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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katarakt-OP lernen in der Assistenzarztausbildung?



Koersche
02.04.2023, 17:42
Hallo zusammen,

kennt ihr Kliniken/Praxen, in denen man als Assistenzarzt ans Operieren (Katarakt, …) herangeführt wird und somit in seiner Ausbildung das Operieren erlernt?

Ich würde mich über eine Antwort freuen!

Viele Grüße
Koersche

Thomas24
03.04.2023, 12:59
Hi, wenn du in NRW bist, kannst du dich mal im Klinikum Köln Hohenlind umsehen. Im Rahmen der Stationsrotation wird man an Cataract Operationen herangeführt, du kannst während deiner Weiterbildung so an die 200 bis 300 Cat Operationen erreichen. Das reicht aus, um dich bei einfachen Cataract Operationen meist unfallfrei im Auge zu bewegen und deine operative Ausbildung nach dem Facharzt zu vervollständigen (natürlich reichen 300 OPs noch nicht, um dich als Operateur niederzulassen oder in einer operativen Praxis einzukaufen). Viel Erfolg!

Koersche
04.04.2023, 06:29
Vielen Dank für deine Nachricht, hat mir schon sehr geholfen!

Warst/ Bist du an der Klinik und kannst mir sonst sagen, wie die Ausbildung etc dort ist?

Kennst du ansonsten noch andere Kliniken mit einer operativen Ausbildung in der Assistentenzeit?

Vielen Dank!

Thomas24
04.04.2023, 07:48
Vielen Dank für deine Nachricht, hat mir schon sehr geholfen!

Warst/ Bist du an der Klinik und kannst mir sonst sagen, wie die Ausbildung etc dort ist?

Nein, ich kenne nur ehemalige Kollegen, die dort waren.
Es ist halt eine mittelgroße städtische Klinik, das Spektrum ist dementsprechend. Man sieht von allem ein bisschen.
Ein bisschen dies, ein bisschen das. Keine Klinik, die einen ausgewiesenen speziellen Schwerpunkt besitzt oder eine überregionale Strahlkraft. Man dürfte dort eine solide Grundausbildung genießen, wenn es etwas mehr in die Tiefe gehen soll, sollte man an einen städtischen Maximalversorger oder eine Uniklinik wechseln. Die Uni Augenklinik Köln ist zum Beispiel in einigen Bereichen sehr gut aufgestellt.



Kennst du ansonsten noch andere Kliniken mit einer operativen Ausbildung in der Assistentenzeit?
Vielen Dank!

Während der Weiterbildungszeit habe ich ansonsten noch nie gehört, dass WBAs operativ angeleitet werden in intraokularer Chirurgie. Extraokular (kleine Lidchirurgie, Schieler etc. und IVOMs) ja, aber intraokular: klares Nein.
Nach dem Facharzt kann man bei den drei "üblichen Verdächtigen" (also: OSG, Artemis und Sanoptis) einen Deal machen und auch operativ angelernt werden, man muss sich im Gegenzug aber oft auf mehrere Jahre verpflichten, dort zu arbeiten, inkl. der sonstigen Nachteile, die das Arbeiten für die drei o.g. sonst so mit sich bringt.

fovea
04.04.2023, 08:13
Die operative Ausbildung ist in Deutschland für AÄ fast nicht vorhanden. Meine Kollegen sehen den OP in den 5 Jahren nicht von Innen. Vielleicht mal für ein Crosslinking oder ein Chalazion, aber ansonsten nicht. (gut 1000 IVOMs, die gibt es auch nicht überall für AÄ).
Lernen die AÄ in Göttingen nicht Lasik? Ich meine, ein Kollege hatte das mal erwähnt und ppV (ohne Kat).

Feuerblick
04.04.2023, 09:16
Die operative Ausbildung ist halt auch nicht (mehr) Teil der WBO… :-nix Das weiß man aber vorher. Da sind IVOMs, Lider und CXL schon viel.
Dazu kommt, dass die ganzen „einfachen“ Sachen irgendwo draußen auf der grünen Wiese stattfinden. Einen Newbie an eine komplizierte Cat. zu setzen, ist auch nicht wirklich zielführend. Zumindest bei uns landeten auf eine normale Cat-OP mindestens zehn fiese Befunde.
Ja, das ist nicht gut und da müsste sich (z.B. durch Zusammenarbeit mit Praxen) etwas ändern. Aber momentan ist es halt so.
Ich persönlich war allerdings mehr als froh, dass man mir nicht mit noch mehr operativem Kram auf den Keks gegangen ist. Ich habe schon die IVOMs nur gemacht, weil man mich quasi dazu gezwungen hat. Hätte man mir Cat-OPs aufs Auge drücken wollen, hätte ich mich entweder mit dem Chef gestritten oder wäre geflüchtet. :-))

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Assistenzärzte (außerhalb von Klüngeleien mit dem Chef) regelhaft privat vergütete refraktive Eingriffe lernen. Das wäre vom jeweiligen Chef schon ziemlich mutig.
Wie oft kommen denn ppV ohne Linse vor? Für einen vernünftigen Lerneffekt dürfte das auch eher zu wenig sein. :-nix

Gab es nicht auch Praxisverbünde, die ihren Assistenzärzten Rotationen plus OPs garantierten? Auch NRW? Ich habe das aber nur noch sehr vage in Erinnerung, dass da mal was war.

Thomas24
04.04.2023, 13:01
Gab es nicht auch Praxisverbünde, die ihren Assistenzärzten Rotationen plus OPs garantierten? Auch NRW? Ich habe das aber nur noch sehr vage in Erinnerung, dass da mal was war.

Versprechen kann man einem ja sehr viel... im Zweifel hat man sich dann eben versprochen :-oopss
Ne, mal im Ernst: sogar bei der OSG, die ja explizit Fachärzte ködern mit der Aussicht, dort operativ ausgebildet zu werden, werden diese Zusagen nicht immer eingehalten. Mir sind einige Fälle bekannt, wo -entgegen der seitens der Konzernführung vertraglich zugesicherten Op Ausbildung nichts draus wurde- und die Kollegen dann gekündigt haben. War dann für die Kollegen auch gut, die OSG musste Sie trotz ihrer Knebelverträge dann gehen lassen, weil Sie ihren Teil des Arbeitsvertrages ja auch nicht eingehalten haben :-party

Feuerblick
04.04.2023, 13:04
Ah, verstehe. Ich glaube, es ging damals nicht um die OSG… aber ist auch schon einige Jahre her. Wahrscheinlich hat sich das alles längst erledigt.

Dr. Auge
04.04.2023, 19:36
Nein, ich kenne nur ehemalige Kollegen, die dort waren.
Es ist halt eine mittelgroße städtische Klinik, das Spektrum ist dementsprechend. Man sieht von allem ein bisschen.
Ein bisschen dies, ein bisschen das. Keine Klinik, die einen ausgewiesenen speziellen Schwerpunkt besitzt oder eine überregionale Strahlkraft. Man dürfte dort eine solide Grundausbildung genießen, wenn es etwas mehr in die Tiefe gehen soll, sollte man an einen städtischen Maximalversorger oder eine Uniklinik wechseln. Die Uni Augenklinik Köln ist zum Beispiel in einigen Bereichen sehr gut aufgestellt.




Während der Weiterbildungszeit habe ich ansonsten noch nie gehört, dass WBAs operativ angeleitet werden in intraokularer Chirurgie. Extraokular (kleine Lidchirurgie, Schieler etc. und IVOMs) ja, aber intraokular: klares Nein.
Nach dem Facharzt kann man bei den drei "üblichen Verdächtigen" (also: OSG, Artemis und Sanoptis) einen Deal machen und auch operativ angelernt werden, man muss sich im Gegenzug aber oft auf mehrere Jahre verpflichten, dort zu arbeiten, inkl. der sonstigen Nachteile, die das Arbeiten für die drei o.g. sonst so mit sich bringt.

Darf man fragen, welche sonstigen Nachteile Du meinst?

Thomas24
04.04.2023, 22:17
Na, wenn Dich Knebelverträge, unrealistische Zielvorgaben ("in diesem Jahr an Ihrem Standort bitte 17% mehr Umsatz generieren, ach ihr halbes Team ist phasenweise krank und Patienten fallen wegen Corona aus? Tja, blöd. Regeln Sie das") einer aus der Ferne agierenden Konzernzentrale ohne Kenntnis /Interesse an der realen Situation vor Ort, sowie Teils nicht eingehaltene (schriftliche!) Zusagen nicht stören, dann go for it. Man sollte nie vergessen, dass die zum Teil hohe Vergütung bei den Ketten auch zu einem gewissen Maß eine Schmerzensgeld Komponente beinhaltet...

Am Anfang ist bei den Ketten immer alles Eitel Sonnenschein, dann wird das Konglomerat ein, zweimal verkauft, das Management ausgetauscht und Schwupps erkennt man seine Firma nicht mehr wieder. Der neue Eigentümer will seinen Kauf ja auch wieder amortisiert bekommen. Auch bei der OSG ist erst nach dem letzten (Weiter-) Verkauf und der Übernahme des neuen Managements von den ehemaligen Schön Kliniken, etwas ins rutschen gekommen. Davor war die Stimmung (natürlich immer Standort Abhängig) gar nicht mal so schlecht. Derzeit gilt Sanoptis als die "netteste" Kette mit dem besten Bedingungen. Wie es in drei Jahren aussieht (nach dem nächsten Eigentümerwechsel), kann niemand sagen.