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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stillen und Arbeit in der Klinik



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Bender B. Rodriguez
11.04.2025, 06:28
Keine Sorge. Niemand wird hier ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Prämedikation ist was Gefährdungen betrifft letztlich ein Büroarbeitsplatz.

Daran kann auch der Marburger Bund nichts ändern. Und ich glaube auch nicht, dass von der Seite Interesse besteht da zu unterstützen.

crossie
14.04.2025, 20:21
Ich persönlich finde es asozial, dass die Einkommensgrenzen fürs Elterngeld noch weiter gesenkt wurde. Aber das nur am Rande.

Wie sollte das denn praktisch funktionieren mit dem Stillen in der Ambulanz? Sitzt der Vater dann 8 Stunden im Nebenzimmer und reicht das Kind dann alle zwei/drei Stunden rüber? Oder kommt mit dem Kind jeweils von von Zuhause angereist?

abcd
14.04.2025, 21:07
Das BV ist ja nicht dazu da Stillen zu ermöglichen, sondern Gefährdungen zu vermeiden. Wenn man ausschlielßlich stillen möchte, ist Elternzeit eine Möglichkeit. Wer nicht ausschließlich stillen möchte, kann bei der Arbeit abpumpen. Ich habe aber auch schon das "Bringmodell" erlebt (allerdings nicht direkt im Anschluss an den Mutterschutz).

Odile1
24.04.2025, 16:35
Ihr Problem ist dass Prämed gehen würde was sie nicht will, denn die will bei scheinbar hohem Einkommen sich winden und zu Hause bleiben im ersten Jahr nach der Geburt und trotzdem volles Gehalt bekommen weil sie sagt eigentlich würde ich ja arbeiten wollen aber da ich stille geht es nicht.Anstatt einfach zu sagen ich mache ein Jahr Elternzeit und fertig.Das es kein Elterngeld mehr für diese Einkommensbereiche gibt ist nicht erst seit 1 Monat gewiss.Ich finde es zum Kotzen.Am Besten noch im Still-BV dann 2 Monate Urlaub im Ausland machen.
Sorry das ist meine Meinung vielleicht nicht politisch und diplomatisch korrekt aber das musste jetzt raus.

Ich habe mir schon fast gedacht, dass solche oder ähnliche Antworten kommen könnten. Ich muss mich nicht rechtfertigen, möchte nur eine andere Perspektive aufzeigen: die Einkommensgrenze bezieht sich auf unser zusammen berechnetes Einkommen des Vorjahres. Ich bin bei uns die Hauptverdienerin, mein Mann verdient nur einen Bruchteil meines Gehalts, da er noch studiert. Wir fallen also leider nicht auf ein trotzdem hohes Gehalt zurück. Mir war das vor der Schwangerschaft klar und wir würden irgendwie über die Runden kommen - aber auch ohne 2 Monate Urlaub im Ausland wären wir schnell am finanziellen Limit. Wir werden sicher nicht verhungern, trotzdem finde ich es legitim, sich zumindest über Alternativen zu informieren. Wie auch immer andere das werten möchten.

Die Arbeit in der Prämed ist meiner Meinung nach nur bedingt vergleichbar mit einem Bürojob. Bei uns sind die Patienten bei Vorstellung noch nicht auf Infektionen getestet worden und es bleiben trotzdem Aerosole. Ich bräuchte also zumindest einen extra Raum fernab vom Patientenkontakt zum Stillen. Und ob das wirklich alles so kompatibel mit einer durchgetakteten Sprechstunde ist, ist ja auch noch die Frage.
Ich danke auf jeden Fall allen für ihren Input und werde mich im nächsten Schritt mit meinem Chef zusammensetzen und verschiedene Optionen diskutieren,

Bender B. Rodriguez
24.04.2025, 16:49
In nem Büro gibt's auch Aerosole. Und die Kollegen und Kunden sind auch dort nicht auf Infektionen (welche meinst du eigentlich?) getestet. Du kannst ne Maske tragen wenn du diesbezüglich Sorge hast.

Durchgetaktete Sprechstunde ist das Problem deines Arbeitgebers. Sollte der wider Erwarten keine Stillpausen und keinen adäquaten Ruheraum organisieren können, könnte ein BV tatsächlich die Lösung sein.

Die Kürzung des Elterngeldes ist eine Frechheit, da sind wir uns einig. V.a. in deiner Konstellation. Und kontraproduktiv wenn man möchte das Akademiker mehr Kinder bekommen.

Andererseits: wenn du als Alleinverdiener schon über die Grenze kommst, wäre das Elterngeld (Höchstsatz knapp 36000,-/a) auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Der Verlust wäre auch mit Elterngeld immens. Vielleicht hilft dieses Mindset ja ein bisschen.

Odile1
24.04.2025, 17:04
Masern bleiben ja z.B. meines Wissens nach bis zu zwei Stunden als Aerosol vorhanden, auch wenn der Patient den Raum bereits verlassen hat. Wir haben ein großes Flüchtlingszentrum bei uns im Einzugsgebiet und immer mal wieder Patienten, die im Nachhinein mit einer Infektion auffallen, Ich habe natürlich eine ausreichende Immunisierung, weswegen mir das in der Schwangerschaft keine Sorgen bereitet, aber in der Stillzeit schon eher.
Ich komme nicht als Alleinverdiener über die Grenze, aber wir zusammen mit meinem vollen Gehalt eben schon. Die 1800€ monatlich wären natürlich nur ein geringer Anteil davon gewesen, hätten uns die Zeit aber trotzdem deutlich vereinfacht. Aber das Gesetz ist jetzt nun mal geändert worden, da hilft aller Ärger nichts. Mir geht es auch nicht darum, eine Leistung zu erschleichen oder für Nicht-Arbeiten Geld zu bekommen. Aktuell arbeite ich z.B. auch noch, obwohl meine sehr kulante Gyn mir angeboten hat, mich jederzeit während der Schwangerschaft ins BV zu schicken. Ein mögliches Still-BV muss aber der Arbeitgeber aussprechen.