Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Höhere Dienstvergütung fordern: was gilt es zu beachten?
D.Hollywood
30.05.2022, 19:13
Hallo, unsere Wochenenddienste, insbesondere der Tagdienst a 12h, ist komplettes Durcharbeiten.
Wie Assistenten haben das gesammelt (Zeitraum 6 Monate hätten wir zusammen, ich selbst bin noch nicht so lange dabei).
Wohin geht man am besten mit der Forderung einer Vollzeit Vergütung? Oder ist dies gar nicht möglich weil es „Bereitschaftsdienst“ heißt, aber eben keiner ist. Direkt zur Geschäftsführung? Gibt es von euch noch Empfehlungen?
Danke
Autolyse
30.05.2022, 21:26
Die Geschäftsführung und unbedingt vorher den Betriebsrat mit ins Boot holen, damit die Zustimmung für künftige Dienstpläne verweigert wird. Sich nicht vertrösten lassen. Wenn es nichts bringt, dann die Bezirksregierung involvieren: Wenn ihr es über 6 Monate erfasst habt, dann ist die Untersagungsverfügung der Aufsichtsbehörde, aufgrund des Arbeitszeitverstoßes, schneller ergangen als die Teppichetage den PC hochgefahren hat.
FirebirdUSA
31.05.2022, 06:01
Rückwirkend bekommt ihr nichts, aber ihr könnt damit die Umwandlung des Samstagsdienst in Vollzeit fordern (Weg siehe oben). Bei 12h müsste man vdrmutlich in 8,5h Vollarbeit und ändern znd den Rest dem restlichen BD zuschlagen. Oder Schichtdienst einführen...
D.Hollywood
31.05.2022, 19:22
Rückwirkend bekommt ihr nichts, aber ihr könnt damit die Umwandlung des Samstagsdienst in Vollzeit fordern (Weg siehe oben). Bei 12h müsste man vdrmutlich in 8,5h Vollarbeit und ändern znd den Rest dem restlichen BD zuschlagen. Oder Schichtdienst einführen...
Alles klar! Das vorletzte hört sich prima an. Schichtdienst ist bei uns auf keinen Fall möglich, wir sind viel zu wenige, viel viel zu wenige. Das mit der Vollzeit war under Gedanke. Top!
D.Hollywood
31.05.2022, 19:36
Die Geschäftsführung und unbedingt vorher den Betriebsrat mit ins Boot holen, damit die Zustimmung für künftige Dienstpläne verweigert wird. Sich nicht vertrösten lassen. Wenn es nichts bringt, dann die Bezirksregierung involvieren: Wenn ihr es über 6 Monate erfasst habt, dann ist die Untersagungsverfügung der Aufsichtsbehörde, aufgrund des Arbeitszeitverstoßes, schneller ergangen als die Teppichetage den PC hochgefahren hat.
Dankeschön
Schichtdienst ist bei uns auf keinen Fall möglich, wir sind viel zu wenige, viel viel zu wenige.
Klar ist das möglich. Dann werden nämlich Fach-, Ober- und im Zweifelsfall Chefärzte mit eingeteilt. Wenn das der Fall ist, wirst du dich wundern, wie schnell plötzlich Geld für Honorarärzte oder mehr Stellen da ist, oder wie plötzlich real die Dienstbelastung gesenkt werden kann...
FirebirdUSA
01.06.2022, 05:46
Alles klar! Das vorletzte hört sich prima an. Schichtdienst ist bei uns auf keinen Fall möglich, wir sind viel zu wenige, viel viel zu wenige. Das mit der Vollzeit war under Gedanke. Top!
Unter der Woche wird einer aber dann an einem Tag fehlen, der Samstag gehört ja dann zur Regelarbeitszeit.
Insofern muss msn Aufstockung Stellenzahl um 0.2 VK fordern und hoffen die Teilstelle wird dann auch besetzt.
Autolyse
01.06.2022, 09:40
Unter der Woche wird einer aber dann an einem Tag fehlen, der Samstag gehört ja dann zur Regelarbeitszeit.
Insofern muss msn Aufstockung Stellenzahl um 0.2 VK fordern und hoffen die Teilstelle wird dann auch besetzt.
Das hängt vom Modell ab. In unserem sind die Wochenenden mit je zwei 13-Stunden-Schichten (kein Pausenabzug) eingepreist und werden im Modell nicht geplant ausgeglichen, dafür gibt es zwei geblockte Wochen Freizeitausgleich. Aufgrund des Abstandsgebots wird man das Wochenende zwangsläufig sinnhafterweise in Schichten besetzen.
Klar ist das möglich. Dann werden nämlich Fach-, Ober- und im Zweifelsfall Chefärzte mit eingeteilt. Wenn das der Fall ist, wirst du dich wundern, wie schnell plötzlich Geld für Honorarärzte oder mehr Stellen da ist, oder wie plötzlich real die Dienstbelastung gesenkt werden kann...
Es soll durchaus Kliniken geben, wo die alle schon mit eingepreist sind. Und da meine ich nicht nur die Feld- Wald- und Wiesenkrankenhäuser, sondern durchaus auch die Unikliniken. ;-)
Also vielleicht auch mal die rosarote Brille abnehmen!
GloriaSchmidt
01.06.2022, 12:08
Wir haben 12h Dienste an Wochenenden und die Tagdienste 08:00-20:00 sind dabei Vollarbeitszeit - das wäre doch wahrscheinlich die einfachste Lösung bei euch? 45 Minuten Pause müssen natürlich gemacht werden - „theoretisch“ nimmt dafür der reinkommende Hintergrund das Telefon 😉 die Dienste werden voll ausbezahlt.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist teils Vollarbeitszeit (lass mich nicht lügen - in der Zeit von 19:45 bis 23 Uhr oder so) und dann kommt Bereitschaftszeit (die Stufe wurde mit Belastungsanalyse bestimmt). Wird auch komplett ausgezahlt die Nacht.
Endoplasmatisches Reticulum
01.06.2022, 13:00
Es soll durchaus Kliniken geben, wo die alle schon mit eingepreist sind. Und da meine ich nicht nur die Feld- Wald- und Wiesenkrankenhäuser, sondern durchaus auch die Unikliniken. ;-)
Also vielleicht auch mal die rosarote Brille abnehmen!
Naja nu. Wenn das Dienstmodell nachweisbar nicht rechtskonform durchführbar ist und alle Fach-, Ober- und Chefärzte schon im Budget einkalkuliert sind, dann bleibt der Klinik halt nur die Aufstockung oder Umverteilung des Budgets. Und wenn das Haus absolut keinen Weg sieht, der Abteilung mehr Geld einzuräumen, muss dann im Zweifel halt tatsächlich mal ein Oberarzt zu Gunsten von 2 bis 2,5 AiW-Stellen weichen. Womöglich motiviert das den Chef dann ja doch mal eher, auf den Tisch zu hauen, als das übliche Assigemaule. Und vielleicht macht die Perspektive zu erwartender Umsatzeinbußen bei Streichung eines Oberarztes in der Geschäftsführung dann doch plötzlich etwas Budget locker? Who knows.
Autolyse
01.06.2022, 15:01
Naja nu. Wenn das Dienstmodell nachweisbar nicht rechtskonform durchführbar ist und alle Fach-, Ober- und Chefärzte schon im Budget einkalkuliert sind, dann bleibt der Klinik halt nur die Aufstockung oder Umverteilung des Budgets. Und wenn das Haus absolut keinen Weg sieht, der Abteilung mehr Geld einzuräumen, muss dann im Zweifel halt tatsächlich mal ein Oberarzt zu Gunsten von 2 bis 2,5 AiW-Stellen weichen. Womöglich motiviert das den Chef dann ja doch mal eher, auf den Tisch zu hauen, als das übliche Assigemaule. Und vielleicht macht die Perspektive zu erwartender Umsatzeinbußen bei Streichung eines Oberarztes in der Geschäftsführung dann doch plötzlich etwas Budget locker? Who knows.
So hoch ist der Gehaltsabstand dann auch nicht, dass man aus einem Oberarzt relevant viel mehr Personal ziehen könnte...
Mistermeo
01.06.2022, 15:20
Bei uns ist der Wochenenddienst auch regelmäßiges durcharbeiten statt "Bereitschaft" haben und das mit 24h Modell am Wochenende. Zudem ist unter der Woche Nachts ebenfalls gut bis 4-5 Uhr durchgehend was zutun, wirklich Bereitschaft ist auch das nicht. Irgendwie frustrierend, dass meine anderen Kollegen das so hinnehmen mit "war doch schon immer so"...
Endoplasmatisches Reticulum
01.06.2022, 15:22
So hoch ist der Gehaltsabstand dann auch nicht, dass man aus einem Oberarzt relevant viel mehr Personal ziehen könnte...
Tariflohn AiW Stufe I sind 4700 €, Oberarzt Stufe I sind 7.800 €. Lass da bei AT-Verträgen noch was drauf kommen, wieviel realistisch ist weiß ich nicht. Bei zusätzlichen Assistenzärzten sollte man das Grundgehalt betrachten, da die Dienste nicht mehr werden und die Dienstbezahlung im Wesentlichen umverteilt wird, vom KH aber so oder so zu stemmen ist. Dazu sinken mit zusätzlichen Assistenten ggf. Strafzuschläge durch übertariflich viele Dienste im Monat. Im Gegenzug sind die Lohnnebenkosten für die Assistenten wohl höher, weil sie kumulativ weniger Gehalt oberhalb der Bemessungsgrenze erhalten.
Ja gut: 2 - 2,5 war übern Daumen gepeilt zu hoch gegriffen. Schwierig abzuschätzen. Aber man nähert sich schon irgendwie grob dem Bereich von Faktor 2 an. Also 1,5 - 2 Stellen halte ich durchaus für realistisch.
D.Hollywood
01.06.2022, 17:37
Unter der Woche wird einer aber dann an einem Tag fehlen, der Samstag gehört ja dann zur Regelarbeitszeit.
Insofern muss msn Aufstockung Stellenzahl um 0.2 VK fordern und hoffen die Teilstelle wird dann auch besetzt.
Dass unter der Woche einer fehlt, wollen wir ja nicht, aber wir sehen es nicht ein, mehr zu arbeiten an Stunden als bezahlt wird. Eine zusätzliche Stelle ist eher unwahrscheinlich denke ich.
@Autolyse: das heißt ihr habt 13 Stunden Schichten, bekommt die voll bezahlt, und arbeitet unter der Woche normal 5 Tage ? Und wenn ihr am Wochenende einmal Dienst hab dann dürft ihr 2 Wochen am Stück keinen Wochenenddienst mehr haben ?
Hmm das ist bei uns auch nicht wirklich möglich. Gibt’s denn andere Modelle ?
Autolyse
02.06.2022, 08:53
@Autolyse: das heißt ihr habt 13 Stunden Schichten, bekommt die voll bezahlt, und arbeitet unter der Woche normal 5 Tage ? Und wenn ihr am Wochenende einmal Dienst hab dann dürft ihr 2 Wochen am Stück keinen Wochenenddienst mehr haben ?
Hmm das ist bei uns auch nicht wirklich möglich. Gibt’s denn andere Modelle ?
Wir arbeiten in 13-Stunden-Schichten am Wochenende, wobei man zwingend beide Tage oder beide Nächte hat. Der zeitliche Ausgleich sieht so aus, dass wir übers Jahr gesehen dafür 10 Tage Freizeitausgleich bekommen, die wie Urlaub verplant und genommen werden. Unsere geplante Abwesenheit unter der Woche steigt damit von 6 auf 8 Wochen. Wochenenenden sind ohnehin beschränkt auf 2 pro Monat (Verteilung egal, können auch hintereinander sein) und wenn man eins zusätzlich macht durch Einspringen wird das binnen drei Monaten ausgeglichen.
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