Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A93/B73 - ATLS
Unregistriert
13.04.2023, 15:09
heißt es nicht cABCDE mit c für kritische Blutung?
B innere Blutung mit V.a. Leberruptur kann durchaus relevanter sein als E ? War z.B. in der Frage von gestern der Fall
Der Frage ist nicht zu entnehmen, ob er zuerst verblutet oder ein Spannungspneumothorax hämodynamisch relevanter ist .
Es fehlen Angaben wie bspw. Sauerstoffsättigung oder Vitalparameter. Man würde im Schockraum auch Sauerstoffsättigung messen und Vitalparameter gleichzeitig erheben. Bitte anfechten
Das kleine c (oder x) im cABCDE bezieht sich aber nur auf von außen (z.B. mit Tourniquet) stillbare Blutungen.
Unregistriert
13.04.2023, 15:42
Aus der Fragestellung geht allerdings nicht hervor wie stark die offene Femurschaftfraktur ist (denn prinzipiell werden auch offene Frakturen z.B. bei Amboss bei den kritischen Blutungen gelistet.
Sollte diese eine kritische Blutung aufweisen, so wäre es ja die gesuchte Antwort.
Man kann zwar davon ausgehen, dass eine ggf. entsprechend starke Blutung bereits präklinisch versorgt wurde, klar beschrieben wird es allerdings in der Fragestellung nicht - weiß allerdings nicht ob das reicht um die Frage einzureichen
Unregistriert
13.04.2023, 16:03
Im cABCDE-Schema fällt doch die 'schwere Wirbelsäulenverletzung' potentiell unter A = 'Airway and cervical spine' - damit müsste das doch die richtige Antwort sein? Ich weiß, 'treat first what kills first', aber es wurde explizit nach den ATLS-Kriterien gefragt.
Stiff-neck kommt doch bei Polytrauma eigentlich immer automatisch am Anfang.
Unregistriert
13.04.2023, 16:12
Also ich glaube auch es müsste die Versorgung der Blutung sein und nicht der Spannungspneu. Vor allem, da die Patientin ja schon intubiert
Unregistriert
13.04.2023, 16:30
Leute, natürlich muss man zuerst den Spannungspneu ausschließen und entlasten, sonst stirbt euch die Patientin auf dem OP-Tisch weg während ihr ihre Blutung stillen wollt weil ihr Herz da nicht mehr mitmacht...
Unregistriert
13.04.2023, 16:41
Leute, natürlich muss man zuerst den Spannungspneu ausschließen und entlasten, sonst stirbt euch die Patientin auf dem OP-Tisch weg während ihr ihre Blutung stillen wollt weil ihr Herz da nicht mehr mitmacht...
und wenn der verblutet macht das Herz auch nicht mehr gerne mit ...
vschwarze
13.04.2023, 16:46
Ich fand es uneindeutig. Wenn die Wirbelsäulenverletzung wirklich die HWS betreffen sollte, würde sie ja unter Airway fallen und damit den vorrang haben - da aber keine Lokalisation angegeben war, finde ich das nicht eindeutig zu beantworten.
Der Spannungpneumothorax hat als B-Problem dann aber meiner Meinung nach die nächste Priorität, da ändert auch nicht intubation nichts dran, die behebt ja nicht zwangläufig den Spannungspneumothorax. (Dann käme mMn erst die Blutung, da C-Problem)
daniel.1989
13.04.2023, 17:04
Habe auch die "schwere Wirbelsäulenverletzung" genommen, weil ich dachte es ist damit dann "Airway"
daniel.1989
13.04.2023, 17:06
Stiff Neck anlegen dachte ich als erstes? Aber das ist scheinbar nicht richitg, haben nur 3 % :/
Unregistriert
13.04.2023, 18:24
Aber selbst wenn er intubiert ist, wenn sie ein Spannungspneu hat, der nicht so schnell wie möglich behoben wird, stirbt er.
Die WS Verletzung wird nur bei A relevant, wenn sie (wie du geschrieben hast) im HWS Bereich ist. Ist das nicht der Fall, kann sie auch später versorgt werden. Da der Airway aber bereits durch den Tubus gesichert ist, fällt das raus.
Da man aber tatsächlich nicht weiß, wie massiv die Fraktur ist (könnte ja auch nur bisschen Haut verletzt sein). Da das nicht spezifiziert ist, kööönnte man natürlich versuchen es anzufechten. Kostet ja nichts und schadet niemandem.
ExamensPanik
13.04.2023, 18:29
Wirbelsäulenverletzung ist definitiv ein A Problem damit ist das definitiv richtig!
Unregistriert
13.04.2023, 18:33
Wirbelsäulenverletzung ist definitiv ein A Problem damit ist das definitiv richtig!
Sehe ich nicht so. Ich meine kann ja auch eine lumbale WS Verletzung sein. Hätte ja dann nichts mit einer HWS Stabilität zu tuen. Dann wäre es eher als D (falls irgendwelche neurologischen Ausfälle vorliegen) oder E (falls kein Neuro Ausfall da ist) einzuschätzen. Denke Spannungspneu ist da am Eindeutigsten formuliert
ExamensPanik
13.04.2023, 18:37
Eine Wirbelsäulenverletzung muss stabilisiert werden mit Stiffneck und Spineboard bevor etwas anderes gemacht wird sonst droht ein spinaler Schock.
Unregistriert
13.04.2023, 18:51
Würde auch sagen C) offene Femurfraktur als c critical bleeding. In der Leitlinie steht es auch so (die Leberruptur fällt unter Circulation):
"Inzwischen findet man auch im zivilen Rettungsdiensts Empfehlungen zur vorangestellten Kontrolle katastrophaler bzw. exsanguinierender Blutungen (cABCDE bzw. xABCDE [31, 35]). Diese Art Blutungen stammen typischerweise von Arterien der Extremitäten, können aber z.B. auch an der Kopfhaut oder junktional (an den Übergangszonen von Körperstamm zum Hals und den Extremitäten) auftreten [36].
Alle anderen Blutungen werden bei der Evaluation der Behandlungspriorität C (Circulation) im xABCDE- Schema adressiert. Unterschieden werden externe Blutungen und innere bzw. sog. okkulte Blutungen. Externe Blutungen sind meistens leicht zu erkennen. Es ist aber wichtig zu betonen, dass externe Blutungen durch unzureichende Exposition (Entfernen der Kleidung, Blick unter Decken etc.) verborgen bleiben können."
Quelle: S3 Leitlinie Polytrauma Schwerverletzten Behandlung
https://register.awmf.org/assets/guidelines/187-023l_S3_Polytrauma-Schwerverletzten-Behandlung_2023-02.pdf
Heerestorte
14.04.2023, 07:03
Mag mir jemand die Frage per PN schicken?
Mich würde die Frage tatsächlich auch interessieren…
ATLS sagt ganz klar, 1. kritische Blutung nach außen stoppen, als kleines cABCDE seit Jahren etabliert…
Immobilisation ist wichtig, kann man zur Not aber manuell durch einen Helfer mit den Händen machen lassen, somit hat ein Stifneck und Spineboard etwa mehr Zeit!
Ein Spannungspneu gehört sofort entlastet, da er einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt. Eine Intubation sorgt tatsächlich meist noch zu einer Verschlechterung der Situation, da durch die Beatmung mit Überdruck gearbeitet wird und somit der Spannungspneu noch zunehmen kann.
Würde ich so nicht unterschreiben!
Ja es muss immobilisiert werden, aber nicht als 1. Maßnahme bei einem blutenden Patienten, der auch noch einen Spannungspneu hat…
Da hat er andere Probleme als einen spinalen Schock, da der mit Volumen und Noradrenalin im Griff zu bekommen ist.
Aber ohne Blut und/oder ohne Kreislauf stirbt man einfach schneller!
Ich habe hier eine Zusammenstellung von links falls jemand eine Frage anfechten möchte
https://www.impp.de/pruefungen/allgemein/pr%C3%BCfungskommentare.html
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106517-Fragen-anfechten-How-to-und-Beispielargumentationen
Dieses Dokument stammt aus dem Frühjahr 2022 , leider wurde hier nur eine Frage raus genommen.
https://docs.google.com/document/d/1V1jTiOkS_kcUNW7YfKb9mDILY-f3ARiGCu68tR_3Ukg/mobilebasic
Wirbelsäulenverletzung ist definitiv ein A Problem damit ist das definitiv richtig!
Wenn Du beim IMPP wärst, wäre diese Aussage definitiv falsch! ;-)
Ihr wisst schon "definitiv" und so...
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