Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verdienst Assistenzarzt Anästhesie
Mr. Pink online
25.05.2023, 15:37
Wer soll denn überprüfen ob du deinen FZA bekommen hast oder nicht? Theoretisch liegt zwar eine Frist zugrunde, innerhalb derer das der Fall sein muss, ansonsten muss die Überstunde voll ausgezahlt werden, aber der Zeitraum ist lang. Meines Wissens ist es 1 Jahr über das gemittelt die 40h/Woche sein müssen. Generell gilt im Gesundheitssystem bei der Abrechnung: "wo kein Kläger, da kein Richter". Man darf nicht davon ausgehen, dass irgendwer dir irgendetwas gönnt und wenn es nur deine rechtmäßigen Ansprüche sind. Digitale Zeiterfassung ist super, aber einfordern wirst du vermutlich erst alles, wenn du kündigst.
Du kannst ja mal probieren bei deinem Personal OA drei Wochen FZA zu bekommen um deine Überstunden abzubauen. In der Realität wird das selten klappen. Vielleicht haben sich die Zeiten auch etwas geändert. Ich bin jetzt paar Jahre von der Uni weg und damals war es der Übergang zur digitalen Zeiterfassung.
FirebirdUSA
25.05.2023, 19:21
Wer soll denn überprüfen ob du deinen FZA bekommen hast oder nicht? Theoretisch liegt zwar eine Frist zugrunde, innerhalb derer das der Fall sein muss, ansonsten muss die Überstunde voll ausgezahlt werden, aber der Zeitraum ist lang. Meines Wissens ist es 1 Jahr über das gemittelt die 40h/Woche sein müssen. Generell gilt im Gesundheitssystem bei der Abrechnung: "wo kein Kläger, da kein Richter". Man darf nicht davon ausgehen, dass irgendwer dir irgendetwas gönnt und wenn es nur deine rechtmäßigen Ansprüche sind. Digitale Zeiterfassung ist super, aber einfordern wirst du vermutlich erst alles, wenn du kündigst.
Du kannst ja mal probieren bei deinem Personal OA drei Wochen FZA zu bekommen um deine Überstunden abzubauen. In der Realität wird das selten klappen. Vielleicht haben sich die Zeiten auch etwas geändert. Ich bin jetzt paar Jahre von der Uni weg und damals war es der Übergang zur digitalen Zeiterfassung.
Frist zum Ausgleich nach TV-Ärzte bis zum Ende des Dritten Kalendermonats nach anfallen, TV-VKA ist tatsächlich der Ausgleichszeitraum ein Jahr… da es ja aber inzwischen eine elektronische Arbeitszeiterfassung gibt und man FZA im Dienstplan kennzeichnen muss, ist es eigentlich klar welche Zeiten am Ende raus kommen sollten. Aber es kann tatsächlich aufwendig sein, deshalb prüfe ich z.B. sporadisch ob die Änderungen in den Zeitkonten mit der angegebenen Zeit passen. Da die Zeitkonten inzwischen automatisch gefüllt werden, sind Übertragungsfehler eigentlich nicht mehr möglich. Aber natürlich können auch elektronische Erfassungen durch Vorgesetzte ggf geändert werden und natürlich gibt es in Programmen manchmal auch Bugs.
Mr. Pink online
26.05.2023, 09:19
Selbst wenn die Zeiterfassung 100% manipulationssicher ist, dann sitzt zwischengeschaltet bei der Abrechnung immer noch jemand, der das ganze dann in Gehalt ummünzen muss. Und da kommen manchmal überraschende Dinge heraus.
Unabhängig davon habe ich aber bspw. an der Uni auch erlebt, dass man die Mitarbeiter kaputt geschuftet hat und am Ende kam dann ein OA und meinte, die ganzen Überstunden seien nicht genehmigt gewesen. Formell muss die Mehrarbeit natürlich angeordnet werden, aber wer geht denn bitte pünktlich nach Hause?!
Also es gab immer irgendwelche Tricks, mit denen man versucht hat einen um sein Geld zu beschei****.
Schon eigenartig dass manche Leute 45h/Woche und andere 60h/Woche arbeiten. Und dann glauben manche Leute noch der Verdienst müsse gleich sein...
Witzbold. Der Knackpunkt ist ja eben, dass man mit 60h teilweise kaum mehr rausbekommt als jemand mit 45h, weil manche Arbeitgeber das Bereitschaftsentgelt mit allen anderen Arbeitszeiten verrechnen und andere nicht.
Mr. Pink online
26.05.2023, 17:08
Dann redest du aber von 60h Anwesenheitszeit und nicht von 60h angerechneter Arbeitszeit.
Genau deswegen würde ich Bereitschaftsdienste Stufe 1 nicht mehr machen wollen. Das ist vergeudete Lebenszeit.
Und wir haben noch nicht mal davon gesprochen, wie viel man in der Bereitschaftszeit wirklich arbeitet, auch wenn das natürlich theoretisch in der Bewertung berücksichtigt wird. Ich als Radiologe mache gerne Bereitschaftsdienste, weil ich in der Regel von 23 bis 7 Uhr schlafe und dabei vielleicht 1-2 mal für fünf Minuten an den Bildschirm muss. Währenddessen sitzt der Unfallchirurge wenns blöd läuft die halbe Nacht in der Notaufnahme und der Viszeralchirurg kann mit einem unglücklichen Patienten gleich mehrere Stunden im OP stehen.
Matzexc1
26.05.2023, 20:37
Bei mir ist es auch unterschiedlich:
Anästhesie
1) Uniklinik OP. Häufig bis 2 Uhr nachts arbeiten, aber auch Tage wo man um 22Uhr im Bett lag
2) kleines Haus mit Intensiv zusätzlich
Gemischt, teilweise von 22-7 durchgeschlafen oder auch durchgearbeitet(selten)
Notarzt:
Kleine Wachen auf dem Lande:
Eher durchschlafen, 0-2 Einsätze in 12h im Schnitt, kommt natürlich auch darauf an welchen Tagen.
Von Transfusionsmedizinern und Mikrobiologen habe ich gehört das dort die Dienste primär telefonisch ablaufen.
Nur auf das Gehalt zu blicken finde ich zu kurz gedacht. Als Notarzt sind hier 50€ die Stunde weitgehend Standard
Ich als Radiologe mache gerne Bereitschaftsdienste, weil ich in der Regel von 23 bis 7 Uhr schlafe und dabei vielleicht 1-2 mal für fünf Minuten an den Bildschirm muss.
Das schwankt aber auch sehr stark abhängig von der Klinik. Als Uni kenne ich zwei Leute im Vordergrund und von denen schläft eigentlich keiner im Regelfall mehr als 3-4 h. Universitärer Maximalversorger und mehrere externe Kliniken als Teleradiologie sorgen sehr zuverlässig dafür.
Wenn man natürlich eine kleine Klitsche mit höchstems lokalem Traumazentrum und ohne Stroke-Zentrum hat, mag das anders aussehen.
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