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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehalt Weiterbildung Praxis



xaimx1
25.03.2022, 20:32
Hallo alle Zusammen,

Ich habe vor bald dem Krankenhausleben den Rücken zu kehren, aus gesundheitlichen Gründen darf ich keine Nachtdienste machen. Jetzt habe ich einpaar angebote aus der ambulanten Patientenversorgung also Praxis bekommen als “ Angestellter Arzt in Weiterbildung “ hab nur noch 1 Jahr bis zu meinem Facharzt, es handelt sich um ein kleines konservatives sowie chirurgisch kombiniertes Fach.
Meine Frage ist natürlich wie sieht es mit den Gehältern aus wenn es zur Gehaltsverhandlung kommt ? Aktuell bin ich im VKA Tarif Stufe 4 und mit Diensten kommt schon ein guter Betrag am Ende des Monats.
Würde mich gerne über eure Meinungen sowie Erfahrungen freuen, damit ich ein Input habe.

Danke !

hebdo
26.03.2022, 11:18
Der Verhandlungsspielraum ist sehr individuell. Ich bin zum gleichen Zeitpunkt in die Praxis gewechselt. Angebot war 5000€, letztendlich habe ich ohne Diskussionen 7500€ bekommen und nach 8 Monaten nochmal eine Zeitreduktion von 9h/Woche für das gleiche Gehalt ausgehandelt.

Kommt sehr auf das Fachgebiet, Praxisstruktur und vor allem Ort an. Ich würde auf keinen Fall erwähnen, dass du aus der Klinik „musst“. Ich habe beim Vorstellungsgespräch einfach gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob die ambulante Medizin das richtige für mich ist, die Klinikarbeit sehr spannend ist, ich mit Diensten 90.000/Jahr verdient habe und ich das Niveau halten möchte. Bis auf den Gehaltsaspekt natürlich alles eiskalt gelogen.

Ach ja, Alternativen als WBA im Umkreis von 50km kaum, Lage urlaubsregion etwa 30km von mehreren Grostädten und Unistädten, Gebiet Fachinternistisch konservativ, Wochenarbeitszeit vertraglich 46,5h, real vor Reduktion 52-54, 30 Urlaunstage.

GP1001
27.03.2022, 09:36
Also es kommt wirklich auf Fach und Workload an. Wir hatten auch einen WBA. Hat 60000 im Jahr ohne Dienste.

DrSkywalker
27.03.2022, 10:28
Eine unserer weiterbildungsassistentinen hat uns recht nassforsch hochgehandelt und dann auch noch schlechte Arbeit gemacht. War insgesamt eher ein Desaster und ich bin froh dass es beendet wurde.

Daher bitte: verhandeln ja, aber auch die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen können. Viel fordern führt dazu, dass der Arbeitgeber auch mehr erwartet.

Gute Kolleginnen sollen gut verdienen, aber es muss passen.

Bonnerin
27.03.2022, 22:12
Also es kommt wirklich auf Fach und Workload an. Wir hatten auch einen WBA. Hat 60000 im Jahr ohne Dienste.

Das kriege ich aktuell als Basisgehalt für 40h/Woche - ohne etwaige Sonderzulagen durch Homeoffice-Extravalidation am späten Abend oder frühen Morgen oder für spezielle Projekte o.ä., die ggf. on-top kommen.
Im letzten WB-Jahr (5) werde ich knapp über 70.000€ Basisgehalt verdienen.

Irgendwas zwischen 65.000 - 75.000€ würde ich an der Stelle des TE anpeilen, je nach Lage der Praxis...wenns mitten in der Pampa ist eher am oberen Ende...

GP1001
28.03.2022, 16:08
Nun viel mehr als das Basisgehalt ist bei uns nicht drin. Es gibt keine Dienste oder Sonderzulage. Weinhachtsgeld war ein halbes Monatsgehalt für den WBA. Die wenigen Überstunden, die anfallen, werden abgebummelt (aber nur stundenweise).

Nefazodon
28.03.2022, 16:52
Eine unserer weiterbildungsassistentinen hat uns recht nassforsch hochgehandelt und dann auch noch schlechte Arbeit gemacht. War insgesamt eher ein Desaster und ich bin froh dass es beendet wurde.

Daher bitte: verhandeln ja, aber auch die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen können. Viel fordern führt dazu, dass der Arbeitgeber auch mehr erwartet.

Gute Kolleginnen sollen gut verdienen, aber es muss passen.

So sehr ich die Enttäuschung über eine schlechte Mitarbeiterin verstehen kann, und auch verstehe dass Du es als Arbeitgeber in dieser Situation naturgemäß anders siehst, aber.....

meiner Meinung nach sollte man sich in Gehaltsverhandlungen als Angestellter in spe nicht den Kopf des Arbeitgebers zerbrechen...

Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele Mediziner, die am "Imposter-Syndrom" leiden und denken, sie wären nicht wert was sie verdienen....
deswegen sind die Gehälter auch oft zu niedrig.

Daher plädiere ich dafür, mit etwas Selbstbewusstsein in die Verhandlung zu gehen (zumindest dann, wenn die Praxis, mit der man verhandelt, nicht die einzige und letzte Option ist)

Edit: Nur als Input: Bekannte bzw. Freunde von mir haben in Praxen angefangen, nachdem sie ihren Facharzt hatten- Die haben als Fachärzte ein Standard-Oberarztgehalt (wie Kliniktarif) ausgehandelt, ohne Dienste und mit etwas geringerer Stundenzahl. Konservative Fächer.
Zumindest als frisch gebackener Facharzt scheint das gut möglich zu sein.
Als Weiterbildungsassistent im letzten Jahr würde ich dementsprechend versuchen, mindestens das Klinik Facharztgehalt (ohne Dienste) zu bekommen....und nach einem Jahr dann nachverhandeln...

GP1001
28.03.2022, 18:34
Edit: Nur als Input: Bekannte bzw. Freunde von mir haben in Praxen angefangen, nachdem sie ihren Facharzt hatten- Die haben als Fachärzte ein Standard-Oberarztgehalt (wie Kliniktarif) ausgehandelt, ohne Dienste und mit etwas geringerer Stundenzahl. Konservative Fächer.
Zumindest als frisch gebackener Facharzt scheint das gut möglich zu sein.


das ist durchaus üblich, oder auch gern etwas mehr als in der Klinik ohne Hintergrunddienste



Als Weiterbildungsassistent im letzten Jahr würde ich dementsprechend versuchen, mindestens das Klinik Facharztgehalt (ohne Dienste) zu bekommen....und nach einem Jahr dann nachverhandeln...


Na dann muss es schon gut passen.
WBAs haben in der Regel niedrigere Gehälter in der Praxis wegen fehlender Dienste und wegen Fehlen des FA Titels. Meine Erfahrung. Ihr dürft aber gerne verhandeln.

Nach Erreichen des FA-Titel natürlich nachverhandeln...versteht sich von selbst.

GP1001
28.03.2022, 18:43
Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele Mediziner, die am "Imposter-Syndrom" leiden und denken, sie wären nicht wert was sie verdienen....
deswegen sind die Gehälter auch oft zu niedrig.


Ich habs so erlebt:
Es gibt super fachlich und menschlich kompetente Fach-/und Oberärzte, aber die wissen in der Regel was an Gehalt sie bekommen können. Die menschlich inkompetenten, jedoch fachlich kompenten Kollegen übrigens leider auch. Soziale Kompetenz bringt nur bedingt Vorteile meines Eindrucks nach. Möglicherweise heutzutage etwas mehr als früher.

Es gibt super WBA, die eher zu wenig bekommen für die Leistung mit dem Tarifvertrag.
Es gibt eher faule-Low Performer WBA und Fach/ und Oberärzte, die nach Tarif bezahlt werden und damit auch sehr gut bedient (eher zu gut bezahlt) sind.

Christoph_A
29.03.2022, 06:18
Wir orientieren uns bei internistischen Assis am Tarifgehalt, dazu gibts, je nach Qualifikation noch ein paar Variable, die verhandelbar sind. AT für Nichtfachärzte machen wir jedoch nicht, da fehlt auch einfach der Mehrwert für unsere Praxis, der ein höheres Gehalt rechtfertigen würde.

GP1001
29.03.2022, 16:35
Das habe ich so auch erlebt, und damit ist das Gehalt ohne Dienste nunmal weniger. Monetäre Extrazulagen gibt's bei uns nicht. Wenn mehr Arbeit anfällt oder Sonderaufgaben in Off-Zeiten-->Freizeitausgleich.