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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 - A5 / B48 - Depression Behandlung



trod
11.10.2023, 14:54
Ein Patient mit 2. depressiver Episode innerhalb von 3 Jahre OHNE akute Suizidalität erhält doch eher eine minimal-invasive rTMS-Behandlung als eine maximal-invasive EKT!?

Viktoria.Fleckenstein
11.10.2023, 15:00
Das denke ich auch. Ist bei Depression auf jeden Fall indiziert und EKT erschien mir übertrieben.

trod
11.10.2023, 15:00
*Leitlinie: "EKT soll bei schweren, vital bedrohlichen, oder therapieresistenten depressiven Episoden als Behandlungsalternative in Betracht gezogen werden".

Es geht ihm ja schon mit Mirtazapin deutlich besser...die Antwort muss mMn "D" sein.

PJ-Portalerin
11.10.2023, 15:06
Hab ich auch gedacht, aber ist das mit den Magneten überhaupt evidenzbasiert?

Amboss-Boss
11.10.2023, 15:08
https://www.deutsche-depressionshilfe.de/forschungszentrum/aktuellestudien/transkranielle-magnetstimulation-tms

Unregistriert
11.10.2023, 15:08
Ja, steht bei Amboss auch im Arztwissen als Therapiemöglichkeit.

Flowei
11.10.2023, 15:14
Es steht dort aber auch ergänzend: Die Evidenzlage lässt noch keine abschließende Wirksamkeitsbeurteilung der rTMS bei Depression zu.

hommele
11.10.2023, 15:54
Cooler Move vom IMPP einfach eine experimentelle Therapiemöglichkeit abzufragen :D

Vincent2580
11.10.2023, 16:02
Steht leider in der Leitlinie, hab nachgeschaut

Unregistriert
11.10.2023, 16:40
Das steht in der Leitlinie zu repetetiver Magnetstimulation:

"Die Evidenzqualität ist je nach Verfahren der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) sehr niedrig bis moderat, wobei die beste Evidenz für die hochfrequente Stimulation des linken dorsolateralen präfrontalen Cortex vorliegt. Viele Studien wurden jedoch nicht oder nicht ausschließlich bei therapieresistenter Depression durchge- führt, so dass die Übertragbarkeit auf dieses Setting limitiert ist. Bisher hat rTMS in Deutschland keinen großen Stellenwert und wird nur an wenigen Kliniken durchgeführt, wobei sich dies zukünftig aufgrund der 2021 veränder- ten Vergütung ändern könnte. Die praktische Durchführung einer rTMS ist weniger aufwändig als die einer EKT. Allerdings ist die rTMS im Vergleich zur EKT weniger effektiv, so dass die Leitliniengruppe die rTMS als der EKT nachgeordnete Option ansieht und den Empfehlungsgrad abschwächt."

Glaube deshalb, dass eher EKT richtig ist. Zusätzlich dazu hat er erwähnt, dass er auf dem Land wohnt und deshalb Therapien schlecht erreichen kann - EKT bieten deutlich mehr Kliniken an.

davo
11.10.2023, 16:53
Ganz allgemein gesprochen ist EKT bei dieser Problematik viel eher in Betracht zu ziehen als rTMS. Aber vielleicht möchte mir ja jemand die gesamte Frage inkl. dem Volltext aller Antwortmöglichkeiten als PN schicken.

woodi17
11.10.2023, 17:26
Laut Amboss tMRT Indikation: "u.a. therapieresistente Depression" also auch wie EKT

Unregistriert
11.10.2023, 17:43
Ganz allgemein gesprochen ist EKT bei dieser Problematik viel eher in Betracht zu ziehen als rTMS. Aber vielleicht möchte mir ja jemand die gesamte Frage inkl. dem Volltext aller Antwortmöglichkeiten als PN schicken.

Ich nehme an, du hast recht, aber für mich hat die Fragestellung einfach nicht zugelassen EKT anzuwählen, denn obwohl ich nicht viel über die anderen Auswahlmöglichkeiten wusste, erschien es mir unerklärlich einer nicht-Therapieresistenten Depression die sich schon gebessert hat "alternativ zur medikamentösen Augmentation" eine EKT vorzuschlagen.

In der ersten Frage steht, dass es ihm unter Mitrazapin schon deutlich besser geht. Bestehende Symptomatik ist ein morgentliches Antriebstief und Konzentrationsstörung. Die zweite Frage sagt ausdrücklich in seinem jetzigen Zustand (also nach Besserung und vor Einnahme der Augamentationsmedikation). Klar ist der Empfehungsgrad für Ekt in den Leitlinien höher als für transkranielle Magnetstimulation, aber beides bei therapieresistenter Depression. Der Konsens für "therapieresistent" ist soweit ich weiß, dass zwei Antidepressiva mit verschiedenen Wirkprofilen in adequader Dosierung über 4-6 Wochen keine Wirkung haben (müsste aber nochmal schauen was die Leitlinie dazu sagt). Und noch dazu kommt die Fragestellung mit dem Zusatz "alternativ zur medikamentösen Augmentation"? Wenn dem der Fall ist, warum überhaupt mit einem zweiten Medikament behandeln und nicht alle die nach einem Medikament nach 6 Wochen nicht absolut symptomfrei sind direkt zum EKT? Ich kann mir nicht denn Sinn daraus erschließt.

davo
11.10.2023, 17:57
Mir wurde jetzt eine Zusammenfassung der Frage geschickt. Ich vermute, dass tatsächlich rTMS richtig ist - denn es geht darum, dass sonst noch gar nichts probiert wurde. Und im ersten Schritt gibt es fieserweise eine "kann"-Empfehlung für rTMS, aber noch keine Empfehlung für EKT. Erst im zweiten Schritt, wenn z.B. Psychotherapie, Lithium, Antipsychotikum, ein zweites Antidepressivum oder eben rTMS hinzugefügt wurde, oder das Antidepressivum gewechselt wurde, kommt dann bei weiterer Therapieresistenz auch die EKT hinzu - und zwar dann mit "soll"-Empfehlung, während die rTMS dann nur eine "sollte"-Empfehlung hat.

Siehe https://www.leitlinien.de/themen/depression/algorithmen/algorithmen-depression/nichtansprechen-therapieresistenz

In der Realität würde zu diesem Zeitpunkt niemand ein biologisches Therapieverfahren anbieten.

Amboss-Boss
11.10.2023, 18:04
In der Realität würde zu diesem Zeitpunkt niemand ein biologisches Therapieverfahren anbieten.


vielleicht war das die obligatorische Frage zu Naturheilverfahren :-D

Unregistriert
11.10.2023, 18:40
Eigentlich sollte die Vagusstimulation richtig sein. Dazu findet man einiges auch bzgl Evidenz und die Indikation ist am ehesten passend zum Fall

davo
11.10.2023, 20:29
Eigentlich sollte die Vagusstimulation richtig sein. Dazu findet man einiges auch bzgl Evidenz und die Indikation ist am ehesten passend zum Fall

Völlig falsch.