Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pathologie vs Radiologie
Ist es realistisch als Pathologe mit eigenem Institut 500k€ aufwärts zu verdienen oder ist das utopisch ?
Ich würde es so formulieren: es gibt Leute die verdienen sowas. Aber nicht alleine. Als Inhaber eines Instituts verdienst du ja nicht nur dein eigenes Geld sondern auch über angestellte Ärzte über deren Leistungen mit. Und umso größer und umso besser organisiert umso eher gehen auch solche Zahlen.
Die Frage ist halt wie man sich sowas aufbauen kann oder sowas bekommen kann. Und daran wird es realistischerweise hapern.
Also nach ausführlicher Recherche, hier die Zahlen für die die es interessiert :
Ca 700k€ Umsatz im Schnitt pro Institut
Ca 290k€ Reinertrag pro Institut
Also vom Reinertrag geht natürlich noch einiges ab, zudem liegt der Pathologe also genau im Durchschnitt aller Arztpraxen.
Daher nochmal : Pathologen verdienen gut aber kein Vergleich zur Radio oder ähnlichem.
Zudem aufgrund der Bedeutung des Faches und dem Nachwuchsmangel bei gleichzeitig wachsendem Bedarf ist der Pathologe zzt einseitig unterbezahlt würde ich sagen und es sollte sich die Bezahlung verbessern in Zukunft. Aber wer weiß wie es kommen wird in der medizinischen Planwirtschaft.
dinoMJ113
27.07.2022, 15:57
Hallo zusammen
Bitte entschuldigt, hier kommt die nächste "welches Fach ist besser" Frage, aber gerade in diesem Vergleich kann ich beiden Fächern etwas abgewinnen:
Frage/Einschätzung: ich würde gerne nach 1.5 klinischen Jahren in ein "Laborfach" wechseln. Prinzipiell finde ich Labormedizin und Patho interessant. Arbeite gerne mit Kopf, PC und Augen und mag die Idee diagnostischer Arbeit und Patientenkontakt brauche ich nicht zwingend.
Pro Labor: kürzere Weiterbildung, man kommt vielleicht schneller rein (?) (man hat ja überall in der Klinik mit Laborwerten zu tun)
Pro Patho: ich mag Onkologie sehr, fand Patho als Fach ganz cool, evtl interessante Abwechslung mit Obduktionen
Klar klingt diese Erörterung naiv, waren nur meine ersten Gedanken dazu.
Gemäß WBO könnte man ein klinisches Jahr für beide anrechnen.
In Sachen eigenes Institut später mal ist das bei beiden schwierig, das heißt am einfachsten als angestellter FA, oder? Was ich so im Forum lese, ist dass es beim Labor eine große Spanne gibt, daher kann man schlecht sagen wer da besser da stehen würde oder?
Ich denke ich werde mir beide Fächer anschauen (logischerweise)
runningMan18
26.01.2023, 17:34
Ich würd Patho machen. Gute Stellensituation mit noch besserer finanzieller Perspektive. Alternativ kannst du dir ja noch Humangenetik anschauen.
Das ist mit Abstand der größte Humbug, den ich je gelesen habe. Seit November bewerbe ich mich erfolglos für eine Weiterbildungsstelle in der Pathologie. Es kam bisher nur eine Absage. Der Rest hat noch nicht mal geantwortet. Deutsch ist meine Muttersprache, habe auch einen deutschen Namen, habe ein sehr gutes Abitur, im Studium immer die Note 2 gehabt, Famulatur in der Pathologie absolviert, aber keine Stelle bekommen. In der Radiologie bekomme ich haufenweise Rückmeldungen. Das zum Thema Pathologen werden gesucht und haben ein "Nachwuchsproblem".
Und vor allem lohnt es sich nicht für diese ganzen Weiterbildungsstellen zu bewerben, die eh nur für 12-24 Monate die Berechtigung haben. Da kann man doch nicht sesshaft mit werden.
clyde_frog
31.01.2023, 12:32
Das ist mit Abstand der größte Humbug, den ich je gelesen habe. Seit November bewerbe ich mich erfolglos für eine Weiterbildungsstelle in der Pathologie. Es kam bisher nur eine Absage. Der Rest hat noch nicht mal geantwortet. Deutsch ist meine Muttersprache, habe auch einen deutschen Namen, habe ein sehr gutes Abitur, im Studium immer die Note 2 gehabt, Famulatur in der Pathologie absolviert, aber keine Stelle bekommen. In der Radiologie bekomme ich haufenweise Rückmeldungen. Das zum Thema Pathologen werden gesucht und haben ein "Nachwuchsproblem".
OK das tut mir Leid zu lesen, dass du Probleme hast bei der bewerbung, ich kann das selbst nicht bestätigen. Ich habe mich noch während die PJ beworben für eine Stelle in der Pathology in 4 verschiedene Maximalversorger, davon 2 Uniklinik. Ich wurde eingeladen für 3 Interviews, davon 2x Uniklinik und habe für 2/3 Interview die zusage bekomme. Nun fange ich meine Weiterbildung im kommende August an eine uniklinik Institut an, vorrausgestzt ich bestehe das m3. Ich habe auch in der studium eine Durchschnitt von 2, habe eine Famu in Patho gemacht aber meine PJ Wahlfach nicht in Patho, sondern in Uro gemacht... Ich habe übrigens keine Deutsche Namen und eine Promotion habe ich bisher nicht gemacht, aber die möglichkeit habe ich jetzt in meine weiterbildung das zu mache.
Bist du gebunden an eine bestimmt region oder Stadt?
Und vor allem lohnt es sich nicht für diese ganzen Weiterbildungsstellen zu bewerben, die eh nur für 12-24 Monate die Berechtigung haben. Da kann man doch nicht sesshaft mit werden.
Meine Vertrag der vorbehaltlich von der Erlangung und Vorlage von der Approbation ist, ist befriste für 6 Jahre von die Weiterbildung.
Bei kleinen Fächern wie Patho kann sich die Stellensituation von einem Tag auf den anderen völlig verändern und ist extrem ortsabhängig. Es werden schlicht sehr wenig Ärzte gebraucht in diesen Fachbereichen, sind alle Stellen besetzt, muss erstmal wer ausscheiden und da man bei nicht wenigen der Mini Fächer von weniger als 5000 Ärzten DE weit spricht, kann es eben mal sein, dass kein WB Platz frei wird, keine Praxis einen Nachfolger sucht usw. Sehr wenige Bewerber kommen eben auf sehr wenige Stellen, da wir hier von wirklichen geringen Zahlen sprechen, ist die Streuung auf beiden Seiten sehr groß.
Das ist z.B. auch in Derma so. Da wird oft so getan, als wäre es ein sehr beliebtes, umkämpftes Fach. In Wahrheit gibt es aber einfach kaum Bedarf im Vgl. zu Massenfächern, weil nur wenige, große KH überhaupt eine Abteilung dafür haben. Daher nicht wundern, wenn ihr hört, dass X direkt eine Stelle bei Mini Fach Y bekommen hat, während ihr euch mit besseren Noten usw. erfolglos bewerbt.
clyde_frog
01.02.2023, 07:44
Also eine der Chefärzte der mich interviewed hat, meinte zu mir, dass es schwer ist (gute) Bewerber zu bekommen und er daher grundsätzlich jeden bewerber zu eine gespräch einladet
Ich wollte auch mal Pathologie machen, habe damals aber nur Absagen bekommen. Und das mit den Einladungen stimmt, teilweise hatte ich vor allem an Unikliniken den Eindruck, dass jeder eingeladen wird, auch wenn nur eine Stelle zu besetzen ist.
Was am schwersten ins Gewicht fällt ist die Frage, ob man schon in der Pathologie gearbeitet hat oder nicht. Als ich mich später als so genannter "Quereinsteiger" nochmal beworben hatte dachte ich, dass chirurgische Vorerfahrung hilfreich sein müsste, immerhin kennt man sich zumindest mit den Krankheitsbildern des einschlägigen Organsystems aus, außerdem kann man krankhaftes Gewebe besser erkennen und beschreiben. Mit Forschungserfahrung dachte ich müsste man eigentlich unterkommen. Aber da war das Ergebnis genau so vernichtend. Vielleicht weil die denken, dass es sich ab einem gewissen Alter nicht mehr "lohnt", jemanden auszubilden, immerhin ist das ja eine der längsten FA-Weiterbildungen für die man sich am wenigsten aus anderen Fächern anrechnen lassen kann.
Man liest zwar, dass mehr Pathologen gebraucht würden - allerdings sind eben auch viele Kliniken kurz vor der Pleite. Das heißt, dass man sich neues Personal vermutlich nicht leisten kann oder will, zumindest nicht im eigentlich notwendigen Umfang. Diese Konstellation nennt man dann "Fachkräftemangel" - obwohl es eher ein finanzieller Mangel ist, Fehlallokation von Ressourcen, aber sicher kein Mangel an qualifizierten Bewerbern.
Tramaldol
20.08.2023, 22:38
Das ist mit Abstand der größte Humbug, den ich je gelesen habe. Seit November bewerbe ich mich erfolglos für eine Weiterbildungsstelle in der Pathologie. Es kam bisher nur eine Absage.
Und vor allem lohnt es sich nicht für diese ganzen Weiterbildungsstellen zu bewerben, die eh nur für 12-24 Monate die Berechtigung haben. Da kann man doch nicht sesshaft mit werden.
Mir sind direkt zwei Patho-Institute bekannt und dessen Inhaber bzw. Leitung bekannt und geklagt wird niemand zu finden, egal ob FA oder AA.
Auch in großen Uni-Instituten war immer wieder der O-Ton...oh garkeine Bewerber mehr sowie früher. An anderen Kräften wie MTA oder Schreibkraft fehlt es auch. Je nach Location natürlich unterschiedlich, wobei die beiden Institute in großen Metropolregionen liegen.
Vom Verdienst her gibt es bekannte Statistiken.
Mehr Mitarbeiter würden fast überall gebraucht, um die Workload und die steigende Zahl an Aufträgen auf Dauer bewältigen zu können. Nur haben die Kliniken überwiegend offenbar nicht mehr die finanziellen Mittel, um entsprechende Mitarbeiter einzustellen.
Das gilt wahrscheinlich auch für die von dir genannten Institute, die angeblich "keine Mitarbeiter finden" - würde mich wirklich interessieren welche Institute das sind (kannst mir gerne eine PN schreiben).
Tramaldol
23.08.2023, 08:40
Das ist nicht nur angeblich so. Es wird gesucht. So ne Uni sucht eher nen frischen Absolventen, der möglichst schon irgendwie Pathokontakt hatte mittels Forschung, Studi-Betreuung, Promotion. Insgesamt wird Forschung bei Uni Patho Instituten natürlich groß geschrieben und ja da findet sich auch irgendjemand, der das dann macht.
Allerdings geht man in manchen Patho-Instituten dazu über wenig-geeignete Kandidaten nicht einzustellen. Die sind dauernd krank, arbeiten sich dementsprechend nicht ein und das führte dann zu keinem Ergebnis. Da machts dann lieber der Chef selber....so war der O-Ton.
Bewirb dich einfach mit deinem CV. Falls erfolglos, dann probier mal Labor, Transfusion, Hygiene. Hygiene wird händeringend gesucht und da muss man keine Forschung machen unbedingt.
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