Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lehre während der Weiterbildung - Fehlanzeige?
willow358138
28.12.2022, 11:59
Hi,
ich bin momentan im 1 Monat meiner Weiterbildung in der Chirurgie eines mittelgroßen Hauses. In der ZNA und auf Station ist man 99% der Zeit alleine und kann bei Fragen zwar die OÄ anrufen, aber die stehen meist einen Großteil des Tages im OP. Im Dienst ist nur der Hintergrund per Telefon verfügbar, es gibt keinen weiteren Chirurgen im Haus, also erfolgt das Lernen größtenteils im try and error Verfahren, v.a. weil wir auch keine Fortbildungen o.ä. haben.
Dementsprechend wollte ich mal fragen, wie Ihr das auf Station/in der ZNA so handhabt. Wie bildet ihr euch weiter? Kennt ihr vllt. gute Websites/Bücher/Kurse etc. für Chirurgie/Unfallchirurgie?
Grade bzgl. der Wundversorgung bei größeren/komplexeren Wunden/Abdomensono/Röntgenauswertung etc. im Dienst fände ich eine Art Guide hilfreich.. Das fängt schon damit an welche Wundauflage man verwendet, wie man die Nähte setzt, etc. Da gibt es bei uns leider keine Standards.
Ich würde mich über Antworten freuen :)
Feuerblick
28.12.2022, 12:59
Wie jetzt? Du bist nach nicht mal einem einem Monat Weiterbildung als Frischling (oder hast du schon in einem anderen Fach wenigstens klinische Erfahrung gesammelt) alleine in der ZNA und machst Dienste und die auch noch alleine?
Sollte das so zutreffen, dann LAUF und such dir was Neues!
willow358138
28.12.2022, 13:05
Man ist tagsüber alleine in der ZNA/auf Station eingesetzt und die ersten Dienste macht man nach ca. 2-3 Monaten. Genau, das ist meine erste Weiterbildungsstelle.
Feuerblick
28.12.2022, 13:07
Okay… alleine auf Station fände ich schon grenzwertig, aber alleine in der ZNA geht einfach gar nicht.
willow358138
28.12.2022, 13:10
Danke schonmal für deine Rückmeldung :)
Ich finde das auch komisch, aber auf Nachfrage war die Begründung der Personalmangel und dass es woanders genauso ist und dass man schnell selbst Entscheidungen treffen lernen soll, wenn man Facharzt werden möchte, aber da fehlt ja irgendwie die Grundlage...
Philip_MHH
28.12.2022, 13:17
1. neue Stelle suchen und bis dahin
2. konsequent und immer den Oberarzt anrufen…
So geht Weiterbildung…. NICHT
Feuerblick
28.12.2022, 13:29
Genau DAS!
Danke schonmal für deine Rückmeldung :)
Ich finde das auch komisch, aber auf Nachfrage war die Begründung der Personalmangel und dass es woanders genauso ist und dass man schnell selbst Entscheidungen treffen lernen soll, wenn man Facharzt werden möchte, aber da fehlt ja irgendwie die Grundlage...
Das bedeutet du sollst eine falsche Entscheidung nach der anderen treffen? Das ist ja ein Witz. Lauf so schnell du kannst.
Anne1970
29.12.2022, 00:18
Das Stichwort hierzu ist „Übernahme-Verschulden“.
Renn!
willow358138
29.12.2022, 07:14
Danke für eure Rückmeldungen! Dann werde ich mir wohl schnellstmöglich ne andere Stelle suchen.
Krass, also man war auf Station max. stundenweise allein, ca. 5-7 Assistenten, verteilt auf 1 Station, 2-4 OPs, Ambulanz, evtl. Notaufnahme, wenn dort Not am Mann war. OP wurde rotiert, daher waren 1-2 Leute auf Station und es wurde halt mehrfach am Tag getauscht. Visite war morgens für alle zusammen, bevor der Rest losging. Da wurden auch Verbände eröffnet. Für Station gab es eine Liste, damit dann derjenige, der dort aus dem OP hoch kam, weiter arbeiten konnte. Am Ende des Tages sollte diese möglichst abgearbeitet sein. Ersten Dienst hatte ich nach 2-3 Monaten erstmal den Notaufnahme-Spätdienst, d.h. 10-18 Uhr, aber da war halt tagsüber die 1-2 normalen NA-Kollegen da und ab 16 Uhr für 2h der chirurgische Dienst, den man bei Problemen anrufen konnte. Erst als ich da halbwegs sicher war, hatte ich nach weiteren 1-2 Monaten meinen 24h- richtigen Dienst. Richtig rotiert in die Notaufnahme bin ich nach einem halben Jahr oder so, da kam dann direkt die 6 Monate Common Trunk, aber eben auch nicht allein, sondern mit 1-2 festen Kollegen, die dort angestellt waren aus der Chirurgie. So wie du es schilderst, hätte ich das nicht mitgemacht und würde das Weite bzw. eine neue Stelle suchen. War übrigens Kleinstadt-Krankenhaus, Regionalversorger, kein Maximalversorger. Schlimmere Sachen wurden immer gleich in die größere Klinik geschickt, von daher war es halbwegs überschaubar.
Ein Hoch auf die Kündigungsfrist in der Probezeit ;-)
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