Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbstverschreibung Medikament zu Lasten der GKV
Hallo,
Kann mir jemand verlässlich sagen, wie leicht es ist, bei der Techniker Krankenkasse als Arzt zu deren Lasten sich ein Medikament selbst zu verschreiben?
Ich hatte dort angerufen und die Auskunft bekommen, dass es prinzipiell geht. Man muss den Arztausweis oder eine äquivalente Bestätigung hochladen und einen Antrag stellen fuer das bestimmte Medikament im Vorfeld.
Es geht um ein neuartiges, sehr teures Medikament.
Ein Verwandter von mir meinte, es sei vllt. nicht ratsam sich solches ein teueres Medikament selbst zu verschreiben (falls es möglich ist), weil dann die Krankenkasse denken könnte, man würde die Menge der Verschreibung ,,hochschrauben" bzw. höher, als es ein Facharzt der entsprechenden Disziplin verordnen würde (Kostenfaktor), auch wenn die Dosis im Fall der Selbststherapie unterhalb der zugelassenen Verbauchsmenge/Monat liegt.
Danke im Voraus !
Also ein Biologikum würde ich mir nicht selber verschreiben.
Wer so ein Medikament braucht, sollte ohnehin einen Facharzt haben.
Es handelt sich um einen topisches Medikament (Creme). Dieses ist vom Risikoprofil ziemlich unbedenklich. Es geht einfach darum, dass es aufgrund des Preises nur von großen Zentren mit entsprechendem Budget verschrieben wird, die halt nicht mal eben um die Ecke sind. D.h. der Bezug des Rezeptes ist relativ schwierig.
die meisten deutschen Fachärzte haben mit dieser neuen Creme quasi noch keine Erfahrungen.
Und was erwartest du jetzt von diesem Forum?
Wenn du schon selbst sagst "wie meisten deutschen Fachärzte haben mit dieser neuen Creme quasi noch keine Erfahrungen" und du auch wissen solltest dass Cremes im Allgemeinen schwierig übernommen werden von Krankenkassen. Was wir dann wohl passieren?
Auf der anderen Seite: was erwartest du für einen Nachteil für dich wenn du es einfach mal beantragst? Mach es doch und wenn es nicht klappt such dir einen entsprechenden Arzt mit Kassenzulassung der dir das verschreibt.
In welcher Form soll denn der Antrag an die Kasse gehen? Nur so aus Interesse?
Welche Creme soll das sein? Irgendwas aus Kamelausscheidungen? Warum machst du ein Geheimnis draus?
es geht um Opzelura bei Vitiligo
es geht um Opzelura bei Vitiligo
Nur weil es zugelassen ist heißt es nicht unbedingt immer, dass es gleich auch erstattungsfähig ist. Mein Rat auf keinen Fall ohne Facharztrezept kaufen. Da wirst du auf den Kosten sitzen bleiben.
Feuerblick
25.07.2023, 19:16
Die Behandlung von Opzelura sollte von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die Erfahrung mit der Diagnose und Behandlung von nichtsegmentaler Vitiligo haben. Nachdem dies in der Fachinformation steht, wirst du das ohne Facharztrezept nicht erstattet bekommen. Es sei denn, du hättest die entsprechende Facharztbezeichnung.
Du könntest halt einfach mal einen Vorab-Antrag an die Kasse schicken und dir von denen schriftlich geben lassen, ob sie es dir erstatten.
ok, und was, wenn ich bereits mehrere Verschreibungen von Opzelura von einem Facharzt erhalten habe ? Dann wären weitere Verschreibungen ja keine Einleitung. Termine bei diesem Facharzt oder einem anderen Facharzt wären ja die geforderte ,,Überwachung".
Wie ich bereits sagte. Das Problem ist, dass solche Medikamente nicht von jedem Niedergelassen verschreiben werden, weil es das Budget belasten würde. Man kriegt Opzelura deshalb z.B. nur von großen Kliniken.
Was ist der Vorab-Antrag bzw. ist das ein spezieller Formular ?
* ich meine Verschreibungen zu Lasten der GKV
Feuerblick
25.07.2023, 20:51
Du musst letztlich deine Krankenkasse konkret fragen: „Wenn ich mir dieses Medikament selbst verordne, obwohl ich kein Facharzt für diesen Bereich bin - zahlen Sie das oder nicht?“
Das ist Leistungsentscheidung der Krankenkasse und daher auch nicht vorhersagbar.
Was ich nicht ganz verstehe: Wenn du einen Arzt hast, der die Erfahrung besitzt, diese Therapie zu überwachen, dann sollte es ihm möglich sein, das Medikament zu verordnen. Denn wie sonst sollte er entsprechende Erfahrung mit der Therapie haben, wenn er es nicht verordnet und entsprechend keine Patienten hat?
Oder anders: Wenn das nur große Kliniken verordnen, haben vermutlich auch nur diese Erfahrung damit. Eine Überwachung durch einen Feld-Wald-Wiesen-Dermatologen dürfte nicht der Fachinformation entsprechen.
Das Medikament ist seit 2 Monaten zugelassen in der EU und seit 1 Jahr in den USA. Damit konnte bisher fast keine Erfahrung gesammelt werden irgendwo in Deutschland.
Feuerblick
26.07.2023, 06:54
Dann wirst du dich wohl an eine Klinik wenden müssen. Wie gesagt: Frag deine Krankenkasse. Wir alle haben keine Kristallkugel, mit der wir dir das beantworten könnten.
Also ich kenne es aus der Hochschulambulanz so:
Therapieeinstellung mit Terminen in 4-12 Wochenabständen, gelegentlich auch 14tägig, danach wird das Rezept auf Anforderung nach Hause geschickt, Laborkontrollen extrabudgetär bspw über den Hausarzt mit der Ziffer 32023 (glaube ich)
Andererseits ist es auch so, dass Hausärzte bei Spezialmedikamenten ohne Budgetbelastung einer Weiterverordnung übernehmen können sollten. Oder wie ist die Praxiserfahrung der hausärztlichen Kollegen?
Generell kannst du dir auch bei keiner Krankenkasse ein Medikament für mehrere Tausend € selbst verordnen.
Der Sinn hinter dieser Regelung ist einfach, nicht wegen jeder Ibu 800mg oder Antibiotikum bei Harnwegsinfekt den Hausarzt aufzusuchen, wenn du selbst die Indikation dafür stellst.
In deinen speziellen Einzelfall müsstest du sowieso eine Sonderanfrage an die Krankenkasse stellen, auch wenn du bereits eine Kostenübernahme vereinbart hast.
Übrigens möchte ich als gesetzlich Versicherter nicht, dass sich ein Neurochirurg Canakimumab (14.000€/ Monat) für seine Gicht verschreiben darf. Das Fachgebiet ist natürlich nur beispielhaft erwähnt und soll keine generelle Aussage über die Kompetenz zur Pharmakotherapien der Kollegen treffen.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.