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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seid ihr berufshaftpflichtversichert? Wenn ja, seit wann und wo?



medipassions
27.07.2023, 07:29
Hallo!

Ich stehe aktuell vorm PJ und frage mich, ob und ab wann sich der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung lohnt. Seit ihr Berufshaftpflichtversichert? Und wenn ja, welche Anbieter lohnen sich da?

Lohnt es sich schon im PJ oder erst mit Beginn der Assistenzarztzeit?

LG medipassions

Nefazodon
27.07.2023, 11:02
Im PJ kannst Du dir eine kostenlose BHV besorgen- schau dir z.B. die Angebote des Marburger Bundes an.
Du solltest nur ggf. daran denken, rechtzeitig zu kündigen, wenn die Angebote nach dem PJ kostenpflichtig werden.

Ansonsten wurde das Thema Berufshaftpflicht im Forum schon vielfach diskutiert, benutz mal die Forensuche.

Haffi
27.07.2023, 12:28
Mach es. Kostet im PJ nichts und in der Assistenzarzt-Zeit nach Steuern um die 3 Euro mtl. Absoluter No-Brainer. Anbieter gibt es auch nicht viele. Deutsche Ärzteversicherung kann man in dem Fall ausnahmsweise mal empfehlen. Alternative z.B. HDI

pashtunwali
27.07.2023, 21:40
im Gap zwischen Ende PJ und bis die Approbation eintrudelt kann man solchen Kram gut erledigen.
HDI kann ich auch empfehlen

Nefazodon
27.07.2023, 22:15
Allerdings würde ich mich schon zum Beginn des PJ um eine eigene BHV kümmern....
Wie gesagt: Es kostet nichts.

freak1
28.07.2023, 17:47
Mal so in die Runde gefragt: Hat irgendjemand hier schon mal seine private, "zusätzliche" (also der Arbeitgeber hat auch eine) Berufshaftpflicht gebraucht, weil die andere nicht gegriffen hat?

Nefazodon
28.07.2023, 18:11
@Freak: Zugegeben, das wird eher selten sein.
Aber gerade in dem Bereich würde ich nach dem Motto vorgehen: Besser eine haben und keine brauchen, als eine brauchen und keine haben.

Die zusätzliche BHV als Restrisikoversicherung kostet nur`n Appel und `n Ei.
Für Studenten ist sie sogar kostenlos.
Also spricht gerade bei dieser Versicherung wenig dagegen, finde ich.

Reflex
28.07.2023, 18:42
Mal so in die Runde gefragt: Hat irgendjemand hier schon mal seine private, "zusätzliche" (also der Arbeitgeber hat auch eine) Berufshaftpflicht gebraucht, weil die andere nicht gegriffen hat?

Kommt halt auf die Versicherung des Arbeitgebers an und was die genau abdeckt und wie risikofreudig man dann beim Restrisiko ist. Ich kenn zwei Fälle aus dem näheren Umfeld, wo eine Klinik versucht hat die Verantwortung an die Arbeitnehmer abzuwälzen. Haftungsrechtliche Ereignisse sind im Medizinbereich, vor allem in den nicht schneidenden Fächer, zwar nicht all zu häufig. Aber die Beträge, die dann schon mal aufgerufen werden, werden vermutlich die allerwenigstens mal eben so aus der Portokasse zahlen können.

freak1
28.07.2023, 18:58
Also unsere deckt alles inklusive grobe Fahrlässigkeit ab. Vorsatz nicht. Ich fühle mich damit schon relativ sicher...

crossie
28.07.2023, 19:51
Ich hatte bei meiner früheren Klinik mal genau zu erfahren, was genau versichert ist. Das habe ich aber ziemlich schnell aufgegeben, weil etwas belastbareres nicht heraus zu bekommen war. Deswegen hatte ich mir noch im 1. Jahr eine private BHV zugelegt. Gerade grobe Fahrlässigkeit ist ja dss worum es im Ernstfall geht, meinte mal ein Rechtsanwalt und da sind die Kliniken meist raus und verweisen höflich an den Arbeitnehmer.

Philip_MHH
28.07.2023, 19:59
@Freak: Zugegeben, das wird eher selten sein.
Aber gerade in dem Bereich würde ich nach dem Motto vorgehen: Besser eine haben und keine brauchen, als eine brauchen und keine haben.

Die zusätzliche BHV als Restrisikoversicherung kostet nur`n Appel und `n Ei.
Für Studenten ist sie sogar kostenlos.
Also spricht gerade bei dieser Versicherung wenig dagegen, finde ich.

Seh ich genau so. Im Verhältnis zu vielen anderen Dingen eher günstig und wenn es einem notfalls mal den arsch rettet , jeden Cent wert.

Matzexc1
29.07.2023, 07:20
Und vor allem hat die Haftpflichtversicherung des Krankenhauses eher das Haus im Blick, deine eigene kümmert sich erstmal um dich.
Aktuell bin ich bei Domcura, ab nächstem Mal vielleicht beim BDA und zwar Privat und Berufshaftpflicht getrennt.

h3nni
29.07.2023, 14:29
Mal so in die Runde gefragt: Hat irgendjemand hier schon mal seine private, "zusätzliche" (also der Arbeitgeber hat auch eine) Berufshaftpflicht gebraucht, weil die andere nicht gegriffen hat?

In einer neuen MB-Zeitung war da ein Advertorial von der DÄV, das sei ganz schlimm gewesen.

Gebraucht nicht, aber die frage ist ja, was sichert dein AG für dich ab? Erste Hilfe, Beratung im Freundeskreis, Rezept für die Familie? Ich hab vor allem dafür eine BHV. Und, weil jemand mal meinte, wenn ich nen Sonokopf fallen lasse, müsse ich den selbst zahlen (wobei ich nicht weiß, ob den die BHV dann tatsächlich zahlt...)

pashtunwali
30.07.2023, 12:58
wird "grobe Fahrlässigkeit" wirklich versichert?
Wenn ja, gibt es eine extra Klausel dafür? Müsste meine eigene BHV dann mal prüfen, so eine Klausel zu haben ist im Ernstfall sicher Gold wert

Nefazodon
30.07.2023, 13:12
wird "grobe Fahrlässigkeit" wirklich versichert?

Ja wird es. Grobe Fahrlässigkeit ist es aber schon, wenn Du z.B. ein Labor anordnest, aber die Werte nicht, bzw. nicht rechtzeitig auch sichtest.
Das kann im Stress auf Station oder in der Notaufnahme schnell passieren.

pashtunwali
30.07.2023, 13:23
gut zu wissen, prüfe gleich mal meinen vertrag

Moosachat
10.12.2023, 17:53
Jetzt habe ich auch mal ein paar Fragen zu diesem leidigen Thema und hoffe, jemand kennt sich hier ein bisschen damit aus und kann mir weiterhelfen.
Dass es unterschiedliche Auffassungen und viele Diskussionen über die Notwendigkeit einer beruflichen Haftpflichtversicherung als Angestellter gibt und es auch von der genauen Police des eigenen Krankenhauses und dem eigenen Tätigkeitsbereich abhängt, hab ich schonmal verstanden. Aber danach wird es irgendwie direkt komplizierter zu durchschauen.

1) Bei der beruflichen Haftpflichtversicherung wurden am häufigsten die Deutsche Ärzteversicherung (DÄV) oder der HDI als Versicherer genannt. Weiß jemand, wie viel eine reine berufliche HPV (ohne private HPV) dort als Assistenzarzt aktuell ca. pro Jahr kostet?
2) Gibt es noch weitere empfehlenswerte Versicherer in dieser Sparte? Soweit ich das gesehen habe, bietet z.B. die LVM nur Kombiprodukte an und die Versicherungsberatung von einem anderen Konzern mit drei großen Buchstaben ist ja allgemein als eher weniger empfehlenswert verschrien, sodass man sich dort nicht beraten lassen kann/ sollte.
3) Irgendwer hat BDA erwähnt. Ist damit der Berufsverband Deutscher Anästhesist*Innen gemeint? Und kann man sich dort auch als Nicht-Anästhesist versichern lassen?
4) Die wichtigsten Punkte sind Versicherung bei grober Fahrlässigkeit, ausreichende Deckungssummen und sowas wie versicherte Notfallhilfe außerhalb des Krankenhauses (und ggf. Eigenschäden am KH-Equipment), oder fehlt noch etwas? Vorausgesetzt natürlich, man gibt keine medizinischen Tipps oder Rezepte im privaten Umfeld und übt keine Honorartätigkeit aus?

Vielen Dank schonmal :)

Nefazodon
10.12.2023, 18:39
@Moosachat: Das Thema wurde hier ja schon mehrmals diskutiert und ist jetzt ja auch keine Raketenwissenschaft.
Tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen um eine Standard-Versicherung von der Stange, die für Assistenzärzte (aber auch Fachärzte) nicht viel kostet und für die Versicherungsgesellschaften eher als "Türöffner" für weitere Gespräche fungiert.

Was ich an deiner Stellle tun würde: 1. Versicherungskonditionen der Haftpflicht deines KH anfordern und schriftlich vorliegen haben.
2. Zwei Vergleichsangebote von großen Gesellschaften einholen....evtl. zusätzlich den Marburger Bund fragen, falls Mitgliedschaft besteht.

zu 4): Nachbarschaftshilfe und Gefälligkeitsdienste sollten versichert sein. Passiert schneller als man denkt.
[Regelmäßige] Honorartätigkeit hingegen ist bei den meisten Standardpolicen nicht versichert: es handelt sich meist um eine Restrisikoversicherung, die die Versicherung durch deinen AG ergänzt.
(Betreuung einer Koronarsportgruppe, Arzt auf Veranstaltungen und Konsile sind bzw. sollten jedoch in geringem Umfang versichert sein. In meinem Vertrag steht z.B. 60 pro Jahr)