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davo
15.05.2023, 19:24
Was hat die Uni damit zu tun? Solange es für das LPA passt, kann dir ja egal sein, was deine Uni dazu sagt.

Choranaptyxis
15.05.2023, 20:14
Ja und nein. Offiziell sei das die BW-Seite, inoffiziell ist das Projekt PJ-Input federführend durch Mannheimer initiiert und trägt deren Handschrift. Das merkt man sehr gut an den Formulierungen und Sichtweisen, die Beteiligung der anderen Fakultäten ist allenfalls halbgar.
Die PJ-Koordination in Mannheim ist mit einer der strengsten, u.A. weil man sich noch-so borniert an jede Vorgabe hält, und diese, ob bewusst oder unbewusst, möglichst zum Nachteil des Studierenden auslegt. Ich hatte da so einige Diskrepanzen miterlebt und könnte darüber gefühlt eine Abhandlung schreiben. Leider wird das zu den Verantwortlichen nicht durchdringen, ich selbst bin rechtzeitig an ein andere BW-Uni gewechselt.
Der Post des TE beweist aber, dass es auch wo anders genug schwarze Schafe gibt (sofern das nicht eine Mannheimer Klinik ist - kann sein, glaube ich aber nicht).

Mannheim mag in manchen Sachen boniert sein, aber auch da arbeiten Menschen. Die PJ-Verteilung ist händisch und wie ich finde, sehr gut. Da wurden fast allen ihre Wünsche erfüllt bzw sehr gute Alternativen gefunden. Und als meine Bewerbung für ein externes Quartal abgelehnt wurde, weil sie planen keine Quartale ein, zu viel Arbeit, wurde von Seiten Mannheim, als die das mitbekamen, das binnen 2h geregelt und ich konnte mich problemlos extern bewerben. Dass manche Sache streng sind, geschenkt, manche sind aber auch besser als woanders. Ich war nicht an der Uni, im Lehrkrankenhaus kam es auf die Abteilung an, wie streng die waren, das war kein Problem.
Hilft dem OP aber auch nur bedingt. Ich würde wirklich die Absage des Tertial vom Lehrkrankenhaus provozieren.

pineapple
16.05.2023, 08:02
Einfach sagen du musst ab 16 Uhr arbeiten gehen um deine Wohnung zu finanzieren. Pj ist schließlich unbezahlt. Und am Wochenende ebenso. Und gehen. Punkt. Dann können sie überlegen was sie wollen. Oder einen Stundenlohn 30-40€ mind. fordwen.

Michial
16.05.2023, 15:21
Mannheim mag in manchen Sachen boniert sein, aber auch da arbeiten Menschen. Die PJ-Verteilung ist händisch und wie ich finde, sehr gut. Da wurden fast allen ihre Wünsche erfüllt bzw sehr gute Alternativen gefunden. Und als meine Bewerbung für ein externes Quartal abgelehnt wurde, weil sie planen keine Quartale ein, zu viel Arbeit, wurde von Seiten Mannheim, als die das mitbekamen, das binnen 2h geregelt und ich konnte mich problemlos extern bewerben. Dass manche Sache streng sind, geschenkt, manche sind aber auch besser als woanders. Ich war nicht an der Uni, im Lehrkrankenhaus kam es auf die Abteilung an, wie streng die waren, das war kein Problem.
Hilft dem OP aber auch nur bedingt. Ich würde wirklich die Absage des Tertial vom Lehrkrankenhaus provozieren.

Ist doch super, wenn es bei dir so geklappt hat! In meinem Umfeld hatte die ganze PJ-Orga leider durch die Bank für meines Erachtens viel berechtigten Unmut gesorgt. Wie gesagt, ich kenne einen Haufen Negativbeispiele, habe den direkten Vergleich und kann das per Bedarf gerne ausführen. Und abgesehen von den Quartalen an sich fällt mir tatsächlich kein Aspekt ein, den ich daran gut finden würde. Unabhängig davon, ob da nun Menschen oder Roboter arbeiten.

JoeDoe999
24.05.2023, 17:49
So, Fazit nach drei Tagen: Es wundert mich, dass sich noch kein PJler umgebracht hat...
Ich gebe der Sache noch bis Ende nächster Woche, wenn sich bis dahin nicht grundlegend was ändert werde ich das PJ abbrechen, die große Reise, die eigentlich für die Zeit nach dem PJ geplant war vorziehen und zum Wintersemester anfangen. Das verschenkte halbe Jahr ist mir egal, meine Gesundheit ist mir wichtiger.
Innerhalb von drei Tagen bereits ein gutes Dutzend Mal beschimpft, beleidigt und vor der versammelten Mannschaft bloßgestellt worden, am ersten Tag gleich noch nach der Nachmittagsbesprechung für einen Abend-Punkt eingeteilt worden. Gestern beim Hakenhalten klingelt erst mein Telefon, dann das des OP-Koordinators. Wo bleibt die PJ´lerin zum Blutabnehmen? Oberarzt scheißt mich gleich zusammen, warum das Blut noch nicht abgenommen ist. Naja, weil ich um 7:15 Uhr für den ersten Punkt eingeplant bin und um 6:30 Uhr zur Morgenbesprechung musste... "Die PJ´lerin kommt in ihrer Mittagspause zur Blutentnahme!" Schaut dann mich an und brüllt "ENTWEDER ARBEITEN SIE SCHNELLER ODER KOMMEN FRÜHER! DAS WAR DAS ERSTE UND LETZTE MAL, DASS ICH IHRE FAULHEIT ENTSCHULDIGT HABE!" Zum Dank in der Abendbesprechung noch mal rundgemacht worden.

davo
24.05.2023, 18:08
Völlig krank.

Unbedingt der Uni (Studiendekanat, PJ-Beauftragter, Fachschaft) melden und eine ehrliche Bewertung auf pj-ranking.de hinterlassen. Solche Gestörten lernen es nur dann, wenn kein einziger PJler mehr kommt.

Ich würde da keinen einzigen Tag mehr hingehen. Das mit der vorgezogenen Reise klingt sehr gut.

Feuerblick
24.05.2023, 18:36
Dem kann ich nur zustimmen. Ich hätte dem OA die Brocken vor die Füße geschmissen und ihm erklärt, dass er sein Blut ab jetzt selbst abnehmen kann, weil „die PJlerin“ keine Sklavin ist und nun geht.

Bitte bei den Studiendekanaten, Fachschaft, PJ-Beauftragten, gerne auch Ärztekammer melden. Solche Kliniken sollten einfach keine Lehrkrankenhäusern sein. Ich gehe mal stark davon aus, dass man dort mit Assistenzärzten auch nicht pfleglicher umgeht.

Choranaptyxis
24.05.2023, 18:45
Bei 6:30 Morgenbesprechung ist 15 Uhr Arbeitsende, 8h plus 30min Pause. Klar könnte man länger bleiben, aber nur wenn es ein Geben und Nehmen ist und nicht die Sklaverei.
Wirklich nicht alles bieten lassen. Und schön alles aufschreiben und wie Feuerblick schrieb ruhig melden. Viel schlimmer kann es ja nicht werdenn.
Das ist ja krank und wie im vorletzten Jahrhundert.

*milkakuh*
24.05.2023, 19:59
Also ich wüsste wirklich zu gerne welches Haus das ist! Das geht ja gar nicht. Unfassbar! Ich würde auch die Beine in die Hand nehmen und Laufen so schnell ich kann.

Matzexc1
25.05.2023, 08:55
Dem kann ich nur zustimmen. Ich hätte dem OA die Brocken vor die Füße geschmissen und ihm erklärt, dass er sein Blut ab jetzt selbst abnehmen kann, weil „die PJlerin“ keine Sklavin ist und nun geht..
Genau das, Instrumente aus der Hand vom Tisch abtreten, seinen Kram einsammeln und gehen nachdem man im Sekretariat den Klinikkram gegen Unterschrift abgegeben hat.

Sowas ähnliches hat eine OP Schwester mal gemacht und das war wirksam

Feuerblick
25.05.2023, 08:59
Ich war als Assistenzärztin in der Chirurgie mal in einem Nachtdienst fast so weit, genau das zu tun. Da die Kündigung aus anderen Gründen aber schon auf meinem Schreibtisch lag und nur noch abgegeben werden wollte, habe ich es durchgezogen. Diese eine OÄ sollte ihre Genugtuung nicht bekommen bzw. alle netten Kollegen wollte ich nicht für das Verhalten ihrer bescheuerten Kollegin bestrafen. Ansonsten… ja, ich hätte ihr buchstäblich die Brocken hingeworfen.

Als PJ war ich schon auf 180 bei Vorkommnissen, die an die hier beschriebenen nicht mal ansatzweise herankommen. Sowas darf sich ein KH meines Erachtens heute nicht mehr leisten, ohne dafür bestraft zu werden. Erschreckend, dass es solch gestrigen Führungs- und Ausbildungsstil noch gibt.

davo
25.05.2023, 09:18
Es wäre da auch Zeit, endlich mal die Approbationsordnung, oder zumindest flächendeckend die universitären Studienordnungen bzw. PJ-Ordnungen, so zu ändern, dass aus diesen eine eindeutige Arbeitszeit hervorgeht. Denn dann könnte man bei dieser Klinik nach ca. 12 Wochen einfach nicht mehr kommen, völlig legal, ohne jegliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

In Gießen gibt es zum Beispiel eine Ausbildungsordnung für das Praktische Jahr (PJ-Ordnung), in der ganz klipp und klar steht, "Die wöchentliche Ausbildungszeit der PJ-Studierenden beträgt im Mittel 40 Stunden." Da hat man dann also auch was eindeutiges in der Hand.

Feuerblick
25.05.2023, 09:20
Ja, das wäre selbstverständlich wünschenswert. Zumindest, dass es überall solche PJ-Ausbildungsordnungen gäbe, die man solchen Leuten verbal um die Ohren hauen könnte.

Gabs zu meiner Zeit zwar nicht, aber ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeins der Gießener Lehrkrankenhäusern sich so aufgeführt hätte wie hier beschrieben. Gegen diese Beschreibung sind unsere Beschwerden (ruppiger Umgang, Blutentnahmesklaven etc.) echt Peanuts.

davo
25.05.2023, 09:26
Das stimmt. Ich hab ebenfalls von keinem Kommilitonen etwas gehört, was auch nur annähernd in diese Richtung ging. Das ist schon wirklich völlig krank.

JoeDoe999
26.05.2023, 16:48
Hey, nochmal danke für alle Aufmunterungen!

Meine Entscheidung, das ganze nicht mehr weiterzumachen steht seit heute felsenfest. Und seitdem bin ich sowas von tiefenentspannt!
Eigentlich bin ich schon wieder fast am überlegen, ob ich´s nicht doch durchziehe und am Ende ein Buch drüber schreibe. Wäre vermutlich die beste Geschäftsidee meines Lebens...
Gestern war "harmlos". Früh nur zwei BE´s, so dass ich ohne liegengebliebene Arbeit im OP war und nach 10 Stunden unbezahlter Arbeit pünktlich heimdurfte.
Außerdem habe ich zum ersten Mal meinen Mit-PJ´ler kennengelernt. Ich habe ihn immer für einen Assistenzarzt gehalten weil er mir im Befehlston Aufträge erteilt hat und mich ansonsten gekonnt ignorierte. Ist wohl im Haus schon länger als Werkstudent aktiv und findet´s voll geil sich ausbeuten zu lassen. Vollblut-Chirurg, der für ´ne zusätzliche OP nach Feierabend noch seine Oma verkaufen würde. Er verstand auch gar nicht, warum ich mich über die Arbeitszeiten beschwere, das ist doch normal...
Heute war´s dann wieder lustig. Als 3. am Tisch eingeteilt gewesen, eingewaschen und eingekleidet, in Respektsabstand brav bei den beiden Operateuren vorgestellt und keine Antwort bekommen. Gefragt, was ich machen soll und ignoriert worden. Gewartet, erneut gefragt, keine Reaktion. Nach zehn Minuten ein drittes Mal etwas lauter gesagt, dass ich PJ´lerin bin und als 2. Assistenz eingeteilt wurde... wieder keinerlei Reaktion. Die Instrumentiererin hat mich dann zur Seite genommen, mir gesagt ich soll mich wieder ausziehen und einfach im Saal bleiben, wenn man mich braucht, wird man mich schon rufen. Ich solle aber nicht damit rechnen. War dann ganz angenehm, weil ziemlich aufwändige und lange OP. Habe mich mit dem Anästhesisten unterhalten, der hat mir dann erzählt, dass es hier früher mal richtig gut war, aber das Haus seit Jahren wirtschaftlich angeschlagen ist und man das an allen Ecken und Enden merkt. "Mein" Chef (UC) wurde im Zuge von Sparmaßnahmen mit der Orthopädie (dem einzigen Gewinnbringer) zusammengelegt und dem Ortho-Chef untergeordnet, seitdem führt er einen offenen Krieg gegen alles und jeden. Merkt man gar nicht.
Und während ich dasitze ruft mich die Chefsekretärin an und sagt mir, dass ich am Montag, weil da ja Feiertag ist, Visitendienst habe. (Sa/So hat mein PJ-Freund) Ich habe naiv gefragt, wann ich dafür Ausgleichsfrei bekomme? Mit der Antwort habe ich fast gerechnet... gar nicht, weil den Nachmittag Ausgleichsfrei gibt´s ja nur für zwei Visitendienste am Stück.
Ich freue mich schon auf den Anschiss am Dienstag, wenn ich am Montag nicht da sein werde.

In dem Sinne: Liebe Grüße und ein hoffentlich schönes und dienstfreies langes Wochenende,
Josy

Feuerblick
26.05.2023, 16:55
Sehr gute Entscheidung! Bin gespannt, wie das weitergeht. :-))

S.Pearce
26.05.2023, 17:16
Hab bisher hier nur stumm mitgelesen, aber: Respekt & richtige Entscheidung
ganz eigennützig: Name and shame them, ich hab PJ ab Herbst und beim gedanken dort zu landen, wird mir schlecht.

Choranaptyxis
26.05.2023, 17:39
Sehr gute Entscheidung.
Vlt kannst du auch noch die E-Mail mit den übertriebenen Anforderungen an die Fachschaft der dazugehörigen Uni senden, ob es was bringt für Zukünftige bezweifel ich, aber die sollten, wenn sie vor PJ stehen, auch Interesse daran haben, dass das nicht so bleibt.

Matzexc1
26.05.2023, 20:43
Sehr gute Entscheidung! Bin gespannt, wie das weitergeht. :-))

Dem kann ich mich nur anschließen.
Ich wünsche dir ein besseres PJ Haus beim nächsten Mal und würde diese Katastrophe von Ausbildungshaus auch der zuständigen Uni mitteilen

Tzehehe
27.05.2023, 10:14
Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt!
Dass du den Namen des Hauses hier nicht verrätst, ist nachvollziehbar. Würdest du zumindest sagen, zu welcher Uni das Lehrkrankenhaus zählt?