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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fall 02/2004 ;-)



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lala
22.01.2004, 17:49
gut, also da wir von was entzündlichem ausgehen können haben wir auch erstmal Cortison gegeben....

Aciclovir nicht, denn da alles schon seit Monaten geht ist eine HSV-Encephalitis/Meningitis unwarscheinlich.

Mit dem Rocephin haben wir aber gewartet auf die Borrelien-Serologie, die dann-welch Wunder- positiv war.

Nach 14 Tagen Rocephin und Cortison war die Parese komplett weg,der Kopfschmerz auch.

Nebenbei haben wir natürlich auch an alle abstrusen Erreger gedacht die man sich als Tierarzt holen kann und haben Brucellen, TPHA und so auch gemacht.
Was ich aber eigentlich mit dem Beispiel zeigen wollte ist, dass die meisten Patienten mit Borreliose sich nicht an einen Zeckenbiss erinnern können - wohingegen die Leute, die uns manchmal zur LP eingewiesen werden unter der Verdachtdiagnose Borreliose (mit den diffusesten Beschwerden) sich immer an irgendwelche Zecken erinnern...

@alex was willst du mit der NSE? Ist ziemlich unspezifisch....

hiddl
22.01.2004, 21:23
Das is ja mal spannend.
Erinnert mich stark an die Patientin, die wir vor einiger Zeit hatten, die bis auf eine ataktische Gangstörung und so diffuses Unwohlsein klinisch nichts hatte, im MRT dann wilde kontrastmittlelaufnehmende Meningen im Hirnstammbereich und 5 g/l Eiweiß (norm bis 0,5)! Auch bei der ging das ganze schon ein wenig länger und alles was wir gefunden haben, war eine positive Borrelienserologie mit zum Beispiel einem AK-Index von 24! Wir haben sie nur mit Rocephin behandelt, da wir bei dem hohen Liquoreiweiß erst an ein Tbc DD Meningeosis (bei Z.n. Mamma-Ca vor 15 Jahren) dachten und sie uns nicht krank genug erschien, um gleich die Tuberculostatika draufzuballern. Unter der Therapie ging es ihr auch langsam aber sicher deutlich besser.
Und - an einen Zeckenbiß hat die sich auch nicht erinnert :-notify
Gruß, Ute

alex1
22.01.2004, 21:28
Also ich dachte eigentlich an einer Prionkrankheit und wollte deswegen die NSE haben...

Pünktchen
24.01.2004, 09:38
Sagt mal wie spezifisch ist die Borrellienserologie???
Könnte sie auch bei anderen Erkrankungen positiv sein?

FataMorgana
28.01.2004, 18:50
Die Borrelienserologie ist als immunologischer Test (in der Regel EIA/ELISA) nahezu 100 % spezifisch. Die große Frage ist dann allerdings immer, ob die Beschwerden des Patienten tatsächlich mit der serologisch diagnostizierten Borreliose zusammenhängen...

Mich würde zu diesem Fall noch interessieren, ob der Patient eigentlich gar keine Schmerzen hatte. Danach wurde glaube ich nicht explizit gefragt.

Und habt Ihr die Symptomatik denn als Bannwarth-Syndrom oder als Neuroborreliose im Stadium III gewertet?

lala
28.01.2004, 19:16
Nö, Schmerzen hatte er nur die Kopfschmerzen und insgesamt haben wir das mal als Meningoradikulitis gewertet :-)