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Fliege. R
05.11.2022, 22:17
Hallo,

Ich bin vor 2 Tagen durch mit meinem Studium und nun bewerbe ich mich für eine Assistenzarztsstelle an der Uni Klinikum.
Mich haben sowohl die innere Medizin als auch die Chirurg während meines PJ fasziniert, sodass ich für beide Fachrichtung meine Bewerbung geschickt habe. Ich würde gerne im voraus wissen, welche Rotation in welchem Jahr mich erwartet wird in Bezug auf Chirurg und die innere Medizin auch. Wann rotieren ich auf intensiv, ZNA, Station, OP, Funktion etc.....

Vielen Dank im voraus

Heerestorte
05.11.2022, 22:21
Irgendwann zwischen dem ersten und letzten Weiterbildungsjahr. Vielleicht...

Mal ernsthaft: Kann doch so niemand sagen.
In der Chirurgie sind die Rotationen meist aber innerhalb der ersten zwei Jahre.

Nefazodon
05.11.2022, 22:30
Hallo Fliege. R und willkommen im Forum!

Ich kann verstehen, dass Du mehr über den Ablauf der Facharztweiterbildung wissen möchtest und es werden sicher noch Antworten dazu kommen.
Allerdings solltest Du wissen, dass Innere und Chirurgie sehr große Fächer sind, die sich in verschiedene Subspezialisierungen aufspalten. Deswegen wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Du mehr darüber berichtetest in welchen Bereichen Du dich genau beworben hast.

Generell ist der zeitliche Ablauf von Rotationen oft auch unterschiedlich und hängt sehr von den einzelnen Gegebenheiten an deiner spezifischen Klinik ab.

Ganz allgemein lässt sich vielleicht mit Vorsicht sagen, dass es sinnvoll ist, wenn man als Anfänger nicht direkt in der ZNA eingesetzt wird sondern erstmal Zeit hat auf Station die Basics zu lernen.
Ebenso lässt sich postulieren, dass die Rotationen in die Funktionsabteilungen oft "Nadelöhre" in der Facharztausbildung sind und daher erfahreneren Assistenten vorbehalten bleiben, die sich schon ihre Sporen verdient haben...

Aber wie gesagt....es hängt alles auch von deiner Klinik und den Gegebenheiten dort ab, sodass es schwer fällt, ganz allgemeingültige Aussagen zu treffen.

Vielleicht wartest Du daher erstmal ab, ob es nun Chirurgie oder Innere wird? Und um welche Subdisziplinen wird es jetzt gehen?

In jedem Fall herzlich willkommen und viel Erfolg beim Berufsstart!

Trendafil
06.11.2022, 09:25
Den Rotationsplan solltest du Dir dringend beim Bewerbungsgespräch erklären lassen, falls es einen gibt. Das ist von Haus zu Haus unterschiedlich.

Bei der Uniklinik in meiner Nähe, verbringt man die gesamte Ausbildung zum Internisten in der gewünschten subspezialisierung und rotiert nach wunsch 6 monate woanders hin.

in meiner jetzigen Klinik (maximalversorger) rotiert man meistens alle 12 Monate auf eine andere Fachabteilung als Allgemeininternist und leistet eine gewisse zeit immer auf der zna ab oder wenn man in der Kardiologierotation ist, auf der Intensivstation.
Wenn du einen Fachvertrag hast, rotiert man in kürzeren Abständen die ersten 2 Jahre durch verschiedene Fachabteilubg und bleibt dann im gewählten fach. ausgemacht ist eigentlich eine minimale ZNA rotation von 6 bis maximal 12 Monaten in den ersten 2 Jahren. aber im endeffekt wird bei uns alle nase lang in die zna rotiert aufgrund von personalmangel.

ich hab meine ausbildung auf der zna beginnen müssen.

also cool wäre wenn man sich den rotationsplan schriftlich geben lassen könnte. aber meistens wird nach bedarf rotiert. vllt ist das an deiner uniklinik aber auch anders.

_calendula_
06.11.2022, 10:22
Trendafil, du arbeitest in Österreich, oder? In Österreich gibt es zwar ein Logbuch, aber keine Pflichtrotationen in der internistischen Weiterbildung. In Deutschland muss man 6 Monate in die Notaufnahme und 6 Monate auf die Intensiv rotieren etc. Sonst kann man die Weiterbildung nicht abschließen.

Nefazodon
06.11.2022, 10:54
Den Rotationsplan solltest du Dir dringend beim Bewerbungsgespräch erklären lassen, falls es einen gibt. Das ist von Haus zu Haus unterschiedlich.


Den Rat kann ich voll und ganz unterschreiben! Frag auf jedenfall in deinen Bewerbungsgesprächen nach dem Ablauf der Weiterbildung und den Rotationen in der jeweiligen Klinik.

Haldole
06.11.2022, 11:06
Und auch mal rausfinden, ob man lieber Innere oder Chirurgie machen möchte. Die Fächer sind schon "leicht" unterschiedlich.
Das eine viel (manchmal zu viel) nachdenken, viele und lange Briefe, viel Diagnostik, Tabletten (später dann Interventionen); Chirurgie eher handwerklich, pragmatisch, forsch, kurze Briefe, weniger Diagnostik, viel Zusammenarbeit mit der Anästhesie, Tabletteneinstellung eher nicht.

Feuerblick
06.11.2022, 11:43
Innere hat (besonders in kleineren Häusern) auch sehr viel Drehtürmedizin. Das muss man schon auch mögen.

Nilani
06.11.2022, 22:50
In der Chirurgie machst du, zumindest in Deutschland, zuerst Common Trunk, d.h. man sollte die Basics auf Station lernen, ist eher selten im OP. Zum Common Trunk gehören 6 Monate Notaufnahme und 6 Monate ITS, letzteres kann aber auch später gemacht werden und ist, je nach Klinik, mal mehr, mal weniger "umkämpft".

anignu
06.11.2022, 23:31
Das (Common Trunc v.a. auf Station) ist auch unterschiedlich. Es gibt Abteilungen in denen man unglaublich schnell an OPs herangeführt wird. Metallentfernungen, Portexplantationen und -implantationen etc. Je nachdem wie die Abteilungen strukturiert sind etc.
Bzgl. Intensivzeit würd ich aber auf jeden Fall zustimmen. Das kann ein extremes Nadelöhr sein oder auch ziemlich schnell funktionieren. Und idealerweise sollte man diese Zeit eher früh in den 6 Jahren der Weiterbildung machen. Umso später umso frustrierender ist es für einen selbst wenn man sich langsam einoperiert hat und dann 6 Monate raus muss. Und umso früher umso wertvoller ist man / wird man wenn man woanders hin wechseln will.
Und eines muss ich auch sagen: ein Wechsel in der Weiterbildungszeit Chirurgie tut gut. Einfach dass man sieht dass es mehr als eine Wahrheit gibt wie eine OP abzulaufen hat. Jetzt nicht Portimplantation. Auch da gibt es 4 Milliarden Varianten die alle ihre Berechtigungen haben, aber ob die Varianten so relevant sind... Aber grundsätzlich gibt es teils schon deutliche Unterschiede bei den OPs und es schadet nicht mehrere Varianten gesehen zu haben bevor man sich dann selbst für eine Variante entscheidet.

Fliege. R
19.11.2022, 18:09
Hallo,

In der Uni Klinik rotiere ich im ersten 2 Jahren auf der Station ab 2,5 Jahren geht erst auf der Intensiv 6 Monate und dann Zna 6 Monate.
In einem Maximal Versorger kommt man nach 1 Jahr auf der Intensiv Station für 1 Jahr und später ZNA 6 Monate danach ggf. Funktion?

Ist das üblich bei der Uni Kliniken mit der Rotation? Spielt es irgendeine Rolle, wenn ich später auf intensiv und ZNA rotiere?
Ich beziehe mich auf die innere Medizin zwischen Uni Klinik und Maximal Versorger. Ziel niederlassung nach FA

Bille11
19.11.2022, 18:18
Kein Problem. Ausgebildeter Internist biste nach 5-6 Jahren an beiden Orten.

Kopieschop
19.11.2022, 20:03
Ja, spielt eine Rolle. Ich bänhe gerade wegen der 6 Monate Intensiv Rotation kurz vor dem FA Prüfung. Kam alles leider durch Stellenwechsel bei mir, trotzdem sehr ärgerlich. Nun muss ich täglich am A***h der Heide fahren um die 6 Monate voll zu bekommen.

Kopieschop
19.11.2022, 20:03
Soll heißen hänge

Bille11
19.11.2022, 20:06
Ach Moni Ka - das ist halt so, wenn man mehrfach die Stelle wechselt.

h3nni
20.11.2022, 11:50
Hallo,

Spielt es irgendeine Rolle, wenn ich später auf intensiv und ZNA rotiere?


Relevant finde ich es nicht, wenn es für beide Spezialstationen jeweils eigene Dienste gibt. Wenn du eines davon "mitbetreuen" müsstest, dann wäre eine frühe Rotation natürlich sinnvoll.

Und wenn du möglichst bald Notarzt fahren wollen würdest, bräuchtest du (außer in Berlin glaube ich) eine der beiden Rotationen früher.

Fliege. R
20.11.2022, 14:01
Die Uni biete die Möglichkeit nicht den NOTARZT Schein zu erwerben, aber wozu bräuchte man das bei mir, also gar nicht!!

Jeder betraut einen eigenen Bereich. ZNA, Intensiv und Station und nicht ein für alle.

Die Uni Klinik hat zudem zwei große Intensiv Stationen. Eine operative aber auch mit Herzkranken Patienten, die von den Anästhesie betreut wird und eine andere spezial für COVID Kranke sowie diverse andere Lungenerkankungen, die eher von den Fachärzte und Assis den Fachbereich Pneumologie betreut wird. Wo ich genau rotieren will, ist mir überlassen. Ich werde höchstwahrscheinlich den allgemein Internist erst anstreben, deshalb denke die operative mit Herz gar nicht so schlecht für mich sein wird oder gibt's andere Meinungen?

anignu
20.11.2022, 17:49
Die Uni Klinik hat zudem zwei große Intensiv Stationen. Eine operative aber auch mit Herzkranken Patienten, die von den Anästhesie betreut wird und eine andere spezial für COVID Kranke sowie diverse andere Lungenerkankungen, die eher von den Fachärzte und Assis den Fachbereich Pneumologie betreut wird. Wo ich genau rotieren will, ist mir überlassen. Ich werde höchstwahrscheinlich den allgemein Internist erst anstreben, deshalb denke die operative mit Herz gar nicht so schlecht für mich sein wird oder gibt's andere Meinungen?
Das versteh ich grad überhaupt nicht: du willst den allgemeinen Internisten machen und dafür extra auf die operative ITS mit Herzchirurgie-ITS? Warum? Damit du möglichst gut operative Komplikationen beurteilen kannst? Glaubst du dass Lungenerkrankungen oder postoperative Komplikationen in deinem späteren Arbeitsfeld relevanter sind?

Fliege. R
20.11.2022, 19:06
Das ist nicht korrekt anignu... Die Kardiologen sowie die Anästhesie beide betreuen die Station. Die andere Intensiv ist für die pulmo, also nur COVID und sonst Lungen kranke Menschen, auch Transplantation gehört hier mit dazu. Ich denke beide relevant sowohl als auch

anignu
20.11.2022, 21:52
Eine operative aber auch mit Herzkranken Patienten, die von den Anästhesie betreut wird

Das ist nicht korrekt anignu... Die Kardiologen sowie die Anästhesie beide betreuen die Station.
Ach weißt... dann schreib es halt so.

Ich würd trotzdem sagen: fang erstmal an zu arbeiten und schau wie es sich entwickelt. Wenn du in unserem Haus in den letzten zwei Jahren auf der Intensiv gearbeitet hättest, wären das x verschiedene Modelle gewesen. Teils reine Covid-Stationen, teils gemischt, teils rein operative Station und das aber immer wieder wechselnd. Es hat sich einfach ständig geändert in den letzten Monaten, je nach Anforderungen.