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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich glaube, ich war bei einem Fake-Arzt. Sollte man sowas melden?an



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Nefazodon
04.06.2023, 17:07
@GloriaSchmidt: Naja, aber genau das ist es ja. Man kann Patienten auch ohne KV-Zulassung behandeln. Hier wäre es auch möglich gewesen, dass der Arzt gar keine KV-Zulassung hatte und trotzdem legal praktiziert (das mit dem Rezept spricht jetzt allerdings dagegen).
Solange das aber rechtlich möglich ist, sollte es ein Approbationsregister sein.
Außerdem nützt es nur was, im Sinne einer Kontrollfunktion, wenn es öffentlich einsehbar ist.

Choranaptyxis
04.06.2023, 17:16
Ich bin aber im übrigen schon lange der Meinung, dass es für so etwas ein zentrales und öffentlich einsehbares Register geben sollte.
Also einfach nur ein Register, ob jemand eine gültige Approbation hat ja/nein. Dann würden sich solche Fragen auch einfach erübrigen.

Das wäre mehr als sinnvoll. Dann könnte auch ein Krankenhaus einfach das ganze Checken und manch ein Schwindler würde so gar nicht entstehen. Aber vermutlich verhindert der heilige Datenschutz das noch eine ganze Weile.

Feuerblick
04.06.2023, 17:19
Davon kannst du ausgehen. Man hat ja gesehen, dass weder KV noch Krankenhäuser Schwindler mit eigentlich sogar schlecht gemachten Urkunden nicht entlarven. Insofern ist es meiner Ansicht nach gerechtfertigt, wenn man manches mal einfach hinterfragt.

Relaxometrie
04.06.2023, 18:48
Wir kommen da an und mein Vater erzählt ihm von seinem AC-Arthrose und Frozen Shoulder am anderen Arm und dass er trotz der Geringfügigkeit des Verschleißes und Schmerzmedikation große Schmerzen hat. Der Doc hörte erst zu, schaute kurz meinen Vater an und sagte: "Ich kann Ihnen ansehen, dass ihnen einfach viele Mineralstoffe fehlen. Das wird der Grund sein".
Hat der Arzt nach bereits erfolgter Bildgebung gefragt, Bildgebung angeleiert, eine körperliche Untersuchung durchgeführt?
Oder hat er außer dem Vitamin- und Mineralstoffschwurbel nichts von sich gegeben?

Feuerblick
04.06.2023, 18:56
Ist ja nun auch nicht wirklich SO selten, dass eine Schulter saumäßig wehtut - trotz Schmerzmedikation… Spreche da aus Erfahrung. Vielleicht hätte ich statt der OP auch lieber Vitamine… ? :-))

Relaxometrie
04.06.2023, 19:03
Vielleicht hätte ich statt der OP auch lieber Vitamine… ? :-))
Berry-Alan sagt Dir vielleicht, zu welcher fulminanten Kapazität Du gehen kannst, um das mal richtig gründlich checken zu lassen :-))

Berry-Alan
04.06.2023, 19:18
Hat der Arzt nach bereits erfolgter Bildgebung gefragt, Bildgebung angeleiert, eine körperliche Untersuchung durchgeführt?
Oder hat er außer dem Vitamin- und Mineralstoffschwurbel nichts von sich gegeben?

Nein, nichts der Gleichen. Ich bin mit ihm jetzt bei einem anderen Doc aus dem gleichen Fachgebiet, der auch Schmerztherapie anbietet. Dort wurde all das gemacht und bald steht so gar eine 3 wöchige stationäre Behandlung an, um mit Physiotherapie und der passenden Schmerzmedikation das Problem in den Griff zu kriegen.

Relaxometrie
04.06.2023, 19:29
Ich überlege mir das alles nochmal, denn so wütend und aufgebracht ich über diesen Doc bin, will ich nicht der sein, der jemanden die Lebensgrundlage weg nimmt.
Bei allem was Du geschrieben hast, schrillen die Alarmglocken.
Es ehrt Dich, dass Du einem Menschen die Lebensgrundlage nicht entziehen möchtest.
Aber wenn da wirklich etwas faul ist, entziehst Du demjenigen nicht die Lebensgrundlage, weil Du ihn aktiv schädigen möchtest, sondern er muss an seinem Geschäftsmodell etwas ändern, weil er gegen die Regeln des KV-Systems verstößt. Frag ihn doch mal nach seinem Fortbildungszertifikat. Hat er 250 Punkte innerhalb von 5 Jahren gesammelt?

Feuerblick
04.06.2023, 19:32
Berry-Alan sagt Dir vielleicht, zu welcher fulminanten Kapazität Du gehen kannst, um das mal richtig gründlich checken zu lassen :-))Zu spät… viel zu spät. :-))

Relaxometrie
04.06.2023, 19:42
Zu spät… viel zu spät. :-))
Das ist die unvorsichtige Herangehensweise. Aber die Mitochondrien wollen immer auf Trab gehalten werden......also IIICH würde empfehlen, dass Du Dich flott mal bei dem Wunderarzt vorstellst :-D

thh
04.06.2023, 21:16
ich war vor einigen Monaten als Begleiter meines Vaters bei einem FA. Seine Aussagen waren aber so was von unmedizinisch/unwissenschaftlich/einfach falsch, dass ich echt denke, dass er kein Arzt sein kann.

Es gibt wenig, was so irre wäre, dass es nicht auch approbierte Ärzte gäbe, die das verkünden und so behandeln; das war schon immer so, sollte aber zumindest seit der Corona-Pandemie auch allgemein bekannt sein.


Denkt ihr wirklich, dass jemand, der so etwas Falsches und Unmedinisches von soch gibt, kann ein echter Arzt sein?

Aber natürlich.


Sollte man das melden, oder einfach leben und leben lassen? (bin nämlich nicht wirklich scharf darauf, jemandes Lebensgrundlage zu zerstören). Was würdet ihr in meiner Lage tun?

Viele kassenärztliche Vereinigungen bieten online eine Arztsuche an, die alle Vertragsärzte enthält. Auf diesem Weg lässt sich dann einfach prüfen, ob ein bestimmter Arzt als "Kassenarzt" zugelassen ist. Findet sich dort nichts, kann er immer noch privatärztlich tätig sein. Ihre ganze Beschreibung lässt aber eine vertragsärztliche Tätigkeit vermuten, sowohl wegen der Verschreibung als vor allem auch, weil er Sie sonst 45 Minuten lang pro bono behandelt hätte.

Insgesamt würde ich mir dabei wenig denken; es gibt approbierte Quacksalber wie es in jedem anderen Beruf auch vergleichbare Personen gibt. Wenn Sie sich Gewissheit verschaffen wollen, können Sie ja bei der örtlich zuständigen Ärztekammer nachfragen. Dort muss er gemeldet sein, und dort werden auch die entsprechenden Unterlagen vorliegen.


Denn was ich auch komisch fand, war, dass er die AU meines Vaters nicht verlängert hat, mit dem Hinweis, dass er unter keinen Umständen eine AU ausstellt, da er sonsg Probleme mit der KV bekommt (hat es anders argumentiert, aber hatte bei seiner Antwort das Gefühl, als ob er nicht möchte, dass die Kasse irgendwie auf ihn aufmerksam wird).

Das ist ja nun bei seinem Gebaren nicht verwunderlich. :-)


Also nirgendwo steht seine LANR? Jeder Vertragsarzt der bei der KV registriert ist, muss die LANR haben

Sie muss aber nicht zwingend auf dem Rezept aufgedruckt sein.

Anne1970
05.06.2023, 07:28
So: und nun bitte back to topic! In angemessenem Ton. Im Sinne der Netiquette wird hier schlechtes Benehmen nicht toleriert sondern zieht Konsequenzen nach sich. Diese unsäglichen Formulierungen zu zitieren, macht es nicht besser :grins: !
Freundlicher Gruß Anne1970 Medi-Learn-Mod.

Feuerblick
05.06.2023, 07:52
Zur Info: Ich habe den beleidigenden Beitrag und die Reaktionen darauf (wegen der Zitate) gelöscht, weil der Originalbeitrag wirklich mal so gar nichts zur Sache beigetragen hat und nur dreist war. Annes Ansage gilt aber weiterhin. :-)

Gruß
Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Endoplasmatisches Reticulum
05.06.2023, 08:53
In meiner Hausarztfamulatur bin ich damals in nem Laden gelandet, der als zweites (oder erstes?) Standbein jedem Patienten so ne komische Stoffwechselkur im Abo als Lösung aller Probleme angedreht hat. Das war so ein dubioses Schneeball-Empfehlungsmarketingzeugs, wo man selbst am Verkauf der Produkte beteiligt wird, die angeworbene Kunden dann erwerben.

Also mich wundert da auch nichts mehr. Ärzte sind halt nur ein Querschnitt der Bevölkerung - strahlende Sterne und schwarze Löcher inklusive. Und manche werden ihren paramedizinischen Schwurbel vermutlich sogar wirklich ganz fest selbst glauben.

Relaxometrie
05.06.2023, 09:55
Das aggressive Verkaufen von Mittelchen und IGeL-Leistungen ist natürlich auch nervig, aber solange diese Ärzte ihre sonstige Arbeit leitliniengerecht erledigen, ist es -wenn auch mit Bauchschmerzen- doch noch akzeptabel.
Aber woran ich mich an dem Fall, den der Fragesteller hier aufgeführt hat, so störe, ist die Tatsache, dass erstens gar keine leitliniengerechte Therapie begonnen wurde und dass zweitens ggfs. eine KV-Zulassung vorliegt, ohne dass der Arzt eine Facharztprüfung vorweisen kann.
Alle anderen Konstellationen (maximaler Schwurbler als reiner Privatarzt, aggressives Anbieten von Selbstzahlerleistungen eines KV-Arztes....) sind nicht ok, aber man kann ja mal mit dem Offensichtlichen anfangen, nämlich im vorliegenden Fall prüfen zu lassen, ob überhaupt ein Facharzttitel vorliegt.

Qwert1133
05.06.2023, 13:00
Alle anderen Konstellationen (maximaler Schwurbler als reiner Privatarzt, aggressives Anbieten von Selbstzahlerleistungen eines KV-Arztes....) sind nicht ok, aber man kann ja mal mit dem Offensichtlichen anfangen, nämlich im vorliegenden Fall prüfen zu lassen, ob überhaupt ein Facharzttitel vorliegt.

Mich stört hier schon ein bisschen, dass die moralischen Ansprüche an das eigene ärztliche Handeln hier als Grundvoraussetzung gesetzt werden und dadurch zementiert werden soll, was ein Arzt machen darf und was nicht. Das erinnert fast an einen religiösen Kult. Irgendwer fordert sogar ein öffentlich einsehbares Register. Ich finde den Wunsch nach Transparenz ja gut, schlage aber vor dass auch andere Berufsgruppen eingeschlossen werden sollten (ein schlechter Handwerker kann auch leben kosten) Warum also nicht ein Register für alle Berufsgruppen, am besten mit Vorstrafenregister und Bewertungssystem. Merkt ihr selber, warum das nicht adäquat ist.

Zum Thema: Der Kollege hat sich vielleicht eine lukrative Einkunftsquelle über das verscherbeln von Vitamin- und Nahrungsergänzungsmitteln erschlossen. So what? Finde ich das toll was der Arzt macht? Nee. Mache ich so Medizin? Nein. Wird irgendjemand gezwungen so Medizin zu machen? Überhaupt nicht. Gibt es ein riesen Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln an dem der ein oder andere Arzt gerne partizipieren möchte? Aber ja doch!
Mit einer kurzen Suchanfragen finden sich mind. 1000 Vitamin- und Nahrungsergänzungsmittelhersteller, die auf ihrer Website in verschiedenen Kategorien Produkte für jegliche leiden und Organsysteme bereithalten und empfehlen. Teilweise suggerieren die Unternehmen auch relevante Pharmahersteller zu sein. Soll man die Schwubbler am besten gleich mitverbieten?

Sollte der Kollege natürlich keine gültige Approbation/Facharzttitel besitzen ist das ganze natürlich Betrug und das sollte ganz selbstverständlich geahndet werden. Aktuell gibts dafür aber keinen Hinweis, maximal Spekulationen von einem unzufriedenen Patienten der bei wohl 50 Seiten Krankenakte (puh!) eine enorme Bandbreite an Ärzten kennen gelernt hat, mit den wahrscheinlich auch mehreren konsultierten Orthopäden nicht einverstanden war und jetzt aus freien Stücken einen Arzt konsultiert hat, welcher offen mit seinen alternativen Heilverfahren wirbt. Da ist man schon auch ein bisschen selbst schuld, wenn man danach enttäuscht ist, dass es nur Vitamine als Empfehlung gab.

alphamethyldopa
05.06.2023, 13:19
Mich stört hier schon ein bisschen, dass die moralischen Ansprüche an das eigene ärztliche Handeln hier als Grundvoraussetzung gesetzt werden und dadurch zementiert werden soll, was ein Arzt machen darf und was nicht. Das erinnert fast an einen religiösen Kult.

Ich persönlich sehe das nicht eine Frage des Morals sondern der Grundhaltung. Entweder sieht man Medizin in der Wissenschaft verankert - oder nicht. Ich sehe sie als schon größtenteils wissenschaftlich fundiert, und die Wissenschaft an sich erfordert maximale Transparenz. Da ist für mich der Vergleich mit dem Handwerk eher unpassend. Eher mit dem Ingenieurwesen, und zwar mit dem leitenden Ingenieur (das ist der, der fürs ganze Unterfangen gerade steht). Und da gibt es schon absolut klare Vorschriften, was der kann und was nicht.

Aber falls man die Medizin auch an Tradition und Erfahrungen und auch an Erwerb verankert sieht, da ist der Vergleich mit dem Handwerk eher treffend. Ich sehe es nicht so.

Feuerblick
05.06.2023, 13:46
@Qwert: Das einzige Problem hier war doch, dass ausschließlich in Richtung Nahrungsergänzungsmittel geschwurbelt wurde, aber weder eine aktuelle körperliche noch eine aktuelle Laboruntersuchung in Bezug auf die Symptomatik und deren Therapie stattgefunden hat.
Solange ein Arzt seinen eigentlichen Job in seiner Fachrichtung zumindest macht (ob gut oder schlecht, sei mal dahingestellt) ist es eher moralisch fraglich, lukrative Verkaufsgespräche zu führen. Aber bitte, kann er machen. Da der Doc hier aber offensichtlich seinen eigentlichen Job eben nicht gemacht hat, muss man schon hinterfragen, warum das so ist. Wenn die KV sagt, dass mit dem FA-Status alles fein ist… nun, dann ist dieser Typ halt eine klare Nicht-Empfehlung.
Dennoch: Es schadet nicht, wachsam zu sein. Betrüger gibt es überall.

Bonnerin
05.06.2023, 14:14
@Qwertz: In der Schweiz gibt es das sogenannte Medizinalberufsregister (Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Tierärzte, Chiropraktoren).
Mir ist nicht klar, warum es so abwägig wäre, etwas Äquivalentes in Deutschland zu haben. Ganz ketzerisch: Zu hohe Hürden für falsche Diplome?

Es gibt ja auch Fälle, wo jahrelang Personen als vermeintlich approbierte Person Patient:innen behandelt haben. In einem Land, in dem angeblich die Patient:innen-Sicherheit so groß geschrieben wird halte ich ein Register für absolut korrekt.

Wenn der hier besagte Arzt korrekt approbiert ist und FA ist, dann bitte (kenne auch einige Personen mit FA, zu denen ich tot nicht gehen würde).

Qwert1133
05.06.2023, 15:18
Wenn die KV sagt, dass mit dem FA-Status alles fein ist… nun, dann ist dieser Typ halt eine klare Nicht-Empfehlung.
Dennoch: Es schadet nicht, wachsam zu sein. Betrüger gibt es überall.

Ja, ich denke wir hier auch auf einer Linie. Mir ist es auch zu blöd einen unseriösen Arzt zu verteidigen, dessen Geschäftsmodell ich wie die meisten hier verwerflich finde. Mir ging es nur um den Impuls von einigen Kollegen hier, dass ein Arzt eine höhere Moral und Grundethik inne haben muss als die Normalbevölkerung - wir sind eben genau ein Querschnitt durch die (akademische) Normalbevölkerung und haben nicht weniger, aber auch nicht mehr zu leisten.

Zur Behandlungsform: Da der Patient schon umfangreich orthopädisch und radiologisch aufgearbeitet wurde ist eine körperliche Untersuchung/erneute Bildgebung für eine Vitaminsubstitution eher nachrangig. Spiegelbestimmungen kann man machen, aber z.B. bei Coenzym Q kann man immer damit argumentieren dass vor allem der intrazelluläre Spiegel zählt und der wird ja nicht bestimmt blabla. Am Ende ist es ein individueller Heilversuch mit Vitaminsubstitution als Selbstzahlerleistung. Der ist meiner Meinung nach auch von der Therapiehoheit gedeckt, insbesondere da ja eine orthopädische (hoffentlich leitliniengerechte) Abklärung bereits erfolgt ist.

@Bonnerin: Sehr interessant. Hab mich eben mal durchgeklickt, wäre wahrscheinlich in der Tat kein Weltuntergang wenn es sowas in Deutschland auch geben würde.