Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Darf man sich selbst Ritalin verschreiben?
GloriaSchmidt
04.05.2022, 07:24
Das Problem ist, dass MPH im Erwachsenenalter sehr selten indiziert ist und oft fehlangewendet wird. Mir ist ein Fall bekannt, bei dem es jahrelang verordnet wurde durch ein Psychiaterin unter der Diagnose ADHS, in Wirklichkeit bestand eine bipolare Störung, die dadurch massiv verstärkt wurde, sowohl manische Phasen, als auch schwere depressive Abstürze. Soviel zum Thema Diagnostik bzw. Modediagnostik und Scheinindikation.
Absolut! Da gibt es ganz gruselige Fälle…
Die Spezialambulanzen sind leider oft so ausgebucht, dass man sich nicht mal auf die Warteliste setzen lassen kann.
Danke für die Klarstellung, das wusste ich nicht.
Was das Ausgangsthema angeht würde eine zu liberale Verschreibungspolitik allerings noch mehr Fragen aufwerfen warum sich das jemand auf eigene Kosten selbst aus der Apotheke holen will...
Vielen Dank für die vielen konstruktiven Beiträge. Ich würde bezogen auf die Antworten eher so argumentieren, dass aufgrund der hier genannten Bedenken die Ärzte selbst bei gegebener Indikation (auch zum rechtlichen Selbstschutz) vermutlich Ritalin eher zurückhaltend verschreiben und stattdessen eine konservative Therapie empfehlen. Deshalb könnte das für Patienten ein langwieriger Prozess werden, den richtigen Arzt zu finden.
Dies ist keine Beratungsstelle für Selbstmedikation. Medikinet wird dann verordnet, wenn die Indikation dafür nach einer ausführlichen Diagnostik besteht. Es gibt genügend niedergelassene Ärzte und Ambulanzen, die eine entsprechende Expertise haben. Einem Arzt sollte es wohl möglich sein, den dafür zuständigen Arzt auch zu finden. Geh also in eine Spezial-Ambulanz für ADHS im Erwachsenenalter und Spar Dir Experimente. Das erforderliche Monitoring der Behandlung kann eh nicht sinnvoll zu Hause am Küchentisch erfolgen.
Selbst wenn es möglich wäre gibt es da noch die rechtliche Komponente die mir viel zu heikel wäre.
Mit Ritalin, Medikinet etc. bist du (falsch) positiv auf Amphetamine im Urinschnelltest. Äußerst unangenehm bei Kontrollen oder z.B. Auffahrunfällen. Fehlt nun die Verschreibung existiert keine medizinisch indizierte Stellungnahme (die von einem anderen Arzt kommen muss) mit Diagnose. Du bist also positiv im Straßenverkehr auf eine Substanz die dem BTM-Gesetzen unterliegt. Gleiche Argumentation kann weitergeführt werden für andere Bereiche - auf dem Papier bist du halt positiv auf Amphetamine.
Im Labor kann damm im Serum natürlich unterschieden werden ob es Methylphenidat oder Amphetamine sind - trotzdem wurde dir eine BTM Substanz nachgewiesen die es dann zu erklären gilt. Das Argument "habe ich mir selbst verschrieben" ist dann rechtlich nicht haltbar.
Kackbratze
16.05.2022, 18:57
....und plötzlich wird ein Schuh draus....
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