Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenzzeit Geriatrie
Hallo ihr Lieben,
meint ihr, Geriatrie in einem kleinen Haus für den Start als Assistenzärztin ist eine gute Option?
Verbaut man sich damit die Option nochmal an der Uni durchzustarten?
Liebe Grüße
In der Inneren nehmen die auch an der Uniklinik jeden der Deutsch sprechen kann
dissection
06.04.2022, 23:05
Hallo ihr Lieben,
meint ihr, Geriatrie in einem kleinen Haus für den Start als Assistenzärztin ist eine gute Option?
Verbaut man sich damit die Option nochmal an der Uni durchzustarten?
Liebe Grüße
Alte Ängste. Beliebte Großstadt hier, Uniklinik, die Internisten nehmen verzweifelt jeden der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Umso beliebter sind Assistenzärzte die nicht isntant Leute killen weil sie nur gEfOrScHt haben
meint ihr, Geriatrie in einem kleinen Haus für den Start als Assistenzärztin ist eine gute Option?
Verbaut man sich damit die Option nochmal an der Uni durchzustarten?
1. Nein.
2. Nein.
Weil dir so viel wichtiges klinisches Wissen entgeht.
@davo: aber für ein Jahr??? ;-) als softer Einstieg in die Innere??
Hallo ihr Lieben,
meint ihr, Geriatrie in einem kleinen Haus für den Start als Assistenzärztin ist eine gute Option?
Verbaut man sich damit die Option nochmal an der Uni durchzustarten?
Liebe Grüße
1. Es ist eine mittelmäßige Option. Du hast in der Geri ein nicht so weites Spektrum an Krankheitsbildern. Normale Innere wäre ideal.
2. Nein
In der Inneren nehmen die auch an der Uniklinik jeden der Deutsch sprechen kann
Je nach Personalbedarf und Klinik. Allzuschwer ist es nicht, korrekt. Es ist ja auch kein "erstrebenswerter" Job, sondern ein notwendiges Übel um Facharzt zu werden und sei es nur das klinische Jahr für ein anderes Fach.
@GP101: würde dort eh nur ein Jahr arbeiten, also um einfach mal in den Klinikalltag reinzukommen und die Basics bezüglich Blutdruckeinstellung, COPD etc. zu lernen...
Könnte mir gut vorstellen Allgemeinmedizin zu machen oder mir die Zeit fachfremd auf Derma anrechnen zu lassen.
Colourful
10.04.2022, 21:15
Dafür finde ich das ok, ehrlich gesagt.
@Colourful: wieso nur OK??? finde das subjektiv einen super Einstieg, oder rede ich 's mir zu sehr schön? (will keine Karriere machen)
@GP101: würde dort eh nur ein Jahr arbeiten, also um einfach mal in den Klinikalltag reinzukommen und die Basics bezüglich Blutdruckeinstellung, COPD etc. zu lernen...
Könnte mir gut vorstellen Allgemeinmedizin zu machen oder mir die Zeit fachfremd auf Derma anrechnen zu lassen.
Ja du musst auch Notfälle (an)behandeln und vor allem erkennen können z.B. den komatösen Diabetespatient mit Erstdiagnose Typ I, den Herzinfarkt, das dekompensierte Vorhofflimmern, dekompensierte Herzinsuffzienz, Pneumonie, Lungenembolie, Niereninsuffizienz, Thrombose, Leberversagen usw. , das brauchst du auch als Hausarzt. Ich hab mich auch mal in ner Geri vorgestellt und der Chef meinte, ja das sehe ich ja dann auch in den Diensten (die Geri hat sich da an den Innere Diensten beteiligt).
ich kann nicht einschätzen, ob man das alles so regelmäßig in der Geriatrie sieht. Möglicherweise geht es in der Geriatrie eher darum etwas ältere Patienten möglichst wieder fit (soweit wie möglich) und medikamentös gut eingestellt zu bekommen in den 3 Wochen (der typische Geri-Aufenthalt).
Züschata
11.04.2022, 12:38
Würde mich auch interessieren wie andere das sehen. Ich stehe vor der gleichen Entscheidung, mit dem Unterschied, dass mein PJ 6 Jahre her ist und ich seither nicht somatisch gearbeitet habe. Ich könnte evt. in einer Geriatrie arbeiten, die keine weiteren internistischen Abteilungen hat, aber auch teilweise Notfallversorgung macht (in welchem Umfang weiß ich nicht). Man könne dort sämtliche Untersuchungen erlernen wie Sono, Endoskopie, Langzeit-EKG etc. lernen. Für mich wäre es ein Einstieg, da ich zugegebenermaßen etwas Bammel vor einer normalen Inneren hätte. Eigentlich würde ich gerne auf einer allgemeinen Inneren arbeiten, aber das gibt es bei uns in der Nähe nicht (wenn überhaupt noch).
Colourful
11.04.2022, 13:13
@Colourful: wieso nur OK??? finde das subjektiv einen super Einstieg, oder rede ich 's mir zu sehr schön? (will keine Karriere machen)
Weil ich auch finde, dass man schon ein paar mehr Notfälle und Krankheitsbilder sehen sollte, sowie GP1001 schrieb. Für Leute, die pünktlich gehen müssen und nicht so wahnsinnig belastbar sind, ist das gut. Alle anderen können meiner Meinung nach auch ein Jahr Innere machen.
Bender B. Rodriguez
11.04.2022, 17:53
Wird Geriatrie eigentlich überhaupt angerechnet? Eigentlich muss man doch allgemeine Innere oder eine der Subdisziplinen machen. Und da gehört Geriatrie als Zusatzbezeichnung gar nicht dazu.
Davon abgesehen finde auch ich, dass man lieber "richtige" Innere machen sollte. Da sieht man doch allein durch die Notaufnahme deutlich mehr Notfälle und auf den Stationen liegen krankere Patienten. Und um gut Geriatrie zu betreiben benötigt man meines Erachtens auch etwas internistische Erfahrung. Da geht es ja auch sehr darum z.B. Medikationen altersgerecht anzupassen.
vielen lieben Dank für eure Antworten und hilfreichen Meinungen :-bee
denkt ihr, bei einem Jahr in einer Spezialisierung lernt man so viel mehr?
Im 1. Jahr kommt man doch nur in sehr kleinen Häusern auf die Notaufnahme?
Internistisches Akuthaus ist zum Start viel besser. In der Geriatrie oder der Reha anzufangen, weil man Angst vor dem Akuthaus hat, bedeutet letzten Endes für die meisten Kollegen nur, dass sie während dieser Zeit durchgehend Angst haben (und behalten), in Situationen zu kommen, mit denen sie überfordert sind, und dabei auch tatsächlich sehr viel geringere Fortschritte machen als wenn sie in einem Akuthaus angefangen hätten. Gleichzeitig hat man in der Geriatrie in der Realität viel geringeren Support als in einem Akuthaus, *wenn* es tatsächlich mal um etwas geht. In der Geriatrie oder Reha bist du im Dienst üblicherweise alleine mit allem, kannst gegebenenfalls den Hintergrund anrufen, der mehr oder weniger hilfreich ist. In einem Akuthaus bist du in der Inneren nie alleine, da gibts immer noch notfalls einen Kollegen von der Intensivstation oder einen erfahreneren Kollegen aus der Chirurgie oder einen Anästhesisten und vor allem auch erfahrenes Pflegepersonal. In der Reha oder Geriatrie kann es dir passieren, dass du Nachtdienst für 80 Patienten hast mit Ulf, 56, seit 20 Jahren nicht mehr in der Akutpflege gearbeitet, und Maria, 43, seit der Ausbildung nicht mehr in der Akutpflege gearbeitet, weil sie das nicht aushält. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Team, wenn es da dann wirklich mal einen Notfall gibt.
Den Gedanken, sich mit Reha oder Geriatrie einen "sanften Einstieg" zu machen, kann ich verstehen. Ich habe mich aus der gleichen Angst heraus nach dem Examen auch bei einer Reha beworben, mich dann aber zum Glück fürs Akuthaus entschieden. Die Kollegen, die in er Reha oder Geriatrie angefangen haben, hatten es meiner Meinung nach schwerer als ich, und ihre Ängste haben sie behalten. Übrigens: Nach einem Jahr wird die Angst, in ein Akuthaus zu wechseln, nur größer geworden sein. Da bedeutet der Wechsel nämlich dann zusätzlich einen Neuanfang. Man hat 1 Jahr Geriatrie / Reha gemacht, dabei immer noch das Gefühl, überfordert zu sein, wie soll man da die Arbeit im Akuthaus schaffen? So werden dann die Gedanken sein.
Geh ins Akuthaus. Dort ist der Support durch erfahrenere Kollegen zwangsläufig viel enger ist als in jeglicher Art von Reha/Geriatrie, und die Lernkurve wirklich *sehr* viel steiler.
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