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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärzte in der Rüstungsindustrie



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mbs
23.05.2022, 21:28
Neulich habe ich einen Werbelink gesehen, welcher zu einer Stellenausschreibung für einen Konzern führte, der bekanntermaßen einen Teil seines Umsatzes über Rüstungsgüter generiert. Dort wurde ein Betriebsarzt gesucht, offenbar sogar in Weiterbildung. Scheinbar lag dort auch die volle Weiterbildungsermächtigung vor.

Hab kurz überlegt, aber letztlich war es doch too much - natürlich ist ein Job primär Geldverdienen und seinen Idealismus dürfte jeder nach ein paar Berufsjahren komplett abgelegt haben - aber für den reibungslosen innerbetrieblichen Ablauf eines Unternehmens zu sorgen, das mehr oder weniger indirekt dabei mithilft, dass anderswo Menschen zerfetzt und getötet werden ist mit dem Arztberuf ehrlicherweise nicht vereinbar.

Umso erschreckender ist es, dass da offenbar gar nicht so wenige Mediziner arbeiten. Irgendwie ist es ja logisch, auch die Rüstungsindustrie braucht Betriebsärzte. Theoretisch kann es auch bei einem "neutralen" Dienstleister passieren, dass man an solche "Kunden" ausgeliehen wird.

Irgendwie hat mich das dann zunehmend zum Nachdenken gebracht. Vor allem auch die Tatsache, dass die Ärztekammer an solche Unternehmen Weiterbildungsermächtigungen erteilt, praktisch gemeinsame Sache mit der Rüstungsindustrie macht.

Mich würde interessieren, wie ihr darüber denkt. Seht ihr das nicht so eng? Habe ich den falschen Denkansatz?

Nefazodon
23.05.2022, 21:38
Ich kann deine Ansicht in diesem Punkt tatsächlich überhaupt nicht teilen und finde sie deutlich übertrieben.

Diese Unternehmen sind völlig legale Unternehmen in Deutschland. Und wir brauchen sie. Oder soll die Bundeswehr Deutschland mit Papierkügelchen verteidigen?

Wenn Du so denkst, wie denkst Du über Ärzte bei der Bundeswehr??? Auch die Bundeswehr brauchen wir.

Wie über Ärzte in den Diensten von Pharmaunternehmen??? Auch Pharmaunternehmen brauchen wir.

Und wie Du schon sagst, alle diese Unternehmen brauchen auch Betriebsärzte. Die dort per se nur für die Gesundheit der Arbeitnehmer sorgen, also völlig im Einklang mit ärztlichem Ethos handeln.

McLaren422
23.05.2022, 21:39
die Menschen, die in der Rüstungsindustrie arbeiten, haben auch das Recht auf einen Betriebsarzt. Das Argument, dass die indirekt an der Tötung von Menschen beteiligt sind, finde ich auch etwas weit hergeholt Ich finde das alles nicht so schlimm, wenn man selber moralische Bedenken hat, kann man ja auch Betriebsarzt woanders werden.
Aktuell wird ja ganz laut nach Waffenlieferung geschrien und die Bundeswehr massiv aufgerüstet. Noch vor wenigen Monaten wurde man, wenn man sowas gefordert hat, als kriegslüsterner Nazi oder sonstwas abgetan... Und das Argument mit dem Töten ist auch nur so lange relevant, bis es "die richtigen" (aktuell: die bösen russischen Soldaten) trifft. Soviel dazu. ;)

Kackbratze
23.05.2022, 22:16
Die Leute können arbeiten wo sie wollen, solange es legal ist.
Wem es nicht gefällt, der soll sich nicht bewerben.

anignu
23.05.2022, 22:24
Mich würde interessieren, wie ihr darüber denkt. Seht ihr das nicht so eng? Habe ich den falschen Denkansatz?
Man muss das viel globaler betrachten: wer forscht denn für die Rüstungsindustrie? Unis. Und lassen die sich von der Rüstungsindustrie sponsorn? Und wie. Von daher gibt es auch das Thema "Zivilklausel". Viele viele Unikliniken sind da aber gar nicht dabei. Schau einfach mal unter http://zivilklausel.de/node/18
München fehlt, Augsburg auch, Regensburg sowieso usw... hast du an einer solchen Uni studiert? Solltest du eigentlich konsequenterweise deine Approbation zurückgeben. Wurde indirekt gesponsort durch die Rüstungsindustrie und mit denen willst du ja nichts zu tun haben, oder? Kanntet ihr die Zivilklausel nicht? Beschäftigt ihr euch mit sowas nicht? [/Übertreibung ende]

Oder um deine Fragen zu beantworten: den Denkansatz finde ich richtig. Man sollte drüber nachdenken was man tut und wen oder was man damit unterstützt. Aber im Ergebnis in diesem Fall seh ich es nicht so eng. Glaub ich. Bin mir nicht sicher weil sich für mich die Frage nicht stellt.

Ich persönlich lehne auch gewisse Arbeitsstätten (aus anderen Gründen) ab, weil ich deren Denkweise aus tiefstem Herzen nicht unterstützen kann. Zum Glück ging das bisher gut und ich musste nie in Versuchung kommen. Was ich sonst machen würde weiß ich nicht. Vielleicht würde ich trotzdem täglich zur Arbeit gehen mit dem Gedanken "zum Wohle meiner Kinder". Auf der anderen Seite kann ich schlecht für die Kinder da sein wenn es mir selbst nicht gut geht. Ich weiß es einfach nicht.
Wenn du denkst dass du da täglich Bedenken hast macht es vielleicht Sinn woanders dein Glück zu suchen.

Heerestorte
24.05.2022, 10:03
Ich seh das nicht so eng. Aber das liegt auch daran, dass ich ungerne unbewaffnet in den Einsatz gehen würde ;-)

h3nni
24.05.2022, 11:37
Die Leute können arbeiten wo sie wollen, solange es legal ist.
Wem es nicht gefällt, der soll sich nicht bewerben.

Die Frage ist doch sogar (ärztlich-pathetisch): sollten wir nicht sogar denen, die illegal arbeiten, ärztlich beistehen? Man denke an Prostitution in den nordischen Ländern oder Schwarzarbeiter in der Landwirtschaft.

Bonnerin
24.05.2022, 11:44
Sorry, aber das ist so ne Grundeinstellung, die ich nicht vertreten kann. Spätestens jetzt sieht man doch, wie wichtig auch leider die Rüstungsindustrie ist. Mit der Grundeinstellung sind ja auch die Chirurgen, die jemanden operieren, der anschließend ein Verbrechen begeht mit Schuld.

Dann macht man halt woanders die 24 Monate Arbeitsmedizin...

Christoph_A
24.05.2022, 12:13
Mein Gott, was für ein moralisch aufgeladener Pathos: Wir sind Ärzte, wir haben zu heilen, nicht zu selektieren, ob jemand jetzt legal oder illegal, Verbrecher oder Heiliger, gut oder böse ist.
Natürlich könnte ich in der Rüstungsindustrie als Betriebsarzt arbeiten oder auch bei der Bundeswehr. Das sind Jobs wie jeder andere auch und gerade in der jetzigen Zeit sieht man, daß es durchaus einer gewissen Wehrhaftigkeit des Staates bedarf, wenn man als Demokratie überleben will.
Dieses pöhse pöhse Waffenindustrie und Militär Ding konnte ich noch nie nachvollziehen.

dissection
24.05.2022, 17:07
Mein Gott, was für ein moralisch aufgeladener Pathos: Wir sind Ärzte, wir haben zu heilen, nicht zu selektieren, ob jemand jetzt legal oder illegal, Verbrecher oder Heiliger, gut oder böse ist.
Natürlich könnte ich in der Rüstungsindustrie als Betriebsarzt arbeiten oder auch bei der Bundeswehr. Das sind Jobs wie jeder andere auch und gerade in der jetzigen Zeit sieht man, daß es durchaus einer gewissen Wehrhaftigkeit des Staates bedarf, wenn man als Demokratie überleben will.
Dieses pöhse pöhse Waffenindustrie und Militär Ding konnte ich noch nie nachvollziehen.

Ich möchte das ganze noch ausbauen und argumentieren dass ein zu hohes Maß an Pazifismus zu Krieg führt. Nach der Spieltheorie hat ein Aggressor maximalen Nutzen/Gewinn wenn er sicher weiss bzw voraussehen kann dass er der Aggressor/Falke bleiben kann und seinen Gegner weiter in der Rolle des Opfers/der Taube halten kann. So is z.B. auch Putins Vorgehen nicht erst seit 2014 zu begründen (siehe zuvor Tschetschenien und Georgien).

@Topic: basale Industrie solange Menschen Interesse an Selbsterhalt haben. Wenn Leute mich moralisierend angehen würden weil ich für Pharma- oder die Rüstungsindustrie arbeite würde ich mich gerne auf die Diskussion einlassen.

Autolyse
24.05.2022, 19:28
Ich seh das nicht so eng. Aber das liegt auch daran, dass ich ungerne unbewaffnet in den Einsatz gehen würde ;-)
Ist Dir der Besenstiel (https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/bundeswehr/kontraste-recherche--mit-besenstiel-ins-nato-manoever---die-deut.html) nicht gut genug oder kannst Du einfach nur nicht laut genug "PENG" rufen?

mbs
24.05.2022, 20:34
Interessant, dass viele diese Perspektive nicht so teilen - ich habe ja selbst überlegt ob ich es nicht zu eng sehe.
Dass diese Unternehmen formal betrachtet legal sind ist klar, aber es war schon vieles legal was trotzdem nicht "richtig" war.

Dass jeder Mensch ein Recht darauf hat geheilt zu werden ist klar. Wenn jemand der in der Rüstungsindustrie arbeitet ein akutes Problem hat und damit in eine Klinik oder Praxis kommt wird er uneingeschränkt behandelt, keine Frage, da würde ich keine Sekunde zweifeln.

Ein Betriebsarzt heilt eben nur nicht primär. Er garantiert den reibungslosen Ablauf innerhalb des Unternehmens, dass alle Regularien wasserdicht eingehalten und gesetzliche Auflagen in Gesundheitsfragen eingehalten werden. Und er wird direkt von dem Unternehmen bezahlt. Profitiert sozusagen von deren Produktion.

Und der Hauptumsatz wird ja nicht dadurch generiert, dass man die Bundeswehr ausstattet, sondern leider immer noch dadurch, dass die "Produkte" in Drittländer geliefert werden wo sich die Menschen damit niederschlachten. In Kriegen über die zwar hier nicht so viel berichtet wird, die aber dennoch real sind.

Wie gesagt, ich sage ja nicht, dass meine Bedenken "richtig" sind. Oder dass ich Idealist bin, im Gegenteil. Nur, dass es Dinge gibt, die selbst mir Bauchschmerzen verursachen - ob zurecht oder zu unrecht. Das Problem bei der Sache ist hier, dass eben andere mal wieder für den Wohlstand hierzulande teuer bezahlen müssen. Man könnte das sicher weiterspinnen und auch argumentieren, dass unsere Ressourcenverschwendung ja auch zu Folgen führt, die primär erstmal andere Menschen in anderen Ländern ausbaden müssen. Nur kann ich auch das nicht richtig finden.

In dem Moment als ich das las kochte das alles irgendwie hoch. Das Gefühl dass vieles in unserem System "nicht richtig" ist, und die Frage bis zu welchem Grad man das unterstützen kann oder will, und wo man noch Prinzipien hat, egal mit welchen Kosten sie verbunden sind. Aber ich sehe, dass auch hier nicht jeder definitive Antworten auf solche Fragen für sich gefunden hat.

][truba][
24.05.2022, 20:44
Das Gedanken kann man doch ewig weiter spinnen. Darf man dann Betriebsarzt in der Tabakindustrie sein? Betriebsarzt bei Coca Cola? Pepsi? Oder bei McDonalds? Darf man Betriebsarzt bei Unilever (oder wars Nestle?) sein, die Wasser in Afrika abpumpen um es dann in Flaschen zu verkaufen? Das schadet langfristig auch anderen Menschen. Usw. usf.

Heerestorte
25.05.2022, 07:30
Oder Betriebsarzt im Krankenhaus... Wo jeden Tag zigfach gegen jedes Arbeitszeitgesetz verstoßen wird und (fast) niemand tut was dagegen....
Vor allem nicht der Betriebsarzt, der genau weiß, wie seine Kollegen leiden.. Deshalb ist er ja Betriebsarzt und kein Klinikarzt mehr :-))

pineapple
25.05.2022, 13:21
Als popliger Arzt erbringt man dem Unternehmen doch eh keinen Gewinn, und wenn niemand fest angestellt wird, dann besorgt man von extern einen.
Als Arzt bist du für die Menschen zuständig. Auch ein Schlachthof benötigt einen Betriebsarzt. Weil sich da Menschen ziemlich fies verletzen können. Und der Betriebsarzt wiederum hat aber die Macht, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern und kann etwas für die Einhaltung von Gesetzen bewirken. Das ist doch positiv

alex1
25.05.2022, 13:32
Und der Hauptumsatz wird ja nicht dadurch generiert, dass man die Bundeswehr ausstattet, sondern leider immer noch dadurch, dass die "Produkte" in Drittländer geliefert werden wo sich die Menschen damit niederschlachten. In Kriegen über die zwar hier nicht so viel berichtet wird, die aber dennoch real sind.
Möchtest du uns ein paar Beispiele für diese These auflisten?
Nenne uns bitte ein deutsches Unternehmen, dass seinen "Hauptumsatz" mit Lieferungen zu Drittländern verdient, "wo sich Menschen niederschlachten". Und bitte die Behauptung mit Zahlen belegen. Danke schön.

mbs
25.05.2022, 21:50
Zwar ist Südkorea der größte Abnehmer, es wird jedoch auch viel an Ägypten geliefert:
https://www.dw.com/de/faktencheck-deutschland-liefert-doch-waffen-in-krisengebiete/a-60667432
https://de.statista.com/infografik/24470/die-groessten-abnehmer-deutscher-waffenexporte/

Und auch wenn der Jemenkrieg in unseren Medien keine Beachtung findet - deutsche Rüstungsunternehmen scheinen sich daran zu bereichern. Was vom primären Kunden dann weiterverkauft wird an Drittländer steht auf einem anderen Blatt. Ich denke da vor allem an die USA.

Wie gesagt, ich habe nie gesagt, dass meine Bedenken richtig sind. Denn ja, wenn man den Gedanken weiterspinnt profitiert unsere gesamte Gesellschaft davon dass andere Länder buchstäblich in der Gosse gehalten werden. Der Wohlstand hierzulande wäre ohne die erzungene Armut und das Elend anderswo nicht denkbar. Das gilt für alle westlichen Industrienationen.

Die Frage, ob der Lohnzettel von einem Unternehmen kommen soll, das sich in besonderem Maße an dem Elend anderswo bereichert muss sicher jeder für sich beantworten. Nur dass sich schon irgendein Betriebsarzt finden würde ist an sich kein Argument - würden das alle verweigern wäre diese Industrie nicht funktionsfähig weil sie gesetzliche Auflagen nicht erfüllen würde. Natürlich ist das unrealistisch, letztlich will jeder seine Schäfchen ins Trockene bringen und ist sich selbst der nächste, auch wenn man das lieber verdrängt als es sich einzugestehen. Moral ist Luxus den man sich um Überfluss leistet, und vergisst wenn es darum geht zu diesem Überfluss zu kommen. Das wird dann relativiert, schöngeredet, verdrängt - damit man jeden Morgen noch in den Spiegel schauen kann.

Mag sein, dass das einfach nur was ausgelöst hat was mir schon lange durch den Kopf geht, und was mich phasenweise auch ziemlich plagt. Aber ich bin froh die Diskussion angestoßen zu haben, da mich das Ergebnis überrascht. Und auch zum Nachdenken gebracht hat - es ist immer gut möglichst viele unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.

alex1
26.05.2022, 12:45
Deine Bedenken kann ich nachvollziehen. Ich habe lediglich ein Problem damit, wenn Fakten durcheinander kommen.
Du hast einen Link gepostet mit einer schönen Infografik.
https://cdn.statcdn.com/Infographic/images/normal/24470.jpeg
Bleiben wir nun bei den Fakten.
Welches dieser Länder "schlachtet Menschen nieder"?
Südkorea - Nein
USA - Nein
Ägypten - Im Libyenkrieg verwickelt, allerdings fraglich ob deutsche Waffen auch dort eingesetzt werden.
Israel - Nein
Griechenland - Nein
Algerien - Nein
Saudi Arabien - Der Jemenkrieg ist sicherlich ein Thema hier.
Italien - Nein
Katar - Nein
Spanien - Nein

Somit sehe ich nicht ein, dass der "Hauptumsatz" von deutschen Rüstüngsunternehmen mit Geschäften mit Ländern verdient wird, die "Menschen niederschlachten".

pineapple
26.05.2022, 20:23
Dann bitte aber auch konsequent alle Produkte aus China meiden und Drittländern die Kinder in Mienen zu Tode ausbeuten.

mbs
28.05.2022, 21:29
China scheint gar nicht mehr das schlimmste Land in der Hinsicht zu sein, diese Rolle haben mittlerweile andere eingenommen.

Und was die deutschen Exporte angeht handelt es sich ja "nur" um die Erstabnehmer. Das ist ja bei Tierhandel dasselbe. Hierzulande gelten strenge Normen, auch was den Weiterverkauf angeht, und dieses "Hindernis" wird dadurch umgangen dass man einen Zwischenabnehmer auf dem Papier nimmt bei dem nicht so strenge Gesetze gelten. Südkorea, Ägypten, Saudi Arabien vor allem, aber auch die USA. Letztere führen ja auch ab und an mal einen Angriffskrieg, nachdem der letzte direkte schiefging unterstützt man eher Marionettenregierungen in Drittländer in gewissen "strategischen Aktionen".
Und Saudi Arabien ist auch ein wichtiger Abnehmer für Waffen aus den USA:
https://www.handelsblatt.com/politik/international/sipri-studie-usa-bleiben-fuehrender-waffenexporteur-top-abnehmer-saudi-arabien/25622276.html

Wer nicht direkt an Kriegen teilnimmt kauft vielleicht Waffen, refinanziert sich aber, indem die gekauften Waffen strategisch weiterverkauft werden. Man zählt ja nur als direkt involvierte Partei wenn man eigene Soldaten in das Land schickt. Hat man am Ausgang eines Krieges aber dennoch Interesse hat man auch andere Möglichkeiten, unter anderem Waffenlieferungen.
Ich meine machen wir uns nichts vor. Jedes Produkt hat eine Verwendung. Und wenn die Verwendung "Töten" lautet dann ist es eine Illusion zu glauben, das würde alles nur rumstehen und verstauben. Man investiert nicht in Dinge die nur rumstehen und verstauben und irgendwann nicht mehr funktionstüchtig sind wenn man sie nicht wartet. Oder einsetzt, und sei es nur durch Weiterverkauf oder sonstig motivierte Lieferungen.

Nur geht das jetzt relativ weit vom ursprünglichen Thema weg. Klar gibt es in unserer Gesellschaft viele "Baustellen", alles basiert auf Dingen die eigentlich nicht so sein dürften wenn wir konsequent unsere angeblichen "Werte" umsetzen würden. Wohlstand hat seinen Preis. Und "Werte" haben nur die Funktion, uns leere Worthüllen zu liefern aus denen sich Geschichten konstruieren lassen die uns beim Verdrängen dieser Tatsache helfen.