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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Künast macht Weg frei für Genmais!



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synosoph
13.01.2004, 14:09
Hier wurde als Argument die rhetorische Frage ins Feld geführt, was schon gegen mehr Ertrag auf gleicher Anbau Fläche spräche.

Genau das ist das Problem: Schon mal was von Tumorwachstum gehört? DNA-Veränderung, unkontrolliertes entdifferenziertes Wachstum, Verdrängung gesunden Gewebes, Metastasenbildung, Rezidive, bis zur Zerstörung des Organismus.
:-notify

Das ist nicht nur reiner Analogieschluß. Wir maßen uns hier als Menschen an tief in die Informationsebene eines über Jahrmilliarden ziemlich gut ausbalancierten Systems einzugreifen. Natürlich kannst du den Super-Mais im Labor zusammenbasteln, resistent gegen fast alles, und dich über deinen Ertrag dusselig freuen, aber dann bedenke auch, daß es zu einer gefährlichen Artenverdrängung kommen kann mit unabsehbaren Folgen für Flora und Fauna. Vielfalt good-bye. Organismus Erde auf dem Krankenbett. Aber das bringt so ein ertragreicher "Tumor" nun mal mit sich...
:-))

Genau aus diesem Grund schließen sich in der Uckermark übrigens gerade Öko-Bauern und konventionelle Betriebe zusammen und verzichten freiwillig flächenhaft auf genmanipulierte Produkte.

airmaria
13.01.2004, 14:45
Original geschrieben von synosoph
Das ist nicht nur reiner Analogieschluß. Wir maßen uns hier als Menschen an tief in die Informationsebene eines über Jahrmilliarden ziemlich gut ausbalancierten Systems einzugreifen. Natürlich kannst du den Super-Mais im Labor zusammenbasteln, resistent gegen fast alles, und dich über deinen Ertrag dusselig freuen, aber dann bedenke auch, daß es zu einer gefährlichen Artenverdrängung kommen kann mit unabsehbaren Folgen für Flora und Fauna. Vielfalt good-bye. Organismus Erde auf dem Krankenbett. Aber das bringt so ein ertragreicher "Tumor" nun mal mit sich...


Ui, mir wird ganz schlecht und meine Nase verändert sich plötzlich tumorartig...

Der Mensch hat seit Beginn seines Daseins in die Natur eingegriffen, mit dem Mais hat es allerdings erst vor ca 7000 Jahren angefangen:

"Der Mais (Zea mays) ist das Ergebnis einer 7000-jährigen Kultivierung. Vermutlich haben Indianerstämme in Mexiko mit dem Anbau des dort beheimateten Wildgrases Teosinte begonnen. Viele Generationen von Züchtern veränderten diese Urform in den heute bekannten Kulturmais.
Durch diese Zucht bildeten sich die ursprünglichen männlichen Blütenstände zu gedrungenen Kolben um, ihre Grösse wuchs um ein Vielfaches. Archäologische Funde verschiedener Epochen zeigen, dass die Kolben förmlich "explodierten": Während der indianischen Hochkultur (1500 n.Chr.) erreichten die Maiskolben das 50-fache Volumen der frühen Formen.
Zur Zeit der spanischen Eroberer kultivierten die Inkas in Südamerika 350 verschiedene Maissorten, deren Erträge selbst nach heutigen Massstäben erstaunlich hoch waren."

Ich such mal eine Höhle für ein gesünderes Leben ;-)

"Mary" airmaria

synosoph
13.01.2004, 15:39
@airmaria:

Schon mal über den Unterschied zwischen Züchtung sprich DNA-Rekombination einerseits und Genmanipuliation mittels DNA-Veränderung nachgedacht?
:-D

Hellequin
13.01.2004, 15:59
Synosophs Argumentation ist nicht von der Hand zu weisen, immerhin gibt es in der Natur auch bestimmte Schutzmechanismen, wie z.B. die Unfruchtbarkeit von Mulis!
Inwieweit ich was gutes tue, in dem ich diese Schutzmechanismen
aushebele, wird sich noch zeigen. :-notify

airmaria
13.01.2004, 16:07
Original geschrieben von synosoph
Schon mal über den Unterschied zwischen Züchtung sprich DNA-Rekombination einerseits und Genmanipuliation mittels DNA-Veränderung nachgedacht?


Ja: das eine dauert z.B. 7.000 Jahre, das andere vielleicht 7.000 Sekunden.

:-)) :-)) :-))

"Mary" airmaria

synosoph
13.01.2004, 17:19
Original geschrieben von airmaria


Ja: das eine dauert z.B. 7.000 Jahre, das andere vielleicht 7.000 Sekunden.

:-)) :-)) :-))




Netter Konter, gefällt mir. Aber Deine drei Grinsebacken dahinter stehen hoffentlich für ein satte Portion Ironie. Könnte glatt ein Argument von Genmanipulationskritikern (cave!: nicht -gegnern; nur keine Dogmen) wie mir sein. ;-)

Alles wird gut
14.01.2004, 19:24
Original geschrieben von milz


Und davon abgesehen ging es ums Freilassen neuer Gene in die Wildbahn.


Aber das ist genau eine falsche Annahme! Es werden ja keine neuen Gene geschaffen, sondern nur bereits bestehende der einen Art in eine andere transferiert. Das der veränderte Mais sich dann in der nächsten Generation mit nicht-verändertem Mais mischt und die Gene weitergibt ist logisch.... aber das "neue" Gen in seinem Erbgut wird ihn nicht dazu bringen, sich plötzlich mit einem Gänseblümchen zu kreuzen und die gesamte Pflanzenwelt zu "verseuchen"!

Mal abgesehen davon: Resistenzen gegen Schädlinge, Krankheiten und genügsamere werden auch den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln nach sich ziehen und der Umwelt dadurch einen Gefallen erweisen.

Dem Welthunger wird sicherlich nicht in erster Linie geholfen sein, wenn wir hier "getuneten" Mais anbauen und es stehen sicher wieder hauptsächlich wirtschaftliche Interessen hinter den ganzen Anstrengungen aber die Ängste, die von Gegnern und Medien geschürt werden sind in meinen Augen nicht objektiv.

Zu den hämorrhagischen Kühen: :-wow ... LOL! Killergiftmais! :-top
Die Gene des Designermais werden genauso von den Verdauungsenzymen verdaut werden, wie die alten auch!

luckyblue
14.01.2004, 19:56
aber das "neue" Gen in seinem Erbgut wird ihn nicht dazu bringen, sich plötzlich mit einem Gänseblümchen zu kreuzen und die gesamte Pflanzenwelt zu "verseuchen"!
Soweit ich weiß, ist aber ziemlich sicher erwiesen, dass die transferierten Gene leichter als die "alten" beim Kontakt mit irgendwelchen Mikroorganismen an diese abgegeben werden. Das ist doch an sich der Super-GAU: die ungewollte Ausgründung gefährlicher Erreger aus dem Kontakt mit transgenen Pflanzen.

Froschkönig
15.01.2004, 01:15
und ich hab SCHON WIEDER nicht alles dazu gelesen seit meinem letzten Posting. Ich kann es aber trotzdem kommentieren. Ätsch !

Ich sage nur "Frederik Vester, "Neuland des Denkens" "
Ist ein Philosophischer Ansatz darüber, daß wir bei unseren Entscheidungen heutzutage kaum mehr behaupten können, sämtliche Verstrickeungen bzw. alle Aspekte der möglichen Tragweite zu erkennen.

Das Spricht vordergründig GEGEN Genmanipulation, da wir wohl kaum alle künftigen Resultate absehen können...aber andererseits spricht es auch dafür, da wir genug Vorteile aufzählen können und uns somit SOFORT am Effekt erfreuen können.


Jetzt kann man alles mögliche Unken. Wird uns der Getreideklon mal auf 2 Beinen begegnen und nachts erwürgen ? wir wissen es nicht...genausowenig wissen wir, ob sich selbiger Klon irgendwann natürlich entwicklet hätte.....und schon wieder bin ich beim goldenen Reis wie beim letzten mal....."GEN" ist einfach dermaßen negativ behaftet, daß eine Debatte manchmal wie blasphemie erscheinen mag !

milz
15.01.2004, 10:47
Interessanter Nebenaspekt zum "goldenen Reis":

Vorgestern kam auf n-tv ein Streitgespräch Künast/Maischberger.
Künast meinte zu genanntem Argument, es wäre perfide den Einheimischen zuerst ihre zahlreichen, traditionellen, braunen Reissorten wegzunehmen und durch vitaminarme, weiße Reissorten zu ersetzen, wie es durch die großen Konzerne geschehen ist, und jetzt zu kommen und ihnen Gen-Reis als Medizin verkaufen zu wollen.

(Bin kein Reisfachmann und weiß nicht ob das stimmt.)

Ansonsten hat Künast ihr Vorgehen gut verkauft und zugegeben, daß die Entscheidung nicht freiwillig war sondern unter europäischem Zwang geschah. Und weiterhin solle durch Haftungsregelungen die Latte für Landwirte und saatguthersteller hoch angelegt werden.

Ich bin nach wie vor der Meinung, daß die Initiative von den Amis ausging, weil sie ihren Fraß auf den europäischen Markt drücken wollen. Vorzuschieben armen, hungernden, afrikanischen Kindern helfen zu wollen, empfinde ich dabei mehr als zynisch.

Alles wird gut
15.01.2004, 10:51
Original geschrieben von luckyblue

Soweit ich weiß, ist aber ziemlich sicher erwiesen, dass die transferierten Gene leichter als die "alten" beim Kontakt mit irgendwelchen Mikroorganismen an diese abgegeben werden.

Nun, wenn es diese Studie wirklich gibt, dann würde ich aber auch zu gerne wissen, wer mit welcher Einstellung zu dem Thema sie in Auftrag gegeben hat... Was heisst "leichter" in Prozent?
Und was für Mikroorganismen? Ich vermute mal, dass es ziemlich egal ist, ob ein Bakterium gegen ein Pestizd immun ist oder eine Alge gegen ein Antibiotikum.

synosoph
15.01.2004, 16:30
Original geschrieben von Alles wird gut


Nun, wenn es diese Studie wirklich gibt, dann würde ich aber auch zu gerne wissen, wer mit welcher Einstellung zu dem Thema sie in Auftrag gegeben hat...

Gegenfrage: Von wem mit welchen Interessen stammen denn die Pro-Gentechnik-Studien? Gehts denen um die "Rettung der Menschheit" oder um die Rendite oder irgendwas dazwischen? Also, solche Argumente ziehen hier überhaupt nicht, weder für die eine noch für die andere Seite.

Aber die anderen Fragen sind natürlich berechtigt...

Alles wird gut
16.01.2004, 11:12
@Synosoph: Du hast ja im Prinzip schon recht! Studien pro-Gentechnik sind genauso kritisch zu hinterfragen.
Bloß begründet sich meine Meinung nicht auf irgendwelchen Studien usw., sondern auf meinem im Studium erlangten Wissen über Genetik und der Tatsache, dass heutzutage mediengeschürte Panikmache auf allen Gebieten Sachverhalte verzerrt und emotional anfärbt.

Aber wo wir schon beim Thema Gentechnik sind, will ich doch mal eine ganz andere Frage betreffend der Ethik aufwerfen... :-)) :-)) :-))


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luckyblue
16.01.2004, 20:05
Ich vermute mal, dass es ziemlich egal ist, ob ein Bakterium gegen ein Pestizd immun ist oder eine Alge gegen ein Antibiotikum.
Die Gefahr besteht wohl eher darin, dass durch Transformation via horizontalen Gentransfer aus ungefährlichen gefährliche Erreger entstehen. Detailkenntnisse habe ich da jetzt nicht, zumal sich mein Wissen da sowieso nur aus der "Panikmach"-Presse speist.
Dieses Risiko ist aber eigentlich auch das einzige Contra-Argument gegen den Ausbau gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft, das noch ein bisschen was auf der Brust hat. Ansonsten befürworte ich Gentechnik in allen Indikationsgebieten, bin auch dem therapeutischen Klonen gegenüber aufgeschlossen, da aus der Perspektive der Betroffenen die ganze Bedenkenträgerei als blanker Zynismus erscheinen muss.