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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abschlussnote - relevant?



waffles
03.11.2022, 13:46
Hallo, die Frage wurde zwar schon mehrfach gestellt, aber gerne würde ich mal von euch hören, welche Relevanz die Abschlussnote für das Wunschfach/ die Wunschklinik aktuell so hat. Vielleicht kann jemand aus Erfahrung berichten. Mir geht es insbesondere um größere Städte (Hamburg, Berlin, Köln etc) in beliebteren Kliniken. Kann man sich dort mit einem Schnitt, der schlechter als eine 2 ist, überhaupt Chancen in beliebteren oder auch kleineren Fächern ausmalen? Oder schaut sowieso niemand mehr auf die Note, wenn man im PJ einen einigermaßen guten Eindruck hinterlassen hat? Oder kann man das ohnehin nicht verallgemeinern, weil man manchmal auch einfach mit dem Timing Glück hat. Ich freue mich, von euren Einschätzungen zu hören.

Kaas
03.11.2022, 15:04
Dass die Frage schon mehrfach gestellt wurde, kann ich nur bestätigen.

waffles
03.11.2022, 17:13
In Hoffnung auf eine etwas hilfreichere Antwort konkretisiere ich die mich interessierenden Fachgebiete: Innere, Pathologie, Humangenetik, Radiologie. An den Unikliniken in Hamburg, Berlin, Köln und München. Auch nach längerer Recherche habe ich zu den Anforderungen in diesen Fachgebieten in genannten Städten bislang leider keine Information finden können.

_calendula_
03.11.2022, 17:27
Innere: Note ist nahezu egal. Kann aber je nach Chef anders sein: ganz egal (an vielen Häusern abseits der Uni?) bis sehr relevant.
Wichtiger ist Forschung oder Promotion in der Subspezialisierung, wenn es eine bestimmte beliebte Uni sein soll. Und am besten: PJ an der Abteilung.

Evidence based
03.11.2022, 17:30
Da es zur Stellen- und Bewerbersituation keine systematischen Erhebungen gibt, werden auch die weiteren Antworten wenig hilfreich sein. Auf Basis der historischen Daten in diesem Forum prognostiziere ich folgende Antworten:
- Es kommt aufs Fach an
- In der Inneren ist immer irgendwo was frei
- Humangenetik ist sehr kompetetiv, ohne Doktorarbeit und Connections sind die Chancen schlecht

Falls ich etwas vergessen habe, gerne ergänzen!

Pistole
03.11.2022, 18:48
Also die innere in Hamburg guckt ganz genau auf die Note.

München genauso

In der Radiologie ist es einfacher rein zu kommen.

Über Köln und Berlin sowie die andere Fachrichtung kann ich nicht sagen.

Dooly
03.11.2022, 20:45
Glaub für Studierende (und eventuell Fachfremde) ist es schwierig, sich vorzustellen, was es bedeutet, dass die Noten unwichtig sind. Gerade am Anfang zum Einstieg und ohne nennenswerte sonstige Referenzen hält man die Noten noch für einen validen Performance Marker. Erst im PJ, wenn sich die meisten mit dem Jobeinstieg auseinandersetzen, und viele sich schon vor dem M3 bewerben und Job-Vereinbarungen treffen, bekommt man ne Vorstellung davon, dass die Abschlussnoten absolut keine Rolle spielen.

Man kann sicher in manchen Fächern und Regionen nach irrelevanten Kriterien filtern und hat dann immer noch genug brauchbare Bewerbungen. Erst vor kurzem hat noch jemand von einer Stelle (unbekanntes Fach) geschrieben, wo Examensnoten berücksichtigt werden, und ich bezweifle nicht, dass das in seltenen Fällen tatsächlich so ist. Sinnvoll ist das bei unserem Examen nie. Es gibt a) dumme Menschen und b) angeberische Menschen. Wenn man beides miteinander kombiniert, kommt unter Umständen auch raus, dass man sich mit allem versucht zu profilieren. Vielleicht auch damit, dass man herumposaunt, dass man nur Leute mit 1er Examen einstellt.

Auch ich hab bereits bei einer Bewerbung nach nur 6 Monaten Berufserfahrung meine Examensnoten nicht mal mehr angegeben und auch keine Zeugnisse beigefügt, nur die Approbation. Mit Aufnahme der Berufstätigkeit im CV fand ich einen abgekürzten Block zum Studium von der Darstellung her schöner. Durch einen Hochschulwechsel und Abschluss im Modellstudiengang, hab ich gar keine Anschlussnote, sondern 3 Einzelnoten. Genauso, wie alle anderen Modellis.

shikou
03.11.2022, 21:01
Also bei dem Mangel an guten Bewerben ist es fast egal, hauptsache du hast eine Approbation und kannst zur Not etwas Englisch, da mitunter nichtmal mehr Deutsch verlangt wird..

dissection
03.11.2022, 21:18
Also die innere in Hamburg guckt ganz genau auf die Note.

München genauso

In der Radiologie ist es einfacher rein zu kommen.

Über Köln und Berlin sowie die andere Fachrichtung kann ich nicht sagen.

München: für Innere interessiert die Note nicht [mehr sobald du ein Jahr Berufserfahrung hast und man nicht ständig dein Händchen halten muss um grobe Fahrlässigkeiten zu vermeiden oder häufig alternativ schon wenn du B2-Level Deutsch sprichst [-::-]].

Auf der anderen Seite weiss ich aber nicht wirklich ob man internistische Kliniken im Durchschnitt noch als Arbeitgeber empfehlen kann.

Monstera minima
03.11.2022, 22:41
Finde ich auch schrecklich in der Innere Medizin.

waffles
03.11.2022, 23:12
Super, vielen Dank für all die Kommentare. Ich mache mir eben langsam Gedanken, inwiefern man die Berufschancen noch während des Studiums beeinflussen kann. Aber verallgemeinern kann man eh nichts und letztendlich sind es wohl doch eher mehrere Faktoren, die dazu führen, ob man den gewünschten Job bekommt. Nach dem, was manche von euch angemerkt haben, will man evtl. auch gar nicht dort arbeiten, wo eine 1 vor dem Komma erwartet wird.. Ich finde es echt interessant, eure Einschätzung und Erfahrungen zu dem Thema zu lesen. Auch dass man ab dem 2. oder 3. Weiterbildungsjahr und evtl mit Doktortitel nochmal ganz andere Chancen hat und dass die Note dann vermutlich kaum mehr eine Rolle spielen dürfte, finde ich einen guten Einwand.

Dooly
04.11.2022, 07:26
Es ist auf jeden Fall multifaktoriell, wie man an Jobs kommt und man muss sich auch klar machen, dass die eigenen Einflussnahmemöglichkeiten begrenzt sind. Wenn keine Stelle vakant ist, ist nun mal keine Stelle vakant. Bei mir auf der Arbeit wird man niemals nach Noten auswählen müssen. Dafür haben wir viel zu viele gute Leute mit Jobinteresse, so dass nicht mal Bewerbungsgespräche stattfinden, sondern aus einem bestehenden Netzwerk Leute ausgewählt werden. Da entscheidet dann schlussendlich tatsächlich die Sympathie.

Eine 1 ist auch gar nicht so super exquisit. Gerade aus den Modellstudiengängen, wo man die Noten einzeln bekommt, ist das mit M3 (wo fast die Hälfte in ganz Deutschland ne 1 hat) easy zu verkaufen. Auf dem Zeugnis steht „hat Prüfung mit der Note sehr gut abgelegt. …Gesamtnote wird nicht gebildet. …Studium an der Uni abgeschlossen“ und fertig ist die Kiste. Aber auch die Kombi 1 in M3 und 2 im M2 ist nicht so selten, dass man dadurch Topperformers rausfiltert. Wir haben alle Medizin studiert und wissen die Wertigkeit schon einzuordnen. Also für den Moment stolz zu sein ist ja eines, aber ab der Approbation bzw. auch noch Jahre der Berufstätigkeit immer noch zu versuchen damit zu flexen ist eher merkwürdig.

Haldole
04.11.2022, 21:36
Selbst in den super beliebten Fächern hat man bessere Chancen, wenn man im Studium bereits Interesse gezeigt hat via Promotion, Hiwi-Mitarbeiter, PJ, Famulatur. Damit hat man schon den Fuß in der Tür.

Ich würde immer jmd bevorzugen den ich schon aus Monaten PJ oder Hiwi-Zeit kenne anstatt jmd. mit Top Noten und 1h Vorstellungsgespräch. More Risky.

In den meisten Fächern/Arbeitsstellen hat man den Luxus nicht und nimmt, was kommt.