Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Freizeitarzt" wie?
RussianAngel
01.05.2022, 13:53
Ich finde, die Einstellung ist echt einfach verallgemeinernd...Bei dem herrschenden Ärztemangel sollte man doch auch den einen oder anderen Anspruch stellen können? Vielleicht wendet sich das Blatt wirklich bald (siehe ukrainische Ärzte, alternative Online-Studiengänge etc. etc.) und dann muss man wieder am Boden kriechen und betteln, aber solange das nicht unbedingt der Fall ist, sollte man das doch auch etwas geniessen, oder nicht? Das Studium und die Arbeit sind schon hart genug, da darf man schon Ansprüche haben...
Und ein Leben ausserhalb der Medizin sollte schon der eine und andere Arzt auch haben, die Zeiten sind vorbei...Wenn wir wieder 1 Mio pro Jahr bekommen, würde ich es mir evtl. anders überlegen :D
Nefazodon
01.05.2022, 14:18
Und ein Leben ausserhalb der Medizin sollte schon der eine und andere Arzt auch haben, die Zeiten sind vorbei...Wenn wir wieder 1 Mio pro Jahr bekommen, würde ich es mir evtl. anders überlegen :D
Wenn das so ist, warum beschweren sich alle über die Arbeitsbedingungen?
Meine Theorie ist: Es gibt keinen Ärztemangel. Es gibt nur einen Mangel an Leuten, die zu den Bedingungen, wie sie im Krankenhaus vorherrschen und üblich sind, dauerhaft arbeiten möchten.
Meine Theorie ist: Es gibt keinen Ärztemangel. Es gibt nur einen Mangel an Leuten, die zu den Bedingungen, wie sie im Krankenhaus vorherrschen und üblich sind, dauerhaft arbeiten möchten.
du meinst 33294 ;-)
Ansonsten gibt es zu dem Thread nicht viel zu sagen. Eine Facharztweiterbildung dauert 5-6 Jahre, in Teilzeit prozentual verlängert. Das kann man nun machen oder es sein lassen. Es muss ja auch nicht jeder Facharzt werden. Abkürzungen diesbezüglich in Deutschland gibt es nicht, zumindest nicht auf legalem Wege. Ob irgendwelche wüsten Kombinationen von Facharzt im Ausland machen und hier anerkennen lassen gehen, weiß ich nicht.
Ein ehemaliger Kollege hat sich selbstständig gemacht mit einer schönheitspraxis wo er ohne Facharzt ein bisschen botoxt- parallel dazu macht er seine WB weiter, allerdings eher auf der schmalen Spur.
Ein ehemaliger Kollege hat sich selbstständig gemacht mit einer schönheitspraxis wo er ohne Facharzt ein bisschen botoxt
Das klingt, als bräuchte der eine richtig gute Haftpflichtversicherung.
@Kaas gibt viele, die sowas mitlerweile machen. Bisschen WB angefangen und dann direkt Botox spritzen. Patienten gibt es in dem Bereich aktuell mehr denn je. Da schaut keiner inwieweit ein FA vorliegt oder nicht, wenn ich schon sehe, dass auf Instagram sich Leute von Heilpraktikern spritzen lassen.
WTF wer ist denn so lost?! Was kostet das beim HP? Mit welcher Indikation macht das der HP? Von welchem Dealer hat der HP den Stoff? Crank.
Lakemond
03.05.2022, 11:01
Wieso soll ein FA besser Botox spritzen als nicht FA? Große Kunst ist es nicht...
@Dooly so genau weiß ich das nicht, aber es gibt son mega altes Gesetz, dass HP sowas machen dürfen theoretisch. Sie dürfen aber kein Botox spritzen, sondern nur Hyaluron und Eigenblut. (und noch anderen Krams). Finde ich trotzdem nicht weniger gefährlich.
Es kann ja jeder selber entscheiden zu wem er geht, ich würde immer jemanden bevorzugen, der mehr Erfahrung hat. Mein neuestes Highlight in dem Bereich sind "aesthetify", wobei "Botox und Biceps" besser passen würde. :P
Ah so, näää is jut. :D Hatte dich falsch verstanden, und gedacht, dass HPs öffentlich bei Insta damit hausieren gehen, Botox zu spritzen. Dass die da irgendeinen anderen Bullshit unterspritzen oder auch im Geheimen Botox und andere Medikamente, kann ich mir vorstellen, wie halt Wunderheilende so sind.
Choranaptyxis
06.05.2022, 16:21
Ah so, näää is jut. :D Hatte dich falsch verstanden, und gedacht, dass HPs öffentlich bei Insta damit hausieren gehen, Botox zu spritzen. Dass die da irgendeinen anderen Bullshit unterspritzen oder auch im Geheimen Botox und andere Medikamente, kann ich mir vorstellen, wie halt Wunderheilende so sind.
Da gab es mal diesen tollen Fall (https://medwatch.de/2019/04/06/prozess-wegen-fahrlaessiger-toetung-heilpraktiker-konnte-experimentellen-wirkstoff-3bp-nicht-exakt-dosieren/) mit der, naja, fast genauen Abmessung. Und das Urteil (https://www.sueddeutsche.de/panorama/heilpraktiker-krebstherapie-1.4525117) ist fast ein Witz.
Iwie schräger Thread.. Wobei ich die Intention ja auch irgendwie ein bisschen verstehen kann. Ich möcht auch irgendwie noch viele andere Dinge machen, die mir Spaß machen und mit denen ich auch meinen Lebensunterhalt verdienen kann, aber ich dachte mir schon wenn Arzt in Klinik dann schon auch richtig.. Was jetzt nicht heißt, dass ich mir die Uni-Kante gegeben hab, aber ne brauchbare Facharzt Ausbildung sollte es schon sein und ich wollte schon auch mit Menschen arbeiten, nicht im Labor oder so.
Nach dem Facharzt kann man ja in Ruhe weiterschauen. Entweder so richtig Feuer gefangen und weiter, oder Praxis (gar nicht meins) oder eben ne Mischung, Teilzeitanstellung, etc. Notarztstellen z.b. werden ja mitlerweise wegen der geänderten Rechtslage nicht selten als Festanstellung geführt (aber natürlich auch in Teilzeit, is ja nach dem FA auch völlig wurscht wie viel %). Wobei Rettungsdienst jetzt sicher nicht die Notlösung sein sollte, sondern eher nur, wenn man da wirklich Bock drauf hat und sich dann auch entsprechend weiterbildet, in der Freizeit. Nebenher kann man freiberuflich arbeiten, z.B. Notdienstvertretungen, oder andere Nischen (z.B. Flugbegleitungen/Rückführungen/Gutachten, etc, je nach dem was man mag). Einiges davon geht auch als Assistent (ich mach KV Notdienst Vertretungen für Kinderarztpraxen). Ich mag Freiberuflichkeit und selber entscheiden wann und was und wo, aber leider wirds ja vom Gesetzgeber bzw. den Gerichten nicht gerade leichter gemacht. Impfen war auch möglich mit unverschämt guter Bezahlung, aber das ist jetzt erstmal mehr oder weniger vorbei.
Lange Rede kurzer Sinn: Ganz klare Empfehlung erst mal n Jahr (oder zur Not halbes Jahr) zum Reinkommen Vollzeit, danach kann man ja problemlos reduzieren. Bei uns würde z.B. schon auch gehen, dass man wochenweise frei hat mit entsprechend niedriger Stundenzahl, alles ne Absprachesache.
Aber so bisschen Klinik, nur so zum Zeitvertreib bzw. als Nice-to-have, ich weiß nicht. Seh ich sehr kritisch. Wird man nicht kompetent genug in Theorie und Praxis, meiner Meinung nach (is so schon schwer genug), und dann isses gefährlich. Is meiner Meinung nach der falsche Beruf für sowas. Dann eher Arzt aber eben nicht in der Akutmedizin.
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