Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachtschichtbefreiung?
Hallo an alle,
Hat jemand Erfahrung darin, sich von Nachtschichten in der Klinik befreien zu lassen; ggf. auch schon als Assistenzarzt?
Habe massive Schlafprobleme im Zusammenhang mit der Nachtarbeit; anfangs nur gelegentlich, mittlerweile dauerhaft und verstärkt nach Nachtschichten.
Mache aktuell zwar nicht viele (3-5) Nächte im Monat, sowas kann sich im Rahmen von Rotationen (bspw. ITS) ja aber schnell mal ändern.
Generell bin ich kein Feind der Nachtarbeit, aktuell schränken mich meine Schlafstörungen jedoch zunehmend ein.
Die Niederlassungsmöglichkeiten sind in meinem Fach leider eher begrenzt.
Ich weiß auch, dass meine Kollegen dadurch gegebenenfalls öfters Dienste machen müssten, jedoch bin ich nicht bereit, meine Gesundheit dauerhaft zu riskieren. Zumal bei uns bereits mehrere Kollegen von Nachtschichten befreit sind.
Gruß :)
Dann musst Du Dich an den Betriebsaerztlichen Dienst wenden. Es kann aber auch sein, dass Du nur befristet von den ND befreit wirst (wenn überhaupt). Vorher solltest Du noch OSAS, evtl Schlaflabor, Depression, Schilddrüse abklären lassen, damit Du schon was in der Hand hast, wenn Du hingehst.
Puh, schwierig. In mehr oder weniger ausgeprägtem Umfang wird diese Probleme wohl jeder haben. Erinnere mich durchaus an Nachtblöcke, wo ich innerhalb von 96 Stunden ca. 2 Stunden geschlafen habe. Ich denke mal, die Hürden sind nahezu unüberwindbar
Nefazodon
07.06.2023, 13:17
Zumal bei uns bereits mehrere Kollegen von Nachtschichten befreit sind.
Schließe mich Haffi an, dass eine offizielle Befreiung vermutlich schwierig werden dürfte.
Deswegen wäre die Frage, aus welchen Gründen deine Kollegen befreit sind.
Ich an deiner Stelle würde versuchen, das rauszufinden, und dann schauen, ob einer der Gründe auch für dich zutrifft.
Habe massive Schlafprobleme im Zusammenhang mit der Nachtarbeit; anfangs nur gelegentlich, mittlerweile dauerhaft und verstärkt nach Nachtschichten.
Also hast du auch unabhängig von Nachtschichten Schlafprobleme? Grundsätzlich kann da etwas somatisches vorliegen. Grundsätzlich würde sich aber auch lohnen den sonstigen Gründen nachzugehen. Thema Schlafhygiene, aber auch psychischen Belastungen (egal ob privat oder durch die Arbeit). Grundsätzlich kennen viele Menschen Schlafprobleme aus stressigen Phasen, stellt Schlaf aber ein dauerhaftes Problem dar, sollte man da dringend etwas machen.
GloriaSchmidt
07.06.2023, 14:29
Bei mir ging es mit fachärztlichem Attest via Betriebsarzt - aber nur „dank“ einer neu aufgetretenen Epilepsie mit tonisch klonischen Anfällen, die meine Kollegen live erleben durften. Ein wenig sekundären Krankheitsgewinn darf man ja haben - aber ich hätte lieber wieder Nachtdienste statt ne symptomatische Epilepsie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schlafstörungen da „reichen“
Wie wärs mit: " Es sieht so und so aus. Ich kann keine Nachtschichten mehr machen. Entweder ihr akzeptiert das oder ich muss um meiner Gesundheit willen kündigen"
Wie wärs mit: " Es sieht so und so aus. Ich kann keine Nachtschichten mehr machen. Entweder ihr akzeptiert das oder ich muss um meiner Gesundheit willen kündigen"
Schwierige Situation als Chef. Lässt du es bei einem durch, wollen es die anderen auch. Da ist den einen gehen lassen wahrscheinlich das kleinere Übel.
Schwierige Situation als Chef. Lässt du es bei einem durch, wollen es die anderen auch. Da ist den einen gehen lassen wahrscheinlich das kleinere Übel.
Ich glaube es kommt so ein bisschen darauf an, ob man stattdessen andere unliebsame Aufgaben übernehmen kann. Visitendienste z.B.
Bonnerin
08.06.2023, 07:11
Ich glaube es kommt so ein bisschen darauf an, ob man stattdessen andere unliebsame Aufgaben übernehmen kann. Visitendienste z.B.
Hilft hier aber wenig bis nicht. In einem anderen Thread erwähnt der TE, dass seine Fachrichtung die Anästhesie ist. Da entfällt sowas als Vorschlag zur Kompensation.
Ich würde auch eingehende körperliche Untersuchungen empfehlen. Und tatsächlich auch überlegen, was ein fachlicher Plan B sein könnte, wenn das Ganze nur schlimmer werden würde (Arbeitsmedizin? Ganz langfristig ambulante Anästhesie, auch wenn das erstmal weiter Nachtarbeit bedeutet?)
Erstmal danke für den ganzen Input!
Ja, ich hatte schon immer sehr fragilen Schlaf, hätte nur nie gedacht, dass sich das so hinauswächst.
An sich mag ich mein Fach (Anästhesie) sehr, auch da wo ich gerade bin, insofern werde ich wohl bis zum Facharzt in den sauren Apfel beißen und das Bestmögliche aus der Situation machen müssen. Will ehrlich gesagt auch nicht, dass andere wegen mir noch mehr Nachtschichten schrubben.
Als Facharzt stehen einem dann doch noch mal andere Wege offen.
Wir haben glücklicherweise den Luxus 1. unseren Dienstplan beinahe selbstständig erstellen zu können und 2. genug Kollegen zu sein, mit wenigen Nächten im Monat den Dienstplan zu füllen. Das macht es zumindest erträglich.
Schlafhygiene werde ich mir aber definitiv mal zu Herzen nehmen.
Schon ernüchternd, wenn man angesichts der nächtlichen Bezahlung/Zuschläge seine Gesundheit dermaßen belasten muss… (verglichen mit anderen Branchen)
Relaxometrie
08.06.2023, 11:09
Vielleicht habe ich es überlesen; aber wie lange brauchst Du noch bis zum Facharzt?
Ist es möglich, die Nachtdienste, die Du machen musst, jeweils in einen Block zu legen, so dass Du nicht jedesmal für einen einzigen Nachtdienst aus dem Schlafrhythmus kommst? Oder würde Dich ein Nachtdienstblock noch mehr stressen, als mehrere Einzelnachtdienst über den Monat verteilt?
Was wäre denn an Schlafhygiene konkret noch verbesserbar? Und wieviele Stunden schläfst Du in einer Nacht, in der Du keinen Dienst hast? Auch wenn ich schon denke, dass Du es beurteilen kannst, dass Dein Schlaf schlecht ist, möchte ich darauf hinaus, dass manche Personen auch von einer viel schlechteren Schlafqualität ausgehen, als es tatsächlich ist.
Vielleicht habe ich es überlesen; aber wie lange brauchst Du noch bis zum Facharzt?
Ist es möglich, die Nachtdienste, die Du machen musst, jeweils in einen Block zu legen, so dass Du nicht jedesmal für einen einzigen Nachtdienst aus dem Schlafrhythmus kommst? Oder würde Dich ein Nachtdienstblock noch mehr stressen, als mehrere Einzelnachtdienst über den Monat verteilt?
Was wäre denn an Schlafhygiene konkret noch verbesserbar? Und wieviele Stunden schläfst Du in einer Nacht, in der Du keinen Dienst hast? Auch wenn ich schon denke, dass Du es beurteilen kannst, dass Dein Schlaf schlecht ist, möchte ich darauf hinaus, dass manche Personen auch von einer viel schlechteren Schlafqualität ausgehen, als es tatsächlich ist.
Wenn es gut läuft kann ich die Facharztprüfung in weniger als einem Jahr machen.
Bei uns werden die Nachtdienste tatsächlich blockweise durchgeführt (3-4 Nächte am Stück, meist nur ein Block im Monat), was ich schon als angenehm empfinde. Auf der Intensivstation ist es natürlich nicht so entspannt. Tatsächlich fahre ich auch noch freiberuflich Notarzt. Aber auch das versuche ich mit ein bis zwei Nächten im Monat maximal flach zu halten.
Was den Schlaf angeht: an sich reicht mir wenig Schlaf (6 Stunden) und ich würde auch nicht behaupten, dass ich prinzipiell schlecht schlafe. Aktuell schlafe ich jedoch manchmal sogar noch weniger.
Deswegen die aktuelle Verzweiflung :-nix
GloriaSchmidt
09.06.2023, 06:14
Jetzt ohne, dass ich das empfehlen würde oder so - ich kriege gleich auf den Deckel 🙈 - ich glaube bei Nachtdienstblöcken war die Zolpidem danach in vielen Kliniken Usus.
alphamethyldopa
10.06.2023, 11:32
Brauchst du die ITS überhaupt noch, oder bestimmte Eingrifffe, oder geht es auch ohne? Wenn du nur die Zeit aussitzen musst, kannst überlegen gleich in die ambulante Anästhesie zu gehen.
In einem Jahr kannst eh dorthin.
Ich habe einige KollegInnen die nachtdienstbefreit sind (Epilepsie, IDDM und Schwangerschaft)
Jetzt ohne, dass ich das empfehlen würde oder so - ich kriege gleich auf den Deckel 🙈 - ich glaube bei Nachtdienstblöcken war die Zolpidem danach in vielen Kliniken Usus.
Kein Stress :-), nutze es selber schon länger und möchte es nicht missen. Löst mein Problem langfristig leider aber nicht, sodass ich eher versuche es weniger zu nutzen.
Brauchst du die ITS überhaupt noch, oder bestimmte Eingrifffe, oder geht es auch ohne? Wenn du nur die Zeit aussitzen musst, kannst überlegen gleich in die ambulante Anästhesie zu gehen.
In einem Jahr kannst eh dorthin.
Ich habe einige KollegInnen die nachtdienstbefreit sind (Epilepsie, IDDM und Schwangerschaft)
Es würde wahrscheinlich auch ambulant gehen, da ich mittlerweile alles beisammen hab. Hätte nur Angst vor dem Stress, den man ambulant wahrscheinlich noch mehr hat als an einem Maximalversorger. Frage mich nur, warum ausgeprägte Schlafstörungen anscheinend nicht als Grund für eine Nachtdienstbefreiung angesehen werden.
Frage mich nur, warum ausgeprägte Schlafstörungen anscheinend nicht als Grund für eine Nachtdienstbefreiung angesehen werden.
Du hast mich noch keinerlei Diagnostik in diese Richtung betreiben lassen. Du nutzt schon missbräuchlicherweise Z-Substanzen. Es gibt noch Optimierungsbedarf bei der Schlafhygiene. Entschuldige aber wie sollte man ohne gesicherte Diagnose eine Nachtdienstbefreiung bekommen?
alphamethyldopa
10.06.2023, 19:51
Frage mich nur, warum ausgeprägte Schlafstörungen anscheinend nicht als Grund für eine Nachtdienstbefreiung angesehen werden.
Weil sie grundsätzlich reversibel sind, würde ich meinen.
Vielleicht irre ich mich.
Stuntman Mike
10.06.2023, 21:24
Du nutzt schon missbräuchlicherweise Z-Substanzen.
Mach mal halblang mit solchen Vorwürfen. Ob er Missbrauch betreibt, kann man doch wegen mangelnder Details gar nicht beurteilen. Die kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen ist doch an sich genau indikationsgerecht... Ich sehe allerdings auch eine reale Gefahr, damit die Probleme letztlich zu verstärken.
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