Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mobbing nach Kündigung bei Stellen + Fachwechsel
majorpayne01
27.09.2022, 21:34
Hey ich springe von einem chirurgischen Fach zu einem anderen chirurgischen Fach.
Mein alter Chef versucht seitdem ich meine Kündigung eingereicht habe mich konsequent fertig zu machen.
Er hat unter anderem meine Intensivzeit abgebrochen und mich abgezogen von der Intensivstation, sodass ich mein Common Trunk nicht fertig bekomme. Ein Aufhebungsvertrag hat er abgelehnt aus Personalmangel.
Zudem hat er angefangen mich konsequent in der Frühbesprechung bei der Patientenvorstellung fertig zu machen mit asozialen Sprüchen vor versammelter Mannschaft. Damit mein ich sogar, dass er so tut als wäre ich der deutschen Sprache nicht mächtig (habe Migrationshintergrund) und lässt mich die Patienten 6 -7x vorstellen um nachher zu sagen "hab Sie trotzdem nicht verstanden, nochmal".
Ich komm mit der Situation nicht mehr zu Recht und halte das kontinuierliche Mobben nicht mehr aus. Mein Hausarzt hat mich vorerst krankgeschrieben.
Weil ich mir vorstellen kann, dass er so hinterlistig ist meinen neuen Chef davon in Kenntnis zu setzen, wollte ich euch um Rat fragen, da ich noch relativ berufsunerfahren bin. Soll ich der Sekretärin vom neuen Chef Bescheid sagen? Er selbst ist selber sehr beschäftigt (Uniklinik CA). Bin mit meinem Latein am Ende. Werde auch täglich von einem alten Arbeitskollegen der der Laufhund vom Chef ist mit WhatsApp Nachrichten bombardiert in dem mir indirekt gedroht wird.
Mein vorläufiges Arbeitszeugnis stellt der alte Chef mir trotz Tarifvertragsregelung nicht aus. Oder soll ich einen Anwalt einschalten?
Vielen Dank schon im Voraus.
majorpayne01
27.09.2022, 21:36
Diese Mobbingaktionen hat er konsequent in der Zeit als ich bei ihm war bei jedem durchgezogen. (Fluktuationsrate von 70% der Ärzte)
Mein Gott ist diese Branche kaputt. Rassistische Ausfälle vor Zeugen (und womöglich auf einer Handyaufnahme) wären in jedem anderen akademischen Setting Druckmittel genug, um ihn deinen ganzen OP-Katalog unterschreiben zu lassen.
Gelber Schein bis zum Vertragsende und ciao. Du hast nichts zu verlieren und kannst nur gewinnen.
Zusätzlich würde ich, wie von OhDaeSu vorgeschlagen, mich an den Integrationsbeauftragten deines Krankenhauses wenden. Es gibt ja scheinbar genug Zeugen und die sind bei sowas ziemlich pingelig. Rassistische Anfeindungen vor versammelter Mannschaft können heute auch der großen Koryphäe gefährlich werden (mindestens sehr unangenehm).
Du kannst ja sogar nachweisen, dass er dich plötzlich abgezogen hat von der geplanten Intensivstation und dir somit den Common Trunk verhindert. Das ist doch mit Sicherheit auch aus rassistischen Gründen geschehen? ;-)
Coxy-Baby
27.09.2022, 22:08
Erst einmal mein Beileid, dass es jetzt so scheiße läuft. Gelber Schein ist ja schonmal ein Anfang und verschafft dir etwas Ruhe.
Bei WhatsApp gibts übrigens auch eine total tolle Blockierfunktion, dann ist es vorbei mit den email-Bombardements, alternativ weiter sammeln zur Untermauerung des Mobbings.
Wenn du es natürlich richtig wissen willst kannst du einen Termin bei nem Arbeitsrechtler machen und ihm deinen Fall mal darlegen, mal sehen was der so sagt und empfiehlt. Alternativ Betriebsrat+Direktorat.
Wie lange ist denn deine Kündigungsfrist? Bei 2-3 Monaten würde ich es drauf ankommen lassen.
Dem neuen Chef vielleicht eine kurze Nachricht da lassen, dass dein Chef dein Weggehen sehr emotional aufgenommen hat.....
majorpayne01
27.09.2022, 22:36
@OhDaeSu, freak1 und Coxy-Baby ich danke euch vielmals für eure lieben Beiträge! Die waren sehr hilfreich.
Ich werde den neuen Chef in Kenntnis setzen, dass der alte Chef es sehr emotional aufgenommen hat.
Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass meine alten Arbeitskollegen sich nicht trauen würden hinter meinem Rücken zu stehen (nach dem Motto er ist ja eh weg und mit dem Chef müssen wir noch eine Ewigkeit aushalten). 4 sind komplette Frischlinge aus der Uni, die 3 Fachärzte und 2 Alt-Assistenten ersetzen mussten wegen der Kündigung. Der Assistentensprecher pocht auf eine Oberarztstelle und der andere ist der Laufhund vom Chef..... Ich hätte die Frühbesprechung per Sprachmemo aufzeichnen müssen....
Lohnt es sich ein vorläufiges Arbeitszeugnis einzuholen (ansonsten per Erinnerungsmail an die Personalabteilung)?
Aufnahmen ohne Einverständnis können einem selbst auf die Füße fallen. Allerdings sind Zeugenaussagen, falls in diesem Abhängigkeitsverhältnis möglich, und WhatsApp Chats sehr hilfreich. Würde mich persönlich raushalten und einen Anwalt zur Klärung der Rassismusvorwürfe, des Mobbings und der Formalitäten wie Arbeits- und Weiterbildungszeignis einschalten. In großen Kliniken gibt es die Möglichkeit an Antidiskriminierungsstellen und Betriebsrat zu wenden.
Persönlich würde ich die neue Abteilung (noch) nicht kontaktieren.
Es tut mir wirklich leid, was du erfahren musst.
majorpayne01
27.09.2022, 23:49
@hebdo vielen Dank. Wieso würdest du die neue Abteilung (noch) nicht kontaktieren?
Lg
RussianAngel
28.09.2022, 01:12
Ich hatte selber leider eine ähnliche Erfahrung...Es hilft nur eins: krankschreiben, vergessen, weitermachen...Für das Zeugnis ggf. die Ärztekammer einschalten...Alles von dieser Abteilung blocken!!! Dem neuen Chef würde ich nichts davon sagen und auf gar keinen Fall sagen, wohin man noch geht...
Würde trotzdem jedes Mal eine Sprachaufnahme mitlaufen lassen. Man weiß ja nie und hat etwas in der Hand, auch wenn es rechtlich schwierig ist.
Ansonsten krankschreiben lassen oder zur Arbeit gehen und vernünftig versuchen weiterzuarbeiten, liegt an deiner Einschätzung der Situation.
Arbeitszeugnis MUSS "wohlwollend" sein. Das kann man ganz einfach per Anwalt lösen innerhalb von 5 Werktagen.
Also keine Angst vor bösen Chefs. Die haben mehr zu verlieren als Du als Berufsanfänger (z.B. ihre anderen Assis).
origamifalter
30.09.2022, 13:29
erstmal glückwunsch für den wechsel aus dem saftladen heraus
von welchem fach wechselst du in welches rüber?
kündigen vor abschluss der intensivzeit war nicht so clever, hätte die 6 monate fertiggemacht.
auf keinen fall etwas von der patientenbesprechung aufzeichnen, du kannst dir damit selber das genick brechen. da werden details über die patienten ausgetauscht, welche unter anderem durch die ärztliche schweigepflicht geschützt sind.
ich würde mich einfach krankmelden und das zeugnis über betriebsrat+ärztekammer aus dem chef herauszwingen. er kann im worstcase seine WB-befugnis verlieren, wenn er dir nicht zeugnis+logbuch ausstellt. mit der ÄK wird er sich nicht anlegen
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