationären Jahr in der Inneren Medizin in der neuen WBO auf einmal ein Jahr stationäre Akutversorgung in der Inneren Medizin wurde. Ein Bekannter hat in einer Rehaklinik gemacht und kann sich das für Allgemeinmedizin nicht mehr anrechnen lassen, weil das ja nicht als stationäre Akutversorgung zählt. Und dann wird gejammert, dass es in manchen Regionen keine Hausärzte mehr gibt.

Vielleicht steht hier im speziellen vielleicht auch der Wunsch, dass der angehende Allgemeinmediziner zumindest eine kurze Zeit im Leben auch mal die Akutmedizin in der Klinik gesehen hat und sich zumindest grob etwas darunter vorstellen kann. Statt einfach 1 Jahr in der Rehaklinik die Eier zu schaukeln und genau nichts sinnvolles für die spätere Tätigkeit zu lernen.

h3nni
13.12.2023, 19:26
Reha ist voll sinnvoll, aber nicht als einzige Internistische Erfahrung. In die Hausarztpraxis kommen ja unselektiert und undiagnostiziert Patienten und du musst alles managen. In der Reha kann man auch viel machen und lernen, aber man kommt halt nicht zu akuten Patienten.

mbs
14.12.2023, 22:54
Das war weniger personenbezogen sondern eher allgeein betrachtet. Wenn es den "Fachkräftemangel" oder "Ärztemangel" wirklich geben sollte müsste man es den Leuten ja eher leichter als schwerer machen, der Trend scheint aber eher Richtung des letzteren zu gehen - mit wenigen Ausnahmen (wie beispielsweise Arbeitsmedizin, wo "unmittelbare Patientenversorgung" mittlerweile ausreicht und Innere Medizin überhaupt nicht mehr gefordert wird).
Offenbar gibt es keinen Mangel an kurativ tätigen Ärzten, anders lassen sich die letzten Neuerungen in der WBO nicht erklären.

Feuerblick
15.12.2023, 07:06
Es den Leuten „leichter“ zu machen, würde bedeuten, noch mehr Schmalspurärzte zu haben. Eine gewissen Qualität sollte man dann doch irgendwie gewährleisten. Siehe Kommentar von h3nni.

Bonnerin
15.12.2023, 09:19
Meines Wissens ist Allgemeinmedizin die einzige "Verschärfung" diesbezüglich gewesen. Bei vielen Fächern wurde stattdessen die Innere durch "direkte Patientenversorgung stationär" ersetzt.

Ich kann nachvollziehen, warum man als Hausarzt zumindest mal 1 Jahr lang internistische Akutversorgung gemacht haben sollte. Man sollte schon wissen, was so in den Notaufnahmen des Landes abgeht und wie oft auch Patienten eingewiesen werden, wo dies vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre. Von Seiten der Stationsarbeit...naja. Stichwort "Versorgungsproblem" würde ich sagen.

Arbeitsmedizin ist zu Großteilen vom klinischen her Anamnese und körperliche Untersuchung. Therapie macht man nicht regelhaft. Wie wichtig da 2 Jahre Stationsschrubben in der Inneren wirklich sind, und ob man die Skills nicht auch in z.B. der Neuro (wenn man daran Interesse hat) erlernt, sei mal dahingestellt.

Ebenso in meinem Bereich. Ich hab nie Innere gemacht, bin aber fachlich deshalb trotzdem nicht wirklich schlechter als die Kolleg:innen, die dort waren. Ich bin dafür deutlich fitter, was Notfallversorgung, Gerinnung und Blutgruppen angeht. Eine Kollegin hat ein Jahr Neuro gemacht, die ist natürlich sehr fit bei der Liquordiagnostik.

Kurzum, ich finde die Änderungen insgesamt in Ordnung. Sofern der Bekannte ja vor der Änderung der WBO angefangen hat, zählt das Jahr Reha ja sowieso.

Endoplasmatisches Reticulum
15.12.2023, 09:57
........

rafiki
15.12.2023, 19:05
Genau. Und Schule kürzen auf 10 Jahre, wird zuviel Schrott gelehrt, dann Fachschulstudium Medizin 4 Jahre, recht völlig.

Endoplasmatisches Reticulum
15.12.2023, 20:59
......

Cor_magna
18.12.2023, 09:37
Euch ist sicherlich bewusst, dass es hierbei nur teilweise darum geht was sinnvoll ist? Ich bekomme das bei meinem Chef mit, der sitzt in diesen Gremien die sowas entscheiden, und hier geht es oft auch einfach drum, wer wieviel politische Macht hat und wie gut die eigenen Interessen vertreten werden können. Wenn dann der Akutinternist da sagt die akute Innere braucht man unbedingt weil wichtigstes Fach !!! dann wird das da so rein geschrieben. Wenn der aber nur kleines Licht ist dann reicht auf einmal auch die unmittelbare Patientenversorgung.

Beispiel: Teilweise dürfen Labormediziner irgendwelche genetischen Sachen abrechnen bzw Befunden, ohne nur einen Tag Genetik gemacht zu haben. Einfach weil dieser Fachbereich da aktuell ne Menge Macht hat im Entscheidungsgremium. Ähnlich läuft dann auch die Auswahl der erforderlichen Ausbildungsabschnitte.

hebdo
04.02.2026, 18:13
So viel zur Qualität der Weiterbildung:

https://www.zeit.de/2026/06/medizinische-hochschule-hannover-unfallchirurgie-facharztpruefung-assistenzaerzte

rafiki
08.02.2026, 13:19
So viel zur Qualität der Weiterbildung:

https://www.zeit.de/2026/06/medizinische-hochschule-hannover-unfallchirurgie-facharztpruefung-assistenzaerzte

Gibt`s in anderen Gebieten gleichfalls. Hier will sich gerade der CA die Weiterbildungsberechtigung erschleichen, obwohl er nullkommanichts dafür anbietet, nur abkassiert und sich mittags in seine Privatpraxis verabschiedet. Wie in Bananenrepubliken.

Colitis ulcerosa
20.06.2026, 06:42
Ich möchte dass die Situation anders gesehen wird. Man hat einen Weiterbildungsvertrag. Man arbeitet und investiert in die Abteilung Motivation, Fleiß, Zeit,Überstunden und am Ende wird nichts daraus. Und man ist schuld daran dass man sich nicht um eigene Weiterbildung gekümmert hat.
Und man fragt sich am Ende….die Zahlen waren doch gar nicht erreichbar….. dieser Weiterbilder hätte diesen Vertrag nie erfüllen können….. wie geht man mit der Situation um.