Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen der Pflege nach Feierabend
MagicMuffin
12.05.2023, 12:42
Kleiner Meinungsaustausch:
Wie handhabt ihr Fragen der Pflege nach Feierabend? Wir werden ständig auch nach Feierabend noch von der Pflege angerufen, um Fragen zu Patienten zu beantworten.
Bei anfallender Arbeit verweise ich natürlich sofort an den Dienst, aber wie handhabt ihr bspw falsche Anordnungen auf die ihr aufmerksam gemacht werdet? Oder dem Patienten XY geht es schlecht.
Wie sieht da eigentlich die Verantwortlichkeit aus? Ist man auch nach Feierabend noch verpflichtet zum Patienten mit Schüttelfrost oder VHF zu gehen, wenn der Dienstkollege in der Nota oder im Schockraum ist?
Nach dem Prinzip „noch da, zuerst gehört, also musst du dich kümmern“?
Oder schaltet ihr konsequent das Telefon nach Feierabend ab und setzt euch an den Schreibtisch, um Bürokram abzuarbeiten?
Endoplasmatisches Reticulum
12.05.2023, 12:43
Oder schaltet ihr konsequent das Telefon nach Feierabend ab
This.
Manchmal muss man länger bleiben, ist als Arzt so. Aber das Telefon wird nicht mehr beantwortet, es sei denn, ich habe einen Anruf vorher vereinbart.
MagicMuffin
12.05.2023, 14:02
This.
Manchmal muss man länger bleiben, ist als Arzt so. Aber das Telefon wird nicht mehr beantwortet, es sei denn, ich habe einen Anruf vorher vereinbart.
Und wenn jemand von der Pflege ins Arztzimmer läuft und dir aktiv von einem Problem berichtet?
Dann verweist man auf den Arzt vom Dienst.
Feuerblick
12.05.2023, 14:26
Ich frage mich, warum man nach Feierabend noch im Arztzimmer sitzt...
Aber zur konkreten Frage: auf den Dienst verweisen. Macht man ein paar Mal, dann hat die Pflege es begriffen.
Mir hat es im Stationsal Tag enorm geholfen mich pünktlich umzuziehen und in Zivilklamotten den Papierkram abzuwickeln. Dann kommt man gar nicht in die Versuchung, noch etwas zu machen. Man wollte ja eh gerade gehe. ;). Manche Kollegen schließen sich auch in Arztzimmer ein
MagicMuffin
13.05.2023, 14:33
Unser Arztzimmer ist leider nicht abschließbar und man muss an diesen PC, weil manche Dateien nur lokal sind, die man für die Briefe braucht.
In Zivilklamotten da hinsetzen ist ein guter Tipp.
Aber mir geht es ganz konkret um den Fall, dass jemand ein akutes Problem hat (starke Bauchschmerzen, laut Pflege ein „akutes Abdomen“, was es natürlich 99% nicht ist) und der Dienstarzt gerade sonst wo ist.
Also noch nicht ganz ein Notfall, wo es selbstverständlich ist, sondern etwas subakutes. Kann man sich rechtlich aus der Verantwortung ziehen und an den Dienstarzt verweisen?
Endoplasmatisches Reticulum
13.05.2023, 14:42
Was würde denn passieren, wenn du regulär zum Dienstende das Haus verlassen hättest?
Niemand im Arztzimmer, dumm gelaufen, Patient tot?
Feuerblick
13.05.2023, 15:29
Solange man noch Briefe schreibt, hat man nicht Feierabend. Ich hoffe sehr, dass du dann noch nicht ausgestempelt hast…
Aber ja, natürlich kannst und sollst du dann auf den Dienstarzt verweisen.
Ich hab mich da als Berufsanfänger wahnsinnig zu wenig abgegrenzt. Wenn ich mir überlege, um wieviel Scheiß (vor allem Angehörigen-Gespräche) ich mich in den ersten 2 Berufsjahren noch nach Feierabend gekümmert habe.
Man ist nicht mehr zuständig. Wenn auf Station jemand (fast) reanimationspflichtig wird und ich noch auf Station bin, dann geh ich da hin, bis der Dienstarzt oder das ITS-Team da ist.
Wenn man ne mißverständliche / unsinnige Anweisung getroffen hat in einer Kurve, kurz vor Feierabend, dann muß man sich meiner Meinung nach damit auch noch auseinandersetzen. Das sollte aber gefälligst selten vorkommen, sonst muß man sich an die eigene Nase fassen.
Für alles andere ist man nicht mehr zuständig.
MagicMuffin
13.05.2023, 16:20
Was würde denn passieren, wenn du regulär zum Dienstende das Haus verlassen hättest?
Niemand im Arztzimmer, dumm gelaufen, Patient tot?
Dann hätte ich nie die Info erhalten und dementsprechend keine Verantwortung.
Es gibt kein Stempeln bei uns und auch keine Arbeitszeiterfassung.
Aber gut, also außer im absoluten Notfall stets auf den Dienst verweisen.
Endoplasmatisches Reticulum
13.05.2023, 16:36
Dann hätte ich nie die Info erhalten und dementsprechend keine Verantwortung.
Ich finde, du gehst da etwas zu verkopft ran. Der springende Punkt ist: Die Welt dreht sich weiter im Krankenhaus, auch wenn du nicht auf Kommando an der kurzen Leine springst.
Erste Hilfe ist natürlich zu leisten, wenn geboten. Aber was ist denn jetzt wirklich ein Notfall? Vitale Bedrohung? Da haut die Pflege schon selbstständig den Reanimationalarm raus, bevor du gucken kannst - und ist darin tatsächlich oft kompetenter als der Stationsarzt. Vor allem, wenn der relativ unerfahren ist.
In meiner Klinik ist die Pflege ganz klar angewiesen ab Uhrzeit x den Dienstarzt zu kontaktieren. Egal um was es geht. Und das machen sie auch. Die gehen erst gar nicht ins Arztzimmer und rufen einen erst recht nicht an. Klar, bei einem „das Reanimationsteam muss kommen”-Notfall würde die auch schauen, ob noch einer von den Stationsärzten noch im Arztzimmer sitzt und ich würde mich auch drum kümmern aber alles andere, auch so subakute „hat Bauchweh” - Sachen erreichen mich erst gar nicht.
pineapple
13.05.2023, 22:18
Wenn’s um komische Anordnungen geht sage ich als dienstarzt wiederum: arbeit des stationsarzt. Dienst ist für Notfälle nicht für stationsarbeit. In unserer Klinik funktioniert es recht gut das jeder seine Arbeit erledigt und dann geht
Wir haben auch besprochen am Wochenenden keine Routine Labore nur Wirklich wichtige Sachen, teils wurden unnötige Natriumkontorllen und crp angeordnet, was echt ausgeartet ist und auch montags reicht
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