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hebdo
10.12.2022, 22:44
Im positiven Sinn ist es egal wie du dich entscheidest. Du musst ich eben entscheiden und lass dich nicht von Außenstehenden - inkl. mir - verunsichern. Das aus meiner Sicht rationale Vorgehen wäre die Entscheidung pro Forschungsstelle (wenn finanziell möglich). Denn Versprechungen für gute Doktorandenstellen sind um einiges seltener als Versprechungen für gute Weiterbildungsstellen.

Zwei Annahmen von dir sind aber grundlegend falsch:
1. Die Chance auf eine Stelle in der Geriatrie mit guten Versprechnungen ist einzigartig.
2. Deine Doktorarbeit wird nach 12 Monate abgeschlossen sein

Da du im EU-Ausland studiert hast, kennst du wahrscheinlich nicht so viele, die eine Diss gemacht haben. Ich denke mal etwa 70-80% der ambitionierten Projekte aus meinem Semester liefen nicht nach Plan. Dauerten 2-3mal länger, haben das Ziel hinsichtlich Aufwand und wissenschaftlichem Ertrag und Benotung nicht erreicht. Ein Running Gag war auch:"Mit der Diss bin ich fertig, ich muss sie nur noch Schreiben"

anignu
10.12.2022, 23:34
Zwei Annahmen von dir sind aber grundlegend falsch:
1. Die Chance auf eine Stelle in der Geriatrie mit guten Versprechnungen ist einzigartig.
2. Deine Doktorarbeit wird nach 12 Monate abgeschlossen sein
LOL. Wie wahr!!

Wobei ich dennoch zu einem anderen Schluss komme. Dadurch dass die Dr-Arbeit eh nicht nach 12 Monaten abgeschlossen sein, seh ich da viel mehr Risiken als Chancen. Und für was? Für 2 Buchstaben? Die bekommt man auch mit weniger Aufwand.

Endoplasmatisches Reticulum
10.12.2022, 23:50
Ich würde ergänzend anmerken, dass ich Versprechungen für gute Doktorandenstellen für überhaupt nicht selten halte. Zumindest habe ich damals doch so einige Angebote beäugt und musste immer selbst zu dem Schluss kommen, ob ein Projekt zumindest grob Hand und Fuß hatte oder sich schon beim Erstgespräch als Rohrkrepierer abzeichnete. Im Erstgespräch hat mir jedenfalls niemand erzählt, wie scheiße es wäre, dort zu promovieren ...

Ganrilan
11.12.2022, 15:03
Hi,

Ich habe jetzt eine Nacht darüber geschlafen und mir einfach mal folgendes überlegt: Ich werde jetzt warscheinlich erstmal beide Angebote ausschlagen (rede nochmal mit meinem Betreuer in Bezug auf Doktorarbeit), und mir dann eine Stelle in der Inneren/Geriatrie suchen, und einfach mal schauen dass ich bestenfalls über diese promovieren kann.
Falls nicht, kann ich ja, wenn es mir im Endeffekt so wichtig ist, nach 1-2 Jahren immernoch ein Jahr nehmen (und dann immerhin nebenberuflich Dienste schieben/Notarzt machen) um meine Doktorarbeit zu machen.
Ich glaube ich bin jetzt echt erstmal so von meinem für mich interessanten Thema geblendet, dass ich etwas zu übermotiviert bin, aber wenn tatsächlich das Thema im Endeffekt eher eine Nebenrolle spielt wie ihr alle sagt, und die Doktorarbeit niemals in 12 Monaten fertig wird, gehe ich das Risiko lieber eher nicht ein.
Danke euch Allen auf jeden Fall!

Endoplasmatisches Reticulum
11.12.2022, 15:54
Klingt sinnvoll.

Man darf bei der Themenwahl nicht vergessen, dass eine Dissertationen zum größten Teil stumpfe Fleißarbeit ist und die eigentliche Beschäftigung mit dem "Thema" einen eher geringen Anteil am Gesamtvorhaben ausmacht. Klar ist es toll, wenn man eine passende und spannende Fragestellung als Framework drumherum hat. Aber letztlich verbringt man die meiste Zeit mit Kolbenschwingen oder Datenschubserei - und da macht es dann keinen gar so großen Unterschied, welches Protein man gerade jongliert oder welche Zahlen über Zahlen man in endlosen Tabellen in langen Nächten hintereinander reiht. Das eigentliche Handwerk der Promotion ist davon (meist) weitgehend losgelöst.