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Thomas24
21.07.2023, 08:48
Ich würde noch Heidelberg und Sulzbach (keine Uni) in den Ring werfen. Allerdings dürfte die Work-Life-Balance da auch eher so semi-gut sein.
Wobei an der Uni des Saarlandes die Work-Life-Balance früher wirklich gut war… man musste sich einfach nur gegen Chef durchsetzen und die Anweisung, keine Überstunden zu machen, SEHR genau umsetzen. Es gab da andere Stressfaktoren, die gut für ein Magengeschwür waren. :-))

Stimmt, Sulzbach ist unter Szurmann richtig gut geworden. Provinz, aber gut aufgestellt.

Heidelberg hingegen hab ich bewusst aus der Aufzählung weggelassen, hab ja ein halbes Jahrzehnt aus der unmittelbaren Nähe mitbekommen, wie da die klinische Versorgungsqualität aussieht... Außer R. K., der macht gute Sachen. Die Ambulanzen hingegen, insb. die Uveitis Ambulanz, haben sich nicht mit Ruhm bekleckert... Weia.

Feuerblick
21.07.2023, 14:19
Oh… ich lese von der Uveitis-Ambulanz relativ viel Gutes. Ja, okay, kommen nicht an Münster ran, aber okay…

Dann streichen wir Heidelberg und lassen Sulzbach stehen. Bin auch immer wieder überrascht von deren Spektrum und deren Möglichkeiten. Der hat ordentlich geklotzt, nicht gekleckert.

hon2552
08.08.2023, 19:05
UK Freiburg I. Br. (Reinhardt), UK Homburg an der Saar (Seitz), UK Köln (Cursiefen), UK Düsseldorf (Geerling) würden mir ad hoc einfallen. Cave: keine der genannten Kliniken ist für gute Work/Life Balance bekannt, insb. nicht bei Herrn Seitz und Reinhardt (wobei beide in den letzten Jahren deutlich altersmilder geworden sein sollen, wie man so hört) .

Wie sieht es denn mit Hinterabschnittskliniken aus?

Mazungu
21.08.2023, 08:44
In dem Fall finde ich eher erstaunlich, dass Weiterbilder solche Kandidaten als facharztreif bezeichnen. Immerhin müssen die ja ein entsprechendes Zeugnis ausstellen. :-nix

Übrigens nicht mehr... Ausländische Ärzte in manchem Bundesland/(-ländern?) dürfen eine FA-Anerkennung bei der ÄK direkt beantragen, ohne dass diese Kammer nach dem deutschen WB-Zeugnis fragt. Schade.

Feuerblick
21.08.2023, 08:54
Wie jetzt? Weiterbildung in Deutschland absolviert, aber Antrag ohne WB-Zeugnis möglich? Wie genau begründen die dann den Antrag auf FA-Anerkennung?

Mazungu
21.08.2023, 18:39
Nein, viele mit einer im Ausland absolvierten WB beantragen direkt nach oder bald nach einer Kenntnisprüfung oder Approbation eine FA-Anerkennung. Dabei verfügen die Kandidaten oft über gar keine Erfahrung in DE. Daher auch keine Zeugnisse. Direkt zur FA-Prüfung. Weiß nicht ob das auch mit Augen klappt, aber in anderen Fächern läuft es gut.

Feuerblick
21.08.2023, 18:45
Naja, dass man in einem anderen Land seine Weiterbildung absolviert hat, ist ja nicht per se schlecht. Solange eine ausreichende Prüfung stattfindet. Ich würde es auch nicht toll finden, wenn ich in einem anderen Land nochmal die komplette Weiterbildung absolvieren müsste. :-nix

Mazungu
21.08.2023, 18:59
Stimmt auch. Einige fallen tatsächlich durch. War mir neu, ich dachte davor, die Erfolgsrate sei etwa 97%:-) Das ist ansonsten eine relativ neue Praxis.

Dooly
22.08.2023, 10:27
Wieso ist das denn für dich ein Widerspruch? Du dachtest, dass die Erfolgsrate bei 97 % sei und dennoch sei dir neu, dass einige durchfallen? Das passt doch sehr gut zusammen. Ich hab übrigens bis vor kurzem auch gedacht, dass niemand durch die Prüfung fällt und wurde mit der Info überrascht, dass sehr wohl Leute durchfallen. Im Durchschnitt sind es nur ca. 5 % über viele Jahre bereits, aber es ist sehr heterogen verteilt.
https://aerzteglueck.de/die-schwierigsten-fachrichtungen-der-medizin/

Autolyse
22.08.2023, 19:11
UK Freiburg I. Br. (Reinhardt), UK Homburg an der Saar (Seitz), UK Köln (Cursiefen), UK Düsseldorf (Geerling) würden mir ad hoc einfallen. Cave: keine der genannten Kliniken ist für gute Work/Life Balance bekannt, insb. nicht bei Herrn Seitz und Reinhardt (wobei beide in den letzten Jahren deutlich altersmilder geworden sein sollen, wie man so hört) .
Mal wieder eine Frage des stationären Assistenten aus dem Massenfach: Ist die stationäre Augenheilkunde in Deutschland so klein, dass man im gesamten Bundesgebiet den Überblick hat und nicht nur regional oder seid ihr einfach nur so gut vernetzt?

Feuerblick
22.08.2023, 19:13
Beides, würde ich sagen.

Autolyse
22.08.2023, 19:22
Beides, würde ich sagen.
Und das Netzwerk gibt einem dann die Informationen zu Behandlungsergebnissen und -qualität? Denn das sind ja eher keine offen verfügbaren Informationen...

Feuerblick
22.08.2023, 19:45
Du musst dir das so vorstellen: Wirklich große Augenkliniken gibt es nach wie vor in überschaubarer Anzahl. Der Pool ist klein und du kommst fast nicht drumherum, jemanden zu kennen, der jemanden kennt…
Bisher war Klinikweiterbildung ja Pflicht bei uns. Mindestens eine Klinik hat also jeder von uns mal aus der Nähe gesehen. Meistens sogar mehr als eine Klinik, weil viele ihre komplette Weiterbildung in der Klinik absolviert haben/absolvieren mussten. Schon alleine dadurch kennst du nicht wenig Leute, von denen man dann auf Fortbildungen und Kongressen auch nach der Klinikzeit einige wiedertrifft. Und die kennen wieder andere Leute, denen man dann vorgestellt wird usw.
Wenn man sich ein klein bisschen bemüht, im Fach zu bleiben und sein Netzwerk aufrecht zu erhalten, dann kommt man eigentlich an Informationen zu jeder Klinik und jedem dortigen Behandler. Über die man dann wieder mit anderen redet, neue Perspektiven hört…
So ein kleines Fach hat einfach Vorteile. Selbst wenn man gar nicht mehr direkt am Patienten aktiv ist.

Autolyse
22.08.2023, 21:01
Danke fürs Erklären. Das war mir so nicht bewusst.

Thomas24
23.08.2023, 07:43
So ein kleines Fach hat einfach Vorteile. Selbst wenn man gar nicht mehr direkt am Patienten aktiv ist.

Die Augenheilkunde ist sprichwörtlich ein kleines Dorf - und die operative Augenheilkunde ist nochmal ein kleineres Dorf. Die Vorteile hat Funkel ja schon gut erklärt. Die Nachteile bestehen darin, dass man sich besser konsequent gut benimmt, denn man trifft immer wieder auf dieselben Leute, bzw. Dir bislang noch unbekannte Leute, die aber von dir über gemeinsame Bekannte/ehemalige Arbeitskollegen gehört haben :)

fovea
23.08.2023, 09:00
gebe Feuerblick zu 100% recht. Selbst ich mit nur einem Jahr Augenheilkune,war letzendlich nur in zwei Kliniken (PJ und WB), habe sehr viel von anderen Kliniken gehört. Jetzt nicht von allen, aber man bekommt doch schnell viel mit. Ein ehemaliger Kollege von mir kannte zum FA hin in ganz Deutschland verteilt Leute und konnte zu fast jeder Klinik was sagen.

Feuerblick
23.08.2023, 09:20
@Thomas: Als ob WIR uns jemals schlecht benehmen würden. Anderen eilt allerdings ein gewisser Ruf voraus… :-))

Autolyse
23.08.2023, 12:45
Die Augenheilkunde ist sprichwörtlich ein kleines Dorf - und die operative Augenheilkunde ist nochmal ein kleineres Dorf. Die Vorteile hat Funkel ja schon gut erklärt.
Eine Nachfrage, wenn ich darf: Ist es dann auch so, dass die operative Expertise an ganz wenigen Leuten hängt, in etwa wie in der Kinderherzchirurgie? Es gibt also einen, der viel operieren kann, in einem Teilbereich, und alle anderen arbeiten ihm nur zu? Um in meinem Fachbeispiel zu bleiben: Da wo ich ein Kind zum Pulmonalisbanding hinschicke, würde ich niemals jemanden zur univentrikulären Palliation freiwillig hinschicken.

Thomas24
23.08.2023, 13:01
Eine Nachfrage, wenn ich darf: Ist es dann auch so, dass die operative Expertise an ganz wenigen Leuten hängt, in etwa wie in der Kinderherzchirurgie? Es gibt also einen, der viel operieren kann, in einem Teilbereich, und alle anderen arbeiten ihm nur zu? Um in meinem Fachbeispiel zu bleiben: Da wo ich ein Kind zum Pulmonalisbanding hinschicke, würde ich niemals jemanden zur univentrikulären Palliation freiwillig hinschicken.

Ganz so dramatisch ist es bei uns nicht. Aber die Zahl der insgesamt operativ tätigen Augenärzte liegt bei deutlich unter 1.000 in Deutschland. High Volume Operateure in bestimmten Bereichen (zb vitrektomien, Keraroplatiken), knapp im Dreistelligen Bereich.

Tramaldol
24.08.2023, 02:34
Noch eine Frage an die Augenheilkunde:

Welche Kliniken sind denn für den hinteren Augenabschnitt renommiert in Deutschland? (Makuladegeneration). Etwa Bonn?
Hintergrund ist: Es gibt einige MVZ / Kliniken, die Beovu ablehnen. Insgesamt sind die Spritzen ins Auge in sehr kurzen Abständen einfacher unangenehmer als wenn man das alle 3 Monate macht.