Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wichtig ist die Promotion für eine Klinikkarriere (OA/LOA/CA)?
Heerestorte
28.10.2023, 16:39
Ich habe das Thema Promotion für mich jetzt abgehakt und belasse es dabei, keinen Dr Titel zu machen und hoffe, dass ich dann nach meiner Karriere beim jetzigen Arbeitgeber nicht arbeitslos werde, weil ich nicht promoviert bin :-))
DocHoliday95
28.10.2023, 17:03
Ist der Doktortitel für die Niederlassung als Hausarzt finanziell relevant? Ich krieg immer zu hören das man durch den Titel mehr Privatpatienten bekommt, was sich dann im Einkommen wiederspiegeln würde.
Klar. Und als Prof. noch mehr. Gibt ja auch habilitierte Hausärzte. Und es gibt genug Leute denen voll einer abgeht wenn sie vom Herrn Professor behandelt werden. Ich mein das ist immerhin der Herr Professor. Nicht irgendein Popel-Arzt.
Mir bleibt immer noch das Zitat meiner inzwischen verstorbenen Oma im Gedächtnis die über ihren Hausarzt (ohne Titel) meinte dass der so vernünftige Dinge ihr gesagt hätte ... fast wie ein richtiger Doktor. Die hat das auch nicht böse gemeint. Sie war eher einfach gestrickt und das war halt ihre Weltsicht.
Auf der anderen Seite muss man sich auch überlegen ob man solche Leute haben will. Ich find Privatpatienten anstrengend. Zumindest einige davon. Denen schmiert man dann Honig ums Maul um möglichst viele noch so sinnlose Dinge abzurechnen. Und plötzlich ist alles abklärungswürdig und man wird weitergeschickt zu Hinz und Kunz und alle machen auf Drama und die Privatpatienten auch. Und wenn sie mal warten müssen, oje. Und dann in der Sprechstunde wenn der Herr Professor keine Zeit hat und sie sich mit einem popeligen Oberarzt rumschlagen müssen und dann einen neuen Termin ausmachen damit sie schon nochmal vom Herrn Professor gesehen werden.
Es gibt da so viele so elendige Stilblüten. Ich mag keine Privatpatienten. Ich will meine Ruhe und einfach nur gute Medizin machen.
Endoplasmatisches Reticulum
28.10.2023, 17:12
Na, stimmt doch. Hätte der Hausarzt etwas mehr gelernt früher, wäre er ja Facharzt geworden.
Ich habe das Thema Promotion für mich jetzt abgehakt und belasse es dabei, keinen Dr Titel zu machen und hoffe, dass ich dann nach meiner Karriere beim jetzigen Arbeitgeber nicht arbeitslos werde, weil ich nicht promoviert bin :-))
an dem Punkt war ich irgendwann zwischen 2. und 4. WBJ auch schonmal. Und eigentlich schon im Studium, hab nämlich gar nicht erst angefangen eine Doktorarbeit zu schreiben bzw. hab sogar nie eine gesucht. Und jetzt sitze ich hier an einem Samstag um 18 Uhr und schreibe an meiner Doktorarbeit. Tja... und jetzt weiß ich irgendwie auch nicht :-oopss Bin weiterhin der Meinung, dass ich diesen Titel nicht unbedingt gebraucht hätte aber mein Chef ist da anderer Meinung und weil er mir die Arbeit auf dem Silbertablett serviert und sie meine "du musst keine weitere Forschung machen" Karte ist, mache ich es jetzt halt.
Ist der Doktortitel für die Niederlassung als Hausarzt finanziell relevant? Ich krieg immer zu hören das man durch den Titel mehr Privatpatienten bekommt, was sich dann im Einkommen wiederspiegeln würde.
Kommt drauf an, wo du dich niederlässt. Wenn du im Ballungsgebiet bist, kann es schon relevant sein. Wenn du der einzige Arzt weit und breit bist, kannst du alle in die HZV "zwingen" und machst mit Kassenpatienten "mehr" als mit Privaten. Insgesamt ist ein "Dr." wenn man sich geschickt anstellt eine einfache und weniger kostenintensive "Zusatzbezeichnung" für das Praxisschild.
Tramaldol
29.10.2023, 13:01
Kommt drauf an, wo du dich niederlässt. Wenn du im Ballungsgebiet bist, kann es schon relevant sein. Wenn du der einzige Arzt weit und breit bist, kannst du alle in die HZV "zwingen" und machst mit Kassenpatienten "mehr" als mit Privaten. Insgesamt ist ein "Dr." wenn man sich geschickt anstellt eine einfache und weniger kostenintensive "Zusatzbezeichnung" für das Praxisschild.
Das ist wirklich nur ein "Nice-to-have". In den Niederungen des MVZ-Praxis Bereichs braucht man das nicht.
Mir sind einige niedergelassene FÄ mit sehr gut gehemden MVZ bekannt in einer Mio-Stadt in DE bekannt und da spielt das überhaupt keine Rolle, eher die Mund-zu-Mund Propaganda über die fachlichen Fähigkeiten spülen neue Patienten auch von außerhalb an.
Wie gesagt: Bei Chefarzt großes Städtisches Haus / Maximalversorger /Versorgungsstufe III: Habil ist Vorraussetzung oftmals; CA Haus Versorgungsstufe II und I: da tut's auch der Dr. med.; ganz ohne eher keine Chancen auf CA.
Unikliniken nochmals anderes Pflaster. Da gehört der Dr.med. quaso zur Karriere dazu dank Wissenschaftszeitgesetz. Oberärzte oder Fachärzte an der Uniklinik stellt man quasi nur mit Dr.med. unbefristet ein. In einigen Mangel-Nischenfächern kann man die auch über die AÖR einstellen, was aber auch ein schlechteren Verdienst bedeutet.
Gerade in so Fächern wie Radio ist es ziemlicher Quatsch an der Uniklinik für immer zu bleiben, wenn man keine Forschung machen will. Die Bezahlung ist anderswo besser.
Letztendlich muss man die relativ hohe Rotation und Wiss-Zeit-Gesetz an der Uniklinik auch "positiv" sehen. Es sollen ja auch andere Generationen die Chance auf Forschung und Habil bekommen und nicht Stellen dauerhaft blockiert sein.
Das ist wirklich nur ein "Nice-to-have". In den Niederungen des MVZ-Praxis Bereichs braucht man das nicht.
Mir sind einige niedergelassene FÄ mit sehr gut gehemden MVZ bekannt in einer Mio-Stadt in DE bekannt und da spielt das überhaupt keine Rolle, eher die Mund-zu-Mund Propaganda über die fachlichen Fähigkeiten spülen neue Patienten auch von außerhalb an.
Der Kollege hat nach dem Bereich Allgemeinmedizin (ich gehe mal von Einzelpraxis oder BAG aus) gefragt und das ist weniger gut mit dem Facharzt-Bereich oder sogar MVZ vergleichbar. Bei Fachärzten gibt es nur eine "geringe" freie Arztwahl, da die Sitze doch sehr limitiert sind. Da kriegt man auch ohne viel Aufwand den Terminkalender halbwegs voll. MVZs sind noch unpersönlicher (wenn sie als solche erkennbar sind). Wenn der Name des Arztes nur an zweiter oder dritter Stelle steht, ist es dann auch egal, ob davor ein Dr. steht oder nicht.
Ich würde einschätzen, dass der "Zusatz" Dr. z.B. einen größeren Impact hat als "Notfallmedizin" i.S. von Werbung. Noch wichtiger sind aber (seltene) Sprachkenntnisse. Also wenn an es schafft, mit "wenig" Aufwand eine Doktorarbeit während des Studiums zu machen, wieso nicht. Man kann sich ja an irgendeine Publikation von jemanden "dranhängen", der gerne habilitiert. Wenn die Forschung im Peer Review durchkommt, kann ich mir schwer vorstellen, dass fachfremde Professoren einen bei der Disputation durchfallen lassen.
Tramaldol
29.10.2023, 15:55
Ja, wenn man die Möglichkeiten hat. In der Regel wird die Promotion niemand nachgeworfen...im Sinne von "ach ich mach gerade meine Habil"...hier du kriegst noch ne Promotion einfach so nachgeworfen.
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