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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : AiP Psychiatrie o. Neuro Berlin



estragon
13.01.2004, 22:47
Hallo
ich greife mal den Trend auf und frage Euch auch nach Kliniken, an denen ich mich eventuell als AiP bewerben möchte.

Weiß jemand etwas über die Berliner Uni-Kliniken Psychiatrie und Neuro, über Arbeitsklima, Ausbildung, Forschungsmöglichkeiten, Stellensituation etc. zu berichten. Beonders interessiert mich die Psychiatrie, und hier wiederum die("alte") Charite (Prof.Heinz).
Bin über jeden Hinweis dankbar.
Schöne Grüße
estragon

Klausi
15.01.2004, 17:42
Zur alten Charite kann ich gar nichts sagen, aber ein ganz klein bisschen zum Campus Benjamin Franklin. Dort gibt es eine Klinik und Poliklinik für Psychatrie und Psychotherapie, soweit ich weiss wird dort relativ viel Schlafmedizin gemacht und auch in diesem Bereich geforscht.
Ausserdem beschäftigt man sich dort mit Cannabismißbrauch und dem Nerve Growth Factor bzw. dem Zusammenhang von beidem.

Mehr weiss ich leider auch nicht und alle angaben ohne Gewähr - villeicht weiss es ja noch jemand besser.

estragon
23.01.2004, 21:56
Danke Klausi!

Würde mich freuen, wenn mir jemand noch etwas konkreteres berichten könnte. Gibt es denn bei so vielen Berlinern keinen der von diesen Kliniken etwas berichten kann?

Beste Grüße

e.

Lisa
24.01.2004, 12:05
Hi estragon,

ich kenne nun die Kliniken nur aus der Sichtweise eines Studenten im Neuro- bzw. Psychiatriekurs.

Was ich bisher an Psychiatern erlebt habe (z.b. Prof. Uebelhack) fand ich durchaus angenehm.
Zumindest der Psychiatriekurs ist wirklich ganz gut.

Zur Neurologie im CCM (Campus Charité Mitte): Nunja, es ist der einzige Kurs, den ich vor Abschluss schlecht gelaunt verlassen habe, indem ich theatralisch aus dem Patientenzimmer gestapft bin. ... Aber das ist eben eher ein auf die Lehre bezogenes Problem.

Muss es denn eigentlich unbedingt eine Uniklinik sein?
Ich hab da nämlich noch eine Klinik, von der ich schwer begeistert bin: Die Schloßparkklinik. Dort hab ich meinen Neuro-Kurs dieses Semester. Und schon allein den Oberarzt, der unseren Kurs gibt, würd ich mir am liebsten zuhause hinstellen und ihn pausenlos Unterricht geben lassen! :-))
Ist aber eben eine kleine, eher feinere, Klinik. Vielleicht ein bisschen zu klein für einen wissbegierigen AIPler?

Nunja, ob dir das nun wirklich weitergeholfen hat?

Bastian
27.01.2004, 22:52
Hallo Estragon,

die psych Uniklinik der FU Berlin kenne ich aus eigener Anschauung. Es gibt dort seit ca. 3 Jahren eine neue Chefärztin, die für ihren Führungsstil berüchtigt ist. So wurde beinahe die gesamte ärztliche Mannschaft ausgetauscht, kaum einer von den "Alten" ist dabei geblieben. Fest angestellte Psychologen habe ich in dieser psychiatrischen Klinik überhaupt nicht gesehen.

Die Ausrichtung ist streng biologistisch. Schon der Begriff "Neurose" löst bei Oberärzten Anfälle aus ("so etwas gibt es nicht").

Insgesamt wird dort überaus ehrgeizige Forschung betrieben. Im Versuch läuft z.B. ein Vagusstimulator gegen Depressionen, welcher therapieresistenten Patienten implantiert wird. Elektrokrampftherapie ist an der Tagesordnung.

Der Neuro-Chef im UKBF ist auch ziemlich streng (Bestehensgrenze bei der nicht grade leichten Klausur 75%). Immerhin lernt man dort auch einiges, wenn einem der rauhe Umgangston nichts ausmacht.

Über die Charite kann ich nicht so viel berichten, ausser dass es in der Psychiatrischen Klinik immer noch geschlechtlich getrennte Akutstationen gibt. Die Bausubstanz ist wohl, wie in Charite Mitte üblich, etwas marode. Dafür ist der Chef (wenns noch aktuell ist) eher der Psychoanalyse zugetan.

noch Fragen?

Gruss

B

estragon
28.01.2004, 23:01
Danke für Euere Antworten

So wirklich motivierend klingt das ja nicht alles. Scheint ja zum Teil ein rauer Wind zu wehen.

Was die Psychiatrie angeht halte ich zwar nicht viel von reinem Biologismus, aber mit Psychoanalyse habe ich es schon gar nicht.

Lisa, hast Du denn einen Eindruck, wie Prof. Uebelhack so orientiert ist. Soweit ich auf der Charite-Homepage gesehen habe, forscht er auch über die Leonhardt-Klassifikation der Psychosen. Kriegt Ihr in den Studenten-Kursen davon was mit? Ist er eigentlich noch jung oder folgt ihm dieser Forschungszweig bald in den wohlverdienten Ruhestand?

Ich finde es toll, dass es jetzt dieses Klinik-Forum gibt, und es ist echt nett von Euch dass Ihr Euch die Zeit genommen habt zu antworten, schließlich ist es schon eine folgenreiche Entscheidung, wo man seine erste Stelle antritt.

Über weitere Tips freue ich mich natürlich

Tschüß

estragon

Lisa
28.01.2004, 23:44
Zu Prof. Uebelhack: Vielleicht guckst du dir einfach mal seine Vorlesungsfolien (http://www.charite.de/psychiatrie/lehre/vorlesung.html) an. Das sagt dir vielleicht mehr als meine Einschätzung.

Ansonsten ist er zwar nicht der jüngste, aber ich bin sicher, er bleibt noch eine Weile.

Wenn du konkrete Fragen hast, die ich an meine Kursleiterin weiterleiten könnte, lass es mich wissen.

Morgen hab ich wieder Psychiatrie. ;-)

Lisa
29.01.2004, 21:59
Nachtrag:

Original geschrieben von Bastian
Über die Charite kann ich nicht so viel berichten, ausser dass es in der Psychiatrischen Klinik immer noch geschlechtlich getrennte Akutstationen gibt. Seit gut einer Woche nicht mehr!
Es gibt jetzt nur noch einen kleinen, im Bedarfsfalle geschlossen zu haltenen, Bereich für Frauen.
In Hinblick auf die Unterbringung von Opfern sexueller Gewalt bin ich mir auch nicht wirklich sicher, ob gemischtgeschlechtliche Akutstationen tatsächlich der Weisheit letzter Schluss sind.
Zumal gerade ein Zusammentreffen mit Personen enthemmter Sexualität nicht eben unwahrscheinlich ist...

estragon
14.02.2004, 13:22
Hallo Lisa,
tut mir Leid, dass ich so lang nicht geantwortet habe.
Konkrete Fragen fallen mir jetzt ausser den oben genannten gar nicht mehr ein, aber wahrscheinlich ist das Semester bei Euch jetzt auch schon vorbei. Im Prinzip wollte ich mir halt allgemein ein Bild davon machen, wie dort das Klima ist.
Je näher das Examen rückt, desto mehr habe ich das Gefühl, ich müsste mich jetzt mal entscheiden, wo und für was ich mich bewerben soll. Und die allgemeine Atmosphäre in einem Haus spielt ja schon eine große Rolle.
Vielen Danke für Deine Infos

Das dumme an Berlin ist das man als AiP die kulturellen Angebote dort wahrscheinlich aus Zeitmangel eh nicht wahrnehmen kann.

estragon