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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstiegsgehalt und Möglichkeiten als Assistenzarzt Radiologie



Ismail123
22.04.2022, 21:36
Hallo,

werde Im Mai in einem relativ großen Haus als Assistenzarzt der Radiologie anfangen, 42 Stunden-Woche mit ungefähr 5000 Euro Bruttogehalt, ungefähr 3000 Euro netto monatlich.
Über Geld in Deutschland wird bekanntlich nicht gerne gesprochen, jedoch bezieht sich meine Frage bezogen auf das Gehalt deswegen da ich eine relativ hohe Miete habe und gerne etwas noch beiseite legen würde, und gerade am Anfang der Karriere gerne bereit bin mehr zu arbeiten.

Wieviel kann neben dem Grundgehalt als Radiologe monatlich dazuverdient werden (Brutto)? Wieviel Bereitschaftsdiente werden im Normalfall geleistet, wie viele kann man übernehmen. Welche anderen Möglichkeiten gibt es um das Gehalt noch hochzuschrauben?

Bedanke mich im Voraus für jede Antwort.

Mfg

anignu
22.04.2022, 23:28
Über Gehalt wird schon gern gesprochen. Halt nicht hier im Forum. Das machen wir privat, vergleichen die Abrechnungen und Verdienste und diskutieren wo man was verbessern könnte...

Bzgl. dem Verdienst in deinem Fall wird dir ungefähr niemand helfen können. Mehr Geld bekommt man durch mehr Arbeit, mehr Arbeit durch mehr Dienste. Aber es kommt auch auf das Dienstmodell an. Ist es ein Dienstmodell z.B. mit 24h, also Tagdienst + dann knapp 16h Bereitschaftsdienst und am nächsten Tag frei, bekommt man sehr viel mehr Geld als bei einem Dienstmodell das am Nachmittag erst beginnt und nur Bereitschaftsdienst beinhaltet mit nächsten Tag frei. Und wer kann dir sagen welches Dienstmodell es bei euch gibt? Nur deine zukünftigen Kollegen. Alle sonstigen Auskünfte sind reine Spekulation! Wenn ich dir jetzt sag dass ich je nach Dienstmodell in den Kliniken zwischen in einem Monat +5% und +50% verdient hab und die Wahrheit meist irgendwo dazwischen liegt dann bringt dir das nix. Frag die Leute vor Ort, das bringt dich weiter.

hebdo
22.04.2022, 23:45
Außerdem dauert es in unterschiedlichen Kliniken unterschiedlich lange, bis man „Dienstfit“ ist. Unter Umständen kann es also Monate dauern, bis du endlich mehr Freitzeit in Geld tauschen darfst.

Ismail123
22.04.2022, 23:50
Hey, erstmal danke für die Antworten.

Also Dienst wird es für mich in der Radio im ersten Jahr keine geben. Mit der Bewerbung und Einstellung zum Beruf ging das ziemlich zügig deswegen hatte ich noch keine Zeit mich mit den dortigen Mitarbeitern in Kontakt zu setzen

aerztinwerden
23.04.2022, 03:50
Bist du im ersten Berufsjahr? Nach welchem Tarif wirst du bezahlt?
Wenn du bereits Erfahrungen in einem anderen Fach hast, könntest du dort Dienste machen. Radio wird dann im ersten Jahr wahrscheinlich ohne Dienste sein.

Ismail123
23.04.2022, 07:44
Bin im 1. Weiterbildungsjahr, in anderen Fächern keine Erfahrung, und ja keine Dienste für ein Jahr.

Holthusen
23.04.2022, 08:11
Bzgl. dem Verdienst in deinem Fall wird dir ungefähr niemand helfen können. Mehr Geld bekommt man durch mehr Arbeit, mehr Arbeit durch mehr Dienste.


Er kann in der ersten Zeit in der Radio keine Dienste machen. KV Dienste ohne klinische Erfahrung macht ebenfalls kei



Über Gehalt wird schon gern gesprochen. Halt nicht hier im Forum. Das machen wir privat, vergleichen die Abrechnungen und Verdienste und diskutieren wo man was verbessern könnte...


Naja, warum nicht? Warum ist Gehalt so ein Tabuthema? Das hat nur Vorteile für den Arbeitgeber. Arbeitnehmer wissen nicht, was ihre Arbeit wert ist. Im Großen und Ganzen gibt es dank dieser Tabuisierung mehr Leute, die "für'n Appel und Ei" arbeiten.
nen Sinn. Insofern bleiben nur Aushilfsjobs am Wochenende, wenn er sich das antun möchte.

Holthusen
23.04.2022, 08:13
*keinen Sinn. Es bleiben Aushilfsjobs. Plasmazentrum? Dienste mit "unkritischen" Patientenklientel wie rein Psychosomatische Kliniken oder private Orthokliniken. Gastronomie?

Ismail123
23.04.2022, 08:40
Was wäre denn da für Assistenzärzte möglich? Werde in Berlin sein und die Miete allein nimmt schon ein Drittel vom Nettoeinkommen weg, daher am Anfang auch ruhig gerne etwas mehr Arbeit, wobei ich sagen muss als Nebentätigkeit fällt auch mir da spontan nichts ein.

escitalopram
23.04.2022, 09:46
Glückwunsch zur Stelle! Ich gehe davon aus, dass du in einer Uniklinik anfängst bei dem Einstiegsgehalt im 1. Jahr? Dann würde ich dir definitiv davon abraten, dir jetzt schon darüber Gedanken zu machen, wie du mehr verdienen kannst. Der Berufseinstieg ist hart, gerade in einer Uni. Mehr Geld im Rahmen deiner Haupttätigkeit gäbe es nur durch mehr Dienste, die du ja im 1. Jahr nicht machen darfst. Ein Nebenjob ist meiner Meinung nach nicht realisierbar, zumindest keiner, der wesentlich zu deinem Einkommen beitragen würde.

Nefazodon
23.04.2022, 10:55
Was wäre denn da für Assistenzärzte möglich? Werde in Berlin sein und die Miete allein nimmt schon ein Drittel vom Nettoeinkommen weg, daher am Anfang auch ruhig gerne etwas mehr Arbeit, wobei ich sagen muss als Nebentätigkeit fällt auch mir da spontan nichts ein.

Ein Drittel des Einkommens für Miete zu zahlen ist leider "normal". Teilweise soll es Menschen geben, je nach eigener Finanzkraft und Wohnlage, die bis zu 50% ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Fachfremde Dienste nur um mehr zu verdienen würde ich dir auf keinen Fall empfehlen. Außerdem muss man das dem Hauptarbeitgeber anzeigen und wegen der erforderlichen Ruhezeiten dürfte es kaum auf Zustimmung stoßen.

Ich würde dir als Berufsanfänger raten, dich erstmal darauf zu konzentrieren gut in den Job zu kommen. Der Rest kommt von alleine. Später wirst Du noch genug Dienste machen müssen.

Bonnerin
23.04.2022, 11:28
Also in Deutschland sind durchaus 25-40+% des Einkommens für die Miete normal...gerade in beliebten Städten wie München, Berlin oder Hamburg liegt man eher am oberen Ende der Skala.

Fachfremde Dienste zu Beginn keinesfalls, das wäre - sorry - wirklich am Rande der Patientengefährdung. Schau lieber, dass du den Start gut schaffst und im Zweifelsfall mal vorkochst oder Essen einfrierst etc.
Wenn du viel mitnimmst und dann nach einem Jahr die Dienste beginnst, ist das mehr wert als jetzt verzweifelt versuchen, Geld aufzustocken.

xenopus laevis
23.04.2022, 13:42
Klingt nach Charite.

Also du könntest zum Helios-Konzern wechseln. Dort verdienst du das gleiche für 40h/Woche bzw. mehr bei 42h. :)
Oder du wechselst das Fach. Bude in Hellersdorf nehmen spart auch Miete.

Ismail123
23.04.2022, 14:06
Ist ein privater Träger (in Berlin genau, ein Wunder das ich innerhalb eines Monats überhaupt so schnell eine Wohnung finden konnte, sowas ist man in NRW gar nicht gewohnt), die Radio ist ja was Work-Life Balance geht zumindest ein wenig gnädiger was die Freizeit angeht, deswegen wollte ich sehen welche Möglichkeiten man dementsprechend ausschöpfen kann.
Ich bedanke mich aber für alle Antworten, gerade als Berufsanfänger ist das unheimlich informativ sowas von Kollegen zu erfahren.

docdean
24.04.2022, 07:59
Die Entlohnung für deine Dienste findest du im Vertrag, wahrscheinlich sind es ca. 30€/Stunde brutto, am Wochenende kommen wahrscheinlich noch 10% drauf. Am Wochenende kannst du das mit 24 multiplizieren, unter der Woche musst du deine 8 Regelarbeitsstunden abziehen.

Wie gesagt bringt dir die Info im ersten Jahr eh nichts, andere Möglichkeiten hast du in Prinzip auch nicht, du musst dich auf die Arbeit und Weiterbildung konzentrieren. Dass du so schnell eine Wohnung gefunden hast, zeigt eher, dass du zu viel zahlst. Ich würd eher versuchen, an der Miete zu sparen und eine ältere, kleinere Wohnung auf dem freien Markt zu finden, zur Not etwas weiter außerhalb des Zentrums, wenn dich das nicht stört. Ist natürlich nicht leicht, aber als Arzt gehts noch am ehesten. Oder du schluckst es für ein Jahr und hoffst, dass du dann ~50% mehr Netto hast.