Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich möchte Teilzeit (4/5 Tage) arbeiten - schreibe ich es in meine Bewerbung rein?
FuchsiBuchsi
13.12.2022, 19:48
- PTBS aus dem Pflichttertial
- Arbeitsbedingungen
- Arbeitsklima
- Spezielle Arten von Kollegen
- Spezielle Arten von Vorgesetzten
- OP Starvation bis man sich über Jahre etabliert hat
- OP Starvation wenn man etwas Falsches sagt
- als ungenügend wahrgenommene Abseilstrategien außerhalb der Klinik
Brillant zusammengefasst! :-oopss Selten das so treffend gelesen :-party
(Ich hatte schon vor dem PJ keine Chirurgie-Ambitionen, alles was eine dauerhafte Abhängigkeit von der Klinik und sei es als Belegarzt verspricht, war bei mir raus, was mir dann aber an Klima und Menschenschlag begegnete konnte ich jetzt wenige Tage nach dem Finale nur mit ordentlich C2 endgültig vergessen :-oopss)
Und ja, ich war davor gebrieft auf Arbeiten im Akkord in der Inneren -> zufrieden und zügig Feierabend machen -> repeat. Mein ganzes System fiel schon am ersten Tag Chirurgie-PJ wie ein Kartenhaus zusammen. Nutzlos rumstehen. Nutzlos Haken halten. Nutzlos mit meiner Hand in Gedärmen hängen. Und für den ganzen Quark auch noch länger da bleiben als in der Inneren :-kotz Was hab ich die netten Internisten vermisst :-heul
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 20:03
Wie kann man sich eigentlich für den OP per Attest befreien lassen, ausser schwanger zu sein? Ich bin schon so oft im OP kollabiert und einmal fast in den Situs gefallen. Ich traue mich kauf in einen OP
wenn ihr mehrere PJler seid kann man sich absprechen, meistens klappt das ganz gut, dass manche Chirurgieambitionen haben und gerne in die OPs gehen und die anderen übernehmen dann Blutabnahmen/Station (was meistens auch eher zäh ist :-)) )
Endoplasmatisches Reticulum
13.12.2022, 20:33
Ich frage mich wie sich die ganzen AÄ wohl fühlen müssen, wenn der PJler statt ihrer immer in den OP zu Haken halten muss, obwohl er eh kein Chirurg wird, und die AÄ die dringend OP-Einsatz für ihren Katalog brauchen nie zum Haken halten kommen
Ganz ehrlich? Ging mir als AiW immer gehörig am Arsch vorbei. Denn du willst als AiW nicht Hakenhalten, sondern assistieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Die Art von "Hakenhalten", mit der PJler zermürbt werden, findet man auch als AiW in der Regel nicht so super toll, dass man sich drum reißen würde.
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 20:38
Denn du willst als AiW nicht Hakenhalten, sondern assistieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Die Art von "Hakenhalten", mit der PJler zermürbt werden, findet man auch als AiW in der Regel nicht so super toll, dass man sich drum reißen würde.
Dürfen die ÄiW im 1 oder 2 WBJ denn wirklich was "machen" außer Haken halten? Mal was abschneiden oder nähmen macht doch z.T. auch der PJler. Aber ich habe ein paar ÄiW kennengelernt, die quasi nie in den OP kamen. Und operiert haben meist die Oberärzte. Assistiert die "Altassistenten"
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 20:40
wenn ihr mehrere PJler seid kann man sich absprechen, meistens klappt das ganz gut, dass manche Chirurgieambitionen haben und gerne in die OPs gehen und die anderen übernehmen dann Blutabnahmen/Station (was meistens auch eher zäh ist :-)) )
Das mit dem Blut abnehmen stört mich weniger. Ich will nur nicht wieder umkippen im OP. Mein Körper ist einfach nicht für die Chirurgie gemacht. Egal wie ich mich anstrenge. Auch Kompressionsstrümpfe haben nicht geholfen. Und wenn man da als einzige PJlerin in den OP gezwungen wird
FuchsiBuchsi
13.12.2022, 20:42
Haha ja! Diese wilde Panik auf einmal in der Mannschaft, als man feststellte, dass in der folgenden Woche kein depperter PJler da ist zum Hakenhalten, da wurden sie auf einmal richtig umtriebig, unvergessen :grins::-wow:D
Nee, die haben da keinen Bock drauf. Lieber vorm Rechner sitzen, Witze reißen und sich gegenseitig beömmeln, wie doll man doch die Schräubchen reingesetzt hat.
Endoplasmatisches Reticulum
13.12.2022, 20:46
Dürfen die ÄiW im 1 oder 2 WBJ denn wirklich was "machen" außer Haken halten? Mal was abschneiden oder nähmen macht doch z.T. auch der PJler. Aber ich habe ein paar ÄiW kennengelernt, die quasi nie in den OP kamen. Und operiert haben meist die Oberärzte. Assistiert die "Altassistenten"
Unterschiedlich, und ich kann natürlich nicht für jedes Fach sprechen. In der Herz- oder Neurochirurgie sicherlich nicht. Aber in vielen Fächern gibt es auch kleinere Sachen, die man durchaus schon nach wenigen Wochen alleine machen kann, während der Oberarzt nur noch zuguckt und Tips gibt. Abszesse ausräumen, Cici in der Uro, Tonsillen in der HNO. Alles aber natürlich nur, wenn das "von oben" auch gewollt und personell möglich ist.
Mariella2.0
13.12.2022, 20:58
Bei uns beispielsweise wäre so etwas nicht möglich und auch vom Kollegium absolut nicht unterstützt. Wir haben viele Kollegen mit reduzierten Stellen, die wochenweise frei bekommen (oder in ZNA und Intensiv weniger Schichten machen).
Einen Tag in der Woche ist vor allem im Stationsalltag schwierig umzusetzen, da ja irgendjemand anderes die Arbeit machen muss.
Grundsätzlich solltest du deinen Teilzeitwunsch und den Stellenumfang in die Bewerbung reinschreiben, Details kann man dann beim Vorstellungsgespräch klären. Grundsätzlich sollte man flexibel an die Sache herangehen, gerade als Berufsanfänger. In der Bewerbung beispielsweise bereits den Mittwoch frei zu verlangen dürfte bei einigen Stellen das Aus in der Vorrunde bedeuten.
Grundsätzlich gilt: je größer die Abteilung, desto mehr ist möglich. Und manchmal lohnt es sich, in Vollzeit anzufangen und erst nach 6-12 Monaten den Antrag auf Teilzeit zu stellen, wenn man voll eingearbeitet und dementsprechend "wertvoll" ist.
Danke, ich würde mich auch wohler fühlen, meinen Teilzeitwunsch in der Bewerbung direkt aufzuführen, mache mir aber natürlich Sorgen, dass das (noch) so selten oder ungern gesehen wird, dass ich dann schlechte Chancen habe überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. Ich denke, ich werde es so formulieren, dass es meine liebste Option wäre. Kannst du mir etwas erzählen, warum es in eurem Kollegium nicht so gerne gesehen wird? Ergeben sich daraus wirklich nachteile für das Team? Ich würde beispielweise Tage oder Wochen-Modelle bevorzugen, also nicht wollen, dass ich zum Beispiel um 14:00 Uhr gehe und dann "fehle". Würde ich im Tage-oderWochen-Modell arbeiten würde das im Dienstplan denke (hoffe) ich ganz normal einteilbar sein, sodass unterm Strich sozusagen keine Arbeit von mir liegen bleibt. Aber ich habe natürlich noch keine Erfahrung, daher würde ich gerne deine Erfahrungen hören.
Ich hatte hier im Forum vor meiner Bewerbung den Tipp gelesen, den Stundenwunsch nicht in die Bewerbung zu schreiben und im Bewerbungsgespräch mit "Ich liebe Arbeit!" zu erscheinen. (...) Wir hatten alle Modelle, wochenweise frei (am liebsten gesehen), jeden Tag 6h, ein freier Tag oder mein Lieblings-Modell: 2x 60% Assistenten teilen sich eine Station, viel Zeit für Übergaben und einige freie Stunden für Forschung/Briefe in Ruhe schreiben/Supervision.
Nachdem ich nun viel darüber gelesen habe wäre das Drei-Wochen/Eine-Woche-frei Modell auch mir am liebsten! Es wäre wirklich toll, wenn das möglich wäre. Ich bewerbe mich nicht nur bei den "beliebtesten" Krankenhäusern, sondern auch bei welchen, die etwas abseits liegen. Vielleicht sind meine Chancen da ja höher. Arbeiten deine Kollegen in dem Modell im Drei-Schicht-System? War es dann dennoch so, dass sie eine ganze Woche frei hatten?
Im Bewerbungsgespräch so zu tun, als wäre ich eine motivierte Vollzeitkraft, und kurz darauf dann Teilzeitwünsche zu äußern möchte ich aber nicht, damit würde ich mich nicht wohl fühlen und ich bin auch nicht die stärkste im Abgrenzen und für-sich-einsetzen (auch wenn ich diesen Rat verstehen kann und auch woanders gehört habe). :-oopss
PS: Ich hab in 50% begonnen, als Anfängerin.
Ich war relativ schnell trotzdem fit. Hat eh keinen interessiert. Musste halt Dinge schneller lernen, hatte aber mega Kollegen die mir die wichtigen Dinge eingeimpft haben.
Oh wie schön so eine positive Erfahrung zu hören, danke dafür! Ich möchte meine freie Zeit auch dafür nutzen, mich fachlich weiterzubilden und ausreichend Zeit zum Lernen und Nachlesen zu haben, sodass ich im Vergleich zu einem Vollzeitanfänger hoffentlich nicht hinterherhinken werde.
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 21:18
Bei uns beispielsweise wäre so etwas nicht möglich und auch vom Kollegium absolut nicht unterstützt.
Welches Fach machst du denn?
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 21:19
Danke, ich würde mich auch wohler fühlen, meinen Teilzeitwunsch in der Bewerbung direkt aufzuführen, mache mir aber natürlich Sorgen, dass das (noch) so selten oder ungern gesehen wird, dass ich dann schlechte Chancen habe überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. Ich denke, ich werde es so formulieren, dass es meine liebste Option wäre. Kannst du mir etwas erzählen, warum es in eurem Kollegium nicht so gerne gesehen wird? Ergeben sich daraus wirklich nachteile für das Team? Ich würde beispielweise Tage oder Wochen-Modelle bevorzugen, also nicht wollen, dass ich zum Beispiel um 14:00 Uhr gehe und dann "fehle". Würde ich im Tage-oderWochen-Modell arbeiten würde das im Dienstplan denke (hoffe) ich ganz normal einteilbar sein, sodass unterm Strich sozusagen keine Arbeit von mir liegen bleibt. Aber ich habe natürlich noch keine Erfahrung, daher würde ich gerne deine Erfahrungen hören.
Nachdem ich nun viel darüber gelesen habe wäre das Drei-Wochen/Eine-Woche-frei Modell auch mir am liebsten! Es wäre wirklich toll, wenn das möglich wäre. Ich bewerbe mich nicht nur bei den "beliebtesten" Krankenhäusern, sondern auch bei welchen, die etwas abseits liegen. Vielleicht sind meine Chancen da ja höher. Arbeiten deine Kollegen in dem Modell im Drei-Schicht-System? War es dann dennoch so, dass sie eine ganze Woche frei hatten?
Im Bewerbungsgespräch so zu tun, als wäre ich eine motivierte Vollzeitkraft, und kurz darauf dann Teilzeitwünsche zu äußern möchte ich aber nicht, damit würde ich mich nicht wohl fühlen und ich bin auch nicht die stärkste im Abgrenzen und für-sich-einsetzen (auch wenn ich diesen Rat verstehen kann und auch woanders gehört habe). :-oopss
Oh wie schön so eine positive Erfahrung zu hören, danke dafür! Ich möchte meine freie Zeit auch dafür nutzen, mich fachlich weiterzubilden und ausreichend Zeit zum Lernen und Nachlesen zu haben, sodass ich im Vergleich zu einem Vollzeitanfänger hoffentlich nicht hinterherhinken werde.
Um welches Fach geht es eigentlich?
ehem-user-16-12-2022-1308
13.12.2022, 23:58
Achja Chirurgie wollt ich auch mal machen. Was ich aber noch lieber wollte ist Familie und Leben. :-oopss
Gibt es Fächer mit Patientenkontakt, wo man Familie und Privatleben besser vereinbaren kann? Ich bin noch nicht im PJ und habe wenig Erfahrung was die zeitfressendsten Fachrichtungen sind
Mariella2.0
14.12.2022, 01:43
Um welches Fach geht es eigentlich?
Ich bewerbe mich auf Innere (Gastro), Neuro und Psychiatrie. Finde alle drei Fächer toll (im PJ und Famulaturen ausgiebig gesehen) und würde es daher wohl davon abhängig machen, wer mich nehmen möchte. :)
ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 01:48
Ich bewerbe mich auf Innere (Gastro), Neuro und Psychiatrie. Finde alle drei Fächer toll (im PJ und Famulaturen ausgiebig gesehen) und würde es daher wohl davon abhängig machen, wer mich nehmen möchte. :)
Ich denke insbesondere in der Psychiatrie ist Teilzeit besser möglich als in der Chirurgie. Innere ist sicherlich schwieriger, Euro kann ich nicht beurteilen. Durch die Feminisierung des Arztberufs wird Teilzeit immer wichtiger und auch immer weniger eine Ausnahmeerscheinung
[truba][;2249883']Ich möchte einwerfen, dass ich an 2/3 chirurgischen Stellen gute Arbeitsbedingungen hatte und in meiner Ach/Vch Zeit auch viele Kolleginnen, die Teilzeit gearbeitet haben und trotzdem Raketen waren. Und die wurden auch gefördert.
Wobei man da wiederum unterscheiden muss zwischen "Teilzeit nach einigen/vielen Jahren Vollzeit irgendwann wenn halt Kinder da sind" und "Teilzeit gleich zu Beginn". Dass nach einer gewissen Etablierung in der Abteilung auch Teilzeitkräfte gefördert werden kenn ich auch so. Und ich muss auch sagen dass ich noch von wenigen Teil-Zeit-Chirurgen weiß die den Sprung Richtung Oberarzt geschafft haben. Das kenn ich bei anderen Fachrichtungen eher.
Die Frage ist halt auch immer wie man "gute Arbeitsbedingungen" definiert. Die Arbeitsbedingungen in meinen Abteilungen finde und fand ich auch oft gut, die Dienste dafür gern mal Vollkatastrophen. Vor allem wenn man dann auch nicht nur für sein eigenes Fach zuständig ist sondern übergreifende Dienste macht. Dass dann wiederum der gesamten Riege der Unfallchirurgie egal ist wenn der Assistenzarzt der Gefäßchirurgie die Dienste besch... findet, ist halt wieder ein anderes Thema.
Ich frage mich wie sich die ganzen AÄ wohl fühlen müssen, wenn der PJler statt ihrer immer in den OP zu Haken halten muss, obwohl er eh kein Chirurg wird, und die AÄ die dringend OP-Einsatz für ihren Katalog brauchen nie zum Haken halten kommen
Es gibt noch keinen Facharzt für Hakenhalten. Man braucht OP-Einsätze im Sinne von eigenen Operationen.
Dürfen die ÄiW im 1 oder 2 WBJ denn wirklich was "machen" außer Haken halten?
Paar Sachen wurden schon erwähnt, in der Unfallchirurgie macht man gern mal Metallentfernungen zu Beginn und diese dann auch zügig komplett alleine, später dann PFN oder so, in der Viszeral sind es Portim- und explantationen oder dann auch Leistenherien später Lap-Appendix. Also es gibt schon einige Sachen die man auch im 1. oder 2. WBJ machen kann. Und man muss auch immer sagen: eine Portimplantation in LA komplett alleine zu machen kann um einiges schwieriger sein als eine Lap-Appendektomie wenn der OA daneben steht und einem alles bis ins Detail erklärt. Es sind ja immer diese einzelnen Schritte die man auch lernt und lernen muss und diese dann irgendwann lernen muss alleine zu machen ohne Aufsicht daneben. Und je nachdem wie man sich anstellt darf man früher oder später eben auch mehr machen. Thoraxdrainagen legen, die erwähnten Abszesse spalten oder oder oder...
][truba][
14.12.2022, 09:08
In meinen zwei Jahren ACH habe ich operiert:
Abszesse/Atherome/Hämatome
Ports
Lap. Appendektomien
Lap. und offene cholezystektomien (im Rahmen von whipple/pppd)
Nabel/Leistenhernien (auch Lap.)
Vermutlich ist das nur an wenigen Stellen der Fall aber ich hätte mich nicht beschweren können. Wir hatten aber auch gute PJ Bewertungen. Der Chef war bzw. ist insgesamt sehr engagiert.
Anignu muss ich zustimmen. Die Kolleginnen von denen ich sprach, haben mit 100% angefangen, dann reduziert und wurde weiter gefördert. Jemand der in Teilzeit angefangen hat, gab es nicht.
Endoplasmatisches Reticulum
14.12.2022, 09:32
Es gibt noch keinen Facharzt für Hakenhalten.
Jetzt bring niemanden auf dumme Gedanken. Das wäre doch auch wieder eine schöne einwöchige Pflichtweiterbildung für 600 €, deren Zertifikat man sich neben die Strahlenschutzplakette heften kann ...
Puh, also da muss ich doch mal ne Lanze brechen für die Chirurgie. Ich hab mehrere Famulaturen gemacht, PJ in der Orthopädie und das Pflicht-Chirurgie-Tertial (einen Großteil davon im Ausland, wo Haken halten nicht üblich sind, aber Pflicht, danebenzustehen, gern auch in 3. oder 4. Reihe, was ich viel ätzender und langweiliger fand) und dann immerhin 3 Jahre Chirurgie in 2 Kliniken, bevor ich Fachrichtung gewechselt habe.
Famulaturen hab ich mir natürlich ausgesucht, eins war recht spezielle Plastische-/Handchirurgie inkl Transplantation, OP von Kleinkindern ... als Assi sicherlich extrem stressig, als Famu war es super. Das 2. war Notlösung, nachdem meins in der Verbrennungsstation kurzfristig abgesagt wurde, bin ich in eine winzige Klitsche. Ein CA, 2 Oberärzte, beide nur Teilzeit im Haus und kein Assistenzarzt. 2 Tage pro Woche kleinere OPs, vorwiegend Knie- und Hüft-TEP, nicht mehr als 3 oder so pro Tag. Ich wurde super in den OP eingeführt, bekam am Anfang Kompressionsstrümpfe (und hatte so Panik, als ich einmal überraschend rein musste und die nicht anziehen konnte, ab da ging es ohne). Als Assistenzersatz war ich quasi für die Station zuständig, hatte aber immer den CA im Backup. Super Teaching, wenn die OÄ da waren ... jeder Pat. durchgesprochen, nochmal extra besucht, Infiltrationen gemacht, Untersuchungstechniken geübt, Röntgenbilder gemeinsam befundet. Dort habe ich dann auch 1 PJ-Tertial 1 Jahr später absolviert. Das 2. war im Ausland, da musste ich familiär bedingt nochmal 4 Wochen an der Uniklinik nachholen, das war mit 4 PJlern völlig entspannt (davon wollten übrigens alle gern in den OP, wäre gar kein Problem gewesen, wenn da einer gewesen wäre, der nicht mit gewollt hätte, der hätte STation gemacht).
Bei der Assi-Stelle habe ich zugegebenermaßen lange gesucht und bin in einem Kleinstadt-KH gelandet, Regelversorger. Verschiedene OÄ für verschiedene Bereiche (2 Handchirurgen, 1 Fuß, 1 Orthopäde, 1 Neurochirurg, der mit Ortho gemacht hat). Es gab gute Rotation, genug Personal, genaue Ausbildungspläne. Wenn man sich nicht absolut dumm angestellt hat, wäre man gut bis zum FA durchgeleitet worden. War auch relativ wenig Fluktuation, übrigens zwischenzeitlich mehr Frauen, als Männer als Assistenzärzte. 2 davon in Teilzeit nach Kind und das ging gut, sie wurden genauso gefördert. Eine ist inzwischen in eine große Klinik nach Hamburg gewechselt als Handchirurgin. Wir hatten eigentlich immer Mittagspause (nicht immer mittags, aber so zwischen 12 und 14 Uhr bekam fast jeder die Chance dazu), oft gemeinsam. Pünktlich Feierabend hatten wir auch viel öfter, lag aber sicher auch daran, dass alles ganz schwer verletzte halt sofort weitergebracht wurde. Der 2., wichtigere und häufigere, Grund war, dass die Anästhesisten auf pünktlichen Feierabend bestanden haben und die Säle regulär bis 16 Uhr durch sein mussten, bis auf Spätdienst bzw. halt Dienst. Tolles Team, tolle Ausbildung. Im Dienst 2 Stationen (Unfall- und Allg. chirurgie), die Gegenseite kam zuverlässig bei Problemen rein, außer unsere eigenen Unfallchirurgen, die oft keinen Bock hatten dazu. Die Eingriffe waren von der Länge her überschaubar, selten länger als 2 oder 3h, meist eben die 1,5-2h für die TEPs oder mal was komplizierteres. Unser Fußchirurg war sehr auf Ästhetik bedacht, das konnte manchmal ausarten. Dazu gabs die Notaufnahme, IMC, die aber von den Anästhesisten mit betreut wurde. Die Internisten hatten 4 oder sogar 5 Stationen, Notaufnahme plus eigenene internistisch geführte IMC, die sie im Dienst komplett selbst betreuen mussten. Die taten mir echt leid, haben regelmäßig am Rad gedreht und auch mehrfach in den 2 Jahren am Dienstsystem versucht was zu ändern.
Arrhythmie
14.12.2022, 16:11
Ich hab nach Famulaturen und PJ maßgeblich keinen Bock mehr gehabt auf diese ganzen gestörten Persönlichkeiten im OP - echt teilweise nicht mehr normal was da für Menschen so arbeiten.... :-kotz
ehem-user-16-12-2022-1308
14.12.2022, 17:14
Ich hab nach Famulaturen und PJ maßgeblich keinen Bock mehr gehabt auf diese ganzen gestörten Persönlichkeiten im OP - echt teilweise nicht mehr normal was da für Menschen so arbeiten.... :-kotz
Genau so ging es mir und meinen Kommilitoninnen auch. Habe immer gedacht, dass sei ein Klischee aber das Klima untereinander war schon sehr toxisch. Spruch von einem Famulaturen zu AiW: Wie kann man nur da anfangen? Die Internisten und Neurologen haben auch super viel Stress, aber diese aggressive Überheblichkeit gepaart mit Sexismus habe ich da nie erlebt. Auch was die Anästhesisten alles verbal an den Kopf geworfen bekamen....
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