Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dienstvergütung Hintergrund
Autolyse
21.05.2022, 22:34
[...]Die Latte sollte auch einigermaßen hoch sein. Das sollte kein "ich ruf mal an weil ich zu faul bin mein eigenes Hirn einzuschalten" sein, sondern ein "wenn ich jetzt nicht anruf ist der Patient tatsächlich gefährdet".[...]
Meine Oberärzte sind sich einig darin, sich nicht einig zu sein. Für den Spät- und Nachtdienst gibt es grundsätzlich einen saftigen Anschiss, wenn die getroffene Entscheidung nicht genau dem entspricht, was der Oberarzt des Tagdienstes für richtig gehalten hat. Da ich als Assistent den auch für oberärztliche Entscheidungen kassiere, die nicht plaisieren, kann ich den ganzen Rotz auch beim Oberarzt abkippen, das dokumentieren und im Übrigen auf Durchzug schalten.
@juke5489: bei uns ja auch. Es gibt extrem wenige Schwachsinnsanrufe bei uns. Alle paar Monate mal einer höchstens und der letzte so lang zurück dass ich mich nicht dran erinnern kann.
Aber. in der vorherigen Klinik wars genau das Gegenteil. Da gab es quasi keinen Rufdienst in dem man nicht angerufen wurde wegen noch so der kleinsten Kleinigkeit. Das hatte vor allem mit ein paar Umständen zu tun...
1. gab es fast nie "eigene" Assistenten im Vordergrund. Und wenn man "fremde" Assistenten im Vordergrund hat die sich null für das eigene Fach interessieren, dann rufen die eben wegen jedem noch so kleinen Schmarrn an, es interessiert sie null, man muss denen alles aus der Nase ziehen, der Lerneffekt bei denen ist null etc.
2. der Anästhesie-Chef war maligne. Der hat drauf bestanden dass seine Ärzte der Intensivstation und IMC dauernd wegen jeder noch so kleinen Kleinigkeit durchklingeln beim Hintergrund und auch regelmäßig drauf bestanden dass der Hintergrund rein kommt um den Patienten zu beurteilen. Incl. Beschwerde beim Chef wenn ihn was nicht gepasst hat.
@Autolyse: und wenn man als OA schon ein Depp ist braucht man von den Assistenten auch nix erwarten...
nochmal zurück zum Anfang, wie werden denn Telefonzeiten vergütet? Trägt man am nächsten Tag ein, wann man wielange telefoniert hat? Funktioniert das??
Wir geben am Monatsende eine Übersicht ab, in welchem Dienst wir wie lange telefoniert haben, einzeln gelistet, nicht summiert.
Wir haben einen Stundenzettel, auf dem die Überstunden eingetragen werden, und die HDs mit dem Vermerk telefonisch oder vor Ort. Am Wochenende müssen wir sowieso rein fahren und uns die neuen Patienten ansehen. Wird am Ende des Monats abgegeben
Bender B. Rodriguez
28.05.2022, 07:38
Am Wochenende müssen wir sowieso rein fahren und uns die neuen Patienten ansehen. Wird am Ende des Monats abgegeben
Nur mal aus Interesse: ist das eigentlich so richtig offiziell erlaubt und vorgesehen als Hintergrund? Da soll doch eigentlich nur gelegentlich und mit niedriger Wahrscheinlichkeit Arbeit anfallen oder so ähnlich.
Oder werden diese Stunden dann als reguläre Vollzeitarbeit (ggf. mit Ausgleichstag in der Folgewoche) gewertet?
juke5489
28.05.2022, 08:54
telefonate und anwesenheiten werden ins online zeiterfassungssystem eingegeben. man muss die telefonate aber selber summieren und aufrunden, das kann die software nämlich nicht.
Nur mal aus Interesse: ist das eigentlich so richtig offiziell erlaubt und vorgesehen als Hintergrund? Da soll doch eigentlich nur gelegentlich und mit niedriger Wahrscheinlichkeit Arbeit anfallen oder so ähnlich.
Oder werden diese Stunden dann als reguläre Vollzeitarbeit (ggf. mit Ausgleichstag in der Folgewoche) gewertet?
Ja, ist offiziell ein Teil vom Hintergrunddienst. In der Psychiatrie gibt's eigentlich selten, dass nicht zumindest ein Patient anzuschauen ist.
Wird ausgezahlt. Überstunden werden gesammelt, ab 30 wird generell ermutigt, abzufeiern.
Bender B. Rodriguez
28.05.2022, 12:25
Ich kenne das in der Kardiologie ähnlich. Vor allem Samstags gibt es ne Menge Abschlussuntersuchungen (Sono Leiste, Befundung von Langzeituntersuchungen) vor geplanten Entlassungen, ggf. Konsile, dazu natürlich neue Patienten angucken und auf der Intensivstation bei der Übergabe dabei sein. Der Hintergrund ist eigentlich regelhaft von 8-14:00h im Haus bis er seine Arbeit geschafft hat. Es gibt dafür dann nen Ausgleichstag. Aber so richtig korrekt fühlt sich das eben nicht an, v.a. wenn's dann mal nicht 14:00 sondern 16:00h wird und damit ja eigentlich ein regulärer Arbeitstag angefallen ist.
Bei uns kommen die OÄ auch geplant ins Hause. Visite der Privatpatienten und ggf Neuaufnahmen aus dem Dienst anschauen. Außerdem nochmal kritischen Patienten anschauen bzw. besprechen ob es etwas kritisches auf Station gibt. Die Patienten sind ja leider nicht alles gesund am Wochenende und manchmal braucht es eben mehr Wissen um die Situation richtig zu bewerten. Von Vergütung weiß ich nichts. Ausgleichsfrei gibt es aber nicht.
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