Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehalt als angestellter Arzt in Neuro-Praxis
Hallo,
ich habe mal eine Frage an die niedergelassenen Kollegen unter uns. Meine Lebensgefährtin möchte sich nach bestandener Facharztprüfung in einer neurologischen Praxis anstellen lassen. Was sind denn realistische Gehaltsvorstellungen für eine Vollzeitstelle. Sie war vorher keine Oberärztin (Spielt das überhaupt eine Rolle?).
Danke für die Rückmeldungen
VG
David
Ich würde sagen zwischen 5.000 und 20.000 Euro sind möglich. Ist abhängig von der Praxis, den eigenen Ansprüchen und dem Verhandlungsgeschick.
20.000 Euro sind möglich.
Wie generieren die sich?
Wie generieren die sich?
Durch Masse statt Klasse… vorzugsweise große Investoren geführte MVZ in strukturstarken Regionen, die nicht budgetiert sind wie Einzelpraxen. Leider aber in der Regel zu Arbeitsbedingungen, unter denen man sich gut überlegen sollte, ob man wirklich so arbeiten möchte. Es gibt da auch Konzepte mit Umsatzbeteiligung etc. Gerne versuchen die aber auch das unternehmerische Risiko dann auf die Arbeitnehmer abzuwälzen, wenn es schlecht läuft. Hier kauft in der Umgebung gerade eine Investorengruppe MVZ, PIA und Tageskliniken auf und versucht Ärzte mit überdurchschnittlichen Gehältern zu ködern.
Ok. Aber die genannte Summe erscheint doch etwas sehr hoch gegriffen? Alles ständiges längerfristiges Gehalt?
Ok. Aber die genannte Summe erscheint doch etwas sehr hoch gegriffen? Alles ständiges längerfristiges Gehalt?
Keine Ahnung, ob die das langfristig wirtschaftlich halten können. Wenn Du flexible Gehaltsanteile hast, dann kann es auch sein, dass Du in den Monaten, wo Du weniger Patienten siehst, auch weniger verdienst oder wenn das MVZ weniger Umsatz macht. Aber ich weiß auch, dass es solche Gehälter bei großen Investoren geführten MVZ gibt. Wenn Du der formhalber als PIA abrechnest und die ensprechende Pauschalen bekommst, aber pro Patient nur 2-3 min kalkulierst, mag ich daran glauben, dass die solche Gehälter zahlen können. Aber man muss sich klar darüber sein, dass das Knochenmühlen sind, wo Du in der Regel aufgrund des Zeitdrucks keine gute Medizin machen kannst. Da geht es nur darum soviele Patienten wie möglich am Tag durch zu schleusen. Da gibt es dann in der Regel keine festen Behandler und meist auch keine Terminsprechstunde.
Ein durchschnittliches Facharzt-bis Oberarztgehalt mit außertariflichen Zulagen wird in den Einzelpraxen oder Personengesellchaftsgeführten Praxen je nach Lage, Praxisorganisation und Patientenklientel eher Standard sein.
Tramaldol
23.07.2023, 09:10
Ein durchschnittliches Facharzt-bis Oberarztgehalt mit außertariflichen Zulagen wird in den Einzelpraxen oder Personengesellchaftsgeführten Praxen je nach Lage, Praxisorganisation und Patientenklientel eher Standard sein.
So dürfte es sein. Auch eher Oberarztgehalt+Bonus/ggfs . Beteiligung.
Mancher Chefarzt in der Geriatrie oder Kinderheilkunde kommt nicht an 20k im Monat.
Tramaldol
23.07.2023, 10:55
Die 20k hatte ich noch nie im Angebot, aber werde es jetzt im Hinterkopf behalten, falls nochmal ein Jobangebot kommt (man wird ja öfters gefragt). Bisher war für Angestellte Fachärzte in Praxen 16k max. und dann wegen Pampazuschlag/als Fahrtkostenzuschuss, ich denke mal es dürfte klar sein, dass erwartet wird bei 20k im Monat, dass es kein 8-5 Job ist, sondern die Praxis/MVZ auch gut läuft wenn man alleine ist.
Ein Kollege von mir arbeitet in der Pampa mit einem entsprechend üppigen Gehalt. Dafür ist sein Chef (Standortleiter) oft und lange krank, sprich der Kollege hat entsprechende Mehrarbeit. Manchmal kommen auch Honorarärzte als Vertretung. Angeblich kann der Sandortleiter sich das erlauben, da er noch Goodies beim Praxisinhaber aus alten Zeiten hat. Nicht gerade ein Traumjob, aber mit ausreichend Phlegmatismus aushaltbar.
Auf der anderen Seite muss man sich auch noch immer manche Univ.-Prof. in Unikliniken anschauen, mit Schmalspur-Habil an ihre Position gekommen, sitzen sie nun ihre Zeit ab im Altvertragn und kassieren 30k von 8-15-/16 Uhr bei sehr geringem Angebot in Lehre und Forschung und Krankenversorgung auf Standardniveau. In den letzten Jahren besuchte er nicht mal mehr regelmäßig die P-Patienten auf der Station.
Das gilt sicherlich nicht für alle Univ-Prof. an Unikliniken, viele sind auch sehr engagiert, aber bei solchen Exemplaren bleibt einem dann doch die Sprache weg. Das sind alles unsere Beitragsgelder bzw. Steuergelder (die Uniklinik wird ja hinten und vorne bezuschusst). Man kann als Konsequenz daraus nur ziehen nicht noch mehr Gelder ins Gesundheitswesen zu stecken, wenn sie dann für sowas verballert werden. Zuletzt habe ich auch gelesen, dass trotz unserer im Vergleich exzellenten Gesundheitsversorgung die Lebenserwartung in Deutschland nur auf den hinteren Plätzen rangiert. Da gibt's doch Reformbedarf
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/deutschland-lebenserwartung-100.html
Glücklicherweise ist der entsprechende alte faule Mann in 2 Jahren in Pension, überlege eine Karte zu schreiben. Der Faulste der Faulen.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.