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tsb001
23.04.2022, 10:45
Denke, an dem Spruch:“finde eine Tätigkeit, die dich begeistert und du wirst nie wieder arbeiten“, ist einiges richtig.
Das ist ein weites Feld. Ich muss herausfinden, was mir wichtig ist, wo ich meinen „Flow“ finde. Dass das auch ( mindestens zeitweilig) sehr anstrengend sein kann, widerspricht dem nicht.
Persönlich halte ich für mich z.B. den Begriff „Work-Life-Balance“ für falsch. Ich möchte den ganzen Tag „leben“. Was für mich heißt zufrieden, glücklich, überwiegend begeistert zu sein.

Oft geht es darum, wo ich „gut aufgehoben“ bin. Dass ein Süßwasser-Fisch nicht ein Salzwasser-Aquarium passt, ist nicht die Schuld des Fisches aber auch nicht des Aquariums.
Um den richtigen Platz für dich zu finden ( und das kann sich im Leben auch ändern, da man sich ja entwickelt- oder die Umgebung sich ändert) braucht es einen gewissen Aufwand.
Was „gute Medizin“ angeht: Mir hat der Gedanke gefallen, dass ich die Ärztin werden wollte, die ich mir für meine geliebten Menschen ( z.B. Familien-Mitglieder ) wünschen würde.


Stimme ich ebenfalls vollumfänglich zu. Work-Life Balance hin oder her, aber ich möchte gerne zur Arbeit gehen wollen und das geht nur, wenn zumindest etwas Spaß und Interesse da ist.

tsb001
23.04.2022, 10:52
Hallo zusammen,
danke für Eure Antworten. Die Frage ist natürlich etwas überspitzt formuliert :). Ich bin momentan in der Chirurgie und ich muss jeden Tag meinen inneren Schweinehund aufs neue überwinden. Das heißt nicht, dass ich keine Arbeit leiste bzw. von jeder OP mich wegducke. Es kostet mich nur sehr viel Überwindung.

1) Arbeitsbeginn vor 7 Uhr finde ich furchtbar.
2) Länger als 2 Stunden im OP Saal mit Bleischürze zu stehen, ist sehr anstrengend für mich.. z.B. wenn ich bei einer OP, die länger als 4 Std. dauert, eingeteilt bin, bin ich für den Rest des Tages physisch ausgelaugt.
3) Die Mit-PJler bleiben regelmäßig länger als die vorgeschriebene Arbeitszeit; angeblich aus Interesse. Ehrlich gesagt, mich interessiert kein Fach der Welt so stark, dass ich freiwillig 1-2 Std. länger pro Tag leiste (und das für 350 Euro pro Monat...). Falls dann später die Zeiten einigermaßen erfasst sind, ok.
4)Ich finde mein privates Leben schöner als die Arbeit im Krankenhaus. Ist das so verwerflich/falsch? Ich glaube, ich finde keine Fachrichtung, die mich soooo begeistert.
5)Ich will nicht mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten.

Also zusammendfassend finde ich den körperlichen Teil anstrengend. Briefe schreiben, rumtelefonieren und klassische Stationsarbeit machen mir sogar Spaß. Operativ oder interventionell kann ich mich leider null begeistern. Das erste Innere Tertial war extrem gut und hat mir theoretisch Spaß gemacht. Die Nachtdienste waren aber für die Assistenzärzte häufig und auch belastend.


Hi @im86
Was wird denn dein Wahltertial?
Du schaffst das, noch ein Tertial! :)
Warte am Besten alle Tertiale ab, sodass du ähnlich wie bei mir dann alle Tertiale evaluieren und vergleichen kannst.
Bis jetzt hört man eben raus, dass dir das interventionelle nicht so viel Spaß macht.
Und ich denke du musst auch nicht DIE Leidenschaft für EIN Fach haben. Du kannst das ganze ja auch etwas "pragmatischer" angehen und dein späteres Ärzte-Dasein auch erstmal einfach als "Beruf" ansehen, und du dir das aussuchst, was dir zumindest etwas Spaß macht.

Bonnerin
23.04.2022, 11:20
Hallo zusammen,
danke für Eure Antworten. Die Frage ist natürlich etwas überspitzt formuliert :). Ich bin momentan in der Chirurgie und ich muss jeden Tag meinen inneren Schweinehund aufs neue überwinden. Das heißt nicht, dass ich keine Arbeit leiste bzw. von jeder OP mich wegducke. Es kostet mich nur sehr viel Überwindung.

1) Arbeitsbeginn vor 7 Uhr finde ich furchtbar.
2) Länger als 2 Stunden im OP Saal mit Bleischürze zu stehen, ist sehr anstrengend für mich.. z.B. wenn ich bei einer OP, die länger als 4 Std. dauert, eingeteilt bin, bin ich für den Rest des Tages physisch ausgelaugt.
3) Die Mit-PJler bleiben regelmäßig länger als die vorgeschriebene Arbeitszeit; angeblich aus Interesse. Ehrlich gesagt, mich interessiert kein Fach der Welt so stark, dass ich freiwillig 1-2 Std. länger pro Tag leiste (und das für 350 Euro pro Monat...). Falls dann später die Zeiten einigermaßen erfasst sind, ok.
4)Ich finde mein privates Leben schöner als die Arbeit im Krankenhaus. Ist das so verwerflich/falsch? Ich glaube, ich finde keine Fachrichtung, die mich soooo begeistert.
5)Ich will nicht mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten.

Also zusammendfassend finde ich den körperlichen Teil anstrengend. Briefe schreiben, rumtelefonieren und klassische Stationsarbeit machen mir sogar Spaß. Operativ oder interventionell kann ich mich leider null begeistern. Das erste Innere Tertial war extrem gut und hat mir theoretisch Spaß gemacht. Die Nachtdienste waren aber für die Assistenzärzte häufig und auch belastend.

Das klingt ja jetzt doch irgendwie anders und nach etwas, wo man mehr mit arbeiten kann als nur "faul".

Vor 7 Uhr arbeiten ist auch echt blöd, das kann ich verstehen. Passt auch nicht zu meinem Biorhythmus. Kann ich absolut nachvollziehen, dass man das nicht machen möchte.

Für die akute Situation: Kleines Haus, viel Ortho/Unfall? Oder ein großes Haus, wo du vielleicht in eine andere chirurgische Abteilung rotieren könntest? In der VCH oder HCH hat man tendenziell weniger Eingriffe, die Bleischürzen erfordern (zumindest hat mir das mein PJ und meine Zeit in der Anästhesie gezeigt). Wie lange musst du noch und was ist das Wahltertial? Kannst du dich mit dem Gedanken, dass dir das Fach vermutlich besser gefällt noch durch die Durststrecke bringen?

Langfristig würde ich mal sagen, dass du mit "keine Interventionen, keine OPs" schon auf einem für dich richtigen Weg bist.

Anästhesie würde ich dann auch definitiv nicht empfehlen, auch wenn die Arbeitszeiten da eigentlich sehr gut planbar sind.
Auch die Innere/* Subdisziplinen haben ja durchaus interventionelle Anteile (Herzkatheter, Gastro/Kolo etc.), da solltest du schauen, was dir da langfristig vielleicht zusagt. Ansonsten denke ich bei deinem Text an folgende Fachrichtungen:

- Allgemeinmedizin: 1-2 Jahre allgemeine Innere, noch 1 Jahr was anderes und dann die 2 Jahre in die Praxis. Patientenkontakt, planbare Arbeitszeiten, nicht wirklich Interventionen o.ä.

- Arbeitsmedizin: auch hier allgemeine Innere und dann ab in das ambulante Setting. Einige caveats in der Weiterbildung, gerade, wenn man einen breit aufgestellten AG hat (BÄD, TÜV) hat man oft Außendienst. Aber auch hier keine Interventionen, mehr Verwaltungskram. Als FA (gerade, wenn man an Unis o.ä. arbeitet) durchaus gute Arbeitszeiten.

- Psychiatrie oder Psychosomatik: Wenn dir das Psych-Gebiet liegt, dann wärst du sicher auch hier gut aufgehoben

- ÖGD: Wenn dich Gehaltseinbußen im Vergleich zur Klinik nicht so stören, dann wäre auch das einen Blick wert.

Heerestorte
23.04.2022, 13:37
.

- Arbeitsmedizin: auch hier allgemeine Innere und dann ab in das ambulante Setting. Einige caveats in der Weiterbildung, gerade, wenn man einen breit aufgestellten AG hat (BÄD, TÜV) hat man oft Außendienst. Aber auch hier keine Interventionen, mehr Verwaltungskram. Als FA (gerade, wenn man an Unis o.ä. arbeitet) durchaus gute Arbeitszeiten.

-

Je nach Bundesland muss man einfach zwei Jahre unmittelbare stationäre Patientenversorgung für Arbeitsmedizin machen und nicht unbedingt Innere. Auch wenn das vermutlich für die Grundlagen am sinnvollsten wäre.

Und ja, ich habe auch so den Eindruck, dass man sich mit Arbeitsmedizin oder ÖGW am ehesten eine "faule" Nische suchen und eine ruhige Kugel schieben kann.

Bonnerin
23.04.2022, 13:56
Je nach Bundesland muss man einfach zwei Jahre unmittelbare stationäre Patientenversorgung für Arbeitsmedizin machen und nicht unbedingt Innere. Auch wenn das vermutlich für die Grundlagen am sinnvollsten wäre.


Naja, da die fragende Person wenig für Operatives und/oder Interventionen übrig hat, fällt schonmal viel raus. Aber Kombis wie ein Jahr Innere/1 Jahr Psych wären sicher auch möglich, das stimmt.

cartablanca
23.04.2022, 15:09
Ich versteh auch nicht warum die Arbeit unbedingt um 7 uhr anfangen muss. Je nachdem wie lang man fährt muss man dann um 5 aufstehen. Das ist mehrere Stunden vor Sonnenaufgang und kann nur unnatürlich sein. Find ich völlig bescheuert. Da muss man sich nicht wundern, wenn Einige morgens zu spät kommen. In Amerika ist 9 to 5 Standard.

Rahmspinat
23.04.2022, 15:19
Ich versteh auch nicht warum die Arbeit unbedingt um 7 uhr anfangen muss. Je nachdem wie lang man fährt muss man dann um 5 aufstehen. Das ist mehrere Stunden vor Sonnenaufgang und kann nur unnatürlich sein. Find ich völlig bescheuert. Da muss man sich nicht wundern, wenn Einige morgens zu spät kommen. In Amerika ist 9 to 5 Standard.

Das ist Unsinn. In der Medizin in Amerika ist alles, aber sicher kein 9 to 5 Standard. Weiß nicht wo du die Falschinfo her hast.

cartablanca
23.04.2022, 18:36
Das ist Unsinn. In der Medizin in Amerika ist alles, aber sicher kein 9 to 5 Standard. Weiß nicht wo du die Falschinfo her hast.

Ich meinte damit dass man um 9 anfängt. Um 5 hörts sicherlich nicht auf. Meine Angehörige arbeitet von 9 bis 8.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nine_to_Five

juke5489
23.04.2022, 18:46
Die Amis fangen zumindest in der Medizin auch nicht um 9 an. Ein Kumpel von mir war bei regulärem Arbeitsbeginn um 07:30 regelhaft und 6:00 Uhr da um die Visite vorzubereiten und andere Vorbereitungen zu treffen. Anders wäre die Arbeit nicht zu bewältigen gewesen. Ende war dann auch deutlich nach 5.

Nilani
23.04.2022, 20:47
Das sind dann wieder so Sätze wo man sich überlegt "soll ich jetz drauf antworten?". Denn einerseits ist die Aussage einfach ein völliger Schmarrn, sollte daher auch für jeden Außenstehenden einfach als Schmarrn erkennbar sein, andererseits könnte es auch Leute geben die das glauben. Und das wäre dann schlimm. Also antworte ich doch: diese Aussage ist sowohl in ihrer Pauschalität als auch inhaltlich Schmarrn.
Korrekt wäre: Je nach Gegend, Klinik und Abteilung ist die Assistenzarztzeit in Innere oder Chirurgie aufwändiger.

Und eines sollte man auch nicht vergessen: in der Chirurgie gibt es regelmäßig Eingriffe die nicht um 16 Uhr enden. Und ich kenn genug Abteilungen in denen es den Assistenzärzten entsprechend angekreidet wurde, wenn die sich auslösen ließen. Da hieß es sehr schnell "der hat kein Interesse" und die weitere Förderung ging rapide bergab...

Also als ich in meiner 1. Klinik gearbeitet habe, hatten wir Chirurgen tatsächlich ein recht entpanntes Leben im Vergleich zu den Internisten. Eine Station mit 6 Assistenten, im Dienst noch die Allgemeinchirurgie, NA und ggf. OP. Die Internisten hatten 4 oder 5 Stationen plus ihre eigene IMC und Notaufnahme. Die sind wirklich krass rotiert. Wir Chirurgien haben in 80-90% der Fälle Mittagspause gemacht (gestaffelt, war halt kleine Klinik, aber ging schon). Die Anästhesisten haben auf ihren püntklichen Feierabend bestanden, max. 1 Saal durfte über 16 Uhr drüber und selbst da wurde schon gemeckert. Die Internisten taten mir damals echt leid, sie haben dann irgendwann auch auf 12h-Schichten gewechselt. Sie hatten auch nachts definitiv und regelmäßig weniger Schlaf als wir Chirurgen. Ist sicher nicht überall so, aber mich hat das so abgeschreckt damals, dass ich auf keinen Fall irgendwann in der Inneren anfangen wollte.


anignu, das nenne ich Effizienz, nicht Faulheit.
In der Psychomedizin kann man sehr faul sein, ohne dass es besonders auffällt, im Gegensatz z. B. zur Chirurgie (übrigens lese ich gerne deine differenzierten und begeisterten Beiträge aus deinem Fachgebiet). Gute Medizin kommt bei dieser Art Faulheit natürlich nicht heraus. Hinter den vielen Besprechungen und "Visionen" steht nämlich oft irgendeine Geschäftigkeit, aber nicht unbedingt Qualitätssuche und schon gar nicht Effizienz.

Schon Bill Gates hat gesagt „Ich wähle eine faule Person aus, um einen harten Job zu machen. Weil ein fauler Mensch einen einfachen Weg finden wird, es zu tun.“
Ich würde mich in dieser Hinsicht auch so sehen wie Anignu. Ich hab Arbeitszeit auf 90% reduziert und mache weniger Überstunden, als meine Kollegen mit 40h, eben weil ich meine Arbeitszeit organisiere und tatsächlich zu faul bin für Überstunden und gar keinen Bock habe, entweder früh eher zu kommen, abends länger zu bleiben, oder ... am allerschlimmsten ... am Wochenende in der Klinik aufzutauchen ohne Dienst. Bei uns liegt es halt phasenweise am Schreibkram (Reha-Klinik) und teilweise an den Vertretungen. Ich mag meinen Job, aber eben zu bestimmten Bedingungen.
Als PJler, der sich nicht mal für das Fach interessiert, bin ich auch nicht länger geblieben, es sei denn, es gab wirklic mal was spannendes im OP oder der Notaufnahme. Aber nachmittags stand eh meist nur Routine an ... kann mich nicht erinnern, dass wir PJler da regelmäßig nach Feierabend geblieben sind (und ich hatte Chirurgie + Ortho als Wahlfach)

anignu
24.04.2022, 00:13
Sie ist deiner Meinung nach Schmarrn und meiner Erfahrung nach richtig...
Es ist eine undifferenzierte Einzelmeinung, die man eben als das was sie ist (undifferenzierte Einzelmeinung) kennzeichnen und der man in ihrer Pauschalität widersprechen muss.

Ist sicher nicht überall so, aber mich hat das so abgeschreckt damals, dass ich auf keinen Fall irgendwann in der Inneren anfangen wollte.
Genau. Und in meiner letzten Klinik waren die Chirurgen nie Mittagessen und kein Internist (mit Ausnahme des Dienstarztes) nach 16 Uhr erreichbar. Während mindestens die Hälfte der Abteilung um 16 Uhr noch im OP steckte, ein paar in der "aus Versehen" überbuchten Ambulanz und die Station irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr langsam aufgeräumt war. Daher plädiere ich für eine differenzierte Betrachtungsweise. Es kommt auf das Fach, die Klinik und die Abteilung an.

1) Arbeitsbeginn vor 7 Uhr finde ich furchtbar.
2) Länger als 2 Stunden im OP Saal mit Bleischürze zu stehen, ist sehr anstrengend für mich.. z.B. wenn ich bei einer OP, die länger als 4 Std. dauert, eingeteilt bin, bin ich für den Rest des Tages physisch ausgelaugt.
3) Die Mit-PJler bleiben regelmäßig länger als die vorgeschriebene Arbeitszeit; angeblich aus Interesse. Ehrlich gesagt, mich interessiert kein Fach der Welt so stark, dass ich freiwillig 1-2 Std. länger pro Tag leiste (und das für 350 Euro pro Monat...). Falls dann später die Zeiten einigermaßen erfasst sind, ok.
4)Ich finde mein privates Leben schöner als die Arbeit im Krankenhaus. Ist das so verwerflich/falsch? Ich glaube, ich finde keine Fachrichtung, die mich soooo begeistert.
5)Ich will nicht mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten.

Also zusammendfassend finde ich den körperlichen Teil anstrengend. Briefe schreiben, rumtelefonieren und klassische Stationsarbeit machen mir sogar Spaß. Operativ oder interventionell kann ich mich leider null begeistern. Das erste Innere Tertial war extrem gut und hat mir theoretisch Spaß gemacht. Die Nachtdienste waren aber für die Assistenzärzte häufig und auch belastend.
Na schau, das sind doch mal Aussagen mit denen man was anfangen kann.
zu 2: man gewöhnt sich dran. Klar ist es anstrengend, aber man gewöhnt sich dran. Soll jetzt nicht heißen, dass ich dich dazu überreden will, aber es wird im Laufe der Zeit viel weniger anstrengend.
zu 3: ich bin in Chirurgie auch täglich länger geblieben, weil es mich tatsächlich interessiert hat, und hab mich in Innere eher frühzeitig vom Acker gemacht. Eher wenig Interesse, eher wenig Teaching etc. Find ich nicht verwerflich, ist halt so.
zu 4: ich finde mein privates Leben auch schöner. Wobei es auch mit oder durch die Arbeit sehr schöne Zeiten gibt... aber ich schau schon auch dass ich in der Arbeit Arbeitssachen mach und zu Hause nur private Sachen.
zu 5: versteh ich voll. Wobei ich dir da empfehlen würde dies als "mittelfristiges Ziel" zu sehen. Im Rahmen der Assistenzarztzeit kann es vorkommen dass du z.B. wegen Diensten oder angeordneten Überstunden mehr arbeiten wirst, dann immer sofort zu gehen finde ich persönlich nicht zielführend im Hinblick auf eine zügige Fertigstellung des Facharztes. Danach stehen dir die Türen offen zu reduzieren, in eine Praxis zu wechseln oder was auch immer...

Wenn die interventionell und OP keinen Spaß machen und Briefe schreiben, rumtelefonieren und klassische Stationsarbeit schon, dann versuch dich doch in der Inneren. Aber halt in einer Abteilung in der 1-4 Überstunden am Tag nicht die Regel sind!

Nina1996.
02.05.2022, 15:53
Ich kann dich so gut verstehen, ich mache mir zur Zeit ähnliche Gedanken 😕
Ich möchte nur einwerfen, dass dir ja Familienvereinbarkeit wichtig war und bei Gyn sollte man auch bedenken, dass je nach Klinik extrem viele Dienste (ca 1,5 die Woche dort wo ich gerade bin) anstehen. Diese Dienste sind natürlich sehr zeit-und energieintensiv, weil nachts leider so viel los ist, dass man wenn überhaupt nur wenige Stunden Schlaf abbekommt. Den nächsten Tag kann man dann mehr oder weniger vergessen.
Noch habe ich die Hoffnung, dass das vielleicht in anderen Kliniken besser sein könnte (aber das ist glaube ich nicht sonderlich realistisch, es werden doch überall nachts viele Babys geboren?)

Abgesehen von den Diensten ist es natürlich das schönste aller Fächer 😁

davo
02.05.2022, 15:58
Ich bin mir sicher, dass man nicht überall 6,5 Dienste im Monat hat.

Die Anzahl der Dienste hängt stark von der Größe der Abteilung ab. Und nicht jede Gynäkologie hat gleich viele Geburten. Da gibts sicher sehr große Unterschiede.

Nina1996.
02.05.2022, 16:01
Das wäre meine große Hoffnung.

Das ist ein Level 1 Maximalversorger, vielleicht ist es deswegen dort so viel?

davo
02.05.2022, 16:04
Das hat viele unterschiedliche Gründe. In vielen Regionen gibt es einfach eine bestimmte Klinik, die historisch gesehen sehr viele Geburten hat. Manchmal gibt es dann nochmal eine andere Klinik für komplizierte Geburten, mit Neo-Intensiv, usw.

Da muss man sich einfach gut umhören. Ich hab von Gyn leider kaum eine Ahnung, aber was ich so von meinen ehemaligen Kommilitonen und Kollegen mitbekommen habe und mitbekomme, gibts da sehr große Unterschiede.

Die Geburtshilfe ist ja nur ein Teil der Gynäkologie.

tsb001
02.05.2022, 18:48
Ich kann dich so gut verstehen, ich mache mir zur Zeit ähnliche Gedanken ��
Ich möchte nur einwerfen, dass dir ja Familienvereinbarkeit wichtig war und bei Gyn sollte man auch bedenken, dass je nach Klinik extrem viele Dienste (ca 1,5 die Woche dort wo ich gerade bin) anstehen. Diese Dienste sind natürlich sehr zeit-und energieintensiv, weil nachts leider so viel los ist, dass man wenn überhaupt nur wenige Stunden Schlaf abbekommt. Den nächsten Tag kann man dann mehr oder weniger vergessen.
Noch habe ich die Hoffnung, dass das vielleicht in anderen Kliniken besser sein könnte (aber das ist glaube ich nicht sonderlich realistisch, es werden doch überall nachts viele Babys geboren?)

Abgesehen von den Diensten ist es natürlich das schönste aller Fächer ��


Danke für dein Verständnis @Nina1996 :)
Bisher kommt langfristig für mich, ob Gyn oder Pädiatrie, ohnehin die Niederlassung in Frage.
Ganz pragmatisch aufgrund der Arbeitszeiten.

Habe bisher noch einige Gespräche mit meiner Familie gehabt, die objektiv gesehen (aus einer "Nicht-Mediziner" Perspektive) mir auch raten in der Gyn zu beginnen. Ich kann meine Erfahrungen des PJs in der Pädiatrie einfach nicht verleugnen.

Rhiannon
03.05.2022, 20:09
Gyn kann durchaus familienkompatibel gestaltet sein.
Ich bin selber mit Kind (damals Kindergartenalter) in den Job eingestiegen, unsere OÄ haben auch alle Kinder und wir hatten auch Kolleginnen, die in der Weiterbildung 1-3 Kinder bekommen haben.
Alles machbar.
Unser Haus erwies sich da aber auch immer als ziemlich flexibel bei Arbeitszeitmodellen.