Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A3/ B20 Katheterinfektion
Unregistriert
12.10.2022, 16:27
Frage bereits angefochten mit folgender Begründung:
Am ehesten sollte D "Anfertigung eines Grampräparats von der Katheterspitze" als korrekt gewertet werden, da in der Kasuistik bereits in Frage 19 Blutkulturen abgenommen worden sind und eine Antibiose begonnen wurde. Nach Leitlinie der DGHO ist sowohl ein identischer Erregernachweis aus zwei Blutkulturen mit dTTP (zweithöchste Evidenz) als auch ein Nachweis von identischem Erreger an Katheterspitze und in peripherer Blutkultur (hier bereits abgenommen) zur Diagnostik geeignet (aufgelistet mit höchstem Evidenzgrad). Eine weitere Blutkulturabnahme nach begonnener Antibiose erscheint hier der weniger vielversprechende Ansatz aber trotzdem möglich. Der konkrete Fall wird in der Leitlinie nicht benannt. Beide Antwortmöglichkeiten sollten daher als Korrekt bewertet werden.
https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/zvk-infektionen/@@guideline/html/index.html
gruenlilie
12.10.2022, 16:40
Sehe ich auch so. vA weist die blutkultur an sich ja nur die Sepsis/Bakteriämie nach. Eine -wie in der Frage explizit steht- KATHETERinfektion kann man ja nur nachweisen, wenn man auch den Katheter untersucht.
NilsBrenne
12.10.2022, 16:41
Wäre auch meine Hoffnung, allerdings ist dann die Frage, ob nicht das Gram-Präparat die Antwort zur falschen Antwort macht.
Jonas230191
12.10.2022, 17:18
Staph. Epidermidis ist ein Gram-positiver Erreger, also sollte ein Grampräparat angefertigt werden und somit wären B und D richtig, bzw. aufgrund der Frage einer Katheterinfektion Antwort D.
Unregistriert
12.10.2022, 17:20
Bei V. a. Katheter-assoziierten Infektion werden allerdings zusätzlich zu den "normalen" BKs noch gepaarte BK-Sets abgenommen, einmal peripher und einmal aus dem ZVK zum Nachweis der DTP (differential time to positivity). Ich denke das Gram-Präparat ist hier das Zünglein an der Waage.
FancyFranzi1893
12.10.2022, 17:24
Grampräparat ist definitiv falsch. Wenn die Katheterspitze eingeschickt wird, dann für eine kulturelle Anzucht. Peripherie und zentrale Blutkulturen sind Standart in der Diagnostik einer Katheter-assoziierten Sepsis. Steht auch genau so auf Amboss
SevenSeals
12.10.2022, 17:24
Sehe ich auch so. vA weist die blutkultur an sich ja nur die Sepsis/Bakteriämie nach. Eine -wie in der Frage explizit steht- KATHETERinfektion kann man ja nur nachweisen, wenn man auch den Katheter untersucht.
Blutkultur weist nicht nur Sepsis nach. In der Antwort stand mehrere BKs zentral und peripher. Damit kann man im Labor dann mit der differential time to positivity Rückschlüsse ziehen, ob der Katheter der Infektfokus ist. Das finde ich eindeutiger als zB den Nachweis von grampositiven Kokken am Katheter was auch einfach eine Kontamination sein kann.
Edit: Entschuldigen. Das wurde schon geschrieben, aber nicht im Moment wo ich abgeschickt habe und dann war das Forum down.
anninho91
12.10.2022, 19:02
Ein Gram Präparat von einer Katheterspitze wäre doch per se nicht falsch..
https://www.labor-karlsruhe.de/fileadmin/user_upload/pdf/infoschriften/MIK_Anforderung_200701_ER.pdf
Unregistriert
12.10.2022, 19:31
Wenn du die Quelle dazu hast, das ein Grampräparat von der katheterspitze gemacht wird, könntest du die Frage dann bitte mit Quelle beim IMPP direkt anfechten? @anni
Unregistriert
12.10.2022, 19:32
Ein Gram Präparat von einer Katheterspitze wäre doch per se nicht falsch..
https://www.labor-karlsruhe.de/fileadmin/user_upload/pdf/infoschriften/MIK_Anforderung_200701_ER.pdf
Könntest du das mit der Quelle bitte beim IMPP anfechten?
bei der Frage passt sowohl B ald auch D. Wird jemand die Frage anfechten, bzw hat jemand schon?
gibt ne Altfrage dazu : 2018 H.2.45
"Welche der folgenden Vorgehensweisen ist zur Sicherung bzw. zum Ausschluss einer Katheterinfektion in dieser Situation am besten geeignet?
richtige Lösung war damals: periphere Blutkulturen, Kultur der Katheterspitze nach Entfernung
Die Patientin im vorliegenden Fall zeigt Symptome einer generalisierten Infektion mit Verdacht auf eine katheterassoziierte Sepsis, weshalb Blutkulturen indiziert sind. Da insb. unter laufender Antibiotikatherapie trotz Bakteriämie häufig kein Keimnachweis aus Blutkulturen gelingt, sollte zudem eine Kultur der Katheterspitze angelegt werden. Nach Identifikation der Erreger kann sodann eine Resistenztestung durchgeführt und gezielt nach Antibiogramm therapiert werden.
ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN
Zusätzlich zu peripheren Blutkulturen sollten immer Blutkulturpaare aus allen zentralen Venenkathetern gesichert werden!"
Habe ich etwas verpasst oder macht man bei einer Kultur nicht auch eine Gramfärbung zum Erregernachweis? Erst durch diese könnte man den typischen Erreger einer Katheterassoziierten Infektion und damit ebendiese nachweisen..
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