Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OA Stelle, Schwarmintelligenz
Ich benötige Mal bitte die Meinung von euch allen…
Ich bin kurz vor dem FA Anästhesie in einem Haus der mittleren Größe und habe zudem Erfahrung in einem Maximalversorger, keine Uni!
Nun habe ich ein Angebot für eine FA Stelle, die gleich eine OA Stelle wäre, AT bezahlt… nun bin ich etwas hin und her gerissen und benötige Mal die Meinung von Erfahrenen…
Die neue Stelle wäre rein ITS, was mit Spaß macht! Habe viel ITS Erfahrungen, COVID sei zusätzlich Dank… aber leider keine WB spez ITS, ob ich das in meinem aktuellen Haus brkomme, steht in den Sternen…
Ist deine Frage, ob du die Stelle annehmen solltest?
Das hängt natürlich auch von den Arbeitsbedingungen, dem Haus und deinen Vorstellungen ab. Aber grundsätzlich, wenn dir das Haus, das Arbeitszeitmodell und die Tätigkeit passen, dann greif zu!
So direkt nach dem FA eine OA-Stelle in der Anästhesie zu bekommen ist nicht alltäglich. Und was die ZB ITS angeht: du wirst nicht besser bezahlt, nur weil du eine ZB hast. Es erhöht nur deine Chancen, eine OA Stelle zu bekommen, weil viele Häuser Hintergrunddienste mit der entsprechenden ZB brauchen. Und was das fachliche angeht, sagt die auch nicht zwingend viel aus. Es gibt Leute, die eine sehr gute Intensiv-Ausbildung gemacht haben und entsprechend gut im intensivmediznischen Bereich performen (auch ohne ZB). Genau so wie es Leute gibt, die zwar die ZB gemacht haben, aber dennoch nicht so fit und auf Zack sind..
Ich würde raten: nimm die Stelle an, freue dich über die Tätigkeit und das bessere Gehalt und schaue, ob es auf Dauer in dem Haus was für dich ist. Ob und unter welchen Bedingungen du die ZB noch machst und ob du an diesem Haus bleibst, kannst du für dich entscheiden und mit deinem Arbeitgeber im Verlauf noch aushandeln
Ich weiß nicht, wie es in der Anästhesie aussieht, aber in der UCh kann es schwierig sein, die Zusatzweiterbildung zu machen, wenn man schon Oberarzt ist. Größere Häuser stellen dann doch lieber jemanden als OA ein, der die ZB schon hat, und wenn man schonmal OA war, will man ja auch nicht wieder auf Assistentenniveau zurück...
Ich weiß nicht, wie es in der Anästhesie aussieht, aber in der UCh kann es schwierig sein, die Zusatzweiterbildung zu machen, wenn man schon Oberarzt ist. Größere Häuser stellen dann doch lieber jemanden als OA ein, der die ZB schon hat, und wenn man schonmal OA war, will man ja auch nicht wieder auf Assistentenniveau zurück...
Da ist aber auch die frage, aus welcher Intention heraus man die ZB machen möchte, wenn man schon OA ist. Einen (finanziellen) Vorteil auf der bereits ergatterten OA Stelle bringt das zumeist nicht mehr. Und wenn der jetzige AG Interesse daran hat, dass alle Oberdienste die ZB machen, gibt es nicht selten Modelle, dass zB man für eine gewisse Zeit an ein anderes Haus geht zum Erwerb der ZB wechselt, aber die Gehaltsdifferenz gezahlt bekommt. Der Ärztemangel wird in Zukunft nicht besser, da hat man durchaus Aussicht auf solche Deals.
Und je nachdem, wie die weiteren Lebenspläne so aussehen und wie lange er/sie in der Gegend bzw am Haus bleiben wird, lohnt sich das Upgrade in die nächste Gehaltsgruppe allemal
Jukka666
27.03.2023, 14:16
Ich persönlich finde es schon von Vorteil, wenn ein OA im ITS-Bereich die ZB Intensiv hat. Seien wir mal ehrlich: man ist Vorbild, Ansprechpartner und im Zweifel der letzte Entscheider für Patienten, vor Kollegen anderer Disziplinen etc.
Wenn dann der FA die ZB hat und man selber nicht, naja.
Anderseits kann man das ja auch gut kommunizieren: man hat Erfahrung, und mit Beginn der OA-Tätigkeit startet die WB-Zeit für die ZB, 1-2 Jahre sind schnell um und dann hat man die Prüfung hinter sich und nach 2-3 Jahren weiss das keiner mehr.
Die Frage, die ich mir stelle ist zudem noch, mal angenommenen ich nehme die Stelle und entscheide mich in 3-5 Jahren den AG zu wechseln ohne die ZB, was sagt der neue AG dann… entweder Pech gehabt, oder er sagt, sie haben als OA gearbeitet nur die ZB fehlt, das können wir nachholen!
Da könnte dann der Personalmangel dann von Vorteil sein!
Ich bin da hin und her gerissen…
Unterm Strich werde ich mich entscheiden müssen, nach den Gehaltsverhandlungen… 🙄
Feuerblick
27.03.2023, 19:32
Frage: Die OA-Stelle wäre eine ITS-Stelle, oder? Die ZB kannst du dort nicht erwerben?
Ja wäre eine ITS Stelle und nein, leider nicht… das stellt das kleine Problem dar
alphamethyldopa
29.03.2023, 07:27
Ich sehe es wie viele anderen bzgl. der ZB Intensiv - falls ITS auf Dauer was für dich sein sollte, steuere erst das an, und dann die OA Stelle.
Ich würde mit dem potenziellen neuen AG auch offen darüber sprechen - dass du gerne die Stelle annehmen würdest, aber die ZB würdest du auch trotzdem haben wollen. Vielleicht haben die ja da ein Konzept, wie man beides unter ein Hut bekommt. Wenn nicht, würde ich vereinbaren, sich in ca 2 Jahren nochmal zu treffen.
OA zu sein auf ITS, ist schon ein Wort. Ist teilweise ein undankbarer Job, zwar besser entlohnt, aber viel mehr Verantwortung. Da wird jeder Vordergrund dich für schwierige nichtmedizinische Fragen anrufen, und da bist du als Intensivmediziner einfach besser und breiter aufgestellt.
Das weißt du aber alles wahrscheinlich schon und Chapeau, dass du das auch auf dich nehmen möchtest.
Ja das is mir durchaus bewusst natürlich, was es heißt als OA auf einer ITS zu arbeiten!
Die neue ITS wäre tatsächlich aber einfach kleiner und dadurch auch insgesamt ruhiger!
Die ZB ist so ne Sache, qualifiziert sie jemand wirklich, besser auf einer ITS zu arbeiten als jemand, der die ZB nicht führt? Im Grunde kann man die ZB auch an einer kleinen ITS machen ohne groß was zu lernen… und die Prüfung ist mal so und mal so…
Fragen über Fragen 😂
Ich lass es mir mal durch den Kopf gehen und verhandel einfach mal, mit der Klinik… mehr als ein Nein kann es ja nicht geben
Wir sind in Deutschland einfach extrem fixiert auf Zertifikate, Bescheinigungen etc.
Wenn dann der FA die ZB hat und man selber nicht, naja.
Wenn da ein niederrangiger Kollege daherkommt und hat das Zertifikat, dass ist egal was du kannst, dann wirst du schief angeschaut!
OA zu sein auf ITS, ist schon ein Wort. Ist teilweise ein undankbarer Job, zwar besser entlohnt, aber viel mehr Verantwortung. Da wird jeder Vordergrund dich für schwierige nichtmedizinische Fragen anrufen, und da bist du als Intensivmediziner einfach besser und breiter aufgestellt.
Ich weiß ja jetzt nicht was deine Vorstellungen so sind, aber OA ist IMMER ein Wort. Du bist dann als Hintergrund-Dienstler einfach mal die letzte Instanz und du glaubst gar nicht wie dumme Fragen dir da gestellt werden und auch was für Entscheidungen zu da plötzlich triffst. Und ja, die Entscheidungen bedingen manchmal Tod oder Leben oder irgendeine Form dazwischen.
Das Zertifikat an sich macht dich nicht besser. Aber es dokumentiert dass du eine gewisse Zeit in einem gewissen Umfeld arbeiten hast müssen und markiert sozusagen eine Mindestqualifikation. Die du vielleicht längst erreicht hast, aber halt noch nicht formal.
Ich war in mancherlei Hinsicht in einer ähnlichen Situation, hab eine OA-Stelle angeboten bekommen als noch nicht so erfahrener Facharzt wovon mir auch viele Leute abgeraten haben. "Mach doch erstmal noch bissl stabile Weiterbildung hier oder lern noch was dort" usw... auf der anderen Seite hat mir das so viel Freiheit eingebracht und so viel Motivation wieder verschafft, dass ich sicherlich auch daran gereift bin. Und ja, für eine von mir gewünschte Zusatzweiterbildung brauch ich jetzt länger, aber ich hab trotzdem so so viel mehr lernen dürfen dass es mir das wert war. Und ich hab einfach mal mehr verdient über Jahre!
Bonnerin
30.03.2023, 06:35
Die ZB Intensivmedizin ist halt letzlich (meines Wissens) abrechnungs- und erlösrelevant für das Krankenhaus, siehe auch z.B. https://openjur.de/u/2347783.html
Letztlich kann das Vorhandensein der ZB "delegiert" werden, aber langfristig sehe ich das nicht als Lösung. Auf unserem Dienstplan damals gab es täglich ein Extra-Feld mit dem Dienstarzt "ZB Intensivmedizin", um da safe zu sein.
Kurz- bis mittelfristig solltest du die entsprechende ZB halt anstreben, gerade wenn du auch langfrisitig im ICU-Bereich bleinen willst.
Also, was hier Leute vorgeschlagen haben:
- Vertrag eventuell "schieben", also erst ZB und dann in das kleine Haus.
- dafür sorgen, dass in deinem Vertrag ein Passus drinsteht, z.B. dass nach 2 Jahren Arbeit ein Jahr bis 1,5 Jahre unbezahlte Freistellung gewährt werden mit dem Ziel an einer größeren Klinik (eventuell gibt es ja auch schon Kooperationen?) die ZB zu erwerben.
Kackbratze
05.04.2023, 08:26
Wie ist eigentlich die Weiterbildung im Rahmen eines AT-Vertrages?
Geht es nur um die Zeiten oder kann man durch den AT-Kram auch die Anrechnung der Zeiten/Tätigkeiten nicht bescheinigt bekommen? (Stumpfe Fehler wie "keine Nachtdienste" mal ausgenommen)
Müsste ohne Probleme bescheinigt werden, wenn die WB-Ermächtigung vorliegt!
Eine Assistenzärztin bei mir in der Abteilung ist tatsächlich AT bezahlt und bekommt alles anerkannt! Bei AT geht es ja meist um bessere Bedingungen bei gleicher Arbeit!
Da würde ich kein Problem sehen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren
GloriaSchmidt
06.04.2023, 20:09
Wie ist eigentlich die Weiterbildung im Rahmen eines AT-Vertrages?
Geht es nur um die Zeiten oder kann man durch den AT-Kram auch die Anrechnung der Zeiten/Tätigkeiten nicht bescheinigt bekommen? (Stumpfe Fehler wie "keine Nachtdienste" mal ausgenommen)
Kein Problem- gibt genug AT Häuser, wo es einfach mal keinen Tarif gibt, da ist jeder Vertrag „AT“ und individuelle Verhandlungssache.
Meine letzte Klinik war auch keinem Tarif abgeschlossen, da war jeder Satz im Vertrag (und natürlich das Gehalt) individuell vereinbart
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