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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehäuftes Auftreten von Phlebitiden



FairMagic
13.04.2022, 17:06
Hallo zusammen,

mir wurde heute vom Oberarzt mitgeteilt, dass auf Station gehäuft oberflächliche Venenentzündungen aufgetreten seien. Viel mehr als die Info, ein bedrücktes "ich weiß ja nicht, wie du es mit dem Desinfizieren hast" und dass das Ganze sehr bedauerlich sei, kam nicht.


Ich bin leider wirklich nicht gut im Blutabnehmen und PVK legen.
Oft muss ich mehrfach punktieren, auch bei guten Venenverhältnissen. Oft taste ich keine Venen, wo andere welche tasten. Bei PVKs habe ich den Eindruck, mir gelingt das Vorschieben des Katheters über den Stahlmandrin überdurchschnittlich häufig nicht, sodass ich auch dort neu punktieren muss.
Diesbezüglich habe ich mir schon so oft Tipps geben/zeigen lassen, aber wirklich verbessert habe ich mich eher nicht. Was ich mittlerweile jedoch sehr gut kann, ist den Patienten bei Mehfachpunktionen bei Laune zu halten und diese dann auch toleriert werden.

Die ganze Thematik hat mich schon immer gestört und beschäftigt mich auch regelmäßig, vor ein paar Monaten noch mehr als heute. Ich habe auch schon für mich akzeptiert, dass mir das alles nicht so liegt wie anderen.

Jetzt kam heute die nette Botschaft vom Oberarzt...
Das geht mir jetzt schon durch den Kopf, zumal ich immer von mir dachte, dass ich sehr gewissenhaft arbeite.
Ich desinfiziere immer, drücke nach der Punktion noch selber eine halbe bis ganze Minute drauf, verbinde dann und bitte den Patienten noch, selbst 1-2 Minuten moderat weiterzudrücken.

Ich weiß einfach nicht, was ich anders machen kann.

Geht es wem da ähnlich?
Würde mich über ein paar Erfahrungen oder nette Worte sehr freuen.

:-stud:-dance

FairMagic
13.04.2022, 17:07
Als kleine Ergänzung noch: Bin aktuell der einzige PJler auf Station und mache daher alle Blutentnahmen und lege alle PVKs.

Jul4ik
13.04.2022, 18:30
Was mir jetz so spontan einfällt. Du sagtest ja, dass du beim vorschieben Schwierigkeiten hast… vielleicht kommst du da mehr oder weniger an sterile stellen des Plastikkatheteres, welche dann „kontaminiert“ in der Vene des Patienten landen?
Ansonsten ist glaub das Motto „Übung macht den Meister“ Programm.
Hast du dir mal „unterschiedliche“ Techniken zeigen lassen?
Ich hab mal bei nem Allgemeinmediziner nen coolen Trick gezeigt bekommen, wenn du mal spontan keine Vene findest. Einfach mit der Blutdruckmanschette einbisschen über den diastolische Druck stauen und dann klappts meist auch bei nicht so guten Venenverhältnissen. Ich hab mit der Zeit das Beste von allem für mich zusammengebastelt.
Ich glaube jeder hat mal Tage an denen es läuft und an anderen eben nicht so..

Panarteriitis nodosa
13.04.2022, 18:52
Einmal vor einem geübten PJler oder Arzt vormachen und Feedback geben lassen. Ebenso auch mit einem geübten mal zusammen am Patienten Blut abnehmen oder Viggo legen

davo
14.04.2022, 05:44
Vielleicht liegt es ja wirklich einfach am Desinfizieren? Beachtest du die Einwirkzeit? Stellst du sicher, dass du zwischen Desinfektion und Punktion nicht mehr herumtastest? Usw.

Zuerst mal die Basics klären, bevor du dir sehr viele Gedanken über technische Feinheiten machst.

nie
14.04.2022, 08:21
Hat dir mal jemanden bei Blutabnehmen/Viggo legen zugeschaut. Hatte nämlich auch auch Studenten, die dachten sie machen alles richtig und beherzigen alle Tipps und dennoch klappt es irgendwie nicht. Da kamen teilweise ganz grundlegende Fehler zutage wenn man mal draufschaut. Wo den Leuten gar nicht klar ist, dass das falsch ist.

Anne1970
14.04.2022, 10:52
Wer macht den die BE, wenn kein PJ da ist? Find es schwierig, alles einer Person zu überlassen. Gemeinsam BE (nach dem Motto „see one, so one, teach one“) wäre netter …

Bonnerin
14.04.2022, 13:55
Das klingt schonmal nach einem Haus, in dem man nicht sein PJ machen sollte, wenn man so offensichtlich als PJ der Blutentnahme-Depp ist.

Ich hatte im Innere-Tertial (1. Tertial) auch teilweise echt Probleme, die beiden anderen PJs (1. bzw. 3. Tertial) waren aber nochmal schlechter, sodass sich halt auch mal ein:e Arzt:in bequemen musste, bei einem schwierigen Patienten selbst zu stechen.
Da habe ich auch nur blaue und gelegentlich rosa Viggos gelegt.
Im 2. Tertial, Anästhesie, bekam ich direkt die grünen in die Hand gedrückt. Da war bei der Anlage meist auch die Pflegekraft oder Arzt:in im Einleitungsraum und die Lernkurve war deutlich steiler. Am Ende konnte ich sehr sicher grün und auch selten grau legen. Das hat dann damit geendet, dass ich im 3. Tertial zu den Patient:innen geschickt wurde, bei denen die Stationsärzte selbst nix getroffen haben.

Nimm eine:n Arzt:in mit, mit dem du dich gut verstehst und der nicht direkt rumpflaumt, wenn was nicht sofort klappt. Er/sie soll mal mitschauen, ob und wo man Verbesserungsbedarf sieht. Für mich war ein großer Aha-Moment, als mir ein OA mal nebenbei erklärt hat, dass es 2 grundlegende Techniken für Viggos gibt - beim Eintritt in die Vene noch mit Stahlmandrin etwas Vorschieben und dann das Mandrin ziehen oder nach Eintritt nur noch ein Millimeterchen nach vorne und dann das Mandrin quasi halten und den Schlauch sanft nach vorne über das fixierte Mandrin in die Vene schubsen. Technik Nr. 2 hat bei mir viel besser geklappt und die Erfolgsquote ist massiv angestiegen.

Bei der Desinfektion immer tasten, sprühen, wischen und dann nochmal sprühen und einwirken lassen. Ansonsten auch mal bei der Pflege schauen, ob die immer die Hygiene beachten, wenn sie Infusionen anhängen, da hab ich in 2, 3 Fällen auch schon sehr lockere Interpretationen gesehen.

throni
14.04.2022, 15:55
Kann vielleicht auch einfach Zufall sein, oder? Bei gewöhnlichen Blutentnahmen kommt es im Allgemeinen höchst (!) selten zu Entzündungen, auch bei unsachgemäßer Desinfektion. Bei Flexülen natürlich schon eher. aber ehrliche gesagt, ich ertappe mich immer dabei, dass ich im Stress leider oft sehr unzureichend desinfiziere, und trotz langer Tätigkeit im Gero-Bereich kann ich mich an kaum eine Phlebitis erinnern. Phlebitiden nach Blutentnahmen hab ich noch nie gesehen. Solange du halbwegs ordentlich arbeitest, dürfte das eigentlich kein so großes Problem sein.

anelanna
23.04.2022, 15:23
Da tippe ich eher drauf, dass die Viggos vor oder nach dem anhängen einer Infusion nicht steril genutzt werden. Unsere Pflege schnürt den armen Patienten auch fast den Arm ab mit dem Verband, und dann bleiben die Dinger einfach im Arm liegen wenn sie nicht mehr gebraucht werden